Kategorie-Archiv: Dies und das

Allgemeines zu Welt und Herd

Worte zum Wochenende (8. KW 2017): Gewürz, Gewürztes, Würziges

Puh, ist es etwa Herbst? Der nicht allzu gute „Thomas“ fegte über Deutschland hinweg. Und auch an diesem Wochenende soll’s feucht und stürmisch bleiben. Bis in die nächste Woche hinein. Da bleibt man eigentlich lieber zu Hause.

Aber wir sind ja nicht aus Zucker. Morgen machen wir vier (ja, auch der ältere meiner beiden Söhne weilt in seinen Semesterferien einige Tage bei uns) Hamburg unsicher. Zunächst geht’s ins Spicy’s Gewürzmuseum (das mit dem Deppenapostroph – okay, leitet sich vom englischen Spice für Gewürz her, und im Englischen benutzt man den sächsischen Genitiv mit ‚Hochkomma‘, heißt er dort „Saxon genitive“ oder eben auch „apostrophic genitive“ (sic!), also wollen wir das durchgehen lassen 😉 ). Das Gewürzmuseum befindet sich in der Speicherstadt, die zusammen mit dem Kontorhausviertel und dem Chilehaus auf der Liste des UNESCO-Welterbes zu finden ist. Bisher kannten wir die Gebäude nur von außen. So sind wir gespannt, wie es im Inneren eines solchen Speicherhauses aussieht.

Worte zum Wochenende (8. KW 2017 – WilliZBlog)

Grund des Besuches: Wir alle vier sind begeisterte Hobbyköche und haben ein besonders Faible für Kräuter und Gewürze. So werden wir uns dort sicherlich einige Anregungen holen können. Anschließend wollen wir bei der Elbphilharmonie vorbeigucken und hoffen hineinzukommen. Und dann natürlich zum Essen. Mal gucken, was wir dann noch so treiben werden …

Mit großem Interesse gucke ich heute Abend nach Wolfsburg, wo der SV Werder Bremen auf den VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga trifft. Nach dem 0:2-Sieg der Bremer in Mainz sieht man an der Weser wieder Licht am Ende des Abstiegstunnels. Leider fällt mit Clemens Fritz (Gelbspeere) und Thomas Delaney (Jochbeinbruch) das zuletzt so erfolgreiche defensive Mittelfeld (Doppelsechs) aus. Es wird schwer sein, das zu kompensieren. Von daher wäre ich schon froh, wenn Werder wenigstens einen Punkt aus der VW-Stadt holt, zumal mit Valérien Ismaël ein gern gesehenes Gesicht aus alten Werderzeiten als Trainer auf der Seite Wolfsburgs steht und ich ihm nichts Schlechtes gönne …

Wie ein aufgescheuchter Hühnerhaufen

Ideenlos, motivationslos und damit chancenlos: auf die Bundesliga-Elf des SV Werder Bremen wird eingeschlagen wie noch nie. Es war allerdings auch eine Katastrophe, die die Werderaner nach der Pleite in der Hauptrunde des DFB-Pokals beim Bundesligaauftakt bei den Bayern boten. In München zu verlieren, ist keine Schande. Es kommt nur auf das Wie an. Und bis auf Torwart Felix Wiedwald, der bei den Toren der 6:0-Niederlage machtlos war, mit seiner Leistung aber ein noch größeres Debakel (zweistellig) verhinderte, spielten alle anderen höchstens auf Kreisliganiveau.

Bundesliga 2016/17 – 1. Spieltag: Bayern München – SV Werder Bremen 6:0

Erst die Klatsche auf dem Platz, dann auch noch verbale Backpfeifen von Liga-Boss Dr. Reinhard Rauball, der dem WDR sagte: „Ich war aber erschrocken, über die Art und Weise wie Werder Bremen ohne Gegenwehr dort gespielt hat.“ Deshalb müsse man über eine andere Besetzung des Saisoneröffnungsspiels, das in 210 Länder übertragen wird, nachdenken. Das klare 6:0 der Bayern sei jedenfalls keine Werbung für die Bundesliga gewesen.

Und was gibt es Schlimmeres, als von allen Seiten bemitleidet zu werden.

Ob die zweiwöchige Länderspielpause jetzt zur rechten Zeit kommt, wird man erst am 11. September beurteilen können, wenn es zu Hause gegen den FC Augsburg geht. Bis dahin wartet viel Arbeit auf Viktor Skripnik, dem Trainer, und Frank Baumann, dem Sportchef. Beide sind aneinander gekettet wie siamesische Zwillinge. Ohne Baumann wäre Skripnik gar nicht mehr im Amt. Dessen Vorgänger Thomas Eichin hätte den Ukrainer am Ende der Vorsaison gefeuert und musste deshalb selbst gehen. Für ihn wurde Baumann Sportchef und verlängerte nach einigen Wochen sogar Skripniks Vertrag um ein Jahr bis 2018. Und jetzt steht erneut Skripnik im Mittelpunkt der Kritik, der nichts Besseres weiß, als einen verbalen Rundumschlag auszuteilen: Der Coach knöpfte sich in München erstmals öffentlich seine Mannschaft vor, rückte von ihr ab. „Ich habe kein Verständnis dafür, was passiert ist“, schimpfte Skripnik und kündigte an: „Meine Entscheidungen werden brutaler sein.“ Und er spricht beim nächsten Spiel gegen Augsburg schon von einem „Finale“.

Wenn eben dieses Spiel wieder dermaßen in die Hose geht, dann darf allerdings zu Recht um den Trainer gebangt werden. Dann wird das letzte Quäntchen Geduld bei den Fans aufgebraucht sein. Und dann ist Baumann im Zugzwang. Die Ruhe ist vorbei bei Werder.

Aber Werder kann auch gewinnen, zumindest die zweite Garnitur in der 3. Liga. Nach drei Auftaktniederlagen gab es nun mit dem 4:2 gegen den VfL Osnabrück den 2. Sieg in Folge.

Abriss von “Tostedts Schandfleck” – Teil 2

Wie bereits berichtet, so geht es dem ‚Schandfleck‘ in Tostedt (O-Ton Gerhard Netzel, SPD, Bürgermeister der Gemeinde Tostedt) an den Kragen. Seit nun drei Wochen wird der Gebäudebestand auf dem Grundstück in der Nähe des Tostedter Bahnhofs niedergemacht. Und mit ihm auch Tiere, die auf dem seit Jahrzehnten brachliegendem Grund und Boden ein Zuhause gefunden haben, wenn wie jetzt auch nur Vögel zum Brüten.

Okay, es lässt sich nicht verhindert (und soll auch nicht), dass zukünftig bis zu 106 Wohneinheiten auf diesem Grundstück errichtet werden. Aber dass z.B. der Abriss in einer ‚Hauruck‘-Aktion ausgeführt wird, macht uns Anrainer hellhörig. Da sind einfach zu viele Fragen offen. Zudem ist es bei diesem warmen, sonnig-trockenem Wetter nicht gerade angenehm, täglich in einer Staubwolke zu versinken, die durch diese Abrissarbeiten die nähere Umgebung einhüllt. Der Krach vom Pressluftgehämmere tut sein Übriges.

Wir werden sicherlich nicht die Einzigen sein, die sich bisher an die Gemeinde Tostedt, an den Landkreis oder an den neuen Eigentümer gewandt haben. Und damit das ganze Bauvorhaben ‚nicht aus dem Ruder‘ läuft, so haben meine Frau und ich uns an den Samtgemeindebürgermeister und den Bürgermeister der Gemeinde Tostedt mit folgendem Schreiben gewandt, damit auch von Verwaltungsseite her ein kritischer Blick auf den Fortschritt der Bebauung geworfen wird:

Sehr geehrter Herr Dr. Dörsam,
sehr geehrter Herr Netzel,

nachdem seit etwa Anfang April d.J. ein Trupp Arbeiter auf dem Dörnbrack-Gelände Am Bahnhof 9-9A (ehemaliges Fabrikgelände), das seit mehreren Jahrzehnten brach liegt und lediglich gelegentlich für Lagerzwecke genutzt wurde (Lagerhalle aus Wellblech), Büsche ausgerissen und Bäume beschnitten hat, rückten am 22. April Arbeiter der Firma ATR Jodeit GmbH aus Sottrum an, um die Wellblechlagerhalle und alle weiteren Gebäude auf dem Grundstück samt der Fundamente abzureißen. Es wäre angebracht gewesen, die Anwohner in der Morlaasstraße zuvor davon zu informieren, zumal es gerade in diesen warmen und trockenen Tagen zu erheblichen Belastungen durch Staubentwicklung kam:

Tostedt, Am Bahnhof  9/9a – Abriss diverser Gebäude (Staubwolke)

Die Abrissarbeiten sollen sowohl beim Landkreis Harburg als auch bei der Gemeinde Tostedt (rechtlich nicht erforderlich) angezeigt worden sein. Lt. einer Nachbarin von uns, die sich mit dem Landkreis telefonisch in Verbindung gesetzt hatte, wurde das von dem Landkreis nicht bestätigt.

Inzwischen ist uns bekannt geworden, dass die Fa. Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN) Eigentümer dieses Grundstücks zwischen Morlaasstraße und der Straße „Am Bahnhof“ geworden ist. Geplant sind demnach ein mehrstöckiges Wohngebäude längst der Straße „Am Bahnhof“, dahinter mehrere so genannte Stadthäuser ähnlich dem Bauvorhaben „Apfelhof“ an der Bahnhofstraße (voraussichtlich aber mit mindestens einem Stockwerk mehr). In der Sitzung des Planungs- und Umweltausschuss am 23.08.2016 soll das Bauvorhaben vorgestellt werden. Da sich viele der Anwohnern der Morlaasstraße und den betroffenen Teilen der Poststraße sowohl an Landkreis, Gemeinde und auch an den neuen Eigentümer gewendet haben, kündigte die Fa. PGN bereits für die 23. Kalenderwoche (6. – 10. Juni) eine Informationsveranstaltung an, zumal inzwischen weitere Details zum Bauvorhaben bekannt geworden sind. Weitere Informationen sollen folgen.

Tostedt, Am Bahnhof  9/9a – Abriss diverser Gebäude (Staubwolke)

Inzwischen sind die Gebäude abgerissen und damit auch Federmäuse, die sich nach Auskunft verschiedener Anwohner der Morlaasstraße in den Gebäuden angesiedelt hatten, ‚platt‘ gemacht worden. Von brütenden Vögeln auf dem Gelände ganz zu schweigen. Auch wurden Bäume bei den Abrissarbeiten beschädigt. Wir gehen davon aus, dass weitere Bäume ‚geopfert‘ werden, denn sonst macht das Bauvorhaben durch den teilweise engen Baumbestand keinen Sinn. Wir brauchen Ihnen nicht zu sagen, dass wir als Anwohner der Morlaasstraße eine Genehmigung einholen müssen, wenn ein Baum gefällt bzw. auch nur ein Ast abgeschnitten werden soll. Der neue Bauherr darf das?

Das genannte Grundstück ist lt. Bebauungsplan Nr. 22 ‚Karlstraße‘ ein Mischgebiet, auf dem lediglich zweigeschossige Wohnungen für Betriebsinhaber und -leiter, Aufsichts- und Bereitschaftspersonen gebaut werden dürften. So sind auch alle anderen bisher errichteten Wohngebäude im Bereich dieses B-Plans nur zweistöckig. Zu diesem B-Plan ist allerdings im Jahre 2014 ein Grundsatzbeschluss des Rates getroffen worden, der eine Änderung bzw. Anpassung des Areals zur Wohnbebauung vorsieht.

Bereits aus heutiger Sicht sind bei uns und vielen anderen Anwohnern deutliche Bedenken gegen dieses Bauvorhaben der PGN entstanden:

    – Die Zufahrt zumindest zu den ‚Stadthäusern‘ soll zweispurig über die Poststraße erfolgen. Dafür dürfte der Grundstücksteil (Zuwegung) eigentlich viel zu schmal sein. Außerdem ergäbe das eine erhöhte Lärmbelästigung durch den zusätzlichen Verkehr.
    – Durch eine Bebauung (von 106 Wohneinheiten ist die Rede), die über die bisher maximal erlaubte Höhe von zwei Stockwerken der Häuser hinausgeht, ergibt sich eine Beeinträchtigung der Privatsphäre der Anrainer. Auch ist damit zu rechnen, das weniger oder gar keine Sonne in die Gärten der Anwohner fällt.
    – Nachdem der Bestand an Fledermäuse irreversibel vernichtet scheint, ist damit zu rechnen, dass auch der Baumbestand (besonders der an Eichen) deutlich reduziert wird.

Zudem ist zu beachten, dass das Grundstück früher einmal als Fabrik zur Herstellung von chemischen Artikeln genutzt wurde. Eine entsprechende Belastung des Grund und Bodens ist nicht auszuschließen. So soll eine Begutachtung vom neuen Eigentümer in Auftrag gegeben sein. Wie wir erfahren haben, ist ein Zustandekommen des Kaufvertrags von der Unbedenklichkeit der Bodenprobe abhängig. Allerdings verstehen wir in diesem Zusammenhang nicht, warum bereits vor der Begutachtung der Altbestand an Gebäuden niedergerissen wurde.

Daraus ergeben sich für uns u.a. folgende Anforderungen:

    – Bei Änderung des Bebauungsplans Nr. 22 sollte der augenblickliche Baubestand berücksichtigt werden, d.h. es dürfen keine mehr als zweistöckigen Häuser gebaut werden.
    – Eine Zufahrt zu den Stellplätzen der ‚Stadthäuser‘ sollte über die Straße „Am Bahnhof“ erfolgen, evtl. über eine Durchfahrt durch das ‚Hauptgebäude‘ „Am Bahnhof“. Der dann evtl. ungenutzte Grundstücksteil (Zuwegung Poststraße) könnte z.B. an die Anwohner der Morlaasstraße verkauft werden. Der neue Eigentümer wurde bereits entsprechend informiert.
    – Die Bodenbegutachtung sollte durch einen von der Gemeinde Tostedt ausgewählten Gutachter erfolgen (Kosten trägt der Eigentümer).
    – Die Gemeinde hat darauf zu achten, dass der bestehende Baumbestand auf dem Grundstück erhalten bleibt.

Soweit wir Termin und Ort der in der 23. Kalenderwoche (6. – 10. Juni) vorgesehenen Informationsveranstaltung durch die PGN kennen, werden wir Ihnen dieses mitteilen, damit auch von der Gemeinde Tostedt ein Vertreter an dieser Veranstaltung teilnehmen kann.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Sicherlich ist es an der Zeit, dass der ‚Schandfleck‘ – wie Sie, Herr Netzel, dieses Grundstück bezeichnet haben, verschwindet. Allerdings sollte eine Bebauung nicht zu Lasten der Anwohner gehen. Leider gibt es Anzeichen, die darauf hindeuten, dass hier nach der ‚Hauruck-Methode‘ vorgegangen wird und schnell ‚Tatsachen‘ geschaffen werden, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung bei einer für alle befriedigenden Planung.

Mit freundlichen Grüßen

Sollbruchstelle Brille?

Am Freitagabend machte ich mich etwas frisch und legte dazu meine Brille ab. Als ich diese wieder aufsetzen wollte, hatte ich plötzlich nur noch die eine Hälfte in der Hand, die andere fiel zu Boden. Meine gute Titanflex von Eschenbach hatte den Geist aufgegeben: In der Mitte ohne größere Einwirkung zerbrochen … Hätte die Brille nicht schon einige Jährchen auf dem Buckel, ich würde von Sabotage sprechen, von einer Sollbruchstelle, die mich zwingen soll, endlich eine neue Brille anzuschaffen. Sehtest einschließlich.

Sollbruchstelle Brille

Am Samstag bin ich immer zum Brötchenholdienst verdonnert. So blickte ich (mit einer alten Brille gewappnet) zwar nicht mehr so ganz durch, dafür aber auch bei unserem Optiker vor Ort (Glashaus Tostedt) vorbei. An eine Reparatur (Löten oder so) war nicht zu denken. Das lässt das Material Titan leider nicht zu. Aber in der Not fand die freundliche Frau Optikerin dann ein Gestell, das meine unbeschädigten Gläser (von der Titanflex) aufnahm. Kein Schleifen der Gläser wurde nötig. Das neue Brillengestell schmiegte sich förmlich den Gläsern an. Dieses noch etwas gerichtet und passfertig meinem Zinken im Gesicht angeglichen, einen knappen Hunderter bezahlt – und keine 12 Stunden nach dem Malheur konnte ich mit neuer Brille (durch alte Gläser) wieder geradeaus gucken. Danke, Frau Optikerin!

Wenn im Fahrstuhl Paternoster der Tod lauert

Vor einigen Jahren weilte ich an früherer Wirkungsstätte in Bremen und benutzte dort einen der dort vorhandenen Personen-Umlaufaufzüge, besser bekannt als Paternoster. Ich mag diese sich im ständigen Umlaufbetrieb befindlichen Aufzuganlagen, denn wer kennt es nicht, wenn er mit einem herkömmlichen Aufzug fahren will: Der Aufzug befindet sich natürlich in einem weit entfernten Stockwerk, macht dann auf dem Weg mindestens noch ein-, zweimal Halt. Schon ist man entschlossen, die Treppe zu nehmen, da kommt er dann endlich. Okay, will man mit einem Paternoster fahren, dann sind die gerade kommenden Kabinen bereits besetzt …

    Fahrt im Paternoster

Reinspringen, fahren, rausspringen: Seit mehr als 100 Jahren fahren Paternoster-Fahrstühle auf und ab. Für die meisten Menschen in Deutschland soll die Technik jetzt tabu sein – das ruft Widerstand hervor.

Aus Sorge um ein Ende der verbliebenen Paternoster-Aufzüge regt sich in vielen deutschen Städten Protest. Freunde der alten Technik wehren sich gegen eine neue Arbeitsschutz-Verordnung (eine von Bundearbeitsministerin Andrea Nahles verfügte „Betriebssicherheitsverordnung für Umlauffahrstühle“), die ab 1. Juni in Kraft getreten ist. Paternoster, die noch etwa in einigen Bürohäusern fahren, sollen dann nur noch von solchen Beschäftigten benutzt werden dürfen, die eigens eingewiesen wurden. Für Besucher sollen die historischen Fahrstühle demnach nicht mehr zugänglich sein.

„Eingeführt wurde eine Benutzungseinschränkung für Publikumsverkehr, weil es in der Vergangenheit immer wieder zu schweren Unfällen und Todesfällen gekommen ist“, betonte eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums.

In Oberhausen war ein kleiner Junge in einen Paternoster-Schacht gedrückt worden. In Frankfurt/Main klemmte sich eine Frau die Beine ein, in Mainz war ein Mann mit dem Kopf eingeklemmt worden. „Ich habe null Verständnis für diese neue Vorschrift, denn ich kann mich an keinen nennenswerten Unfall, geschweige denn an einen Personenschaden erinnern“, sagte indes Stuttgarts Verwaltungsbürgermeister Werner Wölfle (Grüne). Das Ministerium in Berlin kündigte bereits eine weitere Novelle für Herbst an, damit die Paternoster-Benutzung wieder einem breiteren Publikum erlaubt werden könne.

Im Auswärtigen Amt sollen Besucher die Paternoster schon vorher weiterbenutzen können – wenn sie durch begleitende Beschäftigte unterwiesen werden, wie es dort hieß. Nicht gestattet sei die Nutzung etwa mit beweglichen Transportmitteln wie Aktenwagen.

Die Stadt Kiel will ihren Mitarbeitern ein kleines Merkblatt mit Sicherheitshinweisen geben. Die Paternoster-Nutzung im Rathaus ist dort bereits auf Beschäftigte beschränkt, „um Gefährdungen ungeübter Personen auszuschließen“. Bisher klären ältere Kollegen neue Mitarbeiter über den Paternoster auf.
(Quelle: u.a. heute.de)

Sicherlich sind Paternoster-Aufzüge wenig geeignet für Personen, die gehbehindert sind. Auch sollte man sie nicht zum Transport für irgendwelche Lasten benutzen. Ansonsten sind sie ein wunderbares, technisches Relikt aus sicherlich nicht besseren, aber doch eher gemächlicheren Zeiten. Schade, wenn Paternoster gänzlich aus dem Verkehr gezogen werden sollten.

Man darf gespannt sein, wann die Berliner oder Brüsseler Reglementierungswut entdeckt, dass z.B. auch Treppen, herkömmliche Fahrstühle und Rolltreppen ein ‚unkalkulierbares Risiko‘ darstellen. Treppenbenutzung wäre dann auch nur noch mit einem entsprechenden ‚Führerschein‘ möglich. Bremen plant eine eigene Verordnung zur Benutzung der zwei öffentlich zugänglichen Paternoster in der Stadt (Haus des Reichs und die Baumwollbörse). Die Paternoster dürfen danach auch hier nur noch von Personen benutzt werden, die vorher eine entsprechende Einweisung erhalten haben. Übrigens den Paternoster in der Bremer Baumwollbörse gibt es seit 1928. Und er läuft und läuft und läuft … Und der Tod lauert sonst wo, aber nun wirklich nicht im Paternoster!


Bremen plant eigene Paternoster-Verordnung

Frisch aus der ‚Presse‘: Nach Protesten kippt die Regierung das Paternoster-Verbot wieder. Eine Änderung der Betriebssicherheitsverordnung passierte am Mittwoch das Bundeskabinett. Betreiber werden nun verpflichtet, auf die Gefahren dieser historischen Aufzüge hinzuweisen. Benutzer sollen etwa mit Schildern angehalten werden, sich so zu verhalten, dass nichts passiert. Besonders sollen keine Lasten in einem Paternoster transportiert werden.

Nein, so doch nicht: Sprüche aus der Kindheit

Wer sich bestimmter Sprüche, Sinnsprüche und Redensarten, bedient, greift dabei auf Erkenntnisse zurück, die das Leben einem gelehrt haben. Vieles stammt dabei aus dem Volksmund, der gern herangezogen wird, um die Allgemeingültigkeit einer ‚Weisheit’ zu belegen. Allerdings sind solche Sprüche nicht wirklich immer berechtigt. Oft bedient man sich ihrer, z.B. um einen Schlussstrich unter einer Auseinandersetzung, einem Konflikt zu ziehen. Punktum!

Besonders gegenüber Kindern werden gern solche ‚Sprüche’ benutzt. Wer erinnert sich nicht an manche Sätze aus der Kindheit, die man noch immer in- und auswendig kennt, wahrscheinlich deshalb, weil sie auch heute noch im Sprachgebrauch vorhanden sind. Erstaunlich ist dabei wohl deren Zähigkeit, mit der sie sich am Leben erhalten, selbst wenn ihnen jegliches Zeitgemäße längst abhanden gekommen ist.

Nein, so doch nicht: Sprüche aus der Kindheit

Ich will nicht behaupten, von meinen Eltern ständig mit solchen ‚Lebensweisheiten’ drangsaliert worden zu sein. Trotzdem kenne ich derer so viele, dass ich mich frage, wo ich diese aufgefangen habe. Allein, wenn es ums Essen oder Trinken geht, beherrschen manche Eltern ein umfangreiches Repertoire an solchen Sprüche:

Wenn Du Deinen Teller leer isst, scheint morgen die Sonne!
Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!
Du bleibst hier so lange sitzen, bis Du aufgegessen hast.
Wenn du Durst hast, dann trinkst du auch Wasser!

[kontraproduktiv ist dann allerdings:] Von zu viel Leitungswasser kriegt man Läuse im Bauch.

Meine Frau und ich haben uns bemüht, solche Sprüche gegenüber unseren Kindern tunlichst zu vermeiden. Aber noch heute (die Kinder sind längst erwachsen) kommt es mir in den Sinn und manchmal auch über die Lippen, dass es morgen schönes Wetter geben muss, da ja alles aufgegessen wurde (das zeigt, wie sehr sich solche Sprüche eingeprägt haben).

Dass solche (oftmals dummen) Sprüche auch heute noch vielen Erwachsenen so verinnerlicht sind, zeigt in diesen Tagen und Wochen Twitter, wo unter dem Hashtag #spruchausderkindheit Tausende ihre Sprüche aus Kindeszeiten zum Besten geben.

Hier nur einige diese Sprüche, an die ich mich auch heute noch bestens erinnere. Manche mögen dann vielleicht doch nicht von so weit hergeholt zu sein:

Jetzt beginnt der Ernst des Lebens.
Wer es nicht im Kopf hat, der hat es in den Beinen.
Du weißt gar nicht, wie gut du es hast.
Wir sind nicht ‚die anderen‘!

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Das kannst du SO NICHT machen.
Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
Du musst erst mal kleine Brötchen backen.

Und wenn … von der Brücke springt, machst du das dann auch?
Du lernst nicht für die Schule, sondern für Dich und Deine Zukunft.
Genieße die Schule, solange du noch kannst.
Setz die Mütze auf!

Schluck‘ den Kaugummi nicht, der verklebt den Magen.
Wenn der Bäcker redet, hat das Brötchen still zu sein.
Du darfst wohl alles essen, aber nicht alles wissen.
Wohin fahren wir? Immer der Nase nach.

Man zeigt nicht mit nacktem Finger auf angezogene Leute!
Wenn du Großmutter bist, tut es nicht mehr weh.
Wenn’s juckt und zwickt, dann heilt’s.
Der Klügere gibt nach.

Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Mach dir anständiges Licht, du verdirbst dir deine Augen.
Ihr wisst gar nicht, wie gut ihr es habt.

Die vergessene Stunde

Ja, da war am Wochenende wieder diese unselige Umstellung auf Sommerzeit. Wieder wurde uns eine Stunde gestohlen (Und ich pfeife darauf, diese im Herbst zurückzubekommen). Kein Mensch will diesen Scheiß. Und trotzdem gibt’s schon seit 1980 in jedem Jahr die gleiche Prozedur. Die Russen haben diese Zeitumstellerei längst abgeschafft (wenigstens zu etwas Gutem taugt Herr Putin). Aber bei uns bekommt man das nicht auf die Reihe.

Es ist wohl so, dass kein Aas daran denkt. Urplötzlich wie aus unbekannten Tiefen werden wir jedes Jahr überrascht: Es ist wieder Sommerzeit! Muss ich da die Uhr vor- oder zurückstellen? Na, VORstellen natürlich, so wie man die Gartenmöbel im Frühjahr herVORholt und im Herbst wieder ZURÜCK in den Keller stellt. Und kaum ist eine Woche vergangen, da denkt (wiederum) kein Aas daran, dass Sommerzeit ist. Ist eben so. So schnell vergisst der Mensch. Und so vergisst besonders die Politik, diese verdammte Zeitumstellung einzustampfen, endlich dorthin zu legen, wohin sie gehört: zu den Akten! Weg mit dem unsinnigsten Unsinn, den es gibt! Nie wieder Sommerzeit, nie wieder die Uhren am letzten Märzwochenende VOR- und am letzten Oktoberwochenende ZURÜCKstellen.

    Sommerzeitumstellungswahnsinn

Sommerzeit, das war etwas für Kriegs- und Hungerszeiten. Wenn man wenigstens wirklich Energie sparen würde. Aber im Gegenteil kostet die ganze Umstellerei noch einiges. Und erhöht u.a. auch noch das Risiko von Herzinfarkten.

So stöhnen alle gleichermaßen – und kein Aas tut etwas dagegen. Ist ja auch nicht so einfach, wenn man gemeinsam mit anderen Staaten in der EU beschlossen hat, diesen Unsinn einzuführen, so muss man ihn auch gemeinsam wieder abschaffen. Dabei reguliert man in Brüssel doch so ziemlich alles, was es anscheinend zu reguliert gibt. Aber die Sommerzeit wieder abzuschaffen, das schafft man nicht. Zum Teufel mit der Sommerzeit!

Querbeet (5): Impatientia querbeet

Eigentlich sollte man denken, dass man mit dem Älterwerden gelassener und damit geduldiger wird. Sicherlich ist es eine Frage des Charakters. Also wenn man wie ich in den letzten Tagen allerorts mit den unmöglichsten Problemen konfrontiert wird, dann kann man schon etwas ungeduldig werden: Impatientia (lat.) querbeet sozusagen, oder ανυπομονησία (anypomonesia) wie der Grieche sagt. Der eigentliche Hammer kommt dann wohl aber erst noch in der nächste Woche. Da heißt es tief Luft holen und bis drei zählen (diese Woche sah ich eine ältere Tatort-Folge aus Kiel mit Borowski: Borowski und die heile Welt. Darin spielt Fabian Hinrichs einen jungen Vater und Ehemann, dem öfter die Sicherungen durchzuknallen scheinen – meist gelingt es ihm, sich zu fassen, auch er zählt dann innerlich wohl bis drei … – nicht umsonst waren „Borowski“ Axel Milberg (Bester Schauspieler Hauptrolle) und Fabian Hinrichs (Bester Schauspieler Nebenrolle) für den Deutschen Fernsehpreis 2009 nominiert).

.... querbett

Apropos querbeet: Unter dieser Rubrik geht es hier thematisch durchaus gewollt etwas kreuz und quer, gewissermaßen querfeldein (quer in das Feld hinein), also querbeet (quer durchs Beet). Und möglichst am Ende dann noch mittenmang, wie man hier im Norden (und auch in Berlin) zu sagen pflegt, mitten hinein ins bunte Treiben!

Apropos querbeet – die 2.: Ich habe einmal im DWB, dem Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm, nachgeschaut (siehe hierzu auch: Günter Grass: Grimms Wörter). Querbeet taucht dort nicht auf, aber etwas zu quer. In Jacob Grimms als Regel aufgestellter Kleinschreibung heißt es dort als Erklärung zum Wort quer: in die breite gekehrt, eine längsrichtung (zunächst rechtwinklig, dann überhaupt) kreuzend. Schön gesagt, oder?

Also mit mittenmang ist heute nichts. Das Wochenende steht vor der Tür. Zeit zum Luftholen (und zum Bis-drei-Zählen). Am Montag geht’s dann aller Voraussicht nach mitten hinein ins „Vergnügen“. Warten wir’s ab und lassen uns überraschen …

Meine herzallerliebsten Kollegen

Wer wie ich werktäglich mit dem Zug fährt, kennt die freundlichen Durchsagen des Bahnpersonals: Es wird einem als Fahrgast eine gute Reise gewünscht. Und an fast jeder Haltestelle werden den aussteigenden Mitfahrern aufs Freundlichste ein schöner Tag ggf. eine gute Weiterfahrt gewünscht. Superzuvorkommend reagiert auch die Dame an der Kasse des Discounters. Ich weiß schon gar nicht wohin mit so viel Freundlichkeit.

Wie man sich denken kann, so ist diese Arschfreundlichkeit aufgesetzt. Die Sprüchlein sind vorgekaut und sollen dem Kunden die Illusion vermitteln, hier nicht nur zahlungskräftiger Kunde, sondern auch immer herzlich willkommener Gast zu sein. –

Arbeitskollegen kann man sich nicht unbedingt aussuchen. Man muss mit denen auskommen, die man hat. Nein, ich will nicht klagen. Ich komme mit meinen Arbeitskollegen durchaus zurecht. Nun habe ich da Berufsgenossen in Berlin, in unserer Hauptstelle. Mit denen verkehre ich fast nur per E-Mail. Während sich im schriftlichen Verkehr in unserem Haus in Hamburg ein eher unverbindliches und doch gut gemeintes „Hallo, Herr …“/„Hallo, Frau …“ als Anrede durchgesetzt hat, so beginnen unsere Kollegen in Berlin ihre Schreiben mit einem „Lieber Herr“/„Liebe Frau…“. Und zwar alle Kollegen. Ich denke, dass das nicht von ungefähr kommt. Wahrscheinlich sind sie Opfer eines Kommunikationskurses geworden oder gar einer Arbeitsanweisung. Danach sind sie also angehalten, die Mitarbeiter ganz allgemein als „liebe“ Kollegen anzusprechen. Und das steigert sich in seiner Freundlichkeit mit eigentlich unverbindlichen Formulierungen wie „es wäre nett von Ihnen, wenn …“ oder „vielleicht können wir das am … besprechen“ usw.

    Ach, lieber Herr ..., wie geht es Ihnen?!

Wenn denn tatsächlich einmal eine oder einer unserer Kolleg(inn)en uns in Hamburg ‚heimsucht’, dann kommt diese Person immer mit ausgestreckter Hand und einem „Ach, lieber Herr …“ auf einen zugestürmt, um diese Anrede mit einem „wie geht es Ihnen!“ zu beenden. Da fällt mir eigentlich nichts zu ein. Sicherlich erkundigt man sich auch nach dem Befinden der Kollegen, aber nicht so formelhaft und immer wieder gleich. Das erinnert mich etwas an die Grußformel aus dem Angelsächsischen. Das dortige „How do you do?!“ erwartet eigentlich keine Antwort, sondern wird in gleicher Weise mit einem „How do you do?!“ beantwortet. Also eigentlich eine leere Floskel.

Ich habe überlegt, wie ich auf soviel Freundlichkeit antworten soll. Was die Anrede in Schreiben betrifft, dachte ich schon daran, zur absoluten Förmlichkeit zurückzukehren: „Sehr geehrte(r) Frau/Herr …“. Dann habe ich daran gedacht, das „lieb“ mit dem Komparativ „lieber“ zu steigern, also „Lieberer Herr/Frau ….“. Das ließe sich nach mindestens drei weiteren Schreiben mit dem Superlativ „Liebster Herr/Frau …“ intensivieren. Dem folgte dann nach mindestens fünf weiteren Mails ein „Allerliebste(r)“, dann sogar ein „Herzallerliebste(r)“ und zuletzt in Verbindung mit dem besitzanzeigendes Fürwort „mein“ ein „Mein(e) herzallerliebste(r)“. Dann täte allerdings auch der Austausch von Küsschen bei persönlichen Begegnungen Not.

Soweit will ich es dann doch nicht kommen lassen. Also bleibe ich beim „Hallo“ und antworte auf die Frage nach meinem Befinden weiterhin mit „Gut, und Ihnen?!“ oder „Gut, Sie wissen doch, schlechten Menschen geht es immer gut …?!“ oder „Es geht. Und was nicht geht, das wird geschoben …!“

Die Bürokratie, sie lebe hoch (2)

Der Familienkasse bei der Bundesagentur für Arbeit hatte ich gemeldet, dass der ältere meiner zwei Söhnen ab 1. Oktober nicht mehr in schulischer Ausbildung ist, sondern bereits einen Arbeitsplatz hat, somit mein Anspruch auf Kindergeld hinfällig ist (siehe meinen Beitrag: Die Bürokratie, sie lebe hoch).

Die angeforderten Unterlagen (einen Nachweis, „dass die Schulausbildung beendet ist.“) habe ich inzwischen der Familienkasse zukommen lassen. Bevor mir nun ein entsprechender Bescheid über die „Aufhebung der Festsetzung des Kindergeldes“ zugesandt wurde, bekam ich über meinen Arbeitgeber eine Mitteilung über „ELStAM-Differenzen zur Überprüfung der elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“ (ELStAM ist die Abkürzung für „elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“, also doppelt gemoppelt, aber egal). Danach habe ich ab 1. Oktober 0 (in Worten: null) statt bisher zwei Kinderfreibeträge, obwohl ich erst mit Schreiben vom 19.08.2013 von der Familienkasse mitgeteilt bekam, dass meinem Antrag auf Kindergeld für meinen zweiten Sohn entsprochen wird und ich ab September 2013 weiterhin mit einer monatlichen Zahlung von 184 € rechnen darf. Ich sollte also ab 1. Oktober durchaus noch einen Kinderfreibetrag erhalten.

    Familienkasse Niedersachsen - Bremen

Tage später bekam ich dann den oben genannten Bescheid über die „Aufhebung der Festsetzung des Kindergeldes“. Für Oktober, das muss noch gesagt werden, bekam ich richtigerweise nur das Geld für ein Kind, was ja korrekt ist. In dem Bescheid aber nun fordert man mich auf, das für Oktober angeblich überzahlte Kindergeld zurückzuzahlen. Wie bitte? Ja die 184 € waren allem Anschein nach nicht für meinen zweiten Sohn, sondern noch für den älteren. Was ist nun aber mit dem Geld für meinen zweiten Sohn? Das hat die Familienkasse einfach unten den Tisch fallen lassen (daher ja auch die null Kinderfreibeträge), oder?

Nun Fehler können jedem unterlaufen. Ich finde es aber schon richtig ätzend, wenn in Kindergeldbescheiden darauf hingewiesen wird, dass ein Verstoß gegen die Pflicht (Änderungen umgehend der Familienkasse mitzuteilen) den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit oder gar Straftat erfüllt, die Familienkasse sich aber selbst ungestraft solchen Bockmist erlauben kann. Denn im Zeitalter der elektronischen Vernetzung hat die Familienkasse natürlich den Fehler an die Finanzverwaltung weitergegeben, die das dann meinem Arbeitgeber am Anfang des Monats elektronisch zum Abruf bereitgestellt hat. Und da mein Gehalt zu einem Teil auch aus einer Kinderzulage besteht (für Kinder, die Kindergeld erhalten), so muss ich damit rechnen, dass auch diese Zulage und damit mein Gehalt gekürzt wird. Kein mir zustehendes Kindergeld, weniger Gehalt und mehr Steuern: Danke, liebe Familienkasse!

Inzwischen habe ich mich mit meinen Finanzamt ‚kurzgeschlossen’ und werde rückwirkend das ELStAM (siehe oben) „ein Kinderfreibetrag“ erhalten. Rückwirkend, denn obwohl ich die entsprechende Mitteilung des Finanzamtes an meinen Arbeitgeber weitergeleitet habe, kann dieser für mein kommendes Gehalt noch nichts tun. Manuelle Änderungen sind nicht möglich. Die nächste Abfrage meiner ELStAM erfolgt für das Novembergehalt erst Anfang November. Immerhin konnte ich verhindern, dass auch die Kinderzulage nicht noch um ein letztes Kind gestrichen wurde.

Während die Finanzverwaltung umgehend antwortete, ließ eine Antwort der Familienkasse auf sich warten. Gegen den Aufhebungsbescheid habe ich Einspruch erhoben, was eigentlich widersinnig ist, denn die Aufhebung ist ja eigentlich rechtens. Nicht rechtens ist das „Unter-den-Tisch-Fallen“ des Kindergeldes für den jüngeren Sohn und damit die Rückforderung.

Und noch eines nebenbei vermerkt: Es ist wirklich äußerst bürgernah, wenn die Bescheide der Familienkasse (und nicht nur der) anonym verfasst und lediglich mit „Ihre Familienkasse“ unterschrieben werden (Schreibe ich dann etwa an „Meine geehrte Familienkasse“?!). Ein Ansprechpartner mit Namen und aus Fleisch und Blut sollte es schon sein. Oder kommuniziere ich lediglich mit einem fehlerbehafteten Computerprogramm?!

Nun gestern kam eine Antwort der Familienkasse. „Nach eingehender Prüfung“ wurde meinem „Einspruch … in vollem Umfang entsprochen.“ Ganz so sicher bin ich mir da aber noch nicht. Denn dem Anschreiben gemäß wurde „Kindergeld für Ihr Kind [also mein Kind – und es folgt der Name meines älteren Sohnes!!!] … zu Recht gezahlt.“ Hallo?! Es folgt dann ein Bescheid über die Aufhebung der Festsetzung des Kindesgeldes eben für meinen älteren Sohn ab Oktober 2013. Diesmal allerdings ohne Aufforderung zur Rückzahlung des Kindergeldes für Oktober 2013. Besteht da nicht ein unüberwindbarer Widerspruch?!

Natürlich wollte der oder die Unterzeichner(in) des Schreiben (ja, das Schreiben war diesmal nicht anonym, wenn ich auch nicht weiß, ob es sich dabei um Männlein oder Weiblein handelt) sagen, dass das Kindergeld für meinen jüngeren Sohn zu Recht gezahlt wurde. Oder?!

Ich bin nun mehr als gespannt, ob ich im nächsten Monat weiterhin das mir für meinen jüngeren Sohn zustehende Kindergeld bekomme.

Und noch eines: Die mir „im Einspruchsverfahren entstandenen Aufwendungen werden auf Antrag … erstattet, soweit sie notwendig waren und nachgewiesen werden.“ Schön und gut: Aber was ist mit der Zeit, die ich für Schreiben mit dem Finanzamt und Gesprächen mit der Personalstelle meines Arbeitgebers verbraten habe, um zu retten, was zu retten war. Und wird mir dann auch das Porto für den Antrag auf Erstattung z.B. von Portokosten erstattet (oder müsste ich dafür gesondert einen Antrag stellen, für den ich erneut Porto aufwenden müsste ….).

Herbstliche Dekoration 2013 (2)

Das (siehe Teil 1) ist natürlich noch nicht alles an herbstlicher Dekoration, mit der meine Frau unser Haus geschmückt hat (von den Figürchen im Garten ganz zu schweigen):

Herbstliche Dekoration bei AlbinZ im Haus 2013

Herbstliche Dekoration bei AlbinZ im Haus 2013

Herbstliche Dekoration bei AlbinZ im Haus 2013

Herbstliche Dekoration bei AlbinZ im Haus 2013

Herbstliche Dekoration bei AlbinZ im Haus 2013 (Teil 2)

Herbstliche Dekoration bei AlbinZ im Haus 2013

Nun mein herbstlicher Urlaub geht wieder viel zu schnell zu Ende (und auch die Herbstferien bei uns in Niedersachsen). Noch dieses Wochenende und dann geht der Alltagstrott wieder los. Muss ja wohl so sein (daher auch meine Abstinenz hier in den letzten Tagen). Leider hat das Wetter nicht das gehalten, was der Wetterbericht vor drei Wochen versprochen hat. Nur wenig von einem goldenen Oktober, dafür viel zu viel Regen und Tage von morgens bis abends mit dunklen Wolken am Himmel, sodass es nicht richtig hell wurde. Immerhin: Heute ist es zwar herbstlich kalt, aber die Sonne zeigt, dass sie noch existiert.

Schneller als man denkt kommt dann auch der Winter. Unser Wetterfrosch Hubert (der Einsiedler aus dem Wald) hatte zwar einen goldenen Oktober versprochen (kann ja noch kommen), sagt jetzt einen frühen und lange anhaltenden Winter voraus. Wir sind hier alle gespannt …