Kategorie-Archiv: SV Werder Bremen

SV Werder Bremen 1899 – Bundesligafußball ab Saison 2004/2005 ff.

Endlich!

Neuer Trainer, neues Glück? Am 12. Spieltag der laufenden Saison hat es endlich geklappt: Der SV Werder Bremen gewinnt sein erste Spiel – und wie … – gleich mit 4:0 gegen den gut gestarteten Wiederaussteiger Hannover 96. Und so, als wäre nichts gewesen, sind es Max Kruse und Fin Bartels, die fast im Alleingang die Niedersachsen niederringen. Erst ist es Fin Bartels, der ein Zuspiel von Max Kruse verwertet. Dann flankt Bartels zweimal auf Kruse, der die Treffer drei und vier markiert. Und da Max Kruse in Halbzeit zwei auch schon vorher ein Tor geschossen hat, so wird daraus ein lupenreiner Hattrick.

Fußball-Bundesliga 2017/2018: SV Werder Bremen – Hannover 96 4:0 – Max Kruse mit Hattrick

Natürlich sind die Bremer noch weit davon entfernt, die untersten Ränge in der Bundesliga zu verlassen. Aber so ein Spiel macht Hoffnung. Und es sollte das Selbstvertrauen, das in den letzten Wochen und Monaten ziemlich gelitten hatte, stärken. Auch wenn es jetzt am kommenden Samstag gegen RB Leipzig, dem Tabellendritten, geht. Spätestens eine Woche darauf kommt der zweite Aufsteiger, der VfB Stuttgart, an die Weser.


Fußball-Bundesliga 2017/2018: SV Werder Bremen – Hannover 96 4:0

Also: Endlich! Vier Tore in einem Spiel. Dafür brauchten die Bremer zuletzt 11 Spiele.

Nach desolater Vorstellung: Werder trennt sich von Trainer Nouri

Am Mittwoch im DFB-Pokalspiel hatte der SV Werder Bremen im Spiel gegen Hoffenheim noch ungehörig viel Glück auf seiner Seite und gewann das Spiel mit 1:0. Zwei durchaus berechtigte Elfmeter wurden den Kraichgauern verwehrt. Gestern nun aber war das Ende der Fahnenstange erreicht. Auch im zehnten Spiel der laufenden Saison konnten die Bremer nicht siegen und unterlagen nach desolater Leistung dem FC Augsburg zu Hause mit 0:3. Heute nun hat sich der Verein von Cheftrainer Alexander Nouri getrennt. U23-Coach Kohfeldt und Borowski übernehmen vorerst.

    Werder Bremen: ein sinkendes Schiff?

Nouri übernahm im September 2016 das Traineramt von Viktor Skripnik beim SV Werder. Der Coach hatte es in der Folge geschafft, die Mannschaft defensiv zu stabilisieren und führte die Bremer zu einem achten Tabellenplatz in der vergangenen Saison. Die Werderaner schnupperten sogar am europäischen Geschäft.

In dieser Spielzeit lief es bei den Grün-Weißen jedoch alles andere als rund. Was nützt eine stabile Abwehr, wenn vorn keine Tore erzielt werden. Zwar hatte Nouri die Mannschaft gegen Augsburg mit zwei Spitzen (Belfodil und Kruse) endlich etwas offensiver aufgestellt. Aber die Verunsicherung war von der ersten Minute an trotz des Sieges gegen Hoffenheim (oder gerade deshalb, denn von Hoffenheimer Seite gab es harsche Kritik am destruktiven Spiel der Bremer) zu spüren.

Nouri war es nicht gelungen, neben der defensiven auch eine offensive Komponente einzurichten. Besonders das Umschaltspiel in die Spitze klappte nicht. Wenn der Erfolg mager ausfällt, die Mannschaft dann im entscheidenden Spiel eine dermaßen bescheidene Leistung zeigt, dann stellt sich natürlich die Frage, ob der Trainer noch der richtige ist. Nicht nur sein taktisches Konzept scheint fehl am Platze zu sein, sondern auch seine Gabe, die Mannschaft hinreichend zu motivieren.

Fußball ist ein kurzlebiges Geschäft. Das gilt besonders für Trainer. Werder hatte in dieser Saison den Anspruch, einmal nicht gegen den Abstieg kämpfen zu müssen. Genau dort sind sie aber gelandet und kommen nicht weg. Nach fast einem Drittel der Spielzeit besteht nun die akute Gefahr, den Anschluss zu verlieren. Werder musste handeln und hat es getan. Jetzt stellt sich natürlich die Frage nach dem Nachfolger. Als heiße Kandidaten gelten Bruno Labbadia, Markus Weinzierl, Andre Schubert, Marcel Koller und U23-Coach Florian Kohfeldt, der zusammen mit Tim Borowski erst einmal die Mannschaft übernimmt. Kohfeldt ist jetzt schon der dritte U23-Trainer (nach Skripnik und Nouri), der Cheftrainer der ersten Mannschaft wird. Bei einem Namen wie Labbadia wird mir gleich ganz schwindelig. Er mag zwar schon die eine oder andere Mannschaft vor dem Abstieg gerettet haben (was jetzt vielleicht tatsächlich das Wichtigste bei Werder ist), aber für Nachhaltigkeit steht er nicht gerade, ein Punkt, der bei Werder von Bedeutung ist (siehe Otto Rehhagel oder Thomas Schaaf). Aber vielleicht ist das heute auch gar nicht mehr so das Ding.

Ob ich einen Wunschkandidaten habe? Zunächst sollte Kohfeldt seine Chance bekommen. Auf Dauer könnte ich mir einen Mann wie den Schweizer Marvel Koller, ehemaliger Trainer der österreichischen Nationalmannschaft, oder Markus Weinzierl (zuletzt Schalke 04) vorstellen. Wir dürfen gespannt sein.

Bereits am Freitagabend werden wir sehen, ob Werder endlich die Kurve bekommt. Da steht das Spiel in Frankfurt an. Die Frankfurter haben bisher das erreicht (einen gesicherten Mittelfeldplatz), was sich die Bremer eigentlich erträumt hatten.

Werder kommt nicht aus den Startlöchern

Ein Fußballspiel beginnt mit einem 0:0. Und was das Spiel des SV Werder in Köln betrifft, fürchtete ich, dass ein Fußballspiel auch so enden kann. Meine Befürchtung wurde wahr. Okay, immerhin nicht in Köln verloren. Aber wirklich weitergekommen sind die Bremer auch nicht. Neun Gegentore in neun Spielen, da sind selbst die Bayern und Dortmund mit sieben Gegentreffern kaum besser. Aber mit nur drei geschossenen Toren – und seit 394 Minuten ohne Tor (das letzte Werder-Tor fiel in Wolfsburg in der 56. Minuten am 5. Spieltag) – sind nur die Kölner gleich schlecht. Daher ja auch meine Befürchtungen … das 0:0.

Alexander Nouri, der Trainer, hatte zuletzt die Abwehr verstärkt (daher nur die 9 Gegentore), dabei aber den Angriff vernachlässigt. Zudem kam die Verletzung von Werders besten Stürmer, Max Kruse, hinzu. Gegen Köln versuchte es Nouri nun endlich offensiver. Aber die Kölner erstickten die anfänglichen Offensivbemühungen der Bremer sehr schnell. Sie setzten ebenfalls wie Werder auf ein 4-2-3-1-System. Defensiv wurde dieses System zu einem 4-4-2. So wurde verhindert, dass Bremen effektiven Raumgewinn erzielen konnte. Das Ergebnis kennen wir. Die wenigen Torchancen wurden vergeben. Aber auch die Kölner trafen das einmal sogar leere Tor nicht.

Bundesliga 2017/2018: 1. FC Köln – SV Werder Bremen 0:0 (9. Spieltag) – Johannes Eggestein stürmt

Werders Trainer konnte noch einmal seine Haut retten. Die Diskussionen um ihn werden nach dem 0:0 in Köln aber nicht weniger. Am Mittwoch geht es gegen die TSG Hoffenheim im DFB-Pokal um das Erreichen des Achtelfinales, dann am Sonntag ebenfalls zu Hause gegen Augsburg bereits schon ‚um die Wurst‘. Gelingt auch hier kein Sieg, dann … dann dürfte die Luft um Alexander Nouri nicht nur sehr dünn, sondern wahrscheinlich leer geworden sein.

Ein Hoffnungsschimmer gibt es aber wieder: Max Kruse spielte nach seiner schweren Schulterverletzung wieder wenige Minuten in Köln. Im Pokalspiel sollte er vielleicht noch geschont werden, um dann gegen Augsburg bereits in der Startelf zu sein: Dann kommt wieder Wind in die Segel! Und Nouris Arsch ist (erst einmal) gerettet!

HSV – SV Werder – die 107te

Morgen fällt zum 107. Mal die Klappe zum norddeutschen Fußball-Derby zwischen dem HSV und dem SV Werder Bremen. Und wie schon in den letzten Jahren, so steht auch diese Partie unter dem dunklen Stern des Abstiegskampfes. O ja, der HSV begann diese Saison zunächst verheißungsvoll mit zwei Siegen, die allerdings mit einigem Glück erzielt wurden, während die Bremer gleich zwei Niederlagen kassierten. Inzwischen sind beide Mannschaft wieder dicht aneinandergerückt, da der HSV die nächsten vier Spiele alle verlor, während Werder immerhin drei Unentschieden herausholte. Aber bisher immer noch einen Sieg.

So stehen beide Mannschaften unter Druck.

Während die Hamburger in den letzten Spielen nicht gerade spielerisch glänzten, zeigten die Bremer durchaus ansprechende Leistungen. Besondern in der Defensive, in den letzten Jahren die absolute Schwachstelle, war die Mannschaft gut aufgestellt. Dafür aber haperte es im Angriff. Schon gab es die ersten Diskussionen um den Trainer. Alexander Nouri sei zu zaghaft. Das Umschaltspiel unausgereift.

Hinzu kam dann auch noch, dass sich Max Kruse am 4. Spieltag im Spiel gegen Schalke 04 nach einem Foul schwer verletzte und sich beim Sturz auf die Schulter das Schlüsselbein brach. Wie gut, dass man kurz vor Toresschluss noch den Algerier Ishak Belfodil von Standard Lüttich ausgeliehen hatte, der jetzt als Kruse-Ersatz aufs Feld auflaufen darf. Bisher hat er ganz ordentlich gespielt, nur fehlen noch die Tore.

Werder - Schalke (4. Spieltag 2017/2018): Max Kruse bricht sich das Schlüsselbein

Ein Sieg wäre jetzt so wichtig, um vor der nächsten Länderspielpause Ruhe in die Mannschaft zu bekommen. – Gleich habe ich Feierabend und dann mit Brückentag und dem Tag der deutschen Vielfältigkeit vier Tage am Stück frei. Da hoffe ich doch das Beste für den SVW von 1899 und damit auf einen gelungenen Wochenendbeginn für mich.

Nein, so doch nicht … (5): Geld regiert den Fußball

Nein, ich komme nicht umhin. Es hat etwas gedauert. Aber dieser 222-Millionen-Transfer des brasilianischen Fußballstars Neymar an die Seine macht auch mich, den Fußball-Freund, sprachlos. Es ist schon einige Zeit her (März 2013), da habe ich gewissermaßen aufgeschrien: Der gekaufte Fußball. Ja, ich weiß: Geld regiert die Welt und damit auch den Fußball!

Nein, so doch nicht (5): Geld regiert den Fußball

Als Diego vom SV Werder Bremen 2009 für rund 25 Millionen Euro zu Juventus Turin wechselte, war das ein warmer Geldregen, den die Bremer gut gebrauchen konnten. Diego kam für rund sechs Millionen Euro 2006 vom FC Porto an die Weser. Trotz hoher Gehaltszahlungen an den Brasilianer also ein deutliches Plus in der Kasse.

Kevin de Bruyne, der die Saison 2012/2013 auf Leihbasis bei den Bremern spielte, wechselte 2015 von Wolfsburg für 74 Millionen Euro zu Manchester City. Für einen gerade einmal 24-Jährigen, wenn sicherlich auch hervorragenden Spieler viel Geld. Damals konnte ich nur mit dem Kopf schütteln.

Schon zuvor gab es mehrere Rekordtransfers, so bereits 2001 Zinédine Zidane für 73,5 Millionen Euro zu Real Madrid, dann Cristiano Ronaldo 2009 für 94 Millionen Euro und erstmals die 100-Millionen-Grenze überschreitend Gareth Bale 2013 für 101 Millionen Euro – beide ebenfalls zu Real Madrid.

Zu Beginn der neuen Saison 2017/2018 ist das alles aber nur noch ein Klacks. Paris SG, seit etwa 2012 fest in der Hand der katarischen Investorengruppe Qatar Sports Investments (QSI), überwies an den FC Barcelona sage und schreibe satte 222 Millionen Euro für den Brasilianer Neymar. Und Barca fiel nichts Besseres ein, als von dem Geld den gerade einmal 20-jährigen Ousmane Dembélé für 105 Millionen Euro von Borussia Dortmund als Neymar-Ersatz zu holen.

Neben Spanien ist es zum Saisonbeginn besonders die englische Premier League, die viel Geld bewegt und über 5,5 Milliarden Euro in neue Spieler investierte. Diese Unsummen können natürlich nur gezahlt werden, wenn zahlungskräftige Investoren bzw. Vereinsinhaber über diese Mittel verfügen. Ein anderer wichtiger Grund sind die TV-Gelder, die an die Vereine ausgezahlt werden. Da liegt der englische Fußball ganz weit vorn.

Es ist nicht neu, dass sich meine 11 Freunde über solche Transfersummen ereifern. Fußballvereine sind längst Wirtschaftsunternehmen. Aber hier baut sich eine Blase auf, die, wir kennen es aus anderen Branchen, sehr schnell platzen kann. Und wie im realen Leben so weitet sich die Kluft zwischen arm und reich, hier zwischen kleinen Vereinen wie z.B. dem SV Werder, und Vereinen wie Paris SG.

Der Artikel zum 222-Millionen-Euro-Tranfer in 11 Freunde enthält drei Kommentare, die ich keinem vorenthalten möchte. Ein gewisser Titus Roleder schrieb:

Immer noch Peanuts zu den Jahreseinkommen der „US“-Hedgefondsmanager. Man erinnere nur an John Paulson, der an der Finanzkrise 2011 insgesamt 4,5 MILLIARDEN US-Dollar innerhalb dieses einen Jahres verdiente. Oder man schaue sich BLACKROCK an. Dank der Ablenkungsmedien ist diese Firma zum Herrscher der kapitalistischen Welt aufgestiegen. Mehr oder minder unbemerkt vom geblendeten Pöbel.

Hierauf gab es als Erwiderung: Hier geht’s um Fußball, Blödmann 😒

Worauf Titus Roleder antwortete:

Und wem gehören ein stattlicher Teil der Fußballclubs in der taktgebenden Premier League? Hoppla, die sind ja im Besitz von US-Hedgefonds…;-)

Geld regiert die Welt – und den Fußball!

Gruß an den Tabellenletzten

Ja, ich weiß: In Hoffenheim zu verlieren, selbst zu Hause gegen die Bayern zu verlieren, ist keine Schande. Aber wer mag das noch hören. Klar, schon in Hoffenheim war für den SV Werder Bremen mehr möglich, eine Punkteteilung vielleicht gerechter als dieses 1:0 für die Kraichgauer durch einen unglücklich abgefälschten Ball. Und gegen die Bayern hielt das Bremer Bollwerk, eine Fünferkette, immerhin bis zur 72. Minute. Dann kamen die vier herausragenden Minuten des Robert Lewandowski. Der Pole traf erst per Hackentrick (72.) nach Vorabreit von Coman und dann per Doppel-Tunnelschuss durch die Beine von Robert Bauer und Keeper Jiri Pavlenka (75.).

Fußball-Bundesliga 2017/2018 – 2. Spieltag: SV Werder – Bayern München – Abseits oder nicht?

Mit dieser Saison gibt es in der Fußball-Bundesliga den Videobeweis. Noch hapert es damit, weil es vor allem keine klare Linie gibt, wann der Video-Assistent eingreifen soll. Sicherlich hätten die Bayern einen Strafstoß bekommen müssen, als ein Bremer Mittelfeldspieler bei einem Eckball in der 41. Minute Lewandowski von hinten geschubst hatte, sodass dieser nicht zum Kopfball hochkam. Aber auch das erste Tor des Polen roch – wenigstens für mich – stark nach Abseits (oder etwa nicht?!).

Ohne Tor und ohne Punkte steht der SV Werder Bremen nach zwei Spieltagen auf dem letzten Tabellenplatz. Sicherlich kein Beinbruch – und doch! Sollten die Bremer erneut nur gegen den Abstieg kämpfen müssen? Oder ist nach nunmehr sieben mageren Jahren endlich wieder ein fettes Jahr zu erwarten?

Vielleicht kommt auch diesmal die Länderspielpause (Qualifikationsspiele zur WM in Russland 2018) zur rechten Zeit. Erst am 10. September geht es für Werder Bremen weiter gegen die Hertha in Berlin. So könnte die Pause wirklich guttun, denn gegen die Bayern ging den Bremern zum Spielende doch sichtlich die Luft aus.

Auch stellt sich die Frage, ob sich der SV Werder noch verstärken wird. Das so genannte Transferfenster ist noch bis zum Donnerstag (31.08.) geöffnet. Aber ob der angesagte Mittelstürmer Paul Onuachu vom dänischen Club FC Midtjylland an die Weser kommt, ist zz. mehr als fraglich. Im Gegenteil besteht die Gefahr, dass für Werder wichtige Spieler den Verein verlassen.

Obwohl die Bremer auf dem letzten Tabellenplatz stehen, haben sie besonders in der Abwehr zwei gute Spiele gezeigt. Gegen die Bayern standen sie sicherlich etwas zu tief in der eigenen Abwehr. Beim Umschaltspiel, das durch die sehr defensive Grundausrichtung mit dem Rückzug tief in die eigene Hälfte aber weite Wege zu überwinden hatte, fehlte dann vorne bei Kontern oft das nachrückende Personal oder auch die Kraft, für den letzten präzisen Pass. Hier muss Alexander Nouri, der Trainer noch etwas feilen. So kommt die Länderspielpause dann doch recht. Gegen die Hertha werden wir mehr wissen.

Ende gut, (fast) alles gut?!

Auch wenn der Abschluss nicht so ganz war, wie man ihn sich wünschte: Die drei letzten Spiele des SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga in dieser Saison boten zwar einigen Spektakel mit vielen Toren, gingen allerdings alle drei verloren (3:4 in Köln, 3:5 gegen Hoffenheim und zuletzt 3:4 in Dortmund). Die Bremer belegen in der Abschlusstabelle den achten Platz. Wer hätte das vor Wochen noch geglaubt.

Und es gibt noch zwei Erfolgsmeldungen: Die U21 (bzw. Werder II) hat den Klassenerhalt in der 3. Liga geschafft. Und die Fußball-Frauen des SV Werder steigen als Meister der Zweiten Bundesliga Nord direkt wieder in die Bundesliga auf.

Gratulation allen Mannschaften!

Fans des SV Werder Bremen

Nun, die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb in der nächsten Saison hat Werder leider verpasst. Ich hoffe nur, dass das keine Auswirkungen auf das Mannschaftsgebilde haben wird. Denn Spieler wie Gnabry und auch Kruse würden gern international auftreten. Auf Sportchef Frank Baumann wartet viel Überzeugungsarbeit, um diese Spieler mindestens eine weitere Saison an der Weser zu halten.

Offen ist auch die weitere Zukunft von Claudio Pizarro. Ohne Zweifel ist er jetzt schon eine Werder-Legende. Aber mit seinen 38 Jahren und seiner Verletzungsanfälligkeit kann und darf man nicht mehr allzu viel von ihm erwarten. Sollte Werder ihn tatsächlich nicht mehr weiter verpflichten, dann hoffe ich aber doch auf ein angemessenes Abschiedsspiel für ihn – und auch für Clemens Fritz.

Auf dem Transfermarkt tut sich inzwischen ja auch schon so einiges. Mit Ludwig Augustinsson (linker Verteidiger) und Jérôme Gondorf (zentrales Mittelfeld), der wohl Florian Grillitsch beerben soll, ist sich Werder einig geworden. Außerdem kommen Spieler zurück, die bis zum 30.6. ausgeliehen waren.

Ich bin gespannt, wie Werder zum Saisonauftakt 2017/2018 aufgestellt sein wird. Und ich hoffe, dass die Mannschaft erst einmal nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben wird.

Worte zum Wochenende (20. KW 2017): Donnerwetter mit Arno

Donnerwetter!

Soll so der ganze kommende Sommer werden? Heiße Luft aus Afrika, die auf kalte Strömungen aus dem Norden trifft. So wird es plötzlich richtig heiß, saugt sich voll mit Feuchtigkeit, um dann krachend die ‚atmosphärischen Spannungen‘ zu entladen? Bitte nicht …

Letzter Spieltag

Also ich glaube nicht, dass der SV Werder Bremen morgen am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga doch noch das schier Unmögliche schafft und sich einen Platz in den Gefilden Europas ergattert. Okay, Platz sieben oder gar sechs ist noch möglich. Aber dann muss es schon ein kleines Fußballwunder geben und Werder in Dortmund gewinnen. Und selbst dann …

Schauen wir auf das letzte Drittel der Tabelle, dann sehen wir dort, dass dem HSV ein Sieg gegen Wolfsburg gelingen muss, um nicht zum dritten Mal in vier Jahren in die Relegation gegen den Dritten der 2. Liga gehen zu müssen. Dort wartet voraussichtlich die Braunschweiger Eintracht. Dreimal ist Bremer recht, aber auch Hamburger? Sollte der HSV also am Ende tatsächlich absteigen?

Worte zum Wochenende (20. KW 2017 – WilliZBlog)

Arno Schmidt

Ich weiß gar nicht mehr, wieso ich dieser Tage auf Arno Schmidt gekommen bin. Ach, doch – da gab es diese Dokumentation über ihn unter dem Titel Mein Herz gehört dem Kopf auf arte.tv (leider nicht mehr verfügbar), die ich mir angeschaut habe. Ein Sonderling und Einzelgänger, der als Heimatvertriebene eine neue Bleibe suchte und diese schließlich im kleinen Heidedorf Bargfeld fand. In „Die Umsiedler“ beschäftigte er sich mit dem damaligen Tabuthema von Flucht und Vertreibung und schildert, wie wenig willkommen er, der mit seiner Frau aus Schlesien fliehen musste, sich in der Bundesrepublik fühlte. Kommt uns das Thema nicht bekannt vor?

Arno Schmidt wurde besonders durch sein 1970 erschienenes Monumentalwerk Zettel’s Traum (okay mit Deppelapostrophe – leitet sich allerdings aus dem Englischen ab) bekannt, ein Monster von über 1300 Seiten und dreispaltig in DIN A 3, das damals als Faksimile (des mit Schreibmaschine, die Randglossen und Streichungen von Hand verfassten Werkes) erschien, weil man es für nicht zu setzen erachtete. Erst im Oktober 2010 erschien im Suhrkamp Verlag die „Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe IV/1. Standardausgabe. Zettel’s Traum“ als gesetztes Buch. Friedrich Forssman arbeitete hieran zuvor etliche Jahre.

Marcel Prousts Auf der Suche nach der verlorenen Zeit, der Ulysses und Finnegans Wake von James Joyce, Alfred Döblins Berlin Alexanderplatz, Der Mann ohne Eigenschaften von Robert Musil (um nur einige dieser kiloschweren literarischen Werke zu nennen), wer hat sie nicht gelesen. Genau: NICHT gelesen!

An Joyce Ulysses (in der Übersetzung von Hans Wollschläger) habe ich mich vor vielen Jahren einmal herangewagt, bin dann aber auf halber Strecke kläglich gescheitert. Sein Finnegans Wake habe ich mir als Finnegans Wehg. Kainnäh ÜbelSätzZung des Wehrkess fun Schämes Scheuss von Dieter H. Stündel zugelegt (enthält neben einer ‚Annäherung‘ auf Deutsch auch das Joyce’sche Original). Döblins Berlin Alexanderplatz kenne ich nur als Fernsehserie in 13 Episoden und einem Epilog (ca. 930 Min lang) von Rainer Werner Fassbinder mit Günter Lamprecht als Franz Biberkopf. Prousts Recherche habe ich als verfilmten Zweiteiler bisher noch ungesehen auf meinem Rechner. Musils Mann ohne Eigenschaften ist als E-Book vorhanden. Und nun auch noch Arno Schmidt?

Es gibt so Sachen, die man auf spätere Zeiten verlegt, wenn man nicht mehr durch Pflichten und sonstige Notwendigkeiten behindert ist, wenn man also ZEIT hat. Da kommt eigentlich nur das Rentenalter in Frage. Da dieses mir aus nicht mehr allzu großer Ferne entgegenwinkt, so werde ich dann meine Yamaha endlich auspacken – und mich mit Inbrunst auf all das Literarische stürzen, was bisher liegengeblieben ist.

Aber jetzt winkt erst einmal das Wochenende. Ich winke zurück …

Worte zum Wochenende (18. KW 2017): ein Filmnachmittag

Was für ein scheußliches Wetter sucht uns in diesen Tage heim. Aber ab morgen soll es wieder besser werden: wärmer, sonniger und auch trocken. Für morgen haben wir Bekannte eingeladen, die sich für unsere Fotos und Videos von unserem Urlaub auf der Hallig Langeneß interessieren. So gibt es bei Kaffee und Kuchen einen Filmnachmittag, allerdings nicht mit „Land unter“.


„Land unter“ auf der Hallig Langeneß (27.12.2016)

Übrigens: In diesem Jahr Sommer werden wir nochmals die Halligen besuchen: Diesmal ist die Hallig Hooge dran. Meine Frau und ich freuen uns schon darauf.

Worte zum Wochenende (18. KW 2017 – WilliZBlog)

25 Jahre Werders Europapokalsieg

Heute Abend spielt in der Fußball-Bundesliga der SV Werder Bremen in Köln und will natürlich die Serie von elf Spielen ohne Niederlage fortsetzen. Europa winkt. Ich habe auf ein Unentschieden getippt, habe aber nichts dagegen, wenn Werder auch dieses Spiel gewinnt.

Apropos Europa: Morgen ist es 25 Jahre her, dass der SV Werder seinen bisher größten fußballerischen Erfolg feierte: Im Endspiel des Europapokals der Pokalsieger gewannen die Bremer am 06.05.1992 im Estádio da Luz von Lissabon gegen die favourisierte Mannschaft des AS Monaco mit 2:0. Wenn ich auf die Mannschaftsaufstellung von damals schaue, so erkenne ich viele Namen, die mir auch heute noch viel sagen: die Torschützen Klaus Allofs (genau der, der viele Jahre später Manager in Bremen wurde) und Wynton ‚Kiwi‘ Rufer, der heute noch als Scout in Asien und Ozeanien für Werder unterwegs ist. Dann als Einwechselspieler Thomas Schaaf, der lange erfolgreich der Trainer der Bremer war. Dieter Eilts, der Ostfriese, der vier Jahre später eine so grandiose Europameisterschaft spielte, Rune Bratseth, als Libero der norwegische Beckenbauer, Mirko Votava, der Mannschaftskapitän, Frank Neubarth, Ullrich Borowka und natürlich Marco Bode, als Nachfolger von Willi Lemke seit dem 25. Oktober 2014 Vorsitzender des Aufsichtsrats beim SV Werder. Okay, auch die restlichen Namen sollen nicht vergessen sein: Jürgen Rollmann (im Tor), Thomas Wolter, Manfred Bockenfeld und Stefan Kohn (als Einwechselspieler). Trainer war damals kein Geringerer als Otto Rehhagel.

Europapokal der Pokalsieger – Finale 1992 Startelf des SV Werder Bremen
Europapokal der Pokalsieger – Finale 1992 Startelf des SV Werder Bremen

Längst gibt es diesen Pokal nicht mehr (zuletzt 1999 ausgespielt), der dann durch den UEFA-Pokal abgelöst wurde und ab der Saison 2009/2010 Europa League heißt.


Europapokal der Pokalsieger – Finale 1992 AS Monaco – SV Werder Bremen 0:2

Endspurt Fußball-BL 2016/2017

Noch vier Spieltage, dann beendet die Fußball-Bundesliga die Saison 2016/2017: Endspurt für alle 18 Vereine. Und für Spannung ist durchaus noch gesorgt. Okay, die Bayern (zz. 70 Punkte) dürften schon wieder Meister werden, auch wenn sie jetzt etwas kränkeln (vom erhofften Triple bleibt nur noch die Meisterschale). Und die weiteren Champions League-Plätze sind eigentlich auch schon vergeben: Aufsteiger Leipzig (62), Dortmund (56) und Hoffenheim (55). Fragt sich nur, ob Dortmund oder Hoffenheim noch in die Qualifikation müssen.

Am Tabellenende ist es besonders spannend. Darmstadt (21), okay, hat wirklich nur noch theoretische Chancen zum Klassenerhalt. Aber davor streiten sich noch fünf Vereine ums Verbleiben in der Bundesliga: Mainz, Wolfsburg und HSV (alle 33 Punkte), Augsburg (32) und Ingolstadt (28). Die schlechtesten Karten dürfte wohl Ingolstadt haben. Aber solch finanziell bestens unterstützte Vereine wie Wolfsburg und der HSV krebsen immer noch da unten herum. Deren Saisonziele sind meilenweit verfehlt.

Und was ist mit Werder? Das Jahr hatte nun wirklich keinen rosigen Start. Aber dann begann eine beispiellose Serie, die augenblicklich zehn Spiele in Folge ohne Niederlage, dabei acht Siege und zwei Unentschieden, also 26 von 30 möglichen Punkte bescherte.

    SV Werder Bremen – 100 %

Das Abstiegsgespenst ist längst verscheucht. Jetzt kämpfen die Bremer plötzlich sogar um einen der beiden Plätze für die Europa League. Ich habe es gewagt, die Spiele der Aspiranten auf diese Plätze zu tippen. Okay, oft ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Aber trotzdem (auch wenn die Übersicht etwas unübersichtlich erscheint):

5 Hertha zz. 46 Punkte tippe + 5 Punkte = 51 Punkte
 A – Werder 0 H – Leipzig 1 A – Darmstadt 1 H – Leverkusen 3
6 Freiburg zz. 44 Punkte tippe + 3 Punkte = 47 Punkte
 A – Darmstadt 1 H Schalke 1 H Ingolstadt 1 A – Bayern 0
7 Werder zz. 42 Punkte tippe + 5 Punkte = 47 Punkte
 H – Hertha 3 A – Köln 1 H – Hoffenheim 1 A – Dortmund 0
8 Köln zz. 41 Punkte tippe + 3 Punkte = 44 Punkte
 A – Dortmund 0 H – Werder 1 A – Leverkusen 1 H – Mainz 1
9 Frankfurt zz. 41 Punkte tippe + 4 Punkte = 45 Punkte
 A – Hoffenheim 0 H – Wolfsburg 3 A – Mainz 1 H – Leipzig 0

Demnach würde die Berliner Hertha auf Platz 5 verbleiben und direkt in die Gruppenphase der Europa League einziehen. Freiburg und Werder hätten am Ende nach meiner Rechnung jeweils 47 Punkte, sodass die Tordifferenz entscheidend wäre. Und da dürfte der SV Werder die Nase vorn haben, was hieße: die Bremer sind mit dabei. Frankfurt zieht noch an Köln vorbei.

Nun denn … Eigentlich sollte man in Bremen froh sein, ein weiteres Jahr Bundesliga-Fußballluft zu schnuppern. Aber wenn man plötzlich so kurz vor einem Ziel steht, das vor einem Vierteljahr lediglich wie ein Hirngespinst erscheinen mochte, dann will man natürlich auch dieses Ziel erreichen. Und so ganz unbedeutend erscheint mir das auch nicht (nicht nur aus finanzieller Sicht gesehen). Denn sollte Werder wirklich in der nächsten Saison auch in Europa spielen, dann stiegen die Chancen, Spieler wie Serge Gnabry, der von Dortmund und Hoffenheim umworben wird, und Thomas Delaney zu halten. Selbst für Torwart Felix Wiedwald, der lange Zeit nur die Nummer zwei im Tor bei Werder war und dann durch grandiose Leistungen überzeugte, zeigen manche Vereine im Ausland Interesse.

Das ist nun einmal die Krux bei Vereinen wie Werder. Überzeugen Spieler durch ihre Leistung, dann stehen andere Vereine mit dem großen Geld vor der Tür, um diese Spieler zu sich zu lotsen. Daher finde ich es ziemlich zwiespältig, wenn sich Werder jetzt für eine Rückholaktion von Davie Selke stark macht. Der war zum 1. Juli 2015 für acht Millionen Euro zu RB Leipzig transferiert worden. Viel Geld für Werder für einen damals Zwanzigjährigen. Nun wird Selke in Leipzig aber nicht glücklich und kommt nur auf wenig Spielpraxis. Leipzig will aber von Werder 12 Millionen Euro, obwohl Selkes Marktwert deutlich gesunken ist. Nichts gegen Selke, aber nicht um jeden Preis! Vielleicht doch noch ein Jahr länger mit Pizarro?

Nun, ich bin gespannt (nicht nur meiner Tipps wegen). Besonders gespannt bin ich auch, wer am Ende aus der Bundesliga absteigen muss (neben Darmstadt Ingolstadt – aber wer kommt in die Relegation? Mainz?). Bleibt der Dino (HSV) weiterhin im Wanken (ein Jahr Liga zwei könnte den Hamburger nicht schaden; aber wie war das mit dem Vater des Gedankens …?!)?

Europa winkt

Bezogen auf die letzten sieben Spieltage entpuppte sich der SV Werder Bremen als die erfolgreichste Mannschaft der Fußball-Bundesliga. Selbst die Bayern (nach dem 0:1 in Hoffenheim) hinken da hinterher. Die Bremen holten 19 von 21 möglichen Punkten und dürften das Abstiegsgespenst langsam, aber sicher verscheucht haben. Was ist geschehen?

Obwohl das Jahr nicht gerade gut für die Bremer begann, so zeigte sich bereits in den Heimspielen gegen Dortmund und den FC Bayern, die zwar beide verloren gingen, wenn auch nur knapp, dass die Mannschaft mehr Potential hat, als viele dachten. Außerdem hatte man sich zur Winterpause mit einem Spieler verstärkt, der nicht nur gleich zum Stammspieler wurde, sondern der auch zum Schlüssel des Erfolgs wurde: Thomas Delaney. Mit seiner Hilfe hat sich die Abwehr deutlich stabilisiert.

Und der Angriff zeigt sich flexibel und effizient. Mit Gnabry, der leider noch immer verletzt ist, Kruse, Bartels, Altmeister Pizarro und auch mit Delaney, wenn er vom Trainer aus offensiver agieren darf, gibt eine ganze Reihe von Spielern, die für ein Tor gut sind. Und natürlich hat sich auch schon so mancher Abwehrspieler in die Torschützenliste eingetragen. Die Mannschaft ist unberechenbar geworden.

SV Werder Bremen – Schalke 04 3:0 – Kruse und Co. feiern

Und in der Ferne winkt sogar Europa. Natürlich ist das noch in weiter Ferne. Erst einmal sollte der Klassenerhalt in trockene Tücher gewickelt sein, denn in diesem Jahr dürften die 35 Punkte, die Werder bisher erzielt hat, kaum reichen, um dem 16. Tabellenplatz, dem Relegationsplatz (Spiele um den Klassenerhalt gegen den Tabellendritten der 2. Liga), zu entgehen. Das Gedrängel am ‚Abgrund‘ ist so groß wie lange nicht. Schon am Freitag im Spiel in Frankfurt könnte die Serie der Bremer reißen. Aber insgesamt sind es noch sieben Spiele bis zum Saisonende. Da ist vieles noch möglich, sogar ein sechster Platz, der für die Qualifikation zur Europa League berechtigt.