Kategorie-Archiv: Tostedt

Tostedt – Kuh- und Schweinekaff in der Heide – 900 Jahre alt – und Umgebung

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (2): Schreiben an den Gemeinderat Tostedt

Als Reaktion auf die Informationsveranstaltung der Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN) zur Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt haben sich die betroffenen Anwohner der Morlaasstraße Ost und Poststraße in einem Schreiben vom 17.07.2016 an den Vorsitzenden und die Mitglieder des Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Tostedt bzw. an die Mitglieder des Gemeinderates Tostedt gewandt. Der Vollständigkeit halber hier der Wortlaut:

Wie es aussieht, so ist die Mehrzahl der Ratsmitglieder der Gemeinde Tostedt begeistert von dem Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ durch die Firma Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN). Da plant der Kreis Harburg eine eigene Wohnungsbaugesellschaft, um in nächster Zukunft 1000 Wohnungen zu bauen. Und jetzt sollen in Tostedt gleich mit einem Schlag 100 neue Wohneinheiten errichtet werden. Das auf einem Grundstück zentral beim Bahnhof gelegen, das über 20 Jahre brach lag. Somit müssen keine neuen Grünflächen am Ortsrand herhalten. Wie ideal.

Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt durch PGN Rotenburg
Quelle: http://navigator.landkreis-harburg.de (mit eigenen Ergänzungen in rot)

Ob es wirklich so ideal ist, wird sich zeigen. Am grünen Tisch sieht das sicherlich ganz toll aus, aber wie so oft, so hat auch diese Planung ihre Tücken. Im Folgenden wollen wir unsere Eindrücke, die wir bei der Informationsveranstaltung durch die Firma PGN am 09.06. d.J. gewonnen haben und unsere Gedanken dazu kurz skizzieren.

So stellt sich zunächst allein die Frage, warum das Grundstück über 20 Jahre brach lag, warum Frau Dörnbrak, die bisherige Eigentümerin des Grundstücks, keinen Investor fand …

Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt durch PGN Rotenburg
Quelle: PGN (Präsentation) mit eigenen Ergänzungen (in rot)

Es dürfte an der Nähe der Bahngleise liegen. Jetzt nach dem Abriss der alten Gebäude haben wir als Anwohner in der Morlaasstraße Ost einen deutlich erhöhten Geräuschpegel vom Zugverkehr her als zuvor. So plant die Fa. PGN einen Block von vier Häusern zur Straße ‚Am Bahnhof‘ hin, der gewissermaßen als Schallschutz für die weiteren vier Häuser, die versetzt auf dem restlichen Grundstück errichtet werden, dienen soll. Nach vorn zur Bahn hin sind in den Wohnungen Bad, Küche u.ä. geplant. Der eigentlich Wohn- und Schlafbereich mit Balkonen geht nach hinten hinaus – in nordwestliche Richtung. Fenster zur Bahn hin sollten möglichst geschlossen bleiben. Und die Y-Trasse, die einen Zuwachs an Bahnverkehr vorsieht, ist längst nicht vom Tisch.

Damit im inneren Bereich die Lärmbelästigung gering gehalten wird, sollen die Zuwegungen zu den Stellplätzen an die Ränder des Grundstücks verlegt werden. Hier kommen wir als Anwohner in der Morlaasstraße Ost/Poststraße nach jetziger Planung ins Spiel, denn an unsere Grundstücke unmittelbar angrenzend ist eine Zuwegung zur Poststraße vorgesehen. Die Lärmbelästigung wird also an uns ‚weitergegeben‘. Da keine Bürgersteige (auch unsere Straße hat bekanntlich keine) wegen der Enge möglich sind – es ist eine etwa 5,50 m breite, zweispurige Straße geplant -, so wird die vorgesehene Zuwegung ganz dicht an den angrenzenden Grundstücke mit den Häusern in der Poststraße und den ersten fünf Häusern in der Morlaasstraße Ost entlang geführt werden, sodass die Anwohner dort dann vorn wie hinten eine Straße hätten – und das bei diesen kleinen Grundstücken: nicht gerade ideal!

Eine frühere Planung (durch den alten Eigentümer) hatte diese Zuwegung nicht vorgesehen. Zudem stellt sich die Frage, ob diese Straße nicht auch Teil einer etwa 9 m breiten Grünzone (Fläche mit Bindung für Bepflanzung und für den Erhalt von Bäumen und Sträuchern – § 9 Abs. 1 Nr. 25b BauGB) ist, die zwar zum größten Teil auf den Grundstücken in der Morlaasstraße liegen, aber mit etwa anderthalb Meter Breite ein Teil der geplanten ‚Straße‘ wären (siehe den Ausschnitt aus dem Bebauungsplan rot begrenzt in der folgenden Grafik). Lt. Mitteilung des Landkreises Harburg schließt die Bindung für Bepflanzungen [usw.] „die Anlage einer Erschließungsstraße erstmal aus.“ – Die Zuwegung wäre also nur möglich, wenn die Grünschutzzone („Bindung für Bepflanzungen …“) aufgehoben wird. Sie werden verstehen, wenn wir Anwohner nicht begeistert davon wären. Jahrelang mussten wir uns an diese Festsetzung halten, durften keinen Baum entfernen und mussten Neupflanzungen selbst dann vornehmen, wenn ein Baum durch Sturm schwer beschädigt wurde. Auch größere Investoren haben sich an solche Festsetzungen zu halten. – Eine Nutzung als schmaler Gehweg wäre sicherlich am sinnvollsten, zumal es solche Gehwege viele in Tostedt gibt (Birkenweg, Gerbersteg usw.).

    Ausschnitt aus dem Bebauungsplan Tostedt Nr. 22 – Karlstraße: Grünzone - 1:1000
    Ausschnitt Bebauungsplan Tostedt Nr 22 Karlstraße (mit eigenen Ergänzungen in rot) – Maßstab 1:1000

Die geplanten Häuser sollen voraussichtlich wie auf der nachfolgenden Grafik aussehen. Dabei handelt es sich um sogenannte Stadthäuser. Sicherlich kann man sich über die Frage, ob solche Häuser in den ländlichen Bereich gehören, streiten. Eine ähnliche ‚Bausünde‘ findet sich ja bereits in der Poststraße (müsste Hausnummer 30 sein). Und eine weitere wird zz. an der Ecke Poststraße/Baumschulenweg errichtet.

Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt durch PGN Rotenburg: Stadthäuser
© Foto: PGN/Hamburger Abendblatt

Wenn wir das richtig sehen, so will die Fa. PGN mit den acht Wohnhäusern das baurechtlich zulässige Maximum errichten. Vielleicht wäre weniger mehr. Das Grundstück dürfte wie auch die Grundstücke in der Morlaasstraße sehr sumpfig sein, da in geringer Tiefe eine wasserundurchlässige Lehmschicht liegt. Nur wenige Häuser hier haben einen Keller, der auch nur mit Hilfe einer Drainage trocken gehalten werden kann. Durch die geplante, sehr dichte Bebauung, besonders auch durch die vorgesehene, unmittelbar an unseren Grundstücken gelegene Straße erfolgt eine Bodenverdichtung, die sich z.B. bei Starkregen auch auf unsere Grundstücke negativ auswirken wird. Übrigens: Bei der Verlegung der Kanalisation in der Morlaasstraße musste extra eine Firma aus den Niederlanden herbeigeholt werden, da die hiesige Firma Vorwerk wegen der Bodenverhältnisse nicht weiterkam.

Noch eine kleine Nachbetrachtung: Bei Abriss des alten Gebäudebestandes wurden auch mit Asbest kontaminierte Gebäudeteile entsorgt. Das geschah ohne Benachrichtigung der unmittelbar benachbarten Anrainer des Grundstücks. ‚Unglücklich‘ erscheint uns auch, wie ein über 20 Jahre bestehendes Biotop mit mindestens drei Fledermausarten, Grün- und Buntspecht, Haselmäusen und weiteren Tierarten zerstört wurde. So ist zu befürchten, dass durch den Aushub beim Häuserbau und bei der Anlage der geplanten Zuwegung zur Poststraße nicht allein die geschützten Bäume, sondern eher noch die Wurzeln dieser Bäume beschädigt werden. Das betrifft zusätzlich die Wurzeln der geschützten Bäume auf den Grundstücken der Anwohner der Morlaasstraße, die sehr nah an der vorgesehenen Straße stehen.

Soviel dazu! Wie wir gehört haben, so hat die Firma PGN diverse Gutachten in Auftrag gegeben (z.B. zur Lärmbelästigung durch die Bahn, Bodenbelastung usw.). Auch wenn das sicherlich nichts Außergewöhnliches ist, so zeigt es doch auf, dass selbst die Firma PGN mit einem gewissen Bauchgrummeln an die Sache geht.

Grundsätzlich haben wir nichts gegen das Bauvorhaben, wenn es uns nicht in irgendeiner Weise beeinträchtigt. Die geplante Häuserfront zur Bahn hin würde auch uns als Schallschutz dienen. Gegen die geplante Zuwegung über die Poststraße werden wir allerdings aus dem genannten Grund unsere Bedenken äußern und notfalls mit allen zur Verfügung stehenden Mittel vorgehen. Allerdings hat Herr Behrens von der Firma PGN bereits signalisiert, sich mit den verschiedenen Anregungen, die bei der genannten Informationsveranstaltung vorgetragen wurden, auseinanderzusetzen.

Warum schreiben wir das hier so ausführlich? Um das Bauvorhaben realisieren zu können, bedarf es der Änderung des Bebauungsplans Karlstraße, der durch Sie als Mitglieder des Gemeinderates Tostedt vorzunehmen wäre. Daher ist es sicherlich sinnvoll für Sie, schon frühzeitig von den Bedenken der unmittelbar betroffenen Bürger zu erfahren.

Ohne Entgegenkommen aller Seiten wird es mit Sicherheit nicht gehen. Und wie bereits angesprochen, so wird bei der Firma PGN überlegt, wie eine akzeptable Lösung aussehen könnte. Auf das Ergebnis sind wir alle sehr gespannt.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Wir hoffen auf Ihre Unterstützung bei der Umsetzung einer vernünftigen, alle zufriedenstellenden Lösung bei der geplanten Bebauung.

Mit freundlichen Grüßen
Anwohner der Morlaasstraße Ost und Poststraße

Davongekommen

Letzte Woche, ich hatte noch Urlaub, war ich mit meiner Frau mit den Fahrrädern zum Eisessen in die Breda – Gelateria Italiana bei uns hier in Tostedt gefahren. Die Sonne schien und so saßen wir draußen an einem der kleinen Tische. Das Eis ist selbstgemacht und wirklich sehr lecker.

Diese Woche am Montag verlor ein 82-Jähriger die Kontrolle über seinen Wagen und rammte die Eisdiele. „Glücklicherweise war die Terrasse noch unbesetzt, so dass kein Unbeteiligter verletzt wurde“, so ein Polizeisprecher. „Die im Lokal anwesenden Personen kamen mit dem Schrecken davon.“ Auch der Fahrer sei körperlich unverletzt geblieben. Nach Angaben des Sprechers hat er vermutlich Gas- und Bremspedal verwechselt. Beim Einparken habe er plötzlich Gas gegeben, sei über den Bürgersteig und die Terrasse des Eiscafés gefahren und dann gegen das Gebäude geprallt. Wahrscheinlich ist dem guten Mann zuvor die Zigarre aus dem Mund in den Schritt gefallen und dabei sein Hut ins Gesicht gerutscht. 🙂

Der Aufprall des Audis hat am Gebäude schwere Schäden verursacht. Ein Riss soll sich durch die Außenwand ziehen. Eine beschädigte Laterne mussten Feuerwehkräfte vor dem Umkippen sichern. Das Haus wurde weiträumig abgesperrt. Jetzt müssen Statiker prüfen, ob es einsturzgefährdet ist oder ob der Betrieb der Eisdiele schnell wieder aufgenommen werden kann.

Autofahrer rast in Eisdiele in Tostedt

Genau dort, wo wir einige Tage zuvor saßen, fuhr das Auto in das Gebäude. Wir waren, wenn man so will, zwar am falschen Ort, aber doch zur rechten Zeit und sind so ‚davongekommen‘.

Bauplanung ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt (1)

Der neue Eigentümer des Grundstücks ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt („Tostedts Schandfleck“), die Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN), hatte letzten Donnerstag, den 09.06.2016, die Anlieger dieses Grundstücks zu einer Informationsveranstaltung eingeladen und stellte dabei das geplante Bauobjekt vor. Zunächst fand eine Begehung statt, um die Grundstücksgrenzen auszuloten.

Von der Geschäfstführung der PGN waren u.a. die Herren Norbert Behrens, Nils Neumann und Matthias Diercks zugegen. Neben fast allen betroffenen Anrainer war auch die Tostedter Politik zahlreich vertreten: u.a. der Bürgermeister der Gemeinde Tostedt, Herr Gerhard Netzel, der Vorsitzende des zuständigen Planungs- und Umweltausschusses, Herr Wolfgang Zahn, die Ratsmitglieder Timmermann, Gröngröft, Koslowski und Nadine Prigge.

Des Weiteren wurde der Rahmen des Bauprojektes abgesteckt: Das Grundstück ist tatsächlich rund 14.000 m² groß (siehe nachfolgende Grafik); geplant sich acht Häuser mit zusammen rund 100 Wohneinheiten. Dabei bilden vier wohl drei- bzw. 3-¾-stöckige Häuser eine Front an der Straße ‚Am Bahnhof‘. Um den Abstand zu der angrenzenden Bahnlinie zu vergrößern, werden PKW-Stellplätze vor diesen Häusern errichtet. Die weiteren vier Häuser (mit 2 ¾ Stockwerken) verteilen sich versetzt hinter dieser Front. Die Wohnungen sollen zwischen 60 und 80 m² groß sein. Kaltmiete nach heutigem Stand: 8 €/m².

Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt durch PGN Rotenburg

Einen ersten Haken hatte die Präsentation sogleich: Das Bauvorhaben wurde den Anrainer so dargestellt, als wäre der zz. noch bestehende Bebauungsplan bereits geändert. Denn der bestehende Bebauungsplan Tostedt Nr. 22 „Karlstraße“ (als PDF herunterladbar) sieht dieses Grundstück als Teil eines Mischgebietes mit einer Bebauung von Häusern mit maximal zwei Vollgeschossen vor.

Bauvorhaben ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt durch PGN Rotenburg: Stadthäuser
Foto: PGN/Hamburger Abendblatt

Die Häuser in der obige Abbildung sollten diesen Häusern mit zwei ¾ Stockwerken entsprechen, also Flachbauten mit jeweils zehn Wohneinheiten. Gefunden habe ich dieses Bild in einem Artikel des Hamburger Abendblattes vom 03.03.2016: 1.000 neue Wohnungen im Landkreis Harburg: Kai Uffelmann, erster Kreisrat und Finanzchef des Landkreises stellte am 01.03.2016 im Finanzausschuss den Plan einer Wohnungsbaugesellschaft mit allen Gemeinden und Sparkassen vor… (Quelle: pgn-architekten.de)

Ein weiterer Knackpunkt ist die geplante Zuwegung von der Poststraße her. Die Bauplanung der PGN sieht hier eine etwa 5,50 m breite, zweispurige Straße vor, die ganz dicht an den angrenzenden Häusern in der Poststraße und den ersten fünf Häusern in der Morlaasstraße Ost entlang führen soll, sodass die Anwohner dort dann vorn wie hinten eine Straße hätten – und das bei diesen kleinen Grundstücken: eine Zumutung! Eine frühere Planung (durch den alten Eigentümer) hatte diese Zuwegung nicht vorgesehen. Zudem stellt sich die Frage, ob diese Straße nicht auch Teil einer etwa 9 m breiten Grünzone (Fläche mit Bindung für Bepflanzung und für den Erhalt von Bäumen und Sträuchern – § 9 Abs. 1 Nr. 25b BauGB) ist, die zwar zum größten Teil auf den Grundstücken in der Morlaasstraße Ost liegen, aber mit etwa anderthalb Meter Breite ein Teil der geplanten ‚Straße‘ wären (siehe den Ausschnitt aus dem Bebauungsplan rot begrenzt in der folgenden Grafik). Eine Nutzung als Gehweg wäre sicherlich am sinnvollsten, zumal es solche Gehwege viele in Tostedt gibt (Birkenweg, Gerbersteg usw.).

    Ausschnitt aus dem Bebauungsplan Tostedt Nr. 22 – Karlstraße: Grünzone - 1:1000

Es gab bei dieser Informationsveranstaltung auch eine Diskussion über die Höhe der geplanten Hausbauten, die zu einer Beeinträchtigung der Privatsphäre der Anrainer führen könnte. Und es wurde darauf hingewiesen, dass durch die Abrissarbeiten des alten Gebäudebestandes ein über 20 Jahre bestehendes Biotop mit mindestens drei Fledermausarten, Grün- und Buntspecht, Haselmäusen und weiteren Tierarten zerstört wurde. Die Abrissarbeiten kamen auch zum wahrlich ungünstigsten Zeitpunkt, nämlich in der Brutzeit vieler einheimischer Vögel. Wie uns Herr Nils Neumann von der Geschäftsführung der PGN bestätigte, wurden dabei auch mit Asbest kontaminierte Gebäudeteile entsorgt. Dies geschah ohne Benachrichtigung der unmittelbar benachbarten Anrainer des Grundstücks.

Natürlich kann und wird man den bestehenden Bebauungsplan ändern. Unnötig war in diesem Zusammenhang der Hinweis, dass das Grundstück, das zz. als Mischgebiet ausgewiesen ist, auch für andere Zwecke genutzt werden könnte, z.B. als Tankstelle und/oder Autowerkstatt (zumal die nächste Tankstelle etwa 100 m Luftlinie entfernt ist).

Im Landkreis Harburg und auch in Tostedt werden Wohnungen dringend genötigt. Und sicherlich bietet sich das Grundstück am Bahnhof zum Bau von Wohnhäusern an, obwohl die Nähe zu den Bahngleisen lärmtechnisch nicht allzu optimal ist. Dem soll durch bauliche Maßnahmen entsprechend Rechnung getragen werden. Zu bedenken ist aber auch, dass wir uns hier in Tostedt, also auf dem Land befinden und nicht in der Großstadt. So passt es nicht, wenn man den Grundstücken mit einer Größe von etwa 350 m², die unmittelbar an einer Straße liegen, noch eine zweite Straße ‚in den Rücken‘ schiebt. So wurden bei der Informationsveranstaltung hierzu erste Alternativen angesprochen. Ohne Entgegenkommen beider Seiten wird es mit Sicherheit nicht gehen. Und wie es aussieht, wird bei der PGN überlegt, wie eine akzeptable Lösung aussehen könnte.

Nachtrag: Ich verweise auf die Sitzungen des zuständigen Planungs- und Umweltausschusses der Gemeinde Tostedt. Die Website der Samtgemeinde Tostedt und damit auch der Gemeinde Tostedt ist leider etwas bescheiden strukturiert. Am besten man guckt unter Bekanntmachungen oder benutzt die Suchfunktion Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses. Die nächste Sitzung soll am Di, 23.08.2016, 18:00 Uhr im Rathaus Tostedt stattfinden. Ob es sinnvoll ist, den Newsletter der Samtgemeinde und Gemeinde Tostedt zu abonnieren, weiß ich nicht. Wenn ich mich nicht täusche, hatte ich den schon einmal bestellt, aber in den letzten Jahren nichts bekommen. Dann gibt es da noch das Ratsinformationssystem. Aber an diese Informationen kommt man wohl nur als Ratsmitglied heran.

Worte zum Wochenende (23. KW 2016)

Vorwort: Gestern fand ja die Informationsveranstaltung der Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN) zum Bauvorhaben „Am Bahnhof 9/9a“ in Tostedt statt (siehe: Abriss von “Tostedts Schandfleck” – Teil 3). Dazu später mehr. Ich muss mindestens noch einige Nächte darüber schlafen. Außerdem möchte ich etwas Material zu den architektonischen ‚Meisterleistungen‘, die in letzter Zeit in Tostedt entstanden, sammeln und hier zu Vergleichszwecken dokumentieren.

Schon wieder steht das Wochenende vor der Tür (Betonung liegt auf: Wochenende, leider nicht so sehr auf: schon wieder)! Und Juni ist es bereits geworden. Da winkt in nicht mehr so weiter Ferne der Urlaub, der sommerliche.

Worte zum Wochenende (23. KW 2016 – WilliZBlog)

Apropos Sommer: Im April hatten wir ja bereits eine ganze Woche Hochsommerwetter. Der Mai war eher durchwachsen. Und seit Ende Mai ist es zwar wieder hochsommerlich, allerdings mit großen Schönheitsfehlern: Unwetter ziehen über Deutschland und schädigen sowohl Leib wie Gut – und ein Ende ist irgendwie nicht in Sicht. Sollte der ganze Sommer so werden? Ich hoffe nicht …

Auch in Frankreich haben Unwetter große Schäden angerichtet. Der Pegelstand der Seine war so hoch wie lange nicht mehr. Und heute beginnt die Fußballeuropameisterschaft der Männer, kurz Euro 2016 genannt, mit dem Spiel des Gastgebers Frankreich gegen Rumänien.

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Es ist nicht nur das Wetter, das diese EM eintrüben könnte. Da sind die Streiks (u.a. bei der Bahn und der Fluggesellschaft Air France), die zu erheblichen Beeinträchtigungen führen können. Und über allem schwebt das Schwert des Damokles: die Gefahr von Terroranschlägen.

Zu dem ganzen Kommerz auch dieser sportlichen Großveranstaltung heute kein Wort. Aber doch noch ein Wort zu Gauland und der von ihm entfachten Nachbarschaftsdiskussion. Als die GDL den Bahnverkehr in Deutschland lahmlegte, kam der Autoverleiher Sixt auf die Idee zu einer witzigen Werbekampagne:

GDL-Ungetüm Weselsky

Jetzt ist Herr Gauland, AfD-Vize und an AfDemenz leidend, zum Gegenstand des Gespötts ebenfalls bei Sixt geworden.

AfD-Ungetüm Gauland

Und das ein politisches Statement nicht immer komplex sein muss, sondern auch ‘ohne Worte’ voll ins Schwarze treffen kann, hat der CDU-Abgeordnete im Landtag von Brandenburg, Sven Petke, bewiesen. Als Sitznachbar von Herr Gauland muss dieser es nun ertragen, einen Nachbarn zu haben, den er eigentlich nicht will (gilt wohl für Herrn Petke wie Herrn Gauland):

Nun Deutschland greift am Sonntagabend ab 21 Uhr ins EM-Geschehen ein. Es geht dann gegen die Ukraine und das sicherlich auch mit Jérôme Boateng!

(letzte) Worte zum Wochenende (20. KW 2016)

Abriss von “Tostedts Schandfleck” – Teil 3

Der neue Eigentümer des Grundstücks ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt („Tostedts Schandfleck“), die Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN), hat die Anlieger dieses Grundstücks zu einer Informationsveranstaltung eingeladen:

[…] nach Rücksprache mit der Nachbarschaft wird der oben genannte Termin am Donnerstag den 09.06. um 18:00 Uhr auf dem Grundstück beginnen.
Im weiteren Verlauf des Abends werden wir Ihnen dann das Konzept vorstellen und für Rückfragen zur Verfügung stehen.

Mit freundlichen Grüßen
PLANUNGSGEMEINSCHAFT NORD GmbH

Tostedt, Am Bahnhof  9/9a – Abriss diverser Gebäude (Staubwolke)

Der Samtgemeindebürgermeister ist entsprechend informiert und hat sein Kommen zugesagt. Wir sind alle wirklich gespannt, was die PGN auf dem etwa 7000 m² großen Grundstück zu bauen beabsichtigt.

Inzwischen sind die bisher auf dem Grundstück vorhandenen Gebäude abgerissen und der Schutt zum großen Teil abtransportiert. Leider entstand dabei neben großen Lärm besonders viel Staub, der bei der trockenen Witterung selbst bei geschlossenen Fenstern bis in die kleinsten Ritzen unseres Hauses gedrungen ist. Erst nach Rücksprache mit der Rathausverwaltung befeuchteten die Arbeiter des Abrissunternehmens den abzutransportierenden Bauschutt. Wenn es schon so bescheiden anfängt, fragt man sich, wie es weitergehen soll.

Inzwischen grassiert ein Gerücht, demzufolge das Bauvorhaben längst in ‚trockene Tücher‘ wäre, d.h. durch den Landkreis Harburg abgesegnet. Wir werden sehen. Die Anrainer sind auf jeden Fall sensibilisiert.

Die Bedenken der Anrainer (und damit natürlich auch die unseren) richten sich besonders – wie an anderer Stelle bereits erwähnt – gegen zwei Punkte.

    – Die Zufahrt zumindest zu den ‚Stadthäusern‘ soll zweispurig über die Poststraße erfolgen. Dafür dürfte der Grundstücksteil (Zuwegung) eigentlich viel zu schmal sein. Außerdem ergäbe das eine erhöhte Lärmbelästigung durch den zusätzlichen Verkehr.
    – Durch eine Bebauung (von 106 Wohneinheiten ist die Rede), die über die bisher maximal erlaubte Höhe von zwei Stockwerken der Häuser hinausgeht, ergibt sich eine Beeinträchtigung der Privatsphäre der Anrainer. Auch ist damit zu rechnen, das weniger oder gar keine Sonne in die Gärten der Anwohner fällt.

Stichstraße (Zuwegung) von der Poststraße zu dem Grundstück ‚Am Bahnhof 9/9a‘ in Tostedt

Schaut man sich ein ähnliches Projekt der PGN an (Neubau einer Wohnanlage in Barsinghausen), dann muss damit gerechnet werden, dass die Häuser höher als die der Anrainer werden. Sollte die genannte Stichstraße wie geplant ausgeführt werden, dann lege unser Haus zwischen zwei Straßen, vorn und hinten eine. Das wäre des Straßenlärms etwas zu viel.

Abriss von “Tostedts Schandfleck”

Es tut sich etwas im Städtchen Tostedt: Das bisher brachliegende Gewerbegrundstück am Bahnhof Tostedt zwischen Morlaasstraße und der Straße „Am Bahnhof“ (allgemein als ‚Fabrikgelände‘ bezeichnet) hat mit der Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN) einen neuen Eigentümer gefunden. Auf dem vom Bürgermeister der Gemeinde Tostedt, Herrn Netzel (SPD), als „Schandfleck“ bezeichnetem Grund und Boden soll nun Wohnraum entstehen. Eigentlich ist das Grundstück (ausgewiesen als „Am Bahnhof 9/9a“) wie auch die Häuser in der Morlaasstraße lt. Bebauungsplan Nr. 22 ‚Karlstraße‘ ein Mischgebiet, auf dem lediglich zweigeschossige Wohnungen für Betriebsinhaber und -leiter, Aufsichts- und Bereitschaftspersonen gebaut werden dürften (ich berichtete am 06.03.2015 bereits davon: “Tostedts Schandfleck” zum Kauf angeboten).

Laut Hamburger Abendblatt vom 14.01.2014 hatte der damalige Eigentümer, die Familie Koch-Dörnbrack, bereits eine Wohnbebauung auf dem Gelände vorgesehen:

Seit langem hoffen die Tostedter darauf, dass die Gewerbebrache an der Straße „Am Bahnhof“ in Tostedt verschwindet. Jetzt scheint es endlich so weit zu sein. Der Gemeinderat hat dafür jetzt die Voraussetzungen geschaffen, indem er sein Okay gegeben hat, den Bebauungsplan zu ändern.

Das Architektenbüro Renner Hainke Wirth aus Hamburg hatte die Pläne in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Tostedt vorgestellt. Danach soll zur Bahnseite hin ein mehrgeschossiges Gebäude entstehen, um vom Lärm auf den Schienen abzuschirmen. In dem Gebäude soll Platz für 30 Wohneinheiten sein, in denen sowohl Familien als auch Alleinstehende und ältere Bürger unterkommen können. „Wir haben erfahren, dass es in Tostedt besonders an kleinen Wohnungen mangelt“, sagte Architektin Karin Renner.

Die Verwaltung unterstützt die Bemühungen. Auch die Politik hat mit ihrem einstimmigen Votum pro Wohnbebauung ein positives Signal gegeben. Neben den Wohnungen sollen aber auch Geschäfte in dem Gebäude ihren Platz finden wie beispielsweise eine Apotheke. Aber auch ein Ärztezentrum ist im Gespräch.

Die Pläne haben sich dann zerschlagen und der Eigentümer wechselte. Heute vor zwei Wochen rückten nun Bagger an, um die alte Lagerhalle aus Wellblech und diverse bereits teilverfallene Gebäude auf dem Grundstück abzureißen. Die Abrissarbeiten sind sowohl beim Landkreis Harburg als auch bei der Gemeinde Tostedt (rechtlich nicht erforderlich) angezeigt worden. Die Planungsgemeinschaft Nord GmbH (PGN) will nun ihre Planung für die Realisierung von Wohnraum, in Anlehnung an die bereits zum Grundsatzbeschluss des Rates zu diesem Areal im Jahre 2014 vorgestellten Planung, in Sitzung des Planungs- und Umweltausschuss am 23.08.2016 vorstellen.

Tostedt, Am Bahnhof  9/9a – Abriss diverser Gebäude

Nach unseren bisherigen Erkenntnissen soll wie in der Planung der Architektenbüro Renner Hainke Wirth aus Hamburg zur Bahnseite hin ein mehrgeschossiges Gebäude mit rund 36 Wohneinheiten entstehen. Vor dem Haus sind PKW-Stellplätze vorgesehen. Dahinter sollen so genannte Stadthäuser entstehen. Von 16 Stück ist die Rede. Die Zufahrt hierzu soll über die Poststraße erfolgen. Insgesamt wird mit über 100 Wohneinheiten gerechnet. Das Grundstück hat die Größe von etwa 7000 m².

Tostedt, Am Bahnhof  9/9a – hier stand früher eine Lagerhalle aus Wellblech

Inzwischen sind weitere Termine angekündigt. So ist durch die PGN für die 23. Kalenderwoche (6. – 10. Juni) eine Informationsveranstaltung geplant. Baubeginn soll im nächsten Jahr sein.


Tostedt – Am Bahnhof

Problematisch dürfte der Baumgestand und die Tierwelt sein, die sich in den Jahrzehnte lang leerstehenden, halb verfallenen Gebäuden niedergelassen hat. In den inzwischen abgerissenen Gebäuden sollen sich zumindest zeitweise Fledermäuse aufgehalten haben. Auf dem Gelände selbst sind Haselmäuse gesichtet worden. Die Bäume sollen möglichst erhalten bleiben (siehe weiter Teil 2).

„Gängelei macht Arbeit unmöglich“

Aus der Kreiszeitung-Wochenblatt Nordheide vom 30.04.2016

Leider kein Einzelfall: Tagesmütter aus Seevetal geben Job auf, weil die Zusammenarbeit mit dem Landkreis nicht funktioniert

„Wir geben auf. Wenn man immer die Drohung im Nacken hat, dass einem die Pflegeerlaubnis entzogen wird, kann man nicht gut arbeiten.“ Die beiden Tagesmütter Nicola Kariofilis (37) und Ramona Kipp (35) aus Seevetal finden klare Worte. Vor einigen Wochen waren die beiden ausgebildeten Erzieherinnen noch auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten für ihr„Kinderhaus“ in Fleestedt (das WOCHENBLATT berichtete). Jetzt haben sie die schwere Entscheidung getroffen, ihre Großtagespflege zum 31. Juli zu schließen. „Die Umstände zwingen uns zu diesem Schritt“, sagt Nicola Kariofilis.

Neben den Schwierigkeiten, neue Räume zu finden – derzeit ist das „Kinderhaus“ noch im Sporthaus in Fleestedt untergebracht, das Gebäude soll bald abgerissen werden – waren es vor allem Probleme in der Zusammenarbeit mit dem Landkreis, die den Erzieherinnen die Freude an der Arbeit als Tagesmutter verleidet haben. „Es gab überhaupt kein Miteinander, die Atmosphäre war schlecht, wir fühlen uns gegängelt und kontrolliert, obwohl wir Unterstützung bräuchten“, beschreibt Ramona Kipp die Situation. „Bei diesen Rahmenbedingungen geht man einfach nicht gern zur Arbeit“, sagt Nicola Kariofilis.

Die beiden Frauen aus Seevetal sind nicht die einzigen, die ihren Job als Tagesmutter an den Nagel hängen, weil es Schwierigkeiten mit der zuständigen Abteilung der Kreisverwaltung gibt. Auch im Bereich Winsen gibt es ähnliche Fälle.

Auf Nachfrage des WOCHENBLATT, ob die Stadt wisse, dass Tagesmütter aufgegeben haben, weil die Kooperation mit dem Kreis problematisch war, bestätigt Stadtsprecher Theodor Peters: „Klare Antwort: Ja. Das ist bei uns an verschiedenen Stellen aufgelaufen.“ Vor allem Eltern hätten sich bei der Stadt über die Zustände beschwert. „Wir haben uns deswegen auch schon an den Landkreis gewandt“, so Peters. Die Probleme führen derzeit dazu, dass in Winsen einige Betreuungsplätze für Kinder fehlen.

Dass es im Getriebe der zuständigen Abteilung „Besondere Leistungen für Kinder und Jugendliche“ knirscht, ist auch bei Kreissprecher Johannes Freudewald angekommen. „Wir wurden in den vergangenen 14 Tagen auf aktuelle Probleme in der Zusammenarbeit angesprochen und führen dazu Gespräche mit verschiedenen Stellen“, so Freudewald. Die Kritik nehme man sehr ernst. „Wir prüfen jeden Einzelfall genau und werden uns auch mit den zuständigen Mitarbeitern zusammensetzen.“ Personelle Veränderungen seien derzeit nicht geplant, so Freudewald auf Nachfrage. Grundsätzlich stünden im Bereich der Kindertagesbetreuung Qualität und Verantwortung für das Kindeswohl absolut im Vordergrund.

Nicola Kariofilis und Ramona Kipp haben ihre Verantwortung in den vergangenen Jahren immer sehr ernst genommen. Der Schritt, das „Kinderhaus“ nach insgesamt sieben Jahren zu schließen, fiel ihnen schwer. „Wir verstehen, dass der Kreis die Qualität im Auge hat, aber derzeit wird das Gegenteil erreicht. Viele Dinge werden unnötig verkompliziert“, sagt Nicola Kariofilis. Einen neuen Job zu finden, war für die beiden Frauen übrigens kein Problem. Gut ausgebildete Erzieherinnen werden überall händeringend gesucht.

Ausschnitt aus Kreiszeitung-Wochenblatt Nordheide vom 30.04.2016 (S. 36)

Das kritisieren die Tagesmütter

• Die Auflagen für Wohnungen bzw. Häuser, in denen eine Großtagespflege eingerichtet werden darf, sind nur sehr schwer zu erfüllen. Der vorhandene Ermessensspielraum wird von den zuständigen Mitarbeitern des Bauamtes nicht ausgenutzt. Notar, Architekt, Anträge – das alles kostet zu viel Zeit und Geld.
• Auch als ausgebildete Erzieherin sollte Ramona Kipp nach knapp einem Jahr „Babypause“ u.a. noch einmal einen Kursus absolvieren, einen Eignungstest ablegen, die Pflegeerlaubnis beantragen und ein Konzept erstellen.
• Trotz regelmäßiger Gespräche zwischen den Tagesmüttern und der zuständigen Abteilung hielt die Sachbearbeiterin es nicht für nötig, darauf hinzuweisen, dass der notwendige Kursus nur zweimal im Jahr stattfindet und ließ es drauf ankommen, dass Ramona Kipp die Anmeldefrist um wenige Tage ver- passt. Dass sie nachträglich in den Kurs hineinrutscht, konnte nicht ermöglicht werden.
• Die Betreuung der Kinder wird durch immer mehr Bürokratie begleitet, Abläufe werden verkompliziert. Der Arbeitsaufwand abseits der Tagespflege wird immer größer.

Weniger Bürokratie, mehr Mut und Verstand – Kommentar von Katja Bendig

Kreissprecher Johannes Freudewald spricht von Einzelfällen – doch das Problem ist ein grundsätzliches. Dafür spricht allein schon, dass gleich von mehreren Seiten Ähnliches berichtet wird. Sicher – Tagesmütter und -väter müssen kontrolliert werden, das Kindeswohl muss an vorderster Stelle stehen. Ob man es fördert, wenn man den betreuenden Personen mit Misstrauen begegnet, auf Paragrafen und Verordnungen pocht, statt konstruktive Lösungen im Blick zu haben, darf bezweifelt werden.

Hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben – da kann das Netz aus Kontrollen noch so engmaschig sein. Wenn man diesen Gedanken einmal zu Ende denkt, kann man darauf kommen, dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit eindeutig der bessere Weg ist. Dazu braucht es verwaltungsseitig Personal, das in der Lage und mutig genug ist, eigene Entscheidungen mit Augenmaß zu treffen.

Leidtragende in diesem Fall sind die Eltern. Sie sind darauf angewiesen, einen Betreuungsplatz für ihr Kind zu finden. Durch die kommunalen Angebote an Krippen und Kitas kann diese Nachfrage schon lange nicht mehr allein befriedigt werden.

Die Kreisverwaltung sollte sich beeilen, das Vertrauen zu den Tagesmüttern und -vätern wieder herzustellen. Weniger Bürokratie, mehr Verstand – das hilft manchmal schon.

Mit Highspeed ins Internet

Wer denkt, ich würde mit meinen Lieben hier auf dem Lande inmitten von Schafen hinterm Mond leben (Walachei – Im Tal der Ahnungslosen – oder wie immer Ihr es nennen wollt), der irrt. Seit gestern bin ich zumindest im Internet highspeed-mäßig unterwegs. Mit 100 Mbit die Sekunde (das sind 750 MB[yte] in der Minute) sauge ich Euch das halbe Netz ab.

Der Energie- und Telekommunikationsversorger in unserer Region, die EWE (die Abkürzung steht für Energieversorgung Weser-Ems), hat kräftig gebuddelt und so manche Straße in meinem Wohnort aufgerissen, um Glasfaserkabel zu verlegen. Es dauerte dann noch etwas, aber endlich ist es soweit. Selbst in Tostedt (hinter den ‚Bergen‘) kann jetzt mit Highspeed im Internet gesurft werden. Die EWE bietet verschiedene Tarife an.

© EWE AG

Sinn macht VDSL 100 natürlich nur dann, wenn man z.B. ständig große Datenmengen herunterlädt (z.B. Videos in HD). Bei normalen Websites bringt das nicht viel. Zu beachten ist, dass die bisher für analoge oder ISDN-Telefonie reservierte Bandbreite einer Telefonleitung wegfällt und zur Erhöhung der DSL-Upload-Geschwindigkeit genutzt wird, d.h. VDSL läuft ohne Splitter. Telefongespräche erfolgen über das Internet und das Telefon ist wie in unserem Fall mit der Fritz!Box zu verbinden. Im Grunde braucht man das Telefonkabel nur vom Splitter herausziehen und dafür in die entsprechende Buchse der Fritz!Box stecken. Telefone, die den DECT-Standard unterstützen (Schnurlostelefone), können die Fritz!Box jetzt schnurlos als Basisstation nutzen. Probleme sollte es aber bei DECT-Telefonen geben, die einen integrierten Anrufbeantworter haben. Bei solchen Telefonen kann man die Basisstation des Telefons über Kabel an die Fritz!Box anschließen.

Überhaupt die Fritz!Box (z.B. Modell 7360): Sie hat mehr drauf, als die meisten glauben. Man kann USB-Geräte anschließen und im LAN nutzen. Auch als Telefonhausanlage lässt sie sich einsetzen oder als Anrufbeantworter. Auch Faxe kann man über die Fritz!Box versenden bzw. empfangen. Mit der FRITZ!App Fon lässt sich das Handy oder Tablet ganz einfach per WLAN mit der FRITZ!Box verbinden und als Festnetztelefon nutzen. So kann man mit dem Smartphone zu Hause komfortabel über das Festnetz und das Internet telefonieren und vom günstigen Festnetztarif profitieren.

Unser neues Highspeed-Internet hat also eine Downloadrate von 100 Mbits/s (genauer sogar 108 Mbit/s – und eine Uploadrate von auch noch immerhin 40 Mbit/s). Da man natürlich nicht direkt an die Glasfaserleitung angeschlossen ist (mindestens die letzten Meter bis zum Haus erfolgen wie bisher über Kupferleitung) kann es je nach Entfernung zum Kabelverzweiger zu Verlusten führen. Wir sind ziemlich dicht an einem solchen Kabelverzweiger dran und haben trotz einer umfangreichen Hausverkabelung eine Rate von rund 96 Mbit/s, was voll und ganz in Ordnung ist. Natürlich sollt man außerdem bedenken, dass auch andere Faktoren die DSL-Geschwindigkeit beeinflussen. Lädt man z.B. etwas von einem stark frequentierten Server herunter, dann nützt die schnellste Leitung nichts.

Wir haben übrigens den Tarif EWE DSL 100 premium abgeschlossen. Der beinhaltet für 5 € mehr nämlich eine Flatrate in alle Handynetze. Unser ältester Sohn weilt nämlich zum Studium in Mannheim und ist zz. nur über Handy telefonisch zu erreichen. Da sind in den letzten Wochen schon höhere Gebühren auf uns zugekommen.

Der Wechsel funktionierte übrigens so gut wie reibungslos. Zunächst die Firmware updaten, einige Kabel umstöpseln und dann die Fritz!Box auf den Auslieferungszustand zum Aktivierungsdatum zurücksetzen. Dann wurde diese automatisch angemeldet und eingerichtet. Auch die Telefoneinstellungen.

Weitere Informationen findet man beim Hersteller AVM der Fritz!Box, z.B. für das Modell 7360.

Einfamilienhaus in Tostedt-Todtglüsingen zu verkaufen verkauft!

Vorab: Das Interesse an dem Elternhaus meiner Frau war überraschend groß. Und so hat meine Frau mit ihren beiden Brüdern auch bereits einen Käufer gefunden. Wir hoffen, dass die junge Familie in dem Haus glücklich und zufrieden leben wird. – Vielen Dank an die Leser meines Blogs für Eure Aufmerksamkeit!

Das Elternhaus meiner Frau in 21255 Tostedt-Todtglüsingen steht zum Verkauf bereit. Leider ist der jüngere ihrer Brüder nicht bereit, das Haus zu übernehmen (es ist für ihn, der keine Kinder hat, zu groß). Der ältere ihrer Brüder und wir selbst haben unsere eigenen Häuser.

Natürlich fällt es allen schwer, sich von dem Haus zu trennen, in dem sie jahrelang gelebt haben. Erst kürzlich sahen wir alte inzwischen digitalisierte 8-mm-Filme (noch ohne Tonspur) aus den 70-er Jahren, die rund um das Haus aufgenommen wurden.

Zum Verkauf: Einfamilienhaus Tostedt-Todtglüsingen, xxxstraße  © Wortmann (Sparkasse Harburg-Buxtehude)

Wer Interesse an dem Haus hat, wendet sich bitte an die Sparkasse Harburg-Buxtehude, die das Haus als Anbieter verkauft:

Haus ist verkauft!

Merkmale: ca. 140 m² Wohnfläche, ca. 1.050 m² Grundstück, ca. 80 m² Nebenfläche, 6 Zimmer, gepflegt, Baujahr: 1971, Satteldach, Zentralheizung (Gas), Kunststoff/Isolierglas, Verfügbarkeit: nach Vereinbarung, Terrasse, Abstellraum, Keller, Tageslichtbad, zweites Bad, Kabel-/Sat-TV, Einbauküche, Rollläden im Erdgeschoss, Markise, Doppelgarage

Kaufpreis: 198.000,00 EUR
zzgl. Käuferprovision in Höhe von 6,25% inkl. ges. MwSt.

Einfamilienhaus Tostedt-Todtglüsingen, Rostenstraße 14 – hier: Grundriss Erdgeschoss

Objektbeschreibung
Das Einfamilienhaus mit ca. 140 m² Wohnfläche wurde 1971 auf einem ca. 1050 m² großen Grundstück in Massivbauweise errichtet.

Die Wohnfläche im Erdgeschoss verteilt sich auf einen Wohn- und Essbereich, zwei weitere Zimmer, eine Wohnküche sowie ein Tageslichtbad, das mit Dusche ausgestattet ist. Eine Markise spendet Schatten auf der großzügigen Terrasse. Im Dachgeschoss befinden sich drei weitere Zimmer, ein Abstellraum sowie ein Duschbad. Im Vollkeller, der auch über eine Außentreppe erreichbar ist, befinden sich drei beheizbare Kellerräume, der Hauswirtschaftskeller sowie die Heizungsanlage. Eine Doppelgarage steht für Ihre Fahrzeuge bereit.

Das Objekt befindet sich auf einem real geteilten Grundstück mit Kanalanschluss. Es präsentiert sich heute dank stetiger liebevoller Pflege in einem sehr guten Zustand. In dem Jahr 2005 wurden die Duschbäder modernisiert. Der Kessel sowie der Brenner der Gaszentralheizung in 2010 erneuert.

Lage
Tostedt befindet sich am nordwestlichen Rand der Lüneburger Heide. Hier haben sich seit vielen Jahren zahlreiche Fachgeschäfte, Banken, Ärzte, Apotheken und Supermärkte etabliert, so dass Einkaufsmöglichkeiten und Lebensqualität über den täglichen Bedarf hinaus bestehen. Ebenso verfügt Tostedt über Grund-, Haupt- und Realschule sowie ein Gymnasium und diverse Kindergärten und Krippen, die alle fußläufig bzw. mit dem Fahrrad zu erreichen sind.

Optimale Verkehrsanbindungen sind durch die BAB 1 Hamburg/Bremen, B 75, B3 sowie der Bahnstation der Strecke Hamburg/Bremen -die zum HVV-Verbund gehört- gegeben. Tostedt ist aufgrund seiner ausgezeichneten Infrastruktur mit Supermärkten, Fachgeschäften und ausgezeichneter ärztlicher Versorgung sowie dem Wochenmarkt (2 x die Woche) äußerst beliebt.

Herbsturlaub 2015: Büsenbachtal/Lüneburger Heide

Der Herbst hat zwei Seiten, die angenehm milde mit Sonne, die die Farben der Blätter zum Glühen bringt und z.B. als ‚goldener Oktober‘ bekannt ist – und die weniger schöne Seite, die sich trist zeigt, wolkenverhangen und dunkel. Letzere ist oft im November zu sehen und ich nenne ein solches Wetter Totensonntagswetter.

Nach einigen Tagen Totensonntagswetter zeigt sich der endende Oktober in diesen Tagen von seiner guten Seite: Nachts wird es schon sehr frisch, aber am Tage kommt die Sonne hervor und die Temperaturen geben sich angenehm. Da wir die Lüneburger Heide quasi vor der Haustür haben, nutzte ich mit meiner Frau das goldene Oktoberwetter, um einen Spaziergang durch das Büsenbachtal zu machen. Die Heide ist zwar längst verblüht (nur wenige Stängel haben noch Blüten), dafür zeigen sich aber die Laubbäume in ihren schönsten herbstlichen Farben: das Grün der Tannen im Hintergrund zeigen sie sich von braunen über gelbe bis zu roten Tönen. Einfach wunderschön!


Fotoschau Büsenbachtal/Lüneburger Heide/Niedersachsen

Spazieren im Herbst (23.10.2015)

Posted by Willi Albin on Freitag, 23. Oktober 2015

Video vom Flohmarkt in Tostedt 2015

Alljährlich findet in der ersten Oktoberwoche in dem kleinen Heideort Tostedt, auf halber Strecke zwischen Bremen und Hamburg gelegen, Norddeutschlands größter Flohmarkt mit rund 700 Ausstellern statt – 2015 zum 42. Mal. Der Flohmarkt in Tostedt wird auch kurz Töster Markt genannt (Töst ist die niederdeutsche Form von Tostedt).

In diesem Jahr war ich einmal wieder mit der Videokamera unterwegs und habe einige Impressionen vom Flohmarkt in Tostedt gesammelt – diesmal auch in Full HD:


Flohmarkt Tostedt 2015

siehe u.a. auch: Flohmarktfieber: Töster Markt 2009