Kategorie-Archiv: Fußball: Welt- und Europameisterschaften

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006/2010 & Europameisterschaft 2008

Das Mottenspiel

Was war eigentlich interessanter, der Angriff der Motten oder der der französischen Équipe? Wie befürchtet so war das Endspiel zwischen Portugal und dem Gastgeber Franklreich bei der Fußball-Europameisterschaft 2016 nicht der eigentliche Höhepunkt, sondern eher eines der Spiele, die uns schon zuvor eher gelangweilt und daher nur wenig unterhalten haben. Wären da nicht die Motten, die die Spieler umschwirrten.

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Und wie fast gleichfalls befürchtet, so siegte am Ende der Außenseiter Portugal – und das ohne ihren Superstar Cristiano Ronaldo, der sich nach einem Zusammenprall mit Dimitri Payet am Knie so schwer verletzte, sodass er trotz der Bemühungen der medizinischen Abteilung der Portugiesen nicht weiterspielen konnte. Trotz oder gerade wegen seines Ausfalls gelang der Mannschaft in der Verlängerung das entscheidene Tor. Ronaldo fungierte da gewissermaßen als Ko-Trainer und latschte ungestraft auch durch die Coachingzone der Franzosen. Er genießt eben Narrenfreiheit.

Dimitri Payet bremst Cristiano Ronaldo aus: Euro 2016 Finale Portugal - Frankreich 1:0 n.V.

Wären da nicht die Mannschaften aus Island, Irland und Wales gewesen, diese EM würde man schnell vergessen. Die Aufstockung der Europameisterschaft von 16 auf 24 Mannschaften tut dem Ganzen nicht gut. Spielerisch brachte sie nur wenige Höhepunkte hervor. Und am Ende siegte die Mannschaft, die sich mehr oder weniger durchs Turnier mit wenig Aufwand durchgemogelt hatte. Übrigens wäre Portugal bei einem 16er-Feld bereits in der Gruppenphase ausgeschieden. So kam die Mannschaft als eine der vier besten Gruppendritten gerade noch in die KO-Runde. Und dann waren da ja noch die Motten

Wie wäre es mit Handball …

Aus und vorbei: Obwohl die deutsche Mannschaft im Halbfinale der Euro 2016 gegen Gastgeber Frankreich über weite Strecken das tonangebende Team war, verloren sie 0:2 durch krasse individuelle Fehler. Das Handspiel von Schweinsteiger in der Nachspielzeit der 1. Halbzeit leitete die Niederlage ein. Schon Boateng bescherte im Viertelfinale durch ein Handspiel den Deutschen eine Verlängerung und ein unendliches Elfmeterschießen gegen Italien. Hätte man sich ersparen können. Vielleicht sollten Boateng und Schweisteiger in die Handballabteilung ihrer Vereine wechseln?!

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Ich weiß, in Deutschland gibt es mindestens 80 Millionen Fußballexperten, die es besser wissen als Löw & Co. Aber ich möchte doch anfragen, warum Thomas Müller, der bei der EM nicht ein Bein auf die Erde bekam, auch wieder gegen Frankreich auflaufen durfte. Müller ist ein ganz toller Spieler. Aber bei dieser EM war er nicht einmal ein Schatten seiner selbst. Ohne ihn hätte es für die deutsche Mannschaft nur besser laufen können.

Wer in einem KO-Spiel kein Tor schießt, kann nur eins: verlieren. Da nützen viele Chancen nichts. Wenn die Präsision fehlt, dann fallen keine Tore. Ähnlich erging es leider schon den Walisern gegen Portugal. Denen genügten drei Minuten, um zwei Tore zu schießen und damit ins Finale zu ziehen.

Das Endspiel lautet also Portugal gegen Gastgeber Frankreich. Wer interessiert sich eigentlich für das Spiel? Wären nicht Mannschaften wie Island und Wales und die Anhänger der irischen (und auch nordirischen) Mannschaft, dann wäre das eine tröge, spielerisch magere Europameisterschaft. Was für mich bleibt, das ist der Schlachtruf der Isländer. Der schallte gestern auch noch einmal durch Marseille – die Reverenz der Franzosen an unerschrockene Wikinger aus dem hohen Norden. Vielleicht sollten Mannschaften wie Island, Wales und Irland in Zukunft ein Abo auf die Europameisterschaft bekommen …

AusgeHUHt

Auch der schönste Traum endet einmal: Islands Fußballmannschaft verlor gestern Abend gegen den Gastgeber der Euro 2016, Frankreich, mit 5:2 im Viertelfinale und darf nun den Heimweg antreten. Aber es war ein großartiges Turnier, das die Isländer gespielt und womit sie Europas Fußballherzen im Sturm erobert haben. Die Huh-Rufe der Fans werden wir vermissen.

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Frankreich trifft nun am Donnerstag auf die deutsche Mannschaft, die am Samstagabend zwar ihr Italien-Trauma loswurde (in großen Turnieren verloren sie alle bisherigen vier Spiele gegen die Italiener – zuletzt bei der Euro 2012 im Halbfinale in Warschau mit 1:2), dafür haben sie jetzt aber ein Elfmeter- und ein Verletzten-Trauma. Was da beim entscheidenden Elfmeterschießen in Bordeaux abging, war eher 3. Kreisklasse: Thomas Müller, der schon während des Spiels enttäuschte, mit einem Kullerbällchen, Schweinsteiger mit einem Schuss in die Wolken (Uli Hoeneß lässt grüßen von der EM 1976) – und, zwar kraftvoll geschossen, nur gegen den Pfosten getroffen: Mesut Özil. Das Deutschland weiterkam ist dem gleichfalls großartigen Versagen einiger italienischer Fußballspieler zu verdanken, allen voran Simone Zaza, der extra fürs Elfmeterschießen eingewechselt wurde: Mit seinen Trippelschrittchen kann er sich fürs Ballett bewerben, aber keinen Elfer schießen. Vielleicht sollten all die Herren einmal Ben Lyttletons Buch Elf Meter – Die Kunst des perfekten Strafstoßes lesen.

Euro 2016: Viertelfinale Deutschland-Italien 7:6 – Thomas Müller vergeigt einen Elfer

Neben der Gelbsperre für Hummels fallen durch Verletzung Gomez und Khedira für das Halbfinale gegen Frankreich aus. Schweinsteiger ist lädiert. Keine allzu guten Voraussetzungen für das deutsche Team. Für mich sind die Franzosen Favorit. Im ersten Halbfinale am Mittwoch zwischen Portugal und Wales treffen zwei Superstars von Real Madrid aufeinander: Cristiano Ronaldo und Gareth Bale. Wem meine Sympathie gehört, brauche ich wohl nicht zu sagen: Bale und seinen Waliser! Was die Isländer nicht geschafft haben, das Finale anzusteuern, sollte Wales vielleicht gelingen: Wie Island so wurde auch Wales als großer Außenseiter gehandelt. Aber beide Mannschaften überzeugten durch mannschaftliche Geschlossenheit, wobei die Waliser auch spielerisch (z.B. beim 3:1-Sieg gegen den Favoriten Belgien) überzeugen konnten. Ymlaen Cymru! Vorwärts Wales!

Worte zum Wochenende (26. KW 2016)

Die Euro 2016 in Frankreich geht in ihre letzte, allerdings entscheidende Phase. Gestern mit dem Sieg im Elfmeterschießen der Portugiesen gegen Polen begann das Viertelfinale. Es kommen jetzt nur noch schlappe sechs Spiele (45 liegen schon hinter uns). Nach Wales-Belgien heute Abend (wird der sportliche Brexit nun endgültig vollzogen?), folgt morgen das Spiel der deutschen Mannschaft gegen Italien. Und am Sonntag empfängt dann der Gastgeber Frankreich die Huh-huh-uh-Truppe aus Ísland. Meine Daumen sind schon blau angelaufen vom vielen Däumchendrücken (hat ja aber doch was genützt, oder liebe Isländer?).

Ist Euch eigentlich schon aufgefallen, dass Portugal, die sich bis unter die letzten vier Mannschaften geschlichen haben, in keinem ihrer bisherigen Spiele nach 90 Minuten gesiegt hätte? Drei Unentschieden in der Gruppenphase, ein 1:0 erst in der Verlängerung gegen Kroatien und jetzt der Sieg nur durch Elfmeterschießen! Cristiano Ronaldo, der Minimalist!

Worte zum Wochenende (26. KW 2016 – WilliZBlog)

Und: Die isländischen Trikots (die blauen Heim-Trikots) sind inzwischen ausverkauft (nur die weißen Auswärts-Trikots sind wohl noch zu haben). Der italienische Sportartikelhersteller, der die isländische Mannschaft ausstattet, dürfte sich die Hände reiben, während die deutschen Trikots bisher noch nicht die gewünschte Käuferschar gefunden haben. Also muss der Europameistertitel her, sonst geht Adidas noch pleite?! Übrigens: Ich sitze hier mit einem himmelblau-farbenen Island-T-Shirt. Die gibt es noch. Kam gestern mit der Post (Foto folgt). Hoffe, es über den Sonntag hinaus tragen zu dürfen.

Ja, das Wochenende steht wieder vor der Tür. Und bei mir winkt auch schon mein Sommerurlaub. Guckt man auf die Wetterkarte, dann werden einem nicht nur vom Weinen die Augen feucht. Es ist zum Heulen, was uns da die nächsten zwei Wochen prognostiziert wird. Abends kann ich mich ja noch mit Fußball trösten (wirklich trösten wohl nicht, es sei denn, statt des taktischen Geplänkels gibt’s endlich Fußball, richtigen Fußball), aber sonst?

siehe auch:
Worte zum Wochenende (20. KW 2016)
Worte zum Wochenende (23. KW 2016)
Worte zum Wochenende (25. KW 2016)

Englands Abschied von Europa

Es ist schon traurig, was Englands Obere zu bieten haben. David Cameron wirft hin. Und Roy Hodgson auch. Nach dem Brexit jetzt das Aus der englischen Nationalmannschaft bei der Euro 2016 in Frankreich. Der eine, Cameron, Noch-Premierminister von Großbritannien, dürfte von Londons früherer Ex-Bürgermeister Boris Johnson, der sich an die Spitze der Brexit-Kampagne gestellt hatte, beerbt werden. Noch so ein schräger blonder Wirrkopf! Der andere, Hodgson, hat als Trainer ausgedient. Da ging so einiges gehörig schief im ‚Vereinigten Königreich‘ in diesen Tagen.

Islands Fan – Achtelfinale Euro 2016: England – Island 1:2

Ísland hat sein erstes KO-Spiel bei einem großen Fußball-Turnier überstanden und die Engländer nach einem 2:1-Sieg und aufopferungsvollem Kampf besiegt. Wenig beeindruckt vom Rückstand durch einen von Wayne Rooney verwandelten Foulelfmeter (4.) drehte Island das Spiel innerhalb von zwölf Minuten. Zunächst traf der ehemalige Hoffenheimer Gylfi Sigurðsson nach einem längst bekannten Einwurf-Trick (6.), dann sah Englands Torhüter Joe Hart beim Schuss von Kolbeinn Sigþórsson schlecht aus (18.). Je länger das Spiel dauerte, desto entnervter wurden die Engländer: Sie hatten die meiste Zeit den Ball, aber sie wussten damit nichts anzufangen – auch Rooney nicht. Die Isländer rannten und kämpften die Lücken zu, sie warfen sich in jeden Ball. Und sie erzwangen ihr Glück.

Ich gestehe, mich selten so für eine Mannschaft gefreut zu haben. Es heißt weiterhin: Áfram Ísland! Und jetzt gegen den Gastgeber Frankreich am Sonntag um 21 Uhr. Wer weiß, was noch alles möglich ist?

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Abgesehen von Island glaube ich nun doch fast, dass Deutschland Europameister werden könnte. Okay, die Belgier haben gegen Ungarn beim 4:0-Sieg ganz ordentlich gespielt. Der gestrige 2:0-Sieg der Italiener gegen den noch amtierenden Europameister Spanien geht in Ordnung, denn besonders in der 1. Halbzeit agierten die Spanier wie unter Einwirkung von Schlafmitteln. In der 2. Halbzeit war dann die Altherrentruppe Italiens wie ausgelaugt, hatte aber auch da noch die besseren Torchancen. Außerdem hat das deutsche Team gegen die Italiener (beide treffen am Samstag im Viertelfinale aufeinander) eine Rechnung von der letzten EM offen, als Italien im Halbfinale die Deutschen 2:1 schlug. Deutschlands 3:0-Sieg gegen die Slowakei hätte gut und gern auch höher ausfallen können. Und die anderen Teams mühten sich mehr recht als schlecht durchs Achtelfinale: Polen erst im Elfmeterschießen, Portugal in der Verlängerung, Wales und Frankreich mit knappen Siegen. Nach zwei Ruhetagen geht es dann am Donnerstag mit den Viertelfinalspielen weiter. Und natürlich drücke ich da besonders den Isländern wieder die Daumen!

Worte zum Wochenende (25. KW 2016)

Oh je, müssen jetzt die Fußball-Teams aus England und Wales die Heimreise antreten, weil ihr Wahlvolk für Brexit, also dem Austritt aus der EU gestimmt hat (Nordirland dürfte bleiben, dort war man mehrheitlich für den Verbleib)? Keine EU, keine EM? 😉

Worte zum Wochenende (25. KW 2016 – WilliZBlog)

So richtig glauben mag man es noch nicht, dass bei einer Wahlbeteiligung von immerhin 72,2 % 17,41 Millionen Briten (51,9 %) für Brexit und ‚nur‘16,14 Millionen Briten (48,1 %) für den Verbleib gestimmt haben.

    EU-Referendum Brexit – Ergebnis nach ‚Nationen‘

Neben den Nordiren sind es vor allem die Schotten, die weiterhin in der EU bleiben möchten. Die hätten vor zwei Jahren wohl doch besser für ihre Unabhängigkeit stimmen sollen: (Leave won by 52% to 48% with England and Wales voting strongly for Brexit, while London, Scotland and Northern Ireland backed staying in the EU). Was nicht ist, kann aber doch noch werden.

Natürlich ist der Brexit Top-Thema des heutigen Tages. Stellvertretend möchte ich einen Kommentar auf der Facebookseite der Scottish National Party (SNP) hier aufführen: Hope you are accepting immigrants from Wales when you get independence.

    EU-Referendum Brexit – ‚lokale‘ Ergebnisse

Apropos Fußball und EM: Morgen geht’s (endlich) wieder weiter mit den Achtelfinalspielen. Ab da gilt das KO-System. Wie gestern erwähnt so teilt sich die KO-Phase in zwei Stränge, wobei sich die Favoriten schon vor dem Finale eliminieren werden: Spanien, Italien, England, Frankreich und Deutschland werden sich schon vor dem Finale begegnen und gegenseitig ausschalten. Im zweiten ‚Strang‘ befinden sich die vermeintlichen Außenseiter wie die Schweiz, Polen, Kroatien, Portugal oder Belgien. Hätte das deutsche Team gegen Nordirland 1:1 gespielt statt mit 1:0 zu siegen, dann wären sie ‚nur‘ Gruppenzweiter geworden und hätten es mit den (ich wiederhole es: vermeintlich) leichteren Gegnern zu tun. Ein Eigentor kurz vor Ende des Spiels wäre doch machbar gewesen, oder? 😉 Und statt der Slowakei wäre die Schweiz am Wochenende Gegner des deutschen Teams. Ziemlich absurd das Ganze (weil aber eben auch Mannschaften wie England und Spanien ‚nur‘ Zweite in ihren Gruppen wurden).

Worte zum Wochenende (20. KW 2016)
Worte zum Wochenende (23. KW 2016)

Áfram Ísland!

Eigentlich wollte ich hier etwas über die maue Torausbeute bei der Euro 2016 in Frankreich schreiben. Und wie so mancher Fußballstar nicht die Kurve bekommt:

Bisher war es eine Meisterschaft der Kollektive. So konnten sich Mannschaften wie Nordirland, Island oder Irland (ja, auch die!) fürs Achtelfinale qualifizieren, die durch mannschaftliche Geschlossenheit – besonders in der Abwehr – überzeugen konnten. Von den großen Star konnten nur wenige überzeugen, sicherlich Andrés Iniesta, der aber die 2:1-Nierderlage der Spanier gegen Kroatien auch nicht verhindern konnte (Sergio Ramos hatte bisher nicht seine besten Tage) – und vielleicht Gareth Bale, der mit seinen walisischen Mannen trotz der unglücklichen Niederlage gegen England den Gruppensieg (vor England) einfahren konnte. Und das dürfte noch nicht das Ende sein

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Der gestrige Tag begann nicht besonders. Als ich aber nach Hause kam, kreuzte mein Sohn (der jüngere der beiden) freudestrahlend meine Bahn: Er hatte morgens ein Vorstellungsgespräch und hat ab 1. August den Job. SUPER! Und dann gab es gestern das Spiel der Isländer gegen Österreich. Ein Unentschieden hätte den Nordmännern zum Weiterkommen gereicht. Und nach einem Lattentreffer war es nach knapp 18 Minuten Kolbeinn Sigþórsson, der den Ball zum 1:0 für Island in die Maschen des Tores jagte. Nach dem Ausgleich für Österreich nach 60 Minuten schien die isländische Mannschaft zu wanken. Aber die Abwehr hielt dicht. Und durch einen Konter in der Nachspielzeit gelang dann durch Arnór Ingvi Traustason sogar noch der Siegtreffer für Island. Áfram Ísland! Vorwärts Island! Als Gruppenzweiter – vor Portugal, geht es nun gegen England im Achtelfinale. Was für eine Geschichte!

Euro 2016 in Frankreich: Isländische Fans

Natürlich hatten die Isländer viel Glück. Aber das Glück ist bekanntlich mit den Tüchtigen. Und überhaupt: halb Europa hat die isländische Mannschaft inzwischen adoptiert. So wie viele den Iren die Däumchen drücken (allein schon wegen ihrer unbeschreiblichen Fans), so halten viele zu Island. Und auch Islands Fan kann man nur ins Herz schließen. Oder auch wie ich in einem Kommentar bei 11freunde.de las: … „wenn sich die Mannschaftsaufstellung schon liest wie aus ‚Wickie und die starken Männer‘ kann das nur gut werden: ISLAND!“Hannes Þór Halldórsson, Ragnar Sigurðsson, Aron Gunnarsson, Theódór Elmar Bjarnason, Jón Daði Böðvarsson und natürlich Eiður Guðjohnsen. Nordisch-lyrischer Singsang wie aus der Edda.

Nun auch Irland hat es geschafft. Und so dürfen wir uns neben den Isländern weiterhin auch an den Iren und ihren Fans erfreuen. Die Euro ist gottlob nicht nur ein kommerzielles, taktisch defensiv ausgerichtetes Unternehmen. Auch wenn die Iren und Isländer nicht immer den technisch ausgefeiltesten Fußball bieten. Man bangt mit ihnen, hält die Daumen und freut sich über jede halbwegs gelungene Aktion. Glückwunsch an Irland, Island – auch die Nordiren will ich nicht gegessen!

Euro 2016 in Frankreich: Isländische Fans

Gestern endet also die Gruppenphase. Damit sind bereits 36 von 51 Spielen Fußball-Geschichte (über 70 %). Nach zwei Tagen Pause geht’s dann am Samstag mit den Achtelfinalspielen in der KO-Phase weiter, und damit, ganz ehrlich, beginnt die eigentliche Europameisterschaft.

Neben Island und Irland freut mich natürlich auch das bisher gute Abschneiden der walisischen Mannschaft um Superstar Gareth Bale. Ja, ich und meine Affinität zum ‚Nordischen‘ bzw. Britischen. Nicht umsonst haben meine beiden Söhne als Zweitnamen Namen aus Island (Einar) und Wales (Vaughan – abgeleitet von fechan = klein (Walisisch)).

Und die KO-Phase teilt sich in zwei Stränge, wobei sich die Favoriten schon vor dem Finale eliminieren werden: Was haben Spanien, Italien, England, Frankreich und Deutschland gemeinsam? Diese EM-Mitfavoriten werden sich schon vor dem Finale begegnen und gegenseitig ausschalten. Die Chance, dass es dagegen ein vermeintlicher Außenseiter ins Finale schafft, ist größer denn je (Schweiz, Polen, Kroatien, Portugal oder Belgien).

Mit Zlatan Ibrahimović (Schweden) und Tomáš Rosický (Tschechien) haben sich zwei Altstars bereits von der Euro 2016 verabschiedet. Hinzu kommt Zlatko Junuzović (Österreich), der durch eine Verletzung und dann durch das frühe Ausscheiden seiner Mannschaft leider nicht auf sich hat aufmerksam machen können. Vielleicht ganz gut für den SV Werder Bremen, denn dann wird ihm wohl nichts anderes übrig bleiben, als in Bremen zu bleiben.

Gestern ist wohl der Knoten bei Cristiano Ronaldo (Portugal) geplatzt. Mit zwei sehenswerten Toren meldete er sich und Portugal zurück im Euro-Geschehen. Bei anderen ist es noch nicht soweit: Robert Lewandowski (Polen) und Paul Pogba (Frankreich) enttäuschten bisher. Luka Modrić (Kroatien) muss sich auch erst noch beweisen (war zuletzt verletzt ausgeschieden).

Und Russland, der Gastgeber der nächsten Weltmeisterschaft 2018? Die zweitälteste Mannschaft (nach Italien) schied sang- und klanglos aus. Es reichte nur zu einem Unentschieden gegen England. Lediglich die brutalen russischen Hooligans machten auf sich aufmerksam. Mich wundert es, dass Putin nicht längst eingegriffen hat, um den russischen Fußball auf den ‚richtigen Weg‘ zu bringen. Ein Umbruch der Mannschaft zwei Jahre vor der WM kommt reichlich spät. Und die Gefahr vor gewaltbereiten Hooligans? Das wird Putin allerdings schon zu regeln wissen. Notfalls wandern die in den Knast. Oder mit ihren guten Kontakten zur Politik werden sie sich schon ruhig verhalten (vielleicht dürfen sie auch mit Duldung höchster Stellen den einen oder andern schwulen Fußballfan ‚zur Raison‘ bringen).

Am Samstag geht’s also weiter. Natürlich gucke ich auch die Spiele der deutschen Mannschaft. Ich sehe da noch reichlich Steigerungspotential. Aber das deutsche Team ist bekanntlich eine Turniermannschaft und hat sich immer zur rechten Zeit – von kleinen Hängern abgesehen – finden können. Die Slowakei ist der nächste Gegner (Sonntag, 26.06., um 18 Uhr), gegen die es allerdings in der Vorbereitung eine 1:3-Niederlage hagelte.

Putin und die Hooligans

Die offensichtlich gut organisierten russischen Hooligans bei der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich sind extrem nationalistisch, also ganz im Sinne von Präsident Putin. Mit Sport wird in Russland Außenpolitik betrieben – entsprechend eng sind die Verbindungen zwischen der Szene und der Politik. (Quelle: tagesschau.de)

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Da gibt es das staatlich gesteuerte Doping, sodass Überlegungen angestellt werden, Russland bei der im August d.J. in Rio stattfindenden Olympiade auszuschließen. Und bei der Vergabe der nächsten Fußball-Weltmeisterschaft 2018 an Russland dürfte die Korrumpierbarkeit einige FIFA-Offiziellen ausgenutzt worden sein.

Zurück nach Frankreich: Etwa 150 russische Hooligans waren an den Ausschreitungen zwischen Fangruppen in Marseille beteiligt. „Sie sind gekommen, um sich zu schlagen“, sagte Staatsanwalt Brice Robin über die „extrem trainierten“ ‚Fußballanhänger‘. Die Polizei konnte keinen von ihnen festnehmen. Sie hätten extrem schnell gehandelt und seien dann wieder verschwunden. (Quelle: sportschau.de)

Russische Hooligans hatten sich am Samstag in der französischen Hafenstadt Marseille vor einem EM-Spiel einen brutalen Straßenkampf mit überwiegend englischen Fußballfans geliefert, es gab mehrere Schwerverletzte. Inzwischen wurden drei der beteiligten russischen Hooligans identifiziert und am Donnerstag im Schnellverfahren in Frankreich zu Haftstrafen verurteilt.

Sechs weitere russische Hooligans haben auf ihrer Rückreise aus Marseille in Köln spanische Touristen angegriffen und einen von ihnen schwer verletzt. Die gewalttätigen Fußballfans seien daraufhin in Polizeigewahrsam genommen worden, teilte die Polizei Köln mit. Die 26 bis 30 Jahre alten Männer seien am Donnerstagabend gegen 19 Uhr „äußerst aggressiv und brutal“ auf die Touristen losgegangen. (Quelle: heute.de)

Für Empörung hatte die Äußerung des russischen Parlaments-Vizepräsidenten Igor Lebedew gesorgt, der nach den Ausschreitungen rund um das EM-Spiel zwischen Russland und England in Marseille erklärt hatte, er könne nichts Schlimmes an kämpfenden Fans finden: „Eher im Gegenteil. Bravo, Jungs. Macht weiter so“, hatte Lebedew bei Twitter geschrieben. (Quelle: heute.de)

Natürlich sind auch ‚Anhänger‘ anderer Nationalmannschaften an Ausschreitungen beteiligt. So deutsche ‚Fans‘ von Dynamo Dresden, denen die Einreise nach Frankreich verweigert wurde. Dresden? Warum kommt mir das so bekannt vor?

Es ist nicht das erste Mal, dass deutsche ‚Fans‘ unrühmliche Fußballgeschichte geschrieben haben. So wurde bei der Weltmeisterschaft 1998 – ebenfalls in Frankreich – im nordfranzösischen Lens der Polizist Daniel Nivel durch deutsche Hooligans zusammengeschlagen und lebensgefährlich verletzt. Er überlebte den Vorfall, ist heute aber schwerbehindert und kann sich an nichts mehr erinnern. (Quelle: de.wikipedia.org)

Und bereits knapp zwei Jahre zuvor bei einem Testspiel am 4. September 1996 in Zabrze zwischen Deutschland und Polen interessierten die Tore von Oliver Bierhoff und Jürgen Klinsmann niemanden – es wurde einer der dunkelsten Tage in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Denn ein Teil der Fans, die die Mannschaft begleiteten, fielen mit antisemitischen Gesängen und Plakaten auf. „Schindler-Juden, wir grüßen Euch“, war zu lesen – „Wir sind wieder einmarschiert“, war zu hören. Ausschreitungen auf den Rängen gab es ebenfalls. „15 Jahre hat es gedauert, ehe Deutschland mal wieder ein Länderspiel in Polen ausgetragen hat, von uns aus darf es nun wieder 15 Jahre dauern“, wurde später ein polnischer Polizist in Medien zitiert. Er sollte Recht behalten. Außenminister Klaus Kinkel schrieb der polnischen Regierung: „Ich schäme mich.“ (Quelle: sportschau.de)


Deutschland – Polen in 1996 Zabrze

Natürlich gibt auch eine sportliche Seite der Fußball-Europameisterschaft. So taten sich Frankreich gegen Albanien und England gegen Wales bei ihren knappen Siegen äußerst schwer, die erst in der Nachspielzeit klar gemacht werden konnten. Und dem deutschen Team ging es nicht besser: Gestern reichte es nur zu einem 0:0 gegen Polen. Bereits zuvor hatten die Nordiren überraschend 2:0 gegen die Ukraine gewonnen, so wie schon am Dienstag Ungarn die Österreicher und am Mittwoch die Slowakei die Russen aus ihren EM-Träume rissen.

Es ist eine EM der wenigen Tore, die zudem oft erst in der Nachspielzeit fallen. Und weiterhin wird viel Beton angerührt. Ich denke, dass es keine so gute Idee war, die EM von 16 auf 24 Mannschaften aufzustocken.

Ist wirklich nur jeder zehnte Isländer in Frankreich?

Ja, da wurde bisher viel Beton in Frankreich bei der Fußball-Europameisterschaft angerührt. Im Eröffnungsspiel machten es die Rumänen dem Gastgeber Frankreich reichlich schwer. Besonders viel Beton rührten die Tschechen gegen Spanien an. Die Mauer aus zehn Spielern hielt dann auch bis zur 87. Spielminute, um dann doch noch zu fallen. Die Nordiren vergaßen es über eine Stunde, eigene Angriffe gegen Polen zu starten. Alle Betonmischer wurden dann am Ende bestraft.

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Auch die isländische Mannschaft war defensiv gegen das übermächtig scheinende Portugal mit Superstar Cristiano Ronaldo eingestellt. Auch hier wurde kräftig Beton gerührt. Aber immerhin wagte man doch auch Schritte nach vorn – und wurde dafür am Ende mit einem durchaus sensationell zu nennenden 1:1-Unentschieden belohnt (siehe den etwas anderen Liveticker zum Spiel auf 11freunde.de)

Euro 2016: Portugal – Island 1:1 – die isländischen Fans feiern ihre Mannschaft

Vor der Euro 2016 überlegte ich, mir vielleicht auch einmal ein Fußballtrikot anzuschaffen. Natürlich dachte ich da gleich an das isländische Team als den großen Außenseiter. Allerdings fand ich dann 70 € für das ‚Auswärts‘- und sogar 80 € für das Errea Island Home EM 2016 Trikot doch ziemlich teuer. Vielleicht hätte ich aber doch …

Gestern endete der 1. Spieltag in der Gruppenphase dieser EM. Neben der Island-Überraschung gab es weitere Ergebnisse, mit denen man so kaum rechnen konnte. Wales mit Gareth Bale siegte 2:1 gegen stärker eingeschätzte Slowaken (die in der Vorbereitung immerhin die deutsche Mannschaft 3:1 besiegten). Junge Belgier mussten sich von der alten italienischen Garde 0:2 geschlagen geben. Und gestern bekamen die Träume der Österreicher nach dem 0:2 gegen Ungarn einen gehörigen Dämpfer (Sitzen zwei Rentner vor dem Fernseher. Sagt der eine: Gleich spielt Österreich-Ungarn. Fragt der andere. Und gegen wen?). Auch das 1:1 der ebenfalls ältlichen Russen gegen England war überraschend.

Als bisher bestes Spiel muss man die Partie Deutschland – Ukraine werten (vor allem die 1. Halbzeit). Dank der hervorragenden Leistung von Manuel Neuer im Tor konnte die deutsche Mannschaft am Ende einen zwar verdienten, aber doch mühevollen 2:0-Sieg feiern. Morgen geht es gegen Polen, die sich gegen die Nordiren dank deren Mauer-Beton-Taktik sehr schwer taten.

Noch einmal zu Island: Was haben Island und Bielefeld gemeinsam? Nein, nichts mit Verschwörungstheorien und so. Beide haben mit rund 330.000 Menschen etwa die gleiche Einwohnerzahl. Man schätzt, dass sich zz. etwa zehn Prozent der isländischen Bevölkerung mit ihrer Mannschaft in Frankreich aufhalten, also mit rund 30.000 Mann und Maus. „Zum ersten Gruppenspiel reisten ganze Familien an. Mütter schoben Kinderwagen mit der Nationalfahne, Großväter humpelten am Krückstock, aber in Trikot durch Saint-Étienne.“

Um auf die Frage zurückzukommen: Ist wirklich nur jeder zehnte Isländer in Frankreich? – „Gerade in den Schlussminuten wirkte es nicht so, als sei jeder zehnte Isländer vor Ort. Sondern alle 300.000 Einwohner am eigenen Sechzehner.“ (siehe 11freunde.de)

Eines ist sicher: Ich werde auch bei den zwei weiteren Spielen gegen Ungarn und Österreich den Isländern die Daumen drücken und aufs Weiterkommen hoffen. Gangi ykkur vel! – wie der Wikinger sagt!

Worte zum Wochenende (23. KW 2016)

Vorwort: Gestern fand ja die Informationsveranstaltung der Planungsgemeinschaft Nord GmbH aus Rotenburg (PGN) zum Bauvorhaben „Am Bahnhof 9/9a“ in Tostedt statt (siehe: Abriss von “Tostedts Schandfleck” – Teil 3). Dazu später mehr. Ich muss mindestens noch einige Nächte darüber schlafen. Außerdem möchte ich etwas Material zu den architektonischen ‚Meisterleistungen‘, die in letzter Zeit in Tostedt entstanden, sammeln und hier zu Vergleichszwecken dokumentieren.

Schon wieder steht das Wochenende vor der Tür (Betonung liegt auf: Wochenende, leider nicht so sehr auf: schon wieder)! Und Juni ist es bereits geworden. Da winkt in nicht mehr so weiter Ferne der Urlaub, der sommerliche.

Worte zum Wochenende (23. KW 2016 – WilliZBlog)

Apropos Sommer: Im April hatten wir ja bereits eine ganze Woche Hochsommerwetter. Der Mai war eher durchwachsen. Und seit Ende Mai ist es zwar wieder hochsommerlich, allerdings mit großen Schönheitsfehlern: Unwetter ziehen über Deutschland und schädigen sowohl Leib wie Gut – und ein Ende ist irgendwie nicht in Sicht. Sollte der ganze Sommer so werden? Ich hoffe nicht …

Auch in Frankreich haben Unwetter große Schäden angerichtet. Der Pegelstand der Seine war so hoch wie lange nicht mehr. Und heute beginnt die Fußballeuropameisterschaft der Männer, kurz Euro 2016 genannt, mit dem Spiel des Gastgebers Frankreich gegen Rumänien.

    UEFA Euro 2016 in Frankreich

Es ist nicht nur das Wetter, das diese EM eintrüben könnte. Da sind die Streiks (u.a. bei der Bahn und der Fluggesellschaft Air France), die zu erheblichen Beeinträchtigungen führen können. Und über allem schwebt das Schwert des Damokles: die Gefahr von Terroranschlägen.

Zu dem ganzen Kommerz auch dieser sportlichen Großveranstaltung heute kein Wort. Aber doch noch ein Wort zu Gauland und der von ihm entfachten Nachbarschaftsdiskussion. Als die GDL den Bahnverkehr in Deutschland lahmlegte, kam der Autoverleiher Sixt auf die Idee zu einer witzigen Werbekampagne:

GDL-Ungetüm Weselsky

Jetzt ist Herr Gauland, AfD-Vize und an AfDemenz leidend, zum Gegenstand des Gespötts ebenfalls bei Sixt geworden.

AfD-Ungetüm Gauland

Und das ein politisches Statement nicht immer komplex sein muss, sondern auch ‘ohne Worte’ voll ins Schwarze treffen kann, hat der CDU-Abgeordnete im Landtag von Brandenburg, Sven Petke, bewiesen. Als Sitznachbar von Herr Gauland muss dieser es nun ertragen, einen Nachbarn zu haben, den er eigentlich nicht will (gilt wohl für Herrn Petke wie Herrn Gauland):

Nun Deutschland greift am Sonntagabend ab 21 Uhr ins EM-Geschehen ein. Es geht dann gegen die Ukraine und das sicherlich auch mit Jérôme Boateng!

(letzte) Worte zum Wochenende (20. KW 2016)

Münchhausens Zopf

Wolfgang Niersbach ist von seinem Amt als Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB) zurückgetreten. Was sagt uns das? Es muss mehr daran sein, als bisher vermutet: Hat Deutschland sein so genanntes „Sommermärchen“, die Fußball-Weltmeisterschaft 2006, gekauft, indem mindestens ein Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, der für Deutschland als Ausrichter der WM gestimmt hat, bestochen wurde? Bei Ermittlungen sei ein Schriftstück gefunden worden, das diesen Verdacht erhärte.

Niersbach übernimmt die „politische Verantwortung“ in diesem Skandal, ohne sich nach wie vor selbst für etwas verantwortlich zu fühlen. Logisch, er ist genauso ein unschuldiges Lamm wie Blatter, der noch amtierende Präsident des Weltfußballverbandes, die FIFA.

Bei der Vergabe von Fußballweltmeisterschaften an bestimmte Länder war hinter vorgehaltener Hand immer wieder von Mauscheleien die Rede, besonders zuletzt bei der Vergabe der WM 2022 an Katar. Im Oktober 2010 wurden Korruptionsvorwürfe laut: Zwei Reporter der „Sunday Times“ gaben sich als Lobbyisten amerikanischer Firmen aus und boten zwei Mitgliedern des FIFA-Exekutivkomitees hohe Geldsummen an, falls sie den USA ihre Stimme als Austragungsort für 2022 geben würden. Beide Funktionäre gingen auf diese Angebote ein mit der Angabe, sie wollten die angebotenen Summen in die Fußball-Infrastruktur stecken.

Ähnlich wird es sich nun auch bei der Vergabe der WM 2006 an Deutschland verhalten haben. Im Zentrum der gesamten Affäre steht eine Zahlung von 6,7 Millionen Euro, die der frühere adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus zunächst für das deutsche WM-Organisationskomitee an die FIFA überwiesen hat und die dann im Jahr 2005 unter falscher Deklarierung von den deutschen WM-Machern an den Franzosen zurückfloss.

Mir erscheint es so, als gebärdeten sich FIFA und DFB wie Staaten im Staate, als gelten für sie Gesetze einfach nicht, so als könnten sie entgegen jeden Anstandsregeln mit Geld jonglieren, wie es ihnen gefällt. Natürlich wissen das global agierende Firmen zu nutzen. Kein Wunder also, wenn ein Sportartikelhersteller viel Geld springen lässt, um sich damit ein Stück am Kuchen namens Weltfußball zu erwerben. Eine Hand wäscht die andere. Man kennt es zuletzt gar nicht anders bei den Herren Fußballfunktionären. Da wandert dann schon einmal die eine oder andere Million in die eigene Tasche.

So ist die FIFA längst in einem Korruptionssumpf versunken. Und auch beim DFB ist es kaum besser bestellt. Geschweige denn beim europäischen Fußballverband, der UEFA, mit Herrn Platini an ihrer Spitze, der sich gern als Saubermann auszugeben trachtet und Nachfolger von Blatter als FIFA-Präsident werden möchte, selbst aber mit beiden Beinen im Sumpf feststeckt.

    Baron von Münchhausen zieht sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf

All diesen Verbänden muss es jetzt wie einst dem Baron von Münchhausen gehen: sie müssen sich am eigenen Zopf aus dem Sumpf ziehen. Ob das gelingt, bleibt fraglich. Neue Männer oder gar Frauen braucht der Fußball an seiner Spitze. Aber längst ist Fußball ein lukratives Milliardengeschäft. Da trachtet jeder nach seinem eigenen Vorteil. Da wird wahrscheinlich auch der integerste Charakter schnell zum Schwein.