Kategorie-Archiv: Familie

Familien-Tagebuch

Einladungskarten für festliche Anlässe

Als mich meine Frau vor …, nun vielen Jahren zum Ehemann nahm, da ließen wir uns für die Hochzeitsfeier Einladungskarten drucken. Das Ganze war ziemlich aufwändig, musste in einer Druckerei bis in jede Einzelheit geklärt werden – und kostete am Ende auch ein kleines Vermögen.

Heute geht das natürlich übers Internet. Zur Erstellung von Einladungskarten für so ziemlich alle Anlässe gibt es jede Menge Anbieter, Selbst Aldi und Lidl bieten solche Dienste an – und man kann entsprechende Software herunterladen und auf seinem Rechner installieren, um Zeit genug zu haben, die Karten in Eigenregie zu gestalten.

Da meine Frau und ich im Mai Anlass für eine kleine, wenn auch feine Feierlichkeit haben, so habe ich einmal etwas ausführlicher im Netz geguckt, wo wir unsere Einladungskarten für eben diese Feier anfertigen lassen können. Zunächst wurde weder ich noch meine Frau dabei wirklich ‚glücklich‘. Aber dann fanden wir einen Anbieter, der nicht nur durch eine große Auswahl besticht, sondern auch schnelle und preiswerte Lieferung garantiert: Wunderkarten.de

Schnell fanden wir eine Karte, die uns gefiel, und machten uns dann daran, die entsprechenden Fotos herauszusuchen und den Einladungstext zu verfassen. Man sollte dabei schon darauf achten, ob die Fotos hochkant oder im Querformat sind. Auch sollte die Größe stimmen. Mit einem halbwegs brauchbaren Grafikprogramm kann man dann die Fotos zuvor auch noch etwas aufpolieren, z.B. mit einem Rand versehen – je nach Geschmack.

Vorderseite (Bilder sind bewusst ‚verblasst‘)

‚Wunderkarten‘ bietet für (fast) alle Karten unterschiedliche Aufmachungen an (flache Karte, Klappkarte oder Doppelklappkarte). Dann kann man diese Seite für Seite am Rechner online bearbeiten, wobei es auch unterschiedliche Layouts, Schriftarten und weitere Optionen (Papierart, Hochglanz usw.) gibt. Man sollte sich schon etwas Zeit lassen und all die Möglichkeiten durchspielen. Schließlich soll das Endprodukt zur eigenen Zufriedenheit sein.

Ausschnitt – Seite mit Einladungstext

Nun, unsere Karten waren schnell gedruckt und kamen bereits nach zwei Tagen bei uns an: Alles bestens – wir beide sind sehr zufrieden – daher auch hier unsere Empfehlung.

Querbeet (7): ’mal so zwischendurch

Schon wieder Sonntag. Und ein Sonntag im Mai. Im Wonnemonat Mai. (Nein, ich denke nicht an morgen, wenn es heißt: Schon wieder Montag! Schon wieder die Arbeit!).

Eigentlich ist der Sonntag für mich der absolute Ruhetag; d.h. kein Sitzen am Rechner, um einen möglichst geistreichen Beitrag für mein (dieses) Blog zu schreiben (und trotzdem sitze ich jetzt hier und schreibe … so natürlich nichts Geistreiches, nur so etwas einfach ’mal für zwischendurch). Ausschlafen ist angesagt, vielleicht morgens eine Runde Joggen laufen. Dann nach dem Duschen in Ruhe frühstücken mit meinen Lieben usw. Und Lesen ist angesagt. Wenn’s draußen schön ist, die Sonne scheint und nicht zu kalt ist, dann sitzen wir draußen und lassen es uns dort bei einem Becher Tee und etwas Kuchen gut gehen.

.... querbett

So ein Sonntag geht natürlich viel zu schnell zu Ende. Nach dem Abendessen (bei uns essen wir abends zu Mittag …) geht’s auch schon an die Vorbereitungen für die nächste Woche (was da auch immer vorzubereiten ist). Abends ist Tatort-Zeit, meistens … Dann liegt man im Bett und kann nicht so richtig einschlafen, weil der Wochenendrhythmus ein anderer ist als der der Werktage. Und kaum erwacht, heißt es: Schon wieder Montag …?!

Alles Gute zum Geburtstag, liebe Schwester!

Heute feiert meine Schwester Inge ihren 70. Geburtstag. Hierzu wünsche ich Dir alles Gute und ganz besonders, dass es Dir gesundheitlich im neuen Lebensjahr wieder besser geht.

Die folgende Tuschzeichnung entstand zu meinem Geburtstag und zeigt mich im Bettchen, an dem mein Bruder Armin und meine Schwester Inge knien, um wie die Engel, die über allen schweben, den kleinen Jungen zu behüten.

Mögen die Engel auch weiterhin über Dich, liebe Inge, wachen.

Tuschzeichnung von Jutta (1954): Inge & Armin um Willi im Bettchen

(Leider bin ich noch nicht damit fertig geworden, die Stockflecken zu entfernen. Aber so behält die Zeichnung, die nun fast 60 Jahre überstanden hat, ihre altersgemäße Authentizität. Das Original hängt jetzt in meinem Arbeitszimmer.)

Melissa Etheridge: Message to Myself

Rosa Schleife - Symbol der Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen

In Deutschland ist das Mammakarzinom mit einem Anteil von 32 % aller Krebsneuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Und von diesen Frauen sind es wiederum etwa zehn Prozent, die erneut an Brustkrebs erkranken (Rezidiv).

Im Oktober 2004 gab die Sängerin Melissa Etheridge bekannt, dass sie an Brustkrebs erkrankt sei. Sie unterzog sich erfolgreich mehreren Operationen und einer Chemotherapie und teilte im Frühjahr 2005 mit, dass sie die Krankheit überstanden habe. 2007 verarbeitete sie ihre Krebserkrankung im Song „Message to Myself“.

Ich widme dieses Lied den Frauen, die die Tortur von Operation, Chemo- und Strahlentherapie durchmachen müssen … Und ich widme es meiner Frau, die ein zweites Mal an Brustkrebs, einer anderen Variante als beim ersten Mal, erkrankt ist. Du sollst wissen, dass du geliebt wirst. Und auch dieses Mal wirst du es durchstehen, wir sind an deiner Seite!

Message to Myself

I’m sending out a message to myself
So that when i hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that I am love

I warned myself of the blackness in my chest
The razors in my heart would never rest

It’s funny how you find just what you seek
Love is what you get,
When love is what you speak

I’m sending out a message to myself
So that when I hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that I am love

I made every choice along the way
Each day I spent in hell, I chose to stay

It’s funny what you fear can make you weak
Truth is what you get,
When truth is what you speak

I’m sending out a message to myself
So that when i hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that I am love

So if you are listening
I am just passing thru
You can take some for yourself
Cuz it works that way too

Sha, la, la, la, la, la, la, la, la, la
Sha, la, la, la, la, la, la, la, la, la
I will know that I am fine
I will know that i am love

I’m sending out a message to myself
So that when i hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that i am love

dt. Übersetzung

Ich schicke mir selbst eine Nachricht, damit ich,
wenn ich sie dann im Radio höre, weiß,
dass es mir gut geht und dass ich geliebt werde.

Ich warne mich selbst vor der Dunkelheit in meiner Brust,
denn die Rasiermesser in meinem Herzen machen niemals Pause.
Es ist schon komisch, dass man genau das findet, was man sucht.
Wenn du Liebe gibst, wirst du auch Liebe bekommen.

Ich schicke mir selbst eine Nachricht, damit ich,
wenn ich sie dann im Radio höre, weiß,
dass es mir gut geht und dass ich geliebt werde.

Ich habe alle meine Entscheidungen bisher selbst getroffen.
An jedem Tag, den ich in der Hölle verbracht habe, habe ich entschieden zu bleiben.
Es ist schon komisch, dass einem das, was man fürchtet, krank machen kann.
Wenn du die Wahrheit sagst, wirst du auch die Wahrheit erfahren.

Ich schicke mir selbst eine Nachricht, damit ich,
wenn ich sie dann im Radio höre, weiß,
dass es mir gut geht und dass ich geliebt werde.

Wenn du gerade hörst, was ich im Moment durchmache,
kannst du auch etwas für dich selbst rausziehen,
denn dafür eignet sich diese Nachricht genauso gut.

Sha la la la la la la la la la
Sha la la la la la la la la la
Ich weiß, dass es mir gut geht.
Ich weiß, ich werde geliebt.


Trauer um Onkel Günter

Es ist noch nicht lange her, da starb unser frühere Nachbar. Am Montag nun verstarb der Onkel meiner Frau völlig unerwartet. Heute findet in Buxtehude die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung statt.

    Traueranzeige für Onkel Günter

Onkel Günter war ein ruhiger und bescheidener Mensch. Zu den zahlreichen Familienfeiern haben wir uns immer getroffen. Es war angenehm, sich mit ihm zu unterhalten. Gern erinnere ich mich auch an die Feierlichkeiten zur goldenen Hochzeit von Günter und seiner Frau Christel am 8. September 2007 in Appel/Eversen-Heide. Jetzt wird ‚noch’ ein Platz mehr für immer frei bleiben.

Appel 2007: Willi mit Günter (†) und Klaus Koslowski (†)

Günter, Dein Tod kam für uns alle so plötzlich. Heute nehmen wir Abschied von Dir. Wir werden Dich in guter Erinnerung behalten.

AlbinZ Familienalbum (2): Frühlingserwachen

Als nach dem Tode meiner Eltern (mein Vater starb am 14.04.2010, meine Mutter am 20.01.2011 – beide in einem gesegneten Alter von über 90 Jahren) deren Haushalt aufgelöst wurde, teilte ich mir mit meinen Geschwistern die Fotoalben und was sonst noch an interessanten Dokumenten aufzufinden war. Darunter befand sich ein schon spröde gewordenes Blatt Papier mit einem hektografisch erstellten Text – ein Gedicht meines Vaters an meine Mutter vom 11. Mai 1941 – mit handschriftlicher Widmung. Zwar wusste ich, dass mein Vater wohl auch einmal Gedichte an meine Mutter geschrieben hatte, aber jetzt eines in Händen zu halten, war dann doch ein geradezu sensationeller Fund.

Sicherlich ist das Gedicht etwas sperrig und ungelenk. Dazu muss man wissen, dass mein Vater in Treuburg/Ostpreußen (heute: Olecko) geboren ist und dort lebte. Meine Mutter stammte aus Köln. Durch den Krieg, mein Vater war damals Sanitätsunteroffizier, kam mein Vater nach Köln und lernte dort meine Mutter kennen. Aber für einen eher prosaisch veranlagten Menschen wie meinen Vater ist so ein Gedicht eine anerkennungswerte Leistung.

    Maria und Hermann – Verlobte in Köln, Hindenburgpark (heute: Friedenspark), im November 1941

Maria und Hermann – Verlobte in Köln, Hindenburgpark (heute: Friedenspark), im November 1941

Fruehlingserwachen

Heut ist das schoenste Wetter,
hier, in Ostpreußenland.
Es waere ja viel netter,
koennt reichen Dir die Hand.

Der Fruehling ist gekommen
Ehe wir uns versehn.
Koennte ich zu Dir kommen,
dann waers um uns geschehn.

Denn mit des Fruehlings Waerme
Erwacht die Liebe auch.
Dann kommt das grosse Sehnen
Zu mir, ungewollt, auch.

Mein Herz es schreit nach Liebe,
es sehnt sich so nach Dir.
Oft moechte ich weit laufen,
es zieht mich hin zu D I R.

D U bis mein suesses Maedel,
mein Licht und meine Sonn!
D I C H ewig zu besitzen
Ist meine groesste Wonn!

Rudau, 11. Mai 1941

In große Sehnsucht, Dir, mein süß’ Frauli,
in ewiger Treue gewidmet!
Dein, dich heiß liebender Hermann

Gedicht: Frühlingserwachen – 11. Mai 1941 – von Hermann Albin

AlbinZ Familienalbum (1): Familie Wolf 1950

Nein, ich bin kein neuer Alfred Dorn, der Romanheld aus Martin Walsers Die Verteidigung der Kindheit. Alfred Dorn, der die Kindheit verteidigen muss gegen Gegenwart und Zukunft. Der zu einem Fanatiker des Datums, des Faktums wird. Er will alles so bewahren, festhalten, wie es wirklich gewesen ist (Quelle: belletristik-couch.de).

Aber ein Artverwandter bin ich wohl schon. Diesen Blog führe ich eben auch, um Vergangenes nicht entgültig vergehen und vergessen zu lassen. Auch ich bemühe mich ums Bewahren und Festhalten. Da kommt es mir gerade Recht, ein altes Fotoalbum, das erste Familienalbum meiner Eltern, 1940 angelegt, in die Hand bekommen zu haben. Alfred Dorn musste am 13. Februar 1945 miterleben, wie Dresden von britischen und US-amerikanischen Bomber schwer beschädigt wurde – und dabei alle Fotoalben seiner Familie verbrannten. Meine Eltern konnten die Fotos auf der Flucht aus Ostpreußen über Swinemünde und Ostsee nach Sachsen retten.

Es liegt mir fern, alte Zeiten zu verklären. Aber es interessiert mich schon, woher ich komme. Und damit meine ich natürlich auch meine Vorgeschichte, die Geschichte meiner Eltern und Vorfahren.

In dem besagten Fotoalbum habe ich ein sehr schönes Foto aus dem Jahre 1950 gefunden. Es ist zu Weihnachten des Jahres in Berghausen, einem kleinen Ort oberhalb von Oberpleis, das jetzt alles zu Königswinter am Rhein gehört, aufgenommen worden. Dort lebten meine Großeltern und eine Schwester meiner Mutter. Ich selbst war u.a. im Sommer 1965 in Sommerferien dort.

Das Foto ist deshalb so bemerkenswert, weil es die Familie meiner Mutter zeigt. Ein solches Foto ist wohl niemals mehr aufgenommen worden. In der Mitte sind meine Großeltern (mütterlicherseits). Meine Großmutter hießt wohl Martha, mein Großvater Matthias Wolf.

Familie Matthias Wolf, 1950, Berghausen/Oberpleis

Aber fange ich von links an: Meine Mutter Maria, mein Onkel Alois (genannt Alo, der in jungen Jahren Boxen als Sport getrieben und wohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Max Schmeling hatte, daher als ‚jüngerer Bruder’ von Schmeling angesehen wurde), meine Großeltern, der jüngste Onkel Otto und meine Tante Ruth. Daneben gab es noch drei weitere Kinder meiner Großeltern (sie hatten also sieben Kinder), wovon ein Mädchen schon bald nach der Geburt starb. Meine Mutter hatte also noch zwei weitere Brüder: Matthias, genannt Mattjes, und Willi (hieß wahrscheinlich Wilhelm), der Lieblingsbruder, nach dem ich Wilfried genannt wurde. Beide sind im 2. Weltkrieg als junge Männer in Russland verschollen (und sind wohl auf dem Foto, das Anfang der zwanziger Jahre die Kinder von der Schnurgass’ darstellt, abgebildet). Mein Onkel Otto lebt heute noch in Köln.

Neben den Fotos aus dem ersten Fotoalbum meiner Eltern habe ich nach dem Tode beider noch einiges andere Material ‚geerbt’. Das sollte Anlass sein, im Alfred Dorn’schen Sinne die Vergangenheit nicht nur zu bewahren, sondern in meinem Sinne wieder aufleben zu lassen.

Requiem für vier Verstorbene

Letzte Woche Donnerstag besuchte ich die Gräber meiner Eltern in Bremen auf dem Waller Friedhof (Eine Kerze für Opa Hermann und Eine Kerze für Oma Maria). An diesem Sonntag nämlich jährt sich bereits der Todestag meiner Mutter zum 2. Mal. Es war ungemütlich an dem Tag, da feucht und kalt.

Nun erfuhr ich, dass genau an diesem Tag, den 10. Januar 2013, Claude Nobs, der Mitbegründer und Spiritus rector des Montreux Jazz Festivals, im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Nobs war während einer Langlauf-Tour am Heiligabend gestürzt. Er musste im Universitätskrankenhaus in Lausanne operiert werden. Dabei fiel er ins Koma.

Claude Nobs holte all die Größen der Musik, ob aus Jazz, Rock, Pop oder Klassik in die kleine Stadt Montreux am Genfersee. So war auch Ian Anderson mit seiner Gruppe Jethro Tull öfter beim Montreux Jazz Festival vertreten, 1970 zum ersten Mal, dann 2003 und zuletzt im letzten Jahr:


Jethro Tull’s Ian Anderson & Claude Nobs, Montreux Jazz Festival 2012
(3D-Version des Videos)

Jethro Tull-Fans werden Claude Nobs außerdem durch seine Ansage am Anfang des Bursting Out-Livealbums kennen: «…herzlich willkommen in Festhalle Bern!»:


Claude Nobs‘ Introduction to Jethro Tull

Ian Anderson mit Claude Nobs & Keith Richard und Ron Wood von den Stones
Ian Anderson mit Claude Nobs & Keith Richard und Ron Wood von den Stones


Jethro Tull: Requiem (‘Minstrel in the Gallery’)

Einen Tag vor dem Unfall von Claude Nobs verstarb Margret Schall im Alter von 71 Jahren. Frau Schall war jahrelang Lehrerin an der Grundschule in Tostedt. Bereits meine Frau hatte sie als Lehrerin. Dann war sie Klassenlehrerin meines älteren Sohnes. Frau Schall war mit Herz und Seele Pädagogin. Die Kinder mochten sie, dann sie war eher zurückhaltend, hatte aber eine natürliche Autorität und konnte die Kinder für vieles begeistern. Eine Trauerfeier fand bereits am 3. Januar 2013 in der Friedhofskapelle Tostedt statt.

    Todesanzeige: Margret Schall, Tostedt