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Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide - und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) ... Ach, und gern verreise ich auch!

Hurricane, das Tief Paul und der den Abend feiernde Busfahrer

Wenn in Scheeßel zwischen Bremen und Hamburg das Hurricane Festival stattfindet, sind Unwetter vorprogrammiert (vielleicht sollten die Veranstalter endlich einmal den Festivalnamen ändern). Mein jüngster Sohn war mit seinen Freunden bereits am Donnerstagmorgen mit einem Zug des Metronoms in Scheeßel angereist. Gut so, denn kurz vor Mittag bescherte uns das Tief Paul in Norddeutschland ein kurzes, aber heftiges Unwetter, das in der Region auf allen Strecken den Bahnverkehr zum Erliegen brachte. Vom Sturm entwurzelte Bäume waren auf Gleise und Oberleitungen gefallen. Besonders auf der Strecke von Hamburg über Buchholz nach Scheeßel ging stundenlang gar nichts mehr. Und das ausgerechnet zum Hurricane-Festival, zu dem viele Besucher mit dem metronom anreisen wollten.

    Metronom – Engagiert auch bei Stillstand

„Um die wartenden und gestrandeten Fahrgäste am späten Abend mit dem Nötigsten zu versorgen, hat metronom in Lüneburg, Uelzen und Buchholz das DRK als Unterstützung hinzugezogen. Im Rahmen ihrer gemeinsamen Kooperation hat das DRK mehr als 8.000 Fahrgäste mit Getränken, Snacks und medizinischer Ersthilfe versorgt. Für mehr als 150 Fahrgäste wurden „Hotelzüge“ bereitgestellt, so dass niemand die Nacht im Freien verbringen musste.“

„‚An vielen Bahnsteigen haben Menschen lange gewartet, ohne dass es eine hilfreiche Durchsage oder Anzeige gab.‘ Das ist doppelt ärgerlich, denn: die Ansagen am Bahnsteig oder Anzeigen an den Bahnhofstafeln kann metronom selbst nicht beeinflussen. Dies ist alleinige Aufgabe der Deutschen Bahn.“
(Quelle: der-metronom.deinzwischen wieder aus dem Netz genommen)

Nun, auch ich war natürlich am Donnerstagnachmittag von Hamburg nach Tostedt in Richtung Bremen unterwegs. Mit der S-Bahn schaffte ich es immerhin bis Hamburg-Harburg. Dort ging dann allerdings nichts mehr. Der Bahnhof war bis hin zum Bahnhofsvorplatz überfüllt mit Menschen. Anreisende zum Hurricane-Festival machten es sich gemütlich und setzten sich in mehreren Kreisen auf ihre mitgebrachten Klappstühle.

Ich versuche, ein Taxi zu bekommen. Aber da hatte ich keine Chance. Dann sah ich, dass ein Bus im Auftrag des Metronoms in den Busbahnhof einfuhr. Der Busfahrer hantierte lange Zeit mit seinem Handy, bis er endlich den wartenden Fahrgästen mitteilte, dass er jetzt Feierabend hätte. Es war gerade kurz nach 16 Uhr 30. Hunderte, nein tausende Fahrgäste warteten auf ein Weiterkommen – und der gute Mann fuhr mit leerem Bus in seinen ‚wohlverdienten‘ Feierabend! Nicht zu glauben!

Nun, Glück im Unglück: Ich lief mehrere Male einem jungen Mann über dem Weg, der auch in meine Richtung wollte und dessen Frau inzwischen unterwegs war, um ihn mit dem Auto abzuholen. Ich konnte dann mitfahren und kam so wenigstens schon einmal bis Buchholz/Nordheide, wo meine Frau mit dem Auto auf mich wartete. Mit knapp zwei Stunden Verspätung kam ich so zu Hause an.

Am nächsten Tag wollte ich morgens wie gewohnt mit dem Zug um 5 Uhr 23 ab Tostedt wieder zur Arbeit nach Hamburg fahren, musste aber feststellen, dass nicht nur ‚mein‘ Zug, sondern auch die vier nächstfolgenden Züge ausfielen. Erst der Zug um 6 Uhr 48 (und dann mit Verspätung) fuhr endlich Richtung Hamburg. Ich nahm den Tag frei, denn auf dem Heimweg musste ich damit rechnen, dass die Züge vom Hamburg nach Bremen über Scheeßel brechendvoll sein würden – eben wegen der zum Hurricane Festival Anreisenden. Später sah ich dann, dass mein Zug, mit dem ich ansonsten am Freitagnachmittag nach Hause fahre, ebenfalls gecancelt wurde.

Eine Nachbarin von mir kam erst gar nicht nach Hause am Donnerstagabend und übernachtete bei ihrer Mutter in einem Altersheim auf der Couch.

Wer wie ich jahrelang mit der Bahn als Pendler unterwegs ist, hat einiges erlebt. Aber dieser Donnerstagnachmittag (samt Freitag) war einer der absoluten Höhepunkte. Wenn man in Hamburg-Harburg auf dem Bahnsteig steht, und weder eine Durchsage (nur die automatischen Hinweise auf Raucherbereiche u.ä. – in einer solchen Situation geradezu ein Hohn!), noch eine Anzeige bekanntgibt, wie es weitergehen könnte (z.B. von wo Busse des Schienenersatzverkehrs abfahren), dann ist das eine Katastrophe. Ich war gegen 16 Uhr 30 in Harburg. Da waren bereits über vier Stunden seit der ersten Streckensperrung vergangen (die Anzeige zeigte einen Zug um 12 Uhr 07 nach Uelzen mit 90 Minuten Verspätung an). Ein Notfallplan scheint nicht zu existieren. Auch wenn die Deutsche Bahn die Verantwortung für die fehlgeschlagene Informationspolitik auf den Bahnhöfen trägt, so hat die Metronom Eisenbahngesellschaft eine gewisse Sorgfaltspflicht gegenüber IHREN Fahrgästen. Aber wie soll das gehen, wenn schon die Personaldecke für den Betrieb der Züge äußerst dünn ist. Es scheint den Metronom auch wenig zu interessieren, wenn wie in Tostedt beide Aufzüge, die zu den Bahnsteigen führen, nicht funktionieren, obwohl fahrplanmäßig nur Metronom-Züge Tostedt anfahren.

Halldór Laxness: Salka Valka

Es hat etwas gedauert, aber endlich habe ich mich durch Halldór LaxnessSalka Valka gekämpft – aus dem Isländischen von Hubert SeelowSteidl Verlag, Göttingen 2011. Der Roman erschien erstmalig 1931-1932.

„Das Mädchen Salka und ihre Mutter können froh sein, daß ihnen jemand Obdach gewährt. Auf ihrem Weg vom Nordland in die Hauptstadt sind sie in einem Fischerdorf hängengeblieben, in dem es schon genug Armut gibt. Bei dem Jungen Arnaldur lernt Salka lesen und erkämpft sich mit der Zeit den Respekt des Ortes. Jahres später wird Arnaldur zum Anführer der isländischen ‚Bolschewisten‘, die im Ort die neue Zeit herbeikämpfen- Bald ist vieles anders – aber ist es auch besser?

Halldór Laxness hat eine urwüchsige Welt im Umbruch in eindringliche Bilder gefaßt. Mit seiner Titelheldin schuf er eine zupackende und kämpferische Frauenfigur, die in der Literatur ihresgleichen sucht. Der kleine Ort am Axlarfjord ist Schauplatz eines breitangelegten Gesellschaftsromans voll starker Charaktere und widerstreitender Gefühle.“
(aus dem Kladdentext)

    Halldór Laxness: Salka Valka

Mit dem Roman ‚Salka Valka‘ stand der spätere Nobelpreisträger Halldor Laxness (1902-1998) erst am Anfang seiner literarischen Entwicklung. Er ist noch keine dreißig Jahre alt, als er den Roman beendet, in dem er auf ein Motiv zurückgreift, das ihn lebenslang beschäftigt, ob in der „Islandglocke“, dem „Fischkonzert“ oder der „Atomstation“. Dies Motiv, dieser Leitgedanke heißt ganz schlicht und ganz maßlos: „Es ist so schwer, ein Mensch zu sein.“

Nichts scheint bedeutungsloser zu sein als das Fischerdorf Oseyri am Axlarfjord, eingeschlossen von Meer und Bergen. Wie die Menschen hier leben und sterben, erzählt der Autor. An diesem Ort scheint es nie schönes Wetter zu geben. Es herrschen Kirche, Heilsarmee und der Kaufmann Johann Bogesen , der als Einziger in einem prächtigen Steinhaus residiert, während die Dorfbevölkerung in feuchten Häusern aus Torfsoden lebt, durch die eisige Winde pfeifen . Bargeld hatte nur er, der reiche Arbeitgeber in Sachen Fisch und Besitzer des einzigen Ladens, wo angeschrieben wird und Almosen verteilt werden. Damit steht der ganze Ort in seiner Schuld und in Sorge, am Ende des Lebens ihm auch noch die Kosten für die eigene Beerdigung schuldig bleiben zu müssen. Bogesen, herrscht zunächst uneingeschränkt. Selbstherrlich verkündet er, dass in seinem Ort zumindest nicht der Hunger herrscht. Doch die Kindersterblichkeit ist auch hier, wie überall in Island, hoch. Das Mädchen Salvör Valgerdur (Salka Valka) und ihre Mutter Sigurlina Jonsdottir, die aus dem Norden geflohen sind, finden hier nur langsam ihre neue Heimat. Die heranwachsende Salka erkennt bald, dass sie nicht in der beste aller Welten lebt, zumal Steinthor, ihr möglicher künftiger Stiefvater, sie im Alter von elf Jahren zu missbrauchen versucht, ehe er vor der Ehe mit ihrer Mutter flieht. Steinthor taucht immer wieder im Dorf auf. Er, der alles ‚Reine und Schöne‘ in ihr zerstören will, übt trotzdem eine eigenartige, ungute Faszination auf das Mädchen aus. Zunehmend wird Salka jedoch von Arnaldur Björnsson angezogen, der sie lesen und schreiben lehrt, bevor er nach Dänemark entschwindet. Als Arnaldur nach Oseyri zurückkehrt, bringt er die Ideen des Sozialismus mit, ist vom Gedanken der russischen Revolution infiziert. Als ‚Vaterlandsverräter‘ bringen die neuen Linken beträchtliche Unruhe in den Ort. Sie gründen einen Konsumverein und organisieren Streiks. Als Salka sich schließlich mit dem Revolutionär Arnaldur einlässt, hat ihre Liebe nur begrenzt Bestand, denn im Grunde ist Arnaldur ein Intellektueller und Träumer, der die abstrakte Menschheit mehr liebt als die Dorfbewohner, die im Konsumverein herumlungern und zum Streikbrechen neigen. Arnaldur sehnt sich nach dem Traumland USA und entschwindet schließlich mit finanzieller Hilfe Salkas. Verglichen mit diesem Elfenjungen fühlt sich Salka wie ein Trollweib. Sie sagt von sich: ‚Ich bin ein Missgeschick, weil es keine Geburtenkontrolle gab.‘

Halldor Laxness war selbst ein Zeit seines Lebens ein Weltenbummler und ein Wanderer zwischen den verschiedenen Weltanschauungen. In jungen Jahren ein Anhänger des Katholizismus, wandte er sich in später sozialistischen Ideen zu und empfand die Sowjetunion als Gegenentwurf zur bestehenden Weltordnung, in der Hunger und Armut herrschten. Seine Romane sind jedoch alles andere als dogmatische Ideenbücher. Der Mikrokosmos in dem Fischerort, der in den Umbruch gerät, erweist sich als äußerst differenziert analysiert und literarisch aufregend gestaltet. Laxness‘ Geschichten sind wie das Leben nicht berechenbar, sondern stecken voller Rätsel, Es geht ihm letztlich immer um Menschen auf der Suche nach der Wahrheit in einer Welt der Lüge und Erniedrigung. Menschen werden manipuliert durch Medien und Ideologien. Der Traum von einer neuen Welt kann so schnell zum Alptraum werden, sei es durch die Diktatur des Geldes oder die Diktatur des Proletariats, die letztlich zur Diktatur der Parteibürokratie und ihrer blutigen Diktatoren wird.

Laxness hat bereits in ‚Salka Valka‘ den politischen Budenzauber mit seinem eigenen, wunderbar grotesken Humor entlarvt, im Übrigen auch die Rolle der BANKEN!
(Quelle u.a. deutschlandfunk.de)

Wie schon früher so habe ich mir eine Liste der Personen gemacht, die diesen Roman besiedeln, der in dem kleinen Fischerdorf (wie so oft bei Laxness, ein fiktiver Ort) Oseyri am Axlarfjord spielt. Der Roman besteht übrigens aus zwei Teilen.

Personen:

Erster Teil – spielt in den Jahren des 1. Weltkrieges

Salvör Valgerdur Jonsdottir (isl. Salvör Valgerður Jónsdóttir), genannt Salka
Sigurlina Jonsdottir, Salkas Mutter
Sigurlinni, Salkas Bruder

Arnaldur (im Kof) Björn(sson), genannt Alli
Herborg, ‚Tante‘ von Arnaldur und Jon

Johann Bogesen, Kaufmann
Agusta (Gusta), Tochter von Bogesen
Angantyr (Tyri), Sohn von Bogesen
Stephensen, Geschäftsführer bei Bogesen

Gudmundur Jonsson, Kadett (der Heilsarmee) und Ruderer
Kapitän Anderson (Heilsarmee)
Thordis Sugurkarlsdottir, Kadettin der Heilsarmee („Todda Trampel“)

Hallgrimur Petersson

Propst und Frau
Arzt

Steinthor Steinsson (auf Marabud), zeitweise Lebenspartner von Salkas Mutter
Steinunn, Steinthors Tante
Eyjolfur, Steinunns Mann

Sveinn Palson, Sattler u.a.
Bibba, seine Tochter

Jukki (Joakim) von Kviar

Zweiter Teil – spielt in den 20er Jahren

Magnus ‚Bucher‘ bzw. Mangi Buchbinder
Sveinbjörg, seine Frau
Pfarrer Sofonias

Beinteinn Jonsson von Krokur
Gudvör, genannt Guja, seine Tochter

Kristofer Torfdal, Führer der ‚Bolschewisten‘ in Reykjavik

Katrinus Eiriksson, Vorarbeiter bei Bogesen

Jon Jonsson, Volksschullehrer

Klaus Hanson, Präsident der Nationalbank in Reykjavik
u.a.

Mit Salka Valka hat Halldór Laxness wieder eine bemerkenswerte Frauenfigur geschaffen. Salka ist keine „positive Heldin“. Sie macht schwere Fehler, sie trifft jedoch ihre Entscheidungen aufgrund des einfachen, gesunden Menschenverstandes. Stark und ohne Angst kämpft sie auch in aussichtslosen Situationen und bewahrt sich so immer ihre Würde. Sie ist keine Siegerin, aber auch kein Opfer, wie viele andere Gestalten in Laxness‘ Romanen. Sie führt voll Stolz ihr eigenes Leben.

Worte zum Wochenende (21. KW 2017): Himmelfahrt eines 100-Jährigen

Dank eines Brückentages erwartet mich und meine Lieben ein verlängertes Wochenende. Morgen ist also Himmelfahrt, den besonders potenzielle Väter für Ausflüge in die berauschende Natur bzw. den natürlichen Rausch nutzen. Leider gibt es bei uns auf der Arbeit diesmal keinen Hummeltag („Früher war alles besser!“).

Worte zum Wochenende (21. KW 2017 – WilliZBlog)

Der heutige Tag ist in meiner Familie ein besonderer. Mein Vater, der vor gut sieben Jahren im gesegneten Alter von 92 Jahren starb, wäre heute 100 Jahre alt geworden. Vor 10 Jahren feierten wir noch seinen 90. Geburtstag. Die Zeit galoppiert.

Das Wetter verspricht – besonders am ‚regulären‘ Wochenende – sommerlich schön zu werden. Da nichts Großartiges anliegt, so werde ich mit meiner Frau die Zeit draußen in der Sonne genießen. Da wartet u.a. ein Roman von Halldór Laxness, endlich zu Ende gelesen zu werden.

Jethro Tull: Songs from the Wood – The Country Set (40th Anniversary Edition)

Okay, die letzten zwei Scheiben von Jethro Tull, die Steven Wilson im letzten Jahr neu in einer Stereo- und dann auch in der 5.1-Version abgemischt hatte, ist bei mir ‚unter den Tisch‘ gefallen. Zum einen wurde Aqualung als Aqualung (40th Anniversary Adapted Edition) und dann endlich auch die erste von mir 1969 gekaufte LP Stand Up als Stand Up – The Elevated Edition in jeweils einem CD/DVD-Set auf den Markt gebracht, wieder mit einem Booklet, das viel interessantes Material zur Band und Hintergrundinformationen zur Scheibe enthält. Und natürlich mit bisher unveröffentlichtem Tonmaterial. Zur Qualität brauche ich eigentlich kein Wort verlieren. Steven Wilson hat wieder ‚ganze Arbeit‘ geleistet und aus dem alten analogen Material das Optimum herausgeholt.

Am letzten Freitag (19. Mai) erschien nun auch die in der Chronologie folgende Veröffentlichung meiner ‚Lieblingsband‘ aus dem Jahr 1977: Songs from the Wood – The Country Set (40th Anniversary Edition), mit drei CDs und zwei DVDs für einen zz. dem Spotte heischenden Preis.

Jethro Tull: Songs from the Wood – The Country Set (40th Anniversary Edition)

Es gehört schon zur Standardausstattung dieser Remix-Versionen: Booklet, die neu abgemischte Stereoversion und auf Audio-DVD das Ganz in 5.1. Dieses Set nun enthält auf zwei CDs ein Konzert der Band – und Gleiches in laufenden Bildern u.a. mit 5.1-Ton als DVD – diesmal in einem Remix von Jakko Jakszyk. Bei dem Video handelt es sich um ein zweistündiges Konzert im Capital Centre, Landover, Maryland, vom 21. November 1977. Allein diese Scheibe ist das Geld wert. Natürlich lässt sich das analoge 4:3-Bild nicht mit digitalem Videomaterial von heute vergleichen. Aber die Qualität ist durchaus akzeptabel. Entschädigt wird man allemal durch den neu abgemischten Ton.

Sicherlich kennt Ihr diese beiden Konzert-Mitschnitte. Die mit diesem Set mitgelieferten Videoaufnahmen sind gewissermaßen der dritte Teil in dieser Serie.


Jethro Tull played live at Tampa Stadium on 31th July 1976 in Tampa, Florida/USA

Es war dann der 10. Februar 1977, als Jethro Tull im Golders Green Hippodrome in London auftrat. Bis heute ist es mein liebstes Konzert der Band.


Jethro Tull – Live at Golders Green Hippodrome – 1977

Nicht ganz vergessen möchte ich die einzige Neuveröffentlichung von Ian Anderson unter dem Namen Jethro Tull: The String Quartets. Für diese Scheibe sind meine Gefühle doch sehr gemischt (und wohl nicht nur bei mir). Ich muss mir die Stücke noch einmal (und dann sicherlich noch einmal) anhören. Später also mehr dazu.

Songs from the Wood ist für mich eine der liebsten Scheiben von Jethro Tull. Von daher ist dieses Set natürlich ein absolutes Muss für mich. Ich habe bisher nur das Konzert-Video gehört (und gesehen). Besonders das bisher unveröffentlichte Tonmaterial soll einige Perlen enthalten, auf die ich mich jetzt schon freue.

Siehe auch:
Jethro Tull: Minstrel in the Gallery – 40th Anniversary La Grande Édition
Jethro Tull: Too Old to Rock ’n‘ Roll, Too Young to Die! (1976) – Box-Set

Ende gut, (fast) alles gut?!

Auch wenn der Abschluss nicht so ganz war, wie man ihn sich wünschte: Die drei letzten Spiele des SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga in dieser Saison boten zwar einigen Spektakel mit vielen Toren, gingen allerdings alle drei verloren (3:4 in Köln, 3:5 gegen Hoffenheim und zuletzt 3:4 in Dortmund). Die Bremer belegen in der Abschlusstabelle den achten Platz. Wer hätte das vor Wochen noch geglaubt.

Und es gibt noch zwei Erfolgsmeldungen: Die U21 (bzw. Werder II) hat den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft. Und die Fußball-Frauen des SV Werder steigen als Meister der Zweiten Bundesliga Nord direkt wieder in die Bundesliga auf.

Gratulation allen Mannschaften!

Fans des SV Werder Bremen

Nun, die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in der nächsten Saison hat Werder leider verpasst. Ich hoffe nur, dass das keine Auswirkungen auf das Mannschaftsgebilde haben wird. Denn Spieler wie Gnabry und auch Kruse würden gern international auftreten. Auf Sportchef Frank Baumann wartet viel Überzeugungsarbeit, um diese Spieler mindestens eine weitere Saison an der Weser zu halten.

Offen ist auch die weitere Zukunft von Claudio Pizarro. Ohne Zweifel ist er jetzt schon eine Werder-Legende. Aber mit seinen 38 Jahren und seiner Verletzungsanfälligkeit kann und darf man nicht mehr allzu viel von ihm erwarten. Sollte Werder ihn tatsächlich nicht mehr weiter verpflichten, dann hoffe ich aber doch auf ein angemessenes Abschiedsspiel für ihn – und auch für Clemens Fritz.

Auf dem Transfermarkt tut sich inzwischen ja auch schon so einiges. Mit Ludwig Augustinsson (linker Verteidiger) und Jérôme Gondorf (zentrales Mittelfeld), der wohl Florian Grillitsch beerben soll, ist sich Werder einig geworden. Außerdem kommen Spieler zurück, die bis zum 30.6. ausgeliehen waren.

Ich bin gespannt, wie Werder zum Saisonauftakt 2017/2018 aufgestellt sein wird. Und ich hoffe, dass die Mannschaft erst einmal nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird.

Worte zum Wochenende (20. KW 2017): Donnerwetter mit Arno

Donnerwetter!

Soll so der ganze kommende Sommer werden? Heiße Luft aus Afrika, die auf kalte Strömungen aus dem Norden trifft. So wird es plötzlich richtig heiß, saugt sich voll mit Feuchtigkeit, um dann krachend die ‚atmosphärischen Spannungen‘ zu entladen? Bitte nicht …

Letzter Spieltag

Also ich glaube nicht, dass der SV Werder Bremen morgen am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga doch noch das schier Unmögliche schafft und sich einen Platz in den Gefilden Europas ergattert. Okay, Platz sieben oder gar sechs ist noch möglich. Aber dann muss es schon ein kleines Fußballwunder geben und Werder in Dortmund gewinnen. Und selbst dann …

Schauen wir auf das letzte Drittel der Tabelle, dann sehen wir dort, dass dem HSV ein Sieg gegen Wolfsburg gelingen muss, um nicht zum dritten Mal in vier Jahren in die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga gehen zu müssen. Dort wartet voraussichtlich die Braunschweiger Eintracht. Dreimal ist Bremer recht, aber auch Hamburger? Sollte der HSV also am Ende tatsächlich absteigen?

Worte zum Wochenende (20. KW 2017 – WilliZBlog)

Arno Schmidt

Ich weiß gar nicht mehr, wieso ich dieser Tage auf Arno Schmidt gekommen bin. Ach, doch – da gab es diese Dokumentation über ihn unter dem Titel Mein Herz gehört dem Kopf auf arte.tv (leider nicht mehr verfügbar), die ich mir angeschaut habe. Ein Sonderling und Einzelgänger, der als Heimatvertriebene eine neue Bleibe suchte und diese schließlich im kleinen Heidedorf Bargfeld fand. In „Die Umsiedler“ beschäftigte er sich mit dem damaligen Tabuthema von Flucht und Vertreibung und schildert, wie wenig willkommen er, der mit seiner Frau aus Schlesien fliehen musste, sich in der Bundesrepublik fühlte. Kommt uns das Thema nicht bekannt vor?

Arno Schmidt wurde besonders durch sein 1970 erschienenes Monumentalwerk Zettel’s Traum (okay mit Deppelapostrophe – leitet sich allerdings aus dem Englischen ab) bekannt, ein Monster von über 1300 Seiten und dreispaltig in DIN A 3, das damals als Faksimile (des mit Schreibmaschine, die Randglossen und Streichungen von Hand verfassten Werkes) erschien, weil man es für nicht zu setzen erachtete. Erst im Oktober 2010 erschien im Suhrkamp Verlag die „Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe IV/1. Standardausgabe. Zettel’s Traum“ als gesetztes Buch. Friedrich Forssman arbeitete hieran zuvor etliche Jahre.

Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, der Ulysses und Finnegans Wake von James Joyce, Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz, Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil (um nur einige dieser kiloschweren literarischen Werke zu nennen), wer hat sie nicht gelesen. Genau: NICHT gelesen!

An Joyce Ulysses (in der Übersetzung von Hans Wollschläger) habe ich mich vor vielen Jahren einmal herangewagt, bin dann aber auf halber Strecke kläglich gescheitert. Sein Finnegans Wake habe ich mir als Finnegans Wehg. Kainnäh ÜbelSätzZung des Wehrkess fun Schämes Scheuss von Dieter H. Stündel zugelegt (enthält neben einer ‚Annäherung‘ auf Deutsch auch das Joyce’sche Original). Döblins Berlin Alexanderplatz kenne ich nur als Fernsehserie in 13 Episoden und einem Epilog (ca. 930 Min lang) von Rainer Werner Fassbinder mit Günter Lamprecht als Franz Biberkopf. Prousts Recherche habe ich als verfilmten Zweiteiler bisher noch ungesehen auf meinem Rechner. Musils Mann ohne Eigenschaften ist als E-Book vorhanden. Und nun auch noch Arno Schmidt?

Es gibt so Sachen, die man auf spätere Zeiten verlegt, wenn man nicht mehr durch Pflichten und sonstige Notwendigkeiten behindert ist, wenn man also ZEIT hat. Da kommt eigentlich nur das Rentenalter in Frage. Da dieses mir aus nicht mehr allzu großer Ferne entgegenwinkt, so werde ich dann meine Yamaha endlich auspacken – und mich mit Inbrunst auf all das Literarische stürzen, was bisher liegengeblieben ist.

Aber jetzt winkt erst einmal das Wochenende. Ich winke zurück …

Worte zum Wochenende (18. KW 2017): ein Filmnachmittag

Was für ein scheußliches Wetter sucht uns in diesen Tage heim. Aber ab morgen soll es wieder besser werden: wärmer, sonniger und auch trocken. Für morgen haben wir Bekannte eingeladen, die sich für unsere Fotos und Videos von unserem Urlaub auf der Hallig Langeneß interessieren. So gibt es bei Kaffee und Kuchen einen Filmnachmittag, allerdings nicht mit „Land unter“.


„Land unter“ auf der Hallig Langeneß (27.12.2016)

Übrigens: In diesem Jahr Sommer werden wir nochmals die Halligen besuchen: Diesmal ist die Hallig Hooge dran. Meine Frau und ich freuen uns schon darauf.

Worte zum Wochenende (18. KW 2017 – WilliZBlog)

25 Jahre Werders Europapokalsieg

Heute Abend spielt in der Fußball-Bundesliga der SV Werder Bremen in Köln und will natürlich die Serie von elf Spielen ohne Niederlage fortsetzen. Europa winkt. Ich habe auf ein Unentschieden getippt, habe aber nichts dagegen, wenn Werder auch dieses Spiel gewinnt.

Apropos Europa: Morgen ist es 25 Jahre her, dass der SV Werder seinen bisher größten fußballerischen Erfolg feierte: Im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger gewannen die Bremer am 06.05.1992 im Estádio da Luz von Lissabon gegen die favourisierte Mannschaft des AS Monaco mit 2:0. Wenn ich auf die Mannschaftsaufstellung von damals schaue, so erkenne ich viele Namen, die mir auch heute noch viel sagen: die Torschützen Klaus Allofs (genau der, der viele Jahre später Manager in Bremen wurde) und Wynton ‚Kiwi‘ Rufer, der heute noch als Scout in Asien und Ozeanien für Werder unterwegs ist. Dann als Einwechselspieler Thomas Schaaf, der lange erfolgreich der Trainer der Bremer war. Dieter Eilts, der Ostfriese, der vier Jahre später eine so grandiose Europameisterschaft spielte, Rune Bratseth, als Libero der norwegische Beckenbauer, Mirko Votava, der Mannschaftskapitän, Frank Neubarth, Ullrich Borowka und natürlich Marco Bode, als Nachfolger von Willi Lemke seit dem 25. Oktober 2014 Vorsitzender des Aufsichtsrats beim SV Werder. Okay, auch die restlichen Namen sollen nicht vergessen sein: Jürgen Rollmann (im Tor), Thomas Wolter, Manfred Bockenfeld und Stefan Kohn (als Einwechselspieler). Trainer war damals kein Geringerer als Otto Rehhagel.

Europapokal der Pokalsieger – Finale 1992 Startelf des SV Werder Bremen
Europapokal der Pokalsieger – Finale 1992 Startelf des SV Werder Bremen

Längst gibt es diesen Pokal nicht mehr (zuletzt 1999 ausgespielt), der dann durch den UEFA-Pokal abgelöst wurde und ab der Saison 2009/2010 Europa League heißt.


Europapokal der Pokalsieger – Finale 1992 AS Monaco – SV Werder Bremen 0:2

Worte zum Wochenende (17. KW 2017): … und Sonnenschein!

Habe schon wieder eine Arbeitswoche hinter mich gebracht (nach dem Osterurlaub) und werde mich an einem verlängerten Wochenende erfreuen, denn am Montag ist ja der Tag der Arbeit. Ist immer noch ein Feiertag in Deutschland. Und wenn dazu die Sonne lacht – umso besser!

Zuvor morgen Nacht werden bekanntlich wieder die Hexen los sein: Walpurgisnacht. Für alle anderen ist es ein Tanz in den Mai. Dann tanzt mal schön …

Worte zum Wochenende (17. KW 2017 – WilliZBlog)

Wie auch immer: Der Mai wird kommen und sich als arbeitsscheu entpuppen. Neben dem 1. Mai-Feiertag wartet ja auf uns noch Himmelfahrt (25.05.). Und gleich zu Anfang Juni gibt’s Pfingsten mit einem weiteren arbeitsfreien Tag. So könnte das weitergehen. Wird es aber nicht. Immerhin winkt dann schon der Sommerurlaub, wenn auch noch in heute weiter Ferne …

Endspurt Fußball-BL 2016/2017

Noch vier Spieltage, dann beendet die Fußball-Bundesliga die Saison 2016/2017: Endspurt für alle 18 Vereine. Und für Spannung ist durchaus noch gesorgt. Okay, die Bayern (zz. 70 Punkte) dürften schon wieder Meister werden, auch wenn sie jetzt etwas kränkeln (vom erhofften Triple bleibt nur noch die Meisterschale). Und die weiteren Champions League-Plätze sind eigentlich auch schon vergeben: Aufsteiger Leipzig (62), Dortmund (56) und Hoffenheim (55). Fragt sich nur, ob Dortmund oder Hoffenheim noch in die Qualifikation müssen.

Am Tabellenende ist es besonders spannend. Darmstadt (21), okay, hat wirklich nur noch theoretische Chancen zum Klassenerhalt. Aber davor streiten sich noch fünf Vereine ums Verbleiben in der Bundesliga: Mainz, Wolfsburg und HSV (alle 33 Punkte), Augsburg (32) und Ingolstadt (28). Die schlechtesten Karten dürfte wohl Ingolstadt haben. Aber solch finanziell bestens unterstützte Vereine wie Wolfsburg und der HSV krebsen immer noch da unten herum. Deren Saisonziele sind meilenweit verfehlt.

Und was ist mit Werder? Das Jahr hatte nun wirklich keinen rosigen Start. Aber dann begann eine beispiellose Serie, die augenblicklich zehn Spiele in Folge ohne Niederlage, dabei acht Siege und zwei Unentschieden, also 26 von 30 möglichen Punkte bescherte.

    SV Werder Bremen – 100 %

Das Abstiegsgespenst ist längst verscheucht. Jetzt kämpfen die Bremer plötzlich sogar um einen der beiden Plätze für die Europa League. Ich habe es gewagt, die Spiele der Aspiranten auf diese Plätze zu tippen. Okay, oft ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Aber trotzdem (auch wenn die Übersicht etwas unübersichtlich erscheint):

5 Hertha zz. 46 Punkte tippe + 5 Punkte = 51 Punkte
 A – Werder 0 H – Leipzig 1 A – Darmstadt 1 H – Leverkusen 3
6 Freiburg zz. 44 Punkte tippe + 3 Punkte = 47 Punkte
 A – Darmstadt 1 H Schalke 1 H Ingolstadt 1 A – Bayern 0
7 Werder zz. 42 Punkte tippe + 5 Punkte = 47 Punkte
 H – Hertha 3 A – Köln 1 H – Hoffenheim 1 A – Dortmund 0
8 Köln zz. 41 Punkte tippe + 3 Punkte = 44 Punkte
 A – Dortmund 0 H – Werder 1 A – Leverkusen 1 H – Mainz 1
9 Frankfurt zz. 41 Punkte tippe + 4 Punkte = 45 Punkte
 A – Hoffenheim 0 H – Wolfsburg 3 A – Mainz 1 H – Leipzig 0

Demnach würde die Berliner Hertha auf Platz 5 verbleiben und direkt in die Gruppenphase der Europa League einziehen. Freiburg und Werder hätten am Ende nach meiner Rechnung jeweils 47 Punkte, sodass die Tordifferenz entscheidend wäre. Und da dürfte der SV Werder die Nase vorn haben, was hieße: die Bremer sind mit dabei. Frankfurt zieht noch an Köln vorbei.

Nun denn … Eigentlich sollte man in Bremen froh sein, ein weiteres Jahr Bundesliga-Fußballluft zu schnuppern. Aber wenn man plötzlich so kurz vor einem Ziel steht, das vor einem Vierteljahr lediglich wie ein Hirngespinst erscheinen mochte, dann will man natürlich auch dieses Ziel erreichen. Und so ganz unbedeutend erscheint mir das auch nicht (nicht nur aus finanzieller Sicht gesehen). Denn sollte Werder wirklich in der nächsten Saison auch in Europa spielen, dann stiegen die Chancen, Spieler wie Serge Gnabry, der von Dortmund und Hoffenheim umworben wird, und Thomas Delaney zu halten. Selbst für Torwart Felix Wiedwald, der lange Zeit nur die Nummer zwei im Tor bei Werder war und dann durch grandiose Leistungen überzeugte, zeigen manche Vereine im Ausland Interesse.

Das ist nun einmal die Krux bei Vereinen wie Werder. Überzeugen Spieler durch ihre Leistung, dann stehen andere Vereine mit dem großen Geld vor der Tür, um diese Spieler zu sich zu lotsen. Daher finde ich es ziemlich zwiespältig, wenn sich Werder jetzt für eine Rückholaktion von Davie Selke stark macht. Der war zum 1. Juli 2015 für acht Millionen Euro zu RB Leipzig transferiert worden. Viel Geld für Werder für einen damals Zwanzigjährigen. Nun wird Selke in Leipzig aber nicht glücklich und kommt nur auf wenig Spielpraxis. Leipzig will aber von Werder 12 Millionen Euro, obwohl Selkes Marktwert deutlich gesunken ist. Nichts gegen Selke, aber nicht um jeden Preis! Vielleicht doch noch ein Jahr länger mit Pizarro?

Nun, ich bin gespannt (nicht nur meiner Tipps wegen). Besonders gespannt bin ich auch, wer am Ende aus der Bundesliga absteigen muss (neben Darmstadt Ingolstadt – aber wer kommt in die Relegation? Mainz?). Bleibt der Dino (HSV) weiterhin im Wanken (ein Jahr Liga zwei könnte den Hamburger nicht schaden; aber wie war das mit dem Vater des Gedankens …?!)?