Kategorie-Archiv: Unsere Erde – unsere Welt

Schutz und Verschmutzung unserer Umwelt

(Fast) vegan

Meine beiden Söhne leben vegan. Der Ältere der beiden hatte bereits während einer vorösterlichen Fastenzeit vor über fünf Jahren eine Zeitlang vegan gelebt und ist es jetzt bereits seit über zwei Jahren vollständig. Der Jüngere tut es ihm jetzt seit über einem Viertel Jahr gleich.

Veganer sind die noch strikteren Vegetarier, um es einmal in aller Kürze zu benennen. Sie verzichten auch auf alle tierischen Produkte, die Vegetarier sonst essen, also u.a. Milchprodukte, Eier und Honig – und verzichten auch sonst auf alles, was vom Tier stammt, u.a. Leder und Wolle. Veganismus ist nicht allein eine Ernährungs-, sondern auch eine ethisch motivierte Lebensweise.

Ich denke, dass es meine beiden Söhne nicht unbedingt bis auf die Spitze treiben. Aber was ihre Ernährung betrifft, da sind sie konsequent. Der ältere meiner Söhne lebt nun in Göttingen und kommt uns nur an manchen Wochenende besuchen. Der Jüngere lebt aber noch bei uns. Und so ergibt es sich, dass auch meine Frau und ich ‚vermehrt’ vegan speisen. Besonders bei der Hauptmahlzeit bevorzugen wir immer öfter vegane Gerichte, auch um nicht mehrere Speisen gleichzeitig zubereiten zu müssen.

Man mag sich darum streiten, ob es nicht etwas widersinnig ist, wenn in der veganen Küche tierische Produkte durch pflanzliche ‚ausgetauscht’ werden. Jeder kennt die Brätlinge, die auf Getreidebasis (z.B. Grünkern oder Weizen) bzw. aus Hülsenfrüchten (vorwiegend Soja) zubereitet werden. Inzwischen es gibt mehr und mehr Lebensmittel zu kaufen, die tierische Lebensmittel ‚imitieren’, also Wurst, Käse, Joghurt usw. auf pflanzlicher Grundlage. Nicht alles schmeckt unbedingt so, wie man es von tierischen Produkten kennt. Aber bei manchen Speisen war ich dann doch überrascht. Selbst Discounter bieten inzwischen eine größere Auswahl an solch veganer Lebensmittel an. Und der eigenen Kreativität sind außerdem in der veganen Küche keine Grenzen gesetzt, was das Kochen, Backen und Zubereiten z.B. auch von Schnellgerichten, Eis, selbst von Torten usw. betrifft. Im Mittelpunkt steht allerdings viel Gemüse, was vorwiegend aus der Region stammt, in der wir wohnen.

vegane Mohn-Dinkel-Muffins

veganer alt-englischer Apfelkuchen

vegane Mohn-Dinkel-Muffins

veganer alt-englischer Apfelkuchen

veganer Aprikosen-Mandel-Kuchen

veganer Käsekuchen

veganer Aprikosen-Mandel-Kuchen

veganer Käsekuchen

Wer sich nun vollständig vegan ernährt, sollte sich allerdings ein „entsprechendes Ernährungswissen“ angeeignet haben. Ich denke, das wird von selbst kommen. Wer als Veganer lebt, wird das nicht allein ‚aus dem hohlen Bauch’ heraus tun, sondern wird sich schon ‚im Vorfeld’ ausführlich mit dieser Ernährungs- und Lebensweise auseinandersetzen, denn wer völlig auf alle tierischen Lebensmittel verzichtet – und das muss man wissen: der wird mit bestimmten Nährstoffen nicht ausreichend versorgt. Das gilt z.B. für Kalzium, Jod und Zink, besonders aber für Vitamin B12. Der tägliche Mindestbedarf an Vitamin B12 beträgt zwar nur ca. 3 µg (Mikrogramm) für einen Erwachsenen, muss aber spätestens dann ergänzt werden, wenn das in der Leber eines Menschen gespeicherte Vitamin B12 (2000–5000 µg) aufgebracht ist.

Verfügt man über ein entsprechendes Ernährungswissen, dann ist eine vegane Ernährungsweise mit einer genügenden Zufuhr aller Nährstoffe (Ausnahme Vitamin B12, welches mit angereicherten Nahrungsmitteln oder Supplementen zugeführt werden sollte) natürlich möglich. Es gibt übrigens einige pflanzliche Lebensmittel, die Vitamin B12 enthalten, wenn auch nur in geringen Mengen, so durch Milchsäuregärung haltbar gemachte Gemüse, manche Algensorten (z.B. Nori-Algen), Erbsen, Bohnen und Lupinen sowie Ingwer. Auch einige Speisepilze, insbesondere der Champignon, weisen geringe Vitamin-B12-Gehalte auf.

Ich selbst lebe nicht ganz vegan. Ich mag und werde auf bestimmte Lebensmittel (vorerst) nicht verzichten. Dazu gehört Käse, aber auch Fleisch, wenn auch beides nur noch in geringen Mengen. Milch ist bekanntlich gesund. Sie enthält allerdings Milchzucker (Laktose), die immerhin 75 % der Weltbevölkerung nicht vertragen können (Laktoseintoleranz), weil sie diese wegen fehlender oder verminderter Produktion des Verdauungsenzyms Laktase nicht verdauen können. Ich habe mit Laktose auch meine Probleme und bevorzuge im Zuge der veganen Küche seit längerer Zeit vorwiegend Ersatzprodukte aus Soja (so genannte Soja-Milch) oder aus Getreide wie Dinkel, Hafer oder Reis. Meine Verdauung dankt mir dafür.

Überhaupt hat sich meine Verdauung deutlich verbessert, seitdem ich überwiegend vegan esse. Um meinen gesundheitlichen Gesamtzustand steht es bestens. Da leiste ich mir die kleinen ‚Sünden’ eben.

Veganismus kann man politisch nehmen, muss es aber nicht. Wenn ich den Leuten so von meinen Söhnen erzähle und ihnen sage, dass auch meine Frau und ich verstärkt vegan leben, dann kommt fast immer das Argument: Wenn alle Menschen vegan essen würden, dann müsste fast nur noch Soja angepflanzt werden. Monokultur ohnegleichen.

Dazu kann ich nur antworten: „Zur Produktion von Fleisch wird in den USA vor allem Mais großflächig angebaut, in Europa sind es Gerste, andere Getreidearten und Kartoffeln, neuerdings vermehrt auch Mais“, sagt der Berner Professor Wolfgang Nentwig. „Daneben werden immer mehr Futtermittel wie Soja aus der Dritten Welt importiert, wo ihr Anbau und Export zwar Devisen bringt, diese Landfläche aber der eigenen Nahrungsmittelproduktion fehlt.“ Der weitaus größte Teil der globalen Sojaproduktion wird zu Futtermitteln verarbeitet.

Laut FAO hat sich die jährliche Fleischproduktion auf der Welt von jährlich 136 Millionen Tonnen Anfang der 1980er Jahre auf 260 Millionen Tonnen 2004 fast verdoppelt. Nach Angaben des Vegetarierbunds (VEBU) Deutschland und in Bezug auf die USA sind etwa 17 Kilogramm Getreide nötig, um ein Kilogramm Rindfleisch zu produzieren. Rechnungen dieser Art sind aber umstritten. Unter Berufung auf das in Darmstadt ansässige Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft gibt es vom Bundesagrarministerium andere Zahlen zum Fleischzuwachs je Kilogramm Futter. Demnach sind für ein Kilogramm Fleisch eines Masthähnchens 1,7 Kilogramm Futter nötig, bei Mastputen ist das Verhältnis 1:2,7 und bei Mastschweinen 1:3. „Für Wiederkäuer wie Mastrinder oder Schafe, für die Getreide nur eine Ergänzung ihrer Futterration darstellt, macht eine vergleichbare Darstellung keinen Sinn. Hauptfutterquelle ist hier meist Grünland.“ (Quelle: 3sat.de).

Ich will mich um Zahlen nicht streiten, aber sicher ist, dass zur ‚ Produktion’ eines Kilo Fleisches ein Mehrfaches an Futter benötigt wird. Das, was an Futterpflanzen für die Tierzucht nicht mehr benötigt würde, käme den Menschen zugute. Und zu Soja: Es gibt eine Vielfalt an pflanzlichen Lebensmittel, die auch als Fleischersatz auf den Teller eines Veganers kommen.

Ich kann nur noch eines sagen: Wenn man sich erst einmal mit Veganismus beschäftigt hat, wenn man vor allem die vegane Küche ausprobiert hat, dann lässt es einen so schnell nicht wieder los. Wenn man dann bei einer genügenden Zufuhr aller Nährstoffe feststellt, dass man sich gesundheitlich auf einem guten Weg befindet, dann spätestens wird man über die milde lächeln, die meinen, über ‚spinnernde’ Veganer lachen zu müssen.

18. September 2014: Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands

Am Donnerstag entscheiden die Schotten, ob sie sich aus dem Vereinigten Königreich lösen und sich als Nation selbständig machen wollen. Ich und meine Familie sind ja große Schottland-Fans und waren zuletzt 2005 für über drei Wochen dort auf Urlaub.

Schottland und die britische Krone bekämpften sich das ganze Mittelalter lang, bis beide Seiten 1707 ein Abkommen schlossen und zum Vereinigten Königreich fusionierten. Schottland entschloss sich vor allem aus Geldnot zu diesem Schritt. Heute haben die Schotten ein höheres Pro-Kopf-Einkommen als andere Einwohner der Insel.

Seit Jahren setzen sich schottische Nationalisten für mehr Eigenständigkeit ein. 1997 erreichten sie per Volksabstimmung, dass Edinburgh wieder ein Parlament zugesprochen bekam und weitgehende Autonomie bei der Bildungs-, Gesundheits-, Umweltpolitik sowie der Justiz.

Befeuert durch gute Wahlergebnisse will die Scottish National Party (SNP) noch einen Schritt weitergehen und das Volk über die völlige Unabhängigkeit von Großbritannien abstimmen lassen. Sie spricht von „Wahl zwischen Zukunft und Stillstand“: Das Hauptargument: Die Schotten könnten am besten alleine entscheiden, wie sie ihren Reichtum verteilen. Das will nun die britische Zentralregierung aufhebeln: Sie verspricht den Schotten mehr steuerliche Freiheit, wenn sie sich NICHT abspalten.

Bei Umfragen vor dem Referendum am letzten Donnerstag zeigt sich keine eindeutige Tendenz. Premierminister David Cameron will vor der Abstimmung noch einmal vehement für einen Verbleib Schottlands im Königreich werben. Laut britischen Medien könnte Cameron zurücktreten, sollte er ein Ende der mehr als 300 Jahre währenden Union mit Schottland verantworten müssen.

Das Ziel der Bewegung ist es, einen unabhängigen Zukunftsstaat zu gründen, am 24. Januar 2016 soll der erste Unabhängigkeitstag gefeiert werden. Stimmen die Schotten für die Unabhängigkeit, würden im Herbst Verhandlungen über die Zukunft der politischen Beziehung zwischen Schottland und Großbritannien beginnen. Bis 2016 will Schottland auf jeden Fall Mitglied des Vereinigten Königreichs bleiben (Quelle: zeit.de).

    Schottische Flagge

Schottische Flagge

Nun eine Unabhängigkeit Schottlands hätte allein schon ‚optische’ Veränderungen zur Folge. Es gäbe kein UK (United Kingdom = Vereinigtes Königreich) mehr und vor allem keinen Union Jack, da die blau eingefärbten Teile die schottische Flagge kennzeichnen. Den Union Jack finden wir aber z.B. auch in den Flaggen anderer Nationen – wie z.B. Australien und Neuseeland. Werden die ihre Flagge ändern, wenn es das Vereinigte Königreich nicht mehr geben sollte?

    Union Jack

Union Jack

Ein uns bekannte Flötenkobold schottischer Abstammung (väterlicherseits) hat sich zu dem Referendum zu Wort gemeldet, obwohl er bei dem Referendum nicht stimmberechtigt ist (da er keinen Wohnsitz in Schottland hat): Ian Anderson fühlt sich als Brite durch und durch und lehnt so die Unabhängigkeit ab. Aus seiner Sicht ist das durchaus verständlich.

Nun es spricht vieles für, aber auch vieles gegen eine Unabhängigkeit des Landes. Ich will das hier nicht im einzelnen diskutieren. Immer wieder werden die Öl- und Erdgasvorkommen vor der schottischen Küste als Argument genannt. Die meisten der Erträge fließen in die Kassen Londons. Allerdings leistet London dafür auch wiederum Ausgleichszahlungen in Form von Transferleistungen. Am Ende gleicht sich das wohl aus. Allerdings gehen die Öl- und Erdgasvorkommen langsam zu Ende bzw. lassen sich nur erschwert erschließen. So setzt Schottland zunehmend auf erneuerbare Energien, z.B. die Windkraft.

Die Royal Bank of Scotland (RBS) hat jetzt erklärt, im Falle einer Unabhängigkeit den Hauptsitz von Edinburgh nach England zu verlegen. Dass ich nicht viel von Banken halte, brauche ich nicht erneut zu erklären. Gerade die Royal Bank of Scotland ist in der Finanzkrise gehörig ins Schleudern geraten. Wenn sie denn nach England ziehen sollte, dann kann ich der Bank nur empfehlen, den Namen zu wechseln. In Schottland wird man nicht unbedingt der RBS Tränen nachweinen.

Ich weiß nicht, wie ich mich entscheiden würde, wenn ich Schotte wäre. Sicherlich wird gerade in diesen Tagen viel Schwarzmalerei betrieben, um die Schotten zu einem ‚Nein’ zu bewegen. Ich denke aber, dass die völlige Eigenständigkeit Schottlands (auch entgegen der Meinung von Herrn Anderson) durchaus gut gehen kann. Auf jeden Fall bin ich gespannt, wie sich das schottische Volk am Donnerstag entscheidet.

Theo Löbsack: Die manipulierte Seele

    Wenn es wahr ist, daß Freude und Leid, Liebe und Haß, Aggression, Güte und ähnliche Regungen für unser Menschsein bezeichnend sind, und wenn dieses Menschsein bisher für eine gezielte Veränderung unzugänglich war, so wissen wir heute: Diese Gewißheit gibt es nicht mehr.
    Denn Gefühle wie Zuneigung und Wut, Angst und Wonne lassen sich seit jüngster Zeit auch unabhängig von äußeren Umständen mit der Präzision eines chirurgischen Eingriffs im Gehirn künstlich hervorrufen. Damit scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis wir sogar Vertrauen und Hoffnung, ja den Glauben an etwas in Form einer chemischen Substanz ins Gehirn träufeln oder als Medikament zu uns nehmen können.
    (aus der Einleitung zum Buch)

Die Möglichkeiten, das menschliche Verhalten durch chemische Substanzen oder chirurgische eingriffe und gezielte Stromstöße im Gehirn zu manipulieren, sind in den letzten Jahrzehnten auf beängstigende Weise gewachsen. Beruhigungsmittel, leistungssteigernde, bewußtseinserweiternde, geistig und sexuell anregende Drogen haben einen ebenso erfolgreichen wie bedenklichen Siegeszug angetreten. Ist diese Entwicklung aufzuhalten? Wann darf die Persönlichkeit eines Menschen beeinflußt oder gar verändert werden? Gibt es überhaupt Umstände, die dies rechtfertigen? – Theo Löbsack informiert sehr gründlich über alle medizinischen, psychologischen und moralischen Aspekte dieses überaus komplexen Problems. Neben aktuellen Zahlen und statistischen Ergebnissen bezieht er auch die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in seine Darstellung ein.
(aus dem Kladdentext)

    Theo Löbsack: Die manipulierte Seele

Natürlich ist dieses populärwissenschaftliche Sachbuch nicht mehr auf dem letzten Stand. Geht man von aktuellen Schätzungen aus, wonach sich das Wissen der Welt etwa alle fünf bis zwölf Jahre verdoppelt, wobei sich diese Rate noch beschleunigt, dann präsentiert ein 35 Jahre altes Buch nur noch einen Bruchteil des heutigen Wissens. Auch erscheint mir der Autor der ‚alten Schule’ anzugehören, nicht nur stilistisch, obwohl er für die damalige Zeit sicherlich aufgeschlossen und tolerant erscheint. In seiner Einleitung zum Buch schreibt er weiter:

Wir, die wir eingespannt sind in den entnervenden Betrieb einer auf Leistung bedachten Welt, die wir an Verklemmungen und Verdrängungen leiden, die wir vielfach schon zur bloßen Funktion herabgewürdigt sind, wir haben vieles von unserem ursprünglichen Menschsein hergeben müssen. Um so mehr aber sehnen wir uns nach ihm zurück. Gilt uns die persönliche Freiheit noch etwas? Dann dürfte es beispielsweise nicht sein, daß wir einen Mitmenschen als gefährlich, asozial oder kriminell bezeichnen, weil er etwa bestimmte Drogen einnimmt, weil er sich mit Hilfe chemischer oder anderer Mittel künstlich in ein Reich begibt, in dem er – ganz für sich und ohne seine Mitwelt zu belästigen – dieses Menschsein wieder zu spüren vermeint. Wir sollten vielmehr versuchen, solch Verhalten zu verstehen und die Möglichkeiten, die uns die moderne Pharmakologie, die Gehirn- und Seelenforschung erschlossen haben, unserem westlichen Kulturerbe nutzbar zu machen, bevor die technische Zivilisation dieses Erbe vollends überwuchert.

Dieses Buch will vor allem informieren. Es will zum Verständnis einer Entwicklung beitragen, deren Gefahren und Verlockungen uns heute gleichermaßen bewegen. Darüber hinaus will es schlicht zum Nachdenken anregen.
(aus der Einleitung zum Buch)

Ich habe Theo Löbsack: Die manipulierte Seele als dtv Sachbuch 1712 – Deutscher Taschenbuch Verlag, München, Oktober 1981 (1979 revidierte Neuausgabe) vorliegen und während meines Sommerurlaubs nach langen Jahren erneut gelesen.

Hier ein Blick ins Inhaltsverzeichnis, der uns aufzeigt, worum es in diesem Buch geht. Besonders die heutigen Erkenntnisse in der Hirnforschung mit all ihren Disziplinen dürften das hier Beschriebene überholt haben. Und wenn es um Drogen geht, so sind synthetische Drogen wie Crystal Meth auf dem Vormarsch. Trotzdem ist dieses Buch, betrachtet man es als Einstieg in diese Materie, auch heute noch interessant und lesenswert:

Inhaltsverzeichnis

Einbruch ins innerste Ich (anstelle eines Vorworts)

I. Der Mensch im Massenzeitalter
Neurose und Verbrechen
Die innere Leere
Invasion der Wünsche
Immer mehr Erdbewohner: Die Seelenbelastung wächst

II. Verborgene Kräfte in uns
Sekundär-Gedächtnisse
Sinnesleistungen, die verblüffen

III. Physik der Seele
Stationen der Hirnforschung: von Mumienschädeln und „protoplasmatischen Küssen“
Das Gehirn als Zielsuch-Maschine
Was das Gehirn sich nicht gefallen läßt
Sauerstoffmangel und künstliche Unterkühlung
Der Eingriff mit dem Zielgerät

IV. Gehirnwäsche
Was ist die „Persönlichkeit?“
Pawlows Versuche
Die „ultraparadoxe Phase“
Die „Kampf-Erschöpfung“ und das Mittel der Isolierung

V. Die manipulierte Seele
Liebesgefühle auf Kommando
Wut- und Wonnezentren im Gehirn

VI. Chemie der Seele
Hunger und Durst auf chemischen Befehl
Die gefährlichen Paradiese
Tabak, Kaffee und Tee
Opium oder das Geheimnis des Glücks
Der Haschisch-Rausch: ein Ozean aus Tönen
Coca vertreibt die Müdigkeit
Die Sucht oder die Flucht aus der Wirklichkeit
Schmerz und Wehleid

VII. Über sich hinauswachsen
„Psycho-Energizer“
Die Gedächtnis-Pille
Chemische Siebenmeilen-Stiefel
Die Leistung steigt im elektrischen Feld
Über sich hinauswachsen – auch sexuell?
Liebe im LSD-Rausch

VIII. Seelenarznei und Legalität
Mittel, die die Zunge lösen
Gefährliche Kombination: Arznei und Alkohol
Psychopharmakon und Strafrecht

IX. Hilfe für die Ruhelosen
Der Verfolgungswahn verliert seine Schrecken
Lassen sich Verbrechen voraussagen?
Gegen Lampenfieber und Examensangst
Schattenseiten
Darf die Persönlichkeit verändert werden?

X. Das geweitete Bewußtsein
Meskalin und die mexikanischen Zauberpilze
LSD – die „Wasserstoffbombe“ für die Seele
Reisen in die Vergangenheit
Vom blauen Windstoß und ungelösten Welträtseln
„Transzendentales Leben“ auf dem Hängeboden
LSD in der Psychiatrie
Was geschähe, wenn …?

XI. Die Seele darf nicht verkümmern

Anhang

Wenn ich mir eines wünschen dürfte, dann wäre es ein Buch wie dieses – allerdings auf einen möglichst neuesten Stand. Löbsack besaß die Fähigkeit, komplizierte naturwissenschaftliche Zusammenhänge in einer auch für den Laien verständlichen Form darzustellen, wofür er einige Auszeichnungen erhielt. Es ist ein interessantes Feld – das Wissen um unser Gehirn. Und nicht umsonst haben sich viele Wissenschaftler aufgemacht, um immer mehr von dem Organ zu erforschen, von seinem Aufbau und seiner Funktionsweise, aber auch von seinen Erkrankungen.

„Löbsacks Buch liest sich wie ein spannender Abenteuerroman – und in der Tat kann es ja kein aufregenderes Abenteuer geben als die Entdeckung der menschlichen Seele.“ (Die Weltwoche)

Supermond 10.08.2014

Ich melde mich aus meinem Urlaub …

Am Sonntagabend ereignete sich ein Naturschauspiel der besonderen Art: Supermond. Aufgrund der zeitlichen Überschneidung von Vollmond und der Nähe des Monds zur Erde schien der Mond so nah und deutlich wie selten.

Gegen 20:15 Uhr war der Mond über Deutschland aufgegangen, zum Vollmond gereift und der Erde so nah wie nur physikalisch möglich. Diese astronomische Glückskonstellation führte zu prachtvollen Eindrücken, die den Mond zum Greifen nah werden ließ

Ein Traum für Ästheten, Nachtschwärmer, Hobby-Astronomen, Werwölfe und Vampire oder einfach für jene, die das Staunen noch nicht verlernt haben – der Supermond hat weltweit für spektakuläre Eindrücke und wundervolle Bilder gesorgt.

Das Schauspiel ereignet sich in etwa bei jedem 14. Vollmond und hängt stark mit der elliptischen Laufbahn des Monds zusammen.

Siehe u.a. zeit.de

Ich selbst war in der Nacht zum Montag gegen 2 Uhr wach geworden, weil der Mond in voller Pracht in mein Fenster schien. So nutzte ich die frühe Stunde, um doch noch einige Filmaufnahmen zu machen. Von diesen habe ich drei Bilder extrahiert (ganz so super war er wohl dann schon nicht mehr, aber ’super‘ genug …) – wie hier zu sehen ist:

Supermond 11.08.2014

Supermond 11.08.2014

Supermond 11.08.2014

Supermond 11.08.2014

Kollateralschaden

Neulich lief im Fernsehen zum wiederholten Male ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2004 mit Tom Cruise als Auftragskiller, der – von einem Taxifahrer chauffiert – von einem Mord zum anderen zieht. Dabei kommt es auch zu Kollateralschäden, d.h. zu an sich unbeabsichtigten, aber „in Kauf genommenen“ Opfern. Der Film heißt Collateral als Abkürzung für collateral damage, also Kollateralschaden, Begleitschaden.

Vor einer Woche, am 17. Juli, stürzte bekanntlich eine Boeing 777-200ER der Malaysia Airlines nach Raketenbeschuss, wahrscheinlich durch eine Buk-Flugabwehrrakete getroffen, die eine Höhe von bis zu 25.000 Meter Höhe erreichen kann, in der Ostukraine ab. Alle 298 Insassen – 283 Passagiere (davon 80 Kinder) und 15 Besatzungsmitglieder – kamen dabei ums Leben. Das Absturzgebiet wird von pro-russischen Separatisten kontrolliert.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko machte pro-russische Separatisten für den Absturz verantwortlich. Diese dementierten: Nach Aussage der Separatisten sei der Abschuss eine Provokation der ukrainischen Luftwaffe, sie selbst besäßen keine Abwehrwaffen, um Maschinen in einer Höhe von 10.000 Metern abzuschießen. Die Separatisten hatten allerdings am 29. Juni auch gemeldet, sie hätten eine Buk-Einheit übernommen.

Nach Auswertung der bisherigen Informationen scheint klar zu sein dass die Separatisten für den Abschuss von Flug MH17 verantwortlich sind. Der US-Geheimdienst hat nach Regierungsangaben bislang keine Beweise für eine direkte Beteiligung Russlands an dem mutmaßlichen Abschuss des Passagierflugzeuges MH17. Die Maschine sei vermutlich versehentlich von pro-russischen Separatisten abgeschossen worden. Also nur ein Kollateralschaden?

Inzwischen fordert die Gaza-Krise immer mehr Todesopfer auf beiden Seiten, eine Einigung ist nicht in Sicht. Der gewaltsame Tod dreier jüdischer Jugendlicher und der mutmaßliche Rachemord an einem palästinensischen Jungen waren Auslöser für eine erneute Eskalation im Juli 2014. Nach Verhaftungen von Verdächtigen intensivierte sich der Raketenbeschuss auf Israel. Als Antwort startete das israelische Militär die Operation Protective Edge, bei der vermeintlich mit dem Raketenbeschuss in Zusammenhang stehende Ziele in Gaza aus der Luft angegriffen wurden. Vorrangiges Ziel der Israelis: die Hamas, der sunnitisch-islamistische Palästinenser-Organisation, die den Staat Israel mit terroristischen Mitteln beseitigen und einen islamisch-theokratischen Staat errichten will. Vorrangige Opfer: die Zivilbevölkerung, besonders auf Seiten der Palästinenser. Kollateralschäden?

    Kollateralschaden?

Fast vergessene, eher verdrängte Konflikte gibt es im Irak, wo die dschihadistisch-salafistische Terrororganisation Islamischer Staat, deren Ziel die gewaltsame Errichtung eines Kalifats ist, welches Syrien und den Irak, aber auch den Libanon, Israel und Jordanien umfasst, inzwischen weite Teile kontrolliert. Die Extremisten sind auch deshalb so stark, weil sie sich mit sunnitischen Stämmen und Anhängern des früheren Machthabers Saddam Hussein verbündet haben. Sie eint der Hass auf die von Schiiten dominierte Regierung. Oder Syrien, wo seit März 2011 ein blutiger Bürgerkrieg tobt. Inzwischen hat der „Islamische Staat“ auch hier rund ein Drittel des Landes unter Kontrolle. Oder Libyen, wo Brigaden, die sich 2011 gegen Gaddafi erhoben hatten, ihre Waffen behielten und heute in verschiedenen Ecken des Landes ihr Unwesen treiben. Längst kämpfen sie für eigene Ziele. Oder Afghanistan, wo es weiterhin Anschläge und Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und den islamistischen Taliban gibt. Oder Nigeria, wo die islamistische Terrorgruppe Boko Haram ihren Kampf für einen Gottesstaat im Norden des Landes mit unverminderter Härte fortsetzt. Oder die Zentralafrikanische Republik: hier kam es erneut zu schweren Übergriffen im Konflikt zwischen muslimischen Seleka-Rebellen und christlichen Bürgermilizen (Anti-Balaka) im Osten des Landes. Südsudan: Die blutigen Übergriffe seit mehr als sechs Monaten haben auch ethnische Hintergründe: Kiir, der Präsident, ist ein Dinka, Machar, sein Widersacher, ein Nuer. Mali: In der Wüste von Nord-Mali ist es in der vergangenen Woche zu heftigen Gefechten zwischen der Armee und Tuareg-Rebellen gekommen. Somalia: Hier ist es die gefürchtete Al-Shabaab-Miliz, die dort weiter ihren blutigen Terror verbreitet. Zudem ist die Al Shabaab auch im Nachbarland Kenia aktiv, wo es vor allem in der Küstenregion zu Anschlägen kommt. Die Islamisten fordern den Abzug kenianischer Truppen aus Somalia.

Hier wie dort ist es die zivile Bevölkerung, die unter den Kämpfen und Anschlägen zu leiden hat. In Länder wie Südsudan oder Zentralafrikanische Republik herrschen zudem verheerende Hungersnöte. Es ist eine humanitäre Katastrophe. Alles nur Kollateralschäden?

Manhattanhenge

Heute ereignet sich wieder einmal ein mystisches Sonnenspektakel in den Straßenschluchten von New York. Das Phänomen „Manhattanhenge“ begeistert New Yorker wie Touristen gleichermaßen.

Manhattanhenge – New York 11.07.2014

Das Phänomen dauert nur wenige Minuten, aber elektrisiert New York: Viermal im Jahr ist „Manhattanhenge“ zu bestaunen – ein Sonnenuntergang genau in den Straßenschluchten. Auch Promis sind Fans. Heute ist es also wieder so weit. (Quelle: heute.de)

Hier findet Ihr die genauen Zeiten des ‚Phänomens: American Museum of Natural History/Manhattanhenge

Übrigens gibt es ‚Ähnliches’ auch bei uns in Tostedt zu sehen. Gestern und heute so zwischen 5 Uhr und 5 Uhr 30 ist ein wunderschöner Sonnenaufgang mit Blick in Richtung Hamburg von der Bahnbrücke beim Bahnhof zu bewundern. Leider habe ich meine Fotokamera nicht dabei gehabt …

Siehe auch:
Sonnenuntergänge auf Neuwerk (1)
Sonnenuntergänge auf Neuwerk (2)

Deutsches Brot und deutsches Bier

In keinem anderen Land gibt es so viele Brotsorten wie in Deutschland. Nach Auskunft des Deutschen Bäckerhandwerks sollen es über 3000 Brotsorten sein, vom Kürbiskarree über die Urkruste bis zur Moorkante, viele davon gibt es nur in einzelnen Regionen. Ich will hier gar nicht weiter auf all die vielen Brotsorten eingehen. Aber eines ist allen gemeinsam: Sie werden aus Getreide hergestellt – bei uns meist aus Weizen und Roggen, oft als Mischbrote, Gerstenbrot ist bekannt (und von mir geliebt). Und dann kommen natürlich noch die besonders am Wochenende beliebten Brötchen hinzu.

Ähnlich geht es mit dem Bier aus deutschen Landen. Kein Land kann so viele Biersorten aufweisen wie Deutschland. Und auch Bier besteht zu einem wichtigen Teil aus Getreide, denn die Grundzutaten des Bieres sind Wasser, Malz (aus Gerste, Weizen, Roggen, Dinkel, Mais o. a.) und meistens Hopfen. In Deutschland bevorzugt man meist das Getränk aus Gerste, daher Bier auch gern als Gerstensaft bezeichnet wird. Weizenbiere kommen aus Süddeutschland, erfreuen sich aber zunehmend auch im Norden der Republik großer Beliebtheit – besonders zur warmen Jahreszeit ihrer fruchtig würzigen Note wegen. Haferbier ist in Deutschland wohl nicht bekannt, ich habe es vor einigen Jahren einmal in Schottland getrunken (die Schotten haben eine Vorliebe für Hafer), und zwar auf der Isle of Skye, das übrigens sehr lecker und von goldener Farbe war (Hebridean Gold).

Getreide und damit das Getreideprodukt Brot gehört zu den Grundnahrungsmittel und ist neben Wasser (bei uns eben auch in Form von Bier) wichtigster Hauptbestandteil der Ernährung. Die Errungenschaften Brot und Bier gehören sozusagen zu unserem und darüber hinaus zum Weltkulturerbe. Da gibt es ja die Liste der UNESCO aller Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend: Welterbe bzw. Weltkultur- und Weltnaturerbe. In Deutschland gehören hierzu Baudenkmäler wie Schlösser und Kirchen (z.B. der Kölner Dom), aber auch seit 2009 das deutsche Wattenmeer.

Neben dieser Liste gibt es auch eine weitere UNESCO-Liste des immateriellen Weltkulturerbes. Hier finden sich kulturelle Ausdrucksformen, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden, also „Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten – sowie die dazu gehörigen Instrumente, Objekte, Artefakte und kulturellen Räume […], die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen.“ Deutschland ist bisher noch nicht auf dieser Liste vertreten, will es aber und bietet eigene Kandidaten: das deutsche Brot und das deutsche Bier.

    Deutsches Brot und deutsches Bier

Der Bäckerverband will „mit der Kampagne für einen Eintrag in die Unesco-Liste […] das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Brotkultur stärken’, sagt Hauptgeschäftsführer Amin Werner.

Doch es gibt Konkurrenz: 128 Vorschläge wurden bei den Kulturministerien der Länder eingereicht, darunter die mündliche Erzähltradition Graweredersch aus Thüringen, der Chorgesang und der Kratzputz an historischen Fachwerkgebäuden in Hessen. Besonders öffentlichkeitswirksam ist natürlich die Kampagne des Deutschen Brauer-Bunds für eine Registrierung des deutschen Reinheitsgebots.

Dieses stehe ‚für die Bewahrung einer althergebrachten Handwerkstechnik und gilt zugleich als älteste heute noch gültige lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt’, wirbt der Brauer-Bund. Laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage unterstützen 79 Prozent der Deutschen das Anliegen der Bierbrauer.

Die Konkurrenz der Bierbrauer stört die Bäcker aber nicht. ‚Das sehen wir sehr freundschaftlich’, versichert Werner. Schließlich seien sich die beiden Produkte Brot und Bier recht nah – nicht umsonst sei ja beim Bier auch die Rede vom ‚flüssigem Brot’.“

siehe auch:
Deutsche UNESCO-Kommission – Immaterielles Kulturerbe bzw. Drei Listen des immateriellen Kulturerbes

Starkbierzeit und so

Am letzten Mittwoch, dem Aschermittwoch (lat.: Dies Cinerum), begann für viele Menschen wieder die vierzigtägige Fastenzeit bis Ostern. Meine Frau und auch mein jüngerer Sohn wollen diese Tage nutzen und auf Süßigkeiten aller Art verzichten. Man spricht dann von Enthaltung oder Abstinenz. Der Sinn ist aber ein ähnlicher: Man verzichtet bewusst auf etwas, um z.B. die eigene Wahrnehmung und Aufmerksamkeit zu fördern bzw. die Willenskraft zu erhöhen.

Stark-, Bock- und Doppelbockbiere – aus deutschen Landen

Fastenzeit ist allerdings auch Starkbierzeit, genauer: Doppelbockbierzeit. Zur Verbreitung des Bockbieres trugen zum großen Teil die Klöster bei, die in den Fastenzeiten, nach dem Motto „Flüssiges bricht Fasten nicht“, dieses besonders süffige und nahrhafte Getränk bevorzugten. Anderswo habe ich gelesen, dass während der Fastenzeit die Einnahme von drei Bissen Brot, drei Schluck Wasser und drei Schluck Bier erlaubt war. Damit die Mönche halbwegs bei Kräften blieben, braute man in dieser Zeit ein besonders gehaltvolles Bier.

Nicht, dass ich die Enthaltsamkeit meiner Lieben sabotieren will. Aber ich mag nun einmal ein gehaltvolles, dunkles Bier und in diesen Tagen gibt es davon eine ganze Menge. Ich habe mich auf jeden Fall auch in diesem Jahr mit einem Kasten verschiedener Bock-, Stark- bzw. Doppelbockbiere eingedeckt und werde diesen ganz suutje piano, wie man hier im Norden sagt (gemächlich und leise), ‚vertilgen’. Einige der Biere habe ich ja bereits an anderer Stelle vorgestellt: Kloster Andechs Doppelbock dunkel 7,1 %, Paulaner Salvator 7,9 % und Weltenburger Kloster Asam Bock 6,9 %. Diesmal habe ich auch ein Bier aus dem Norden Deutschlands gewählt: das naturbelassene, untergärig dunkle Störtebeker Starkbier mit Stammwürze 16,9% und 7,5% vol. Dieses hat besonders kräftige Malzaromen, die an schwarzen Kaffee, gar an herbe Schokolade erinnern und das von besonders dunkler Farbe ist.

Kloster Andechs Doppelbock dunkel 7,1 % vol.

Paulaner Salvator 7,9 % vol.

Kloster Andechs Doppelbock dunkel 7,1 % vol.

Paulaner Salvator 7,9 % vol.

Weltenburger Kloster Asam Bock 6,9 % vol.

Störtebeker Starkbier 7,5 % vol.

Weltenburger Kloster Asam Bock 6,9 % vol.

Störtebeker Starkbier 7,5 % vol.

Überhaupt die Farbe, die vom Malz geprägt wird: Wie das Störtebeker Starkbier, so ist auch das Asam Bock von sehr dunkler, fast schwarzer Farbe. Das Salvator ist dagegen schon fast hell (rötlich goldfarbend) – und Andechs Doppelbock dunkel liegt irgendwo dazwischen. Die Farbe, der Malz bestimmt so gewissermaßen auch den Geschmack. Alle Biere sind auf jeden Fall süffig und gehaltvoll. Man sollte ein „geübter Biertrinker“ sein, wie ich einmal im Zusammenhang mit einem anderen Bockbier las. Auf jeden Fall ist so ein Bier viel zu schade, um es in Mengen in sich hineinzuschütten. Hier steht der bewusste Genuss ganz klar vor dem Alkoholexzess.

Okay, es ist für mich nicht gerade eine Fastenzeit, die Tage bis Ostern. Aber trotz eines süffigen Bieres am Abend werde auch ich mich bewissen Einschränkungen hingeben, Tag für Tag auf eine andere Art (einen alkohol- und damit bierfreien Tag gibt es sowieso jede Woche mindestens einen). Am Wochenende war z.B. mein älterer Sohn bei uns und bereitete fürs Abendessen einen veganen Matjeshering zu. Also fleischlose Kost. Matjes? Vegan? Jo!

Statt Heringsfilets nimmt man Auberginen, schneidet diese längst in entsprechend große Scheiben, salzt diese mehr oder weniger kräftig und packt die gesalzten Scheiben Schicht für Schicht in Haushaltspapier (Küchenrolle). Das Ganze auch noch etwas beschweren, damit die Flüssigkeit aus dem Gemüse entweicht. Das Rezept stammt von Jerôme Eckmeier und aus seinem Kochbuch Vegan: Tut gut – schmeckt gut!. Bei Youtube gibt’s dann auch noch jede Menge Rezepte-Videos dazu. Der vegane Matjesheringssalat schmeckte dank vieler Zwiebeln, Apfelstücke und frischem Dill (Sahne war aus Soja) annähernd originalgetreu. Mir mundete es auf jeden Fall (… und da schmeckte das Doppelbock am Abend fast noch besser!).

Schwarzes Loch: Nordkorea im Dunkeln

Wir haben es ja längst gewusst: Der Oberste Führer Kim Jong-un (ja der von Korea-Nord) ist eine Art Vorreiter in Sachen Energiesparprogramm! Da können wir uns glatt ein Beispiel dran nehmen … 😉

Schwarzes Loch: Nordkorea im Dunkeln © ISS

Weltraum: Etwa in der Mitte dieses Bildes befindet sich das Land Nordkorea. Auf dieser Aufnahme der Internationalen Raumstation ISS wird deutlich, dass das verschlossene Land auch aus dem Weltraum kaum sichtbar ist. Während Straßenlaternen, Autos und Wohnhäuser die übrigen Staaten hell erleuchten, herrscht in Nordkorea in weiten Teilen Finsternis. Lediglich Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas, strahlt ein wenig Licht ab.

Karte Nordkorea – © Google Maps

Online-Petitionen-Inflation

Die einen protestieren gegen den Bildungsplan der Stuttgarter Landesregierung, andere wollen den Talkmaster Markus Lanz nicht mehr im Fernsehen sehen. Jeden Monat werden Hunderte Petitionen auf verschiedenen Online-Plattformen ins Leben gerufen. Alle sammeln Unterschriften. Nicht mühselig auf der Straße, sondern bequem im Internet. (Quelle u.a. heute.de).

Auch ich habe mich hier bereits öfter zu solchen Plattformen geäußert, allen voran zu AVAAZ, einer international tätigen Bürgerbewegung, die sich vor allem mit globalen Themen auseinandersetzt. Zudem habe ich mich an Kampagnen der globalisierungskritischen Organisation Attac beteiligt (siehe u.a.: Respekt, Herr Geißler bzw. de.wikipedia.org). Außerdem beteilige ich mich seit mehreren Jahren schon an Aktionen von campact.deDemokratie in Aktion! – ein Netzwerk, das inzwischen bereits über eine Million Menschen in Deutschland verbindet. Hier wie dort geht es um politische und gesellschaftliche Themen, die mich betreffen und für die ich einstehe.

    Globales Räderwerk

Bereits vor nun fast schon sechs Jahren schrieb ich hier: „[Man] kann … sich ganz einfach übers Internet an Aktionen und Kampagnen für mehr Gerechtigkeit beteiligen, z.B. avaaz.org. Die Globalisierung ist nicht zu stoppen. Nutzen wir daher die Instrumente, um selbst global mitzusprechen.“ (in: Globales Räderwerk)

Natürlich war es absehbar, dass das Instrument der Online-Petitionen auch in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens Anwendung findet – und darüber hinaus. Heute erleben wir eine Inflation an Online-Petitionen. Das führt dazu, dass jeder mit wenigen Mausklicks seine eigene Petition starten kann (z.B. über openPetition), ob sie nun Sinn macht oder nicht.

Und: Online-Petitionen sind ein Geschäft. Einnahmen gibt es unter anderem, wenn Nutzer eigene Initiativen bewerben wollen. Paula Hannemann, Leiterin der Online-Plattform change.org in Deutschland (auch hier beteilige ich mich öfter an Aktionen, die mir sinnvoll erscheinen, spricht von „Social Business“. Change.org beschäftigt 180 Mitarbeiter in aller Welt, Hannemann sagt, die Plattform arbeite kostendeckend. Monatlich werden in Deutschland bei change.org 390 neue Petitionen eingestellt, etwa viermal so viele wie ein Jahr zuvor. Weltweit sind es 25.000 pro Monat.

Die Berlinerin sieht in Online-Petitionen „eine Machtverschiebung hin zu Bürgern, Zuschauern und Verbrauchern“, einen Gewinn für die Demokratie gerade in einer Zeit der Großen Koalition. Dass die Online-Petitionen jetzt selbst zum Thema geworden sind, findet Hannemann gut. Sie sieht darin einen Lernprozess. (Quelle: heute.de)

    Online-Petition gegen Broccoli

Ins Gespräch gekommen sind Online-Petitionen in diesen Tagen durch den Kabarettisten Dieter Nuhr und seinen Aufruf „Gegen digitales Mobbing, binäre Erregung und Onlinepetitionswahn“. Nuhr setzte seine Petition als humorige Antwort auf die Lanz-Debatte auf. Die Plattform openPetition fand das nicht lustig, erkannte eine Missachtung von Nutzungsbedingungen und löschte den Eintrag. Prompt startete Nuhr eine neue Initiative: „Für den Erhalt von Dieter Nuhrs Petition“. OpenPetition hat die Nutzungsbedingungen inzwischen geändert – Petitionen, die sich gegen Personen richten, werden nicht mehr zugelassen.

Durch diese Unzahl an Petitionen gesteht die Gefahr, dass wirklich wichtige Kampagnen nicht mehr den Erfolg erzielen, den sie selbst für mich unerwartet oft in der Vergangenheit erreichten. Online-Petitionen drohen, nicht mehr ernst genommen zu werden. Daher unterstützen bzw. initiieren Plattformen wie AVAAZ u.a. auch Demonstrationen oder helfen vor Ort, wenn es Not tut, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Ich schreibe das heute hier nicht, weil ich im Instrument der Online-Petitionen keine Zukunft mehr sehe. Nur dürfen Online-Petitionen nicht zum reinen Klick-Tribunal verkommen. Dem ist gegen zu wirken, möglichst von den Betreibern entsprechender Plattformen selbst. Schon früher habe ich längst nicht jede Online-Petition unterschrieben, ein Mindestmaß an politischer wie gesellschaftliche Relevanz sollte vorliegen.

Ich habe von Anfang an die Möglichkeit als irritierend empfunden, selbst schnell eigene Online-Petitionen auf den Weg zu bringen. Das muss ein Ende haben, auf jeden Fall anders gelöst werden.

Online-Petitionen müssen glaubwürdig die Ansichten einer hohen Anzahl von politisch interessierten Menschen spiegeln, ihre Absichten, unhaltbare Zustände schnellstmöglich zu ändern. Ansonsten verliert die „Machtverschiebung hin zu Bürgern, Zuschauern und Verbrauchern“ schnell an Wirkung.

Natürlich ist die Wirkung von Online-Petitionen wie auch herkömmlicher Petitionen nur begrenzt. Man wird mit ihnen sicherlich nicht die Welt verändern. Aber manchmal hilft es vielleicht dann doch, wenn man die Finger in die Wunde legt …

War Jesus schwul?

Am Wochenende beim Frühstück hören wir meist NDR1 Niedersachsen im Radio. Am Samstagmorgen werden die Hörer aufgefordert, sich telefonisch zu einem bestimmten Thema zu äußern. Letzten Samstag ging es um das Coming-out von Thomas Hitzlsperger. Meine Söhne sprechen bei diesem Sender leicht verächtlich vom Rentnersender. Und ganz Unrecht haben sie nicht. Mindestens 90 % der Anrufer sind (noch) ältere Menschen (als ich).

Die Reaktionen der Zuhörer zur Homosexualität waren meist positiv, vor allem dann, wenn man Homosexuelle aus dem Bekannten- oder Nachbarschaftskreis kennt. Schwule und Lesben wurden dann immer als nett, ordentlich und ‚sauber’ beschrieben. Natürlich gab es auch die ewig gestrigen Ansichten. Wenn von Homosexuellen gesprochen wurde, hatte ich allerdings den Eindruck, als spräche man von Wesen von einem anderen Stern.

Sicherlich kann man die sexuelle Neigung, die dem eigenen Geschlecht gilt, nicht unbedingt mit der Vorliebe zu Kaffee statt zu Tee, wie oben angedeutet, vergleichen. Aber viel mehr ist es im Grunde auch wieder nicht. Einen homosexuellen Lebensstil, wie ihn homophobe Personen sehen wollen, gibt es im Grunde nicht. Hier herrschen weiterhin gängige Klischees, da Homosexualität auf das rein Sexuelle fokussiert wird.

Es ist durch verschiedene Studien zweifelsfrei erwiesen, dass die sexuelle Orientierung von genetischen Faktoren mindestens mitbestimmt wird und nach der Geburt nicht mehr veränderlich ist.

Fans gegen Homophobie

Sicherlich ist der Medienhype nach dem Outing von Thomas Hitzlsperger übertrieben. Aber leider zeigt sich besonders im Fußballsport, dass Schwulenhass dort alltäglich ist. Als Fußballfan ist man meist Anhänger eines bestimmten Vereins. Dieser Lokalpatriotismus steigert sich schnell in Chauvinismus. Damit einher gehen dann oft Rassismus, Frauen- und eben auch Schwulenfeindlichkeit. Die Vereine bemühen sich, dem entgegenzuwirken. Auf Fanseite gibt es längst schwul-lesbische Fußball-Fanorganisationen. Wenn sich wer outet, dann sollten es so genannte Fans sein, die von Fairness, Toleranz und Rücksicht bisher nichts gehört haben.

Ich habe bewusst eine provokante Überschrift gewählt, denn besonders die Kirchen zeitigen immer noch ein homophobes Verhalten. Homosexualität wird oft immer noch als Sünde betrachtet. Lesben und Schwule müssten sexuell abstinent leben oder heterosexuelle Ehen eingehen, um Gottes Willen zu entsprechen. Natürlich gibt es inzwischen auch Kirchen, die sich akzeptierend gegenüber Homosexualität positionieren

Dafür, dass Jesus vielleicht homosexuell war, sprechen durchaus einige Fakten. Der Kreis seiner 12 Jünger war rein männlich. Nach der Tradition soll Johannes, der Bruder des Jakobus und Sohn des Zebedäus, der Jünger gewesen sein, “den Jesus liebhatte”; der auch an der Seite Jesu lag und der ihm die Frage nach dem Verräter stellte (siehe hierzu u.a. auch die Kommentare zu meinem Beitrag Der gepixelte Jesus).

Dagegen spricht, dass zur erweiterten Schar der Jünger nicht nur Männer, sondern auch Frauen zählten, allen voran Maria Magdalena. Mit dem Verhältnis Jesu mit Maria Magdalena hat sich in den letzten Jahrzehnten die Belletristik näher beschäftigt. Das pseudowissenschaftliche Werk „Der Heilige Gral und seine Erben“ behauptete 1981, Maria Magdalena sei mit Jesus verheiratet gewesen und nach Gallien gegangen, wo von ihrem gemeinsamen Kind die Dynastie der Merowinger abstammen soll (z.B. Dan Brown hat sich des Themas dankend bedient). Ich selbst sehe da die Hochzeit von Kanaa, bei der nach dem Johannesevangelium (Joh 2,1-12) auch Jesus mit seinen Jüngern und seiner Mutter weilte und Jesus mit der Verwandlung von Wasser in Wein sein erstes in diesem Evangelium erwähntes Zeichen vollbrachte. Die Frage, die sich stellt, ist: Hat sich nicht ein Fremder, sondern der Bräutigam um den Wein zu kümmern? Wenn ja, dann wäre Jesus der Bräutigam – und vielleicht Maria Magdalena die Braut gewesen.

Um die vielleicht aufgebrachten Gemüter zu beruhigen. Ich glaube, dass Jesus weder homo- noch heterosexuell war, sondern, wenn er Gottes Sohn war, asexuell oder von mir aus übersexuell, also dem Sexuellen in keiner Weise menschlich zugetan. Aber die obigen Spekulationen zeigen, dass Homophilie und Homosexualität sich manchmal näher sind, als man vermutet.

Noch ein Satz und eine Stellungnahme von mir zur Homosexualität. Schwule und Lesben haben ein gleiches Recht, ihr Leben zu gestalten wie Heterosexuelle. Wenn sie Lebensgemeinschaften eingeben wollen, so sollen sie es tun können – auch mit allen Rechten, die für die Ehe gelten (z.B. Steuerrecht, Adoption). Ich verstehe, dass Homosexuelle auf sich aufmerksam machen wie durch den Christopher Street Day, um für ihre Rechte und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung zu demonstrieren. Was ich aber nicht gutheißen kann, ist es, wenn einige Homosexuelle wirklich ernsthaft ihre Sexualität als den ‚Normalfall’, als die Regel propagieren. Ich verstehe es gut, wenn man sich solcher ‚Provokationen’ bedient. Aber Übertreibungen haben meist geschadet und selten der eigentliche Sache gedient.

Feindseligkeiten wie Homophobie entstehen besonders dann, wenn man etwas nicht verstehen kann oder will. Es ist die ‚Angst’ (Phobie) vor dem Unbekannten. Und es ist das Mittel des Unterprivilegierten, sich gegenüber vermeintlichen Randgruppen zu profilieren. In einem Wort: Es ist Dummheit!