Kategorie-Archiv: Familie

Familien-Tagebuch

Einladungskarten für festliche Anlässe

Als mich meine Frau vor …, nun vielen Jahren zum Ehemann nahm, da ließen wir uns für die Hochzeitsfeier Einladungskarten drucken. Das Ganze war ziemlich aufwändig, musste in einer Druckerei bis in jede Einzelheit geklärt werden – und kostete am Ende auch ein kleines Vermögen.

Heute geht das natürlich übers Internet. Zur Erstellung von Einladungskarten für so ziemlich alle Anlässe gibt es jede Menge Anbieter, Selbst Aldi und Lidl bieten solche Dienste an – und man kann entsprechende Software herunterladen und auf seinem Rechner installieren, um Zeit genug zu haben, die Karten in Eigenregie zu gestalten.

Da meine Frau und ich im Mai Anlass für eine kleine, wenn auch feine Feierlichkeit haben, so habe ich einmal etwas ausführlicher im Netz geguckt, wo wir unsere Einladungskarten für eben diese Feier anfertigen lassen können. Zunächst wurde weder ich noch meine Frau dabei wirklich ‚glücklich‘. Aber dann fanden wir einen Anbieter, der nicht nur durch eine große Auswahl besticht, sondern auch schnelle und preiswerte Lieferung garantiert: Wunderkarten.de

Schnell fanden wir eine Karte, die uns gefiel, und machten uns dann daran, die entsprechenden Fotos herauszusuchen und den Einladungstext zu verfassen. Man sollte dabei schon darauf achten, ob die Fotos hochkant oder im Querformat sind. Auch sollte die Größe stimmen. Mit einem halbwegs brauchbaren Grafikprogramm kann man dann die Fotos zuvor auch noch etwas aufpolieren, z.B. mit einem Rand versehen – je nach Geschmack.

Vorderseite (Bilder sind bewusst ‚verblasst‘)

‚Wunderkarten‘ bietet für (fast) alle Karten unterschiedliche Aufmachungen an (flache Karte, Klappkarte oder Doppelklappkarte). Dann kann man diese Seite für Seite am Rechner online bearbeiten, wobei es auch unterschiedliche Layouts, Schriftarten und weitere Optionen (Papierart, Hochglanz usw.) gibt. Man sollte sich schon etwas Zeit lassen und all die Möglichkeiten durchspielen. Schließlich soll das Endprodukt zur eigenen Zufriedenheit sein.

Ausschnitt – Seite mit Einladungstext

Nun, unsere Karten waren schnell gedruckt und kamen bereits nach zwei Tagen bei uns an: Alles bestens – wir beide sind sehr zufrieden – daher auch hier unsere Empfehlung.

Querbeet (7): ’mal so zwischendurch

Schon wieder Sonntag. Und ein Sonntag im Mai. Im Wonnemonat Mai. (Nein, ich denke nicht an morgen, wenn es heißt: Schon wieder Montag! Schon wieder die Arbeit!).

Eigentlich ist der Sonntag für mich der absolute Ruhetag; d.h. kein Sitzen am Rechner, um einen möglichst geistreichen Beitrag für mein (dieses) Blog zu schreiben (und trotzdem sitze ich jetzt hier und schreibe … so natürlich nichts Geistreiches, nur so etwas einfach ’mal für zwischendurch). Ausschlafen ist angesagt, vielleicht morgens eine Runde Joggen laufen. Dann nach dem Duschen in Ruhe frühstücken mit meinen Lieben usw. Und Lesen ist angesagt. Wenn’s draußen schön ist, die Sonne scheint und nicht zu kalt ist, dann sitzen wir draußen und lassen es uns dort bei einem Becher Tee und etwas Kuchen gut gehen.

.... querbett

So ein Sonntag geht natürlich viel zu schnell zu Ende. Nach dem Abendessen (bei uns essen wir abends zu Mittag …) geht’s auch schon an die Vorbereitungen für die nächste Woche (was da auch immer vorzubereiten ist). Abends ist Tatort-Zeit, meistens … Dann liegt man im Bett und kann nicht so richtig einschlafen, weil der Wochenendrhythmus ein anderer ist als der der Werktage. Und kaum erwacht, heißt es: Schon wieder Montag …?!

Alles Gute zum Geburtstag, liebe Schwester!

Heute feiert meine Schwester Inge ihren 70. Geburtstag. Hierzu wünsche ich Dir alles Gute und ganz besonders, dass es Dir gesundheitlich im neuen Lebensjahr wieder besser geht.

Die folgende Tuschzeichnung entstand zu meinem Geburtstag und zeigt mich im Bettchen, an dem mein Bruder Armin und meine Schwester Inge knien, um wie die Engel, die über allen schweben, den kleinen Jungen zu behüten.

Mögen die Engel auch weiterhin über Dich, liebe Inge, wachen.

Tuschzeichnung von Jutta (1954): Inge & Armin um Willi im Bettchen

(Leider bin ich noch nicht damit fertig geworden, die Stockflecken zu entfernen. Aber so behält die Zeichnung, die nun fast 60 Jahre überstanden hat, ihre altersgemäße Authentizität. Das Original hängt jetzt in meinem Arbeitszimmer.)

Melissa Etheridge: Message to Myself

Rosa Schleife - Symbol der Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen

In Deutschland ist das Mammakarzinom mit einem Anteil von 32 % aller Krebsneuerkrankungen die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Jede achte bis zehnte Frau erkrankt im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs. Und von diesen Frauen sind es wiederum etwa zehn Prozent, die erneut an Brustkrebs erkranken (Rezidiv).

Im Oktober 2004 gab die Sängerin Melissa Etheridge bekannt, dass sie an Brustkrebs erkrankt sei. Sie unterzog sich erfolgreich mehreren Operationen und einer Chemotherapie und teilte im Frühjahr 2005 mit, dass sie die Krankheit überstanden habe. 2007 verarbeitete sie ihre Krebserkrankung im Song „Message to Myself“.

Ich widme dieses Lied den Frauen, die die Tortur von Operation, Chemo- und Strahlentherapie durchmachen müssen … Und ich widme es meiner Frau, die ein zweites Mal an Brustkrebs, einer anderen Variante als beim ersten Mal, erkrankt ist. Du sollst wissen, dass du geliebt wirst. Und auch dieses Mal wirst du es durchstehen, wir sind an deiner Seite!

Message to Myself

I’m sending out a message to myself
So that when i hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that I am love

I warned myself of the blackness in my chest
The razors in my heart would never rest

It’s funny how you find just what you seek
Love is what you get,
When love is what you speak

I’m sending out a message to myself
So that when I hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that I am love

I made every choice along the way
Each day I spent in hell, I chose to stay

It’s funny what you fear can make you weak
Truth is what you get,
When truth is what you speak

I’m sending out a message to myself
So that when i hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that I am love

So if you are listening
I am just passing thru
You can take some for yourself
Cuz it works that way too

Sha, la, la, la, la, la, la, la, la, la
Sha, la, la, la, la, la, la, la, la, la
I will know that I am fine
I will know that i am love

I’m sending out a message to myself
So that when i hear it on the radio
I will know that I am fine
I will know that i am love

dt. Übersetzung

Ich schicke mir selbst eine Nachricht, damit ich,
wenn ich sie dann im Radio höre, weiß,
dass es mir gut geht und dass ich geliebt werde.

Ich warne mich selbst vor der Dunkelheit in meiner Brust,
denn die Rasiermesser in meinem Herzen machen niemals Pause.
Es ist schon komisch, dass man genau das findet, was man sucht.
Wenn du Liebe gibst, wirst du auch Liebe bekommen.

Ich schicke mir selbst eine Nachricht, damit ich,
wenn ich sie dann im Radio höre, weiß,
dass es mir gut geht und dass ich geliebt werde.

Ich habe alle meine Entscheidungen bisher selbst getroffen.
An jedem Tag, den ich in der Hölle verbracht habe, habe ich entschieden zu bleiben.
Es ist schon komisch, dass einem das, was man fürchtet, krank machen kann.
Wenn du die Wahrheit sagst, wirst du auch die Wahrheit erfahren.

Ich schicke mir selbst eine Nachricht, damit ich,
wenn ich sie dann im Radio höre, weiß,
dass es mir gut geht und dass ich geliebt werde.

Wenn du gerade hörst, was ich im Moment durchmache,
kannst du auch etwas für dich selbst rausziehen,
denn dafür eignet sich diese Nachricht genauso gut.

Sha la la la la la la la la la
Sha la la la la la la la la la
Ich weiß, dass es mir gut geht.
Ich weiß, ich werde geliebt.


Trauer um Onkel Günter

Es ist noch nicht lange her, da starb unser frühere Nachbar. Am Montag nun verstarb der Onkel meiner Frau völlig unerwartet. Heute findet in Buxtehude die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung statt.

    Traueranzeige für Onkel Günter

Onkel Günter war ein ruhiger und bescheidener Mensch. Zu den zahlreichen Familienfeiern haben wir uns immer getroffen. Es war angenehm, sich mit ihm zu unterhalten. Gern erinnere ich mich auch an die Feierlichkeiten zur goldenen Hochzeit von Günter und seiner Frau Christel am 8. September 2007 in Appel/Eversen-Heide. Jetzt wird ‚noch’ ein Platz mehr für immer frei bleiben.

Appel 2007: Willi mit Günter (†) und Klaus Koslowski (†)

Günter, Dein Tod kam für uns alle so plötzlich. Heute nehmen wir Abschied von Dir. Wir werden Dich in guter Erinnerung behalten.

AlbinZ Familienalbum (2): Frühlingserwachen

Als nach dem Tode meiner Eltern (mein Vater starb am 14.04.2010, meine Mutter am 20.01.2011 – beide in einem gesegneten Alter von über 90 Jahren) deren Haushalt aufgelöst wurde, teilte ich mir mit meinen Geschwistern die Fotoalben und was sonst noch an interessanten Dokumenten aufzufinden war. Darunter befand sich ein schon spröde gewordenes Blatt Papier mit einem hektografisch erstellten Text – ein Gedicht meines Vaters an meine Mutter vom 11. Mai 1941 – mit handschriftlicher Widmung. Zwar wusste ich, dass mein Vater wohl auch einmal Gedichte an meine Mutter geschrieben hatte, aber jetzt eines in Händen zu halten, war dann doch ein geradezu sensationeller Fund.

Sicherlich ist das Gedicht etwas sperrig und ungelenk. Dazu muss man wissen, dass mein Vater in Treuburg/Ostpreußen (heute: Olecko) geboren ist und dort lebte. Meine Mutter stammte aus Köln. Durch den Krieg, mein Vater war damals Sanitätsunteroffizier, kam mein Vater nach Köln und lernte dort meine Mutter kennen. Aber für einen eher prosaisch veranlagten Menschen wie meinen Vater ist so ein Gedicht eine anerkennungswerte Leistung.

    Maria und Hermann – Verlobte in Köln, Hindenburgpark (heute: Friedenspark), im November 1941

Maria und Hermann – Verlobte in Köln, Hindenburgpark (heute: Friedenspark), im November 1941

Fruehlingserwachen

Heut ist das schoenste Wetter,
hier, in Ostpreußenland.
Es waere ja viel netter,
koennt reichen Dir die Hand.

Der Fruehling ist gekommen
Ehe wir uns versehn.
Koennte ich zu Dir kommen,
dann waers um uns geschehn.

Denn mit des Fruehlings Waerme
Erwacht die Liebe auch.
Dann kommt das grosse Sehnen
Zu mir, ungewollt, auch.

Mein Herz es schreit nach Liebe,
es sehnt sich so nach Dir.
Oft moechte ich weit laufen,
es zieht mich hin zu D I R.

D U bis mein suesses Maedel,
mein Licht und meine Sonn!
D I C H ewig zu besitzen
Ist meine groesste Wonn!

Rudau, 11. Mai 1941

In große Sehnsucht, Dir, mein süß’ Frauli,
in ewiger Treue gewidmet!
Dein, dich heiß liebender Hermann

Gedicht: Frühlingserwachen – 11. Mai 1941 – von Hermann Albin

AlbinZ Familienalbum (1): Familie Wolf 1950

Nein, ich bin kein neuer Alfred Dorn, der Romanheld aus Martin Walsers Die Verteidigung der Kindheit. Alfred Dorn, der die Kindheit verteidigen muss gegen Gegenwart und Zukunft. Der zu einem Fanatiker des Datums, des Faktums wird. Er will alles so bewahren, festhalten, wie es wirklich gewesen ist (Quelle: belletristik-couch.de).

Aber ein Artverwandter bin ich wohl schon. Diesen Blog führe ich eben auch, um Vergangenes nicht entgültig vergehen und vergessen zu lassen. Auch ich bemühe mich ums Bewahren und Festhalten. Da kommt es mir gerade Recht, ein altes Fotoalbum, das erste Familienalbum meiner Eltern, 1940 angelegt, in die Hand bekommen zu haben. Alfred Dorn musste am 13. Februar 1945 miterleben, wie Dresden von britischen und US-amerikanischen Bomber schwer beschädigt wurde – und dabei alle Fotoalben seiner Familie verbrannten. Meine Eltern konnten die Fotos auf der Flucht aus Ostpreußen über Swinemünde und Ostsee nach Sachsen retten.

Es liegt mir fern, alte Zeiten zu verklären. Aber es interessiert mich schon, woher ich komme. Und damit meine ich natürlich auch meine Vorgeschichte, die Geschichte meiner Eltern und Vorfahren.

In dem besagten Fotoalbum habe ich ein sehr schönes Foto aus dem Jahre 1950 gefunden. Es ist zu Weihnachten des Jahres in Berghausen, einem kleinen Ort oberhalb von Oberpleis, das jetzt alles zu Königswinter am Rhein gehört, aufgenommen worden. Dort lebten meine Großeltern und eine Schwester meiner Mutter. Ich selbst war u.a. im Sommer 1965 in Sommerferien dort.

Das Foto ist deshalb so bemerkenswert, weil es die Familie meiner Mutter zeigt. Ein solches Foto ist wohl niemals mehr aufgenommen worden. In der Mitte sind meine Großeltern (mütterlicherseits). Meine Großmutter hießt wohl Martha, mein Großvater Matthias Wolf.

Familie Matthias Wolf, 1950, Berghausen/Oberpleis

Aber fange ich von links an: Meine Mutter Maria, mein Onkel Alois (genannt Alo, der in jungen Jahren Boxen als Sport getrieben und wohl eine gewisse Ähnlichkeit mit Max Schmeling hatte, daher als ‚jüngerer Bruder’ von Schmeling angesehen wurde), meine Großeltern, der jüngste Onkel Otto und meine Tante Ruth. Daneben gab es noch drei weitere Kinder meiner Großeltern (sie hatten also sieben Kinder), wovon ein Mädchen schon bald nach der Geburt starb. Meine Mutter hatte also noch zwei weitere Brüder: Matthias, genannt Mattjes, und Willi (hieß wahrscheinlich Wilhelm), der Lieblingsbruder, nach dem ich Wilfried genannt wurde. Beide sind im 2. Weltkrieg als junge Männer in Russland verschollen (und sind wohl auf dem Foto, das Anfang der zwanziger Jahre die Kinder von der Schnurgass’ darstellt, abgebildet). Mein Onkel Otto lebt heute noch in Köln.

Neben den Fotos aus dem ersten Fotoalbum meiner Eltern habe ich nach dem Tode beider noch einiges andere Material ‚geerbt’. Das sollte Anlass sein, im Alfred Dorn’schen Sinne die Vergangenheit nicht nur zu bewahren, sondern in meinem Sinne wieder aufleben zu lassen.

Requiem für vier Verstorbene

Letzte Woche Donnerstag besuchte ich die Gräber meiner Eltern in Bremen auf dem Waller Friedhof (Eine Kerze für Opa Hermann und Eine Kerze für Oma Maria). An diesem Sonntag nämlich jährt sich bereits der Todestag meiner Mutter zum 2. Mal. Es war ungemütlich an dem Tag, da feucht und kalt.

Nun erfuhr ich, dass genau an diesem Tag, den 10. Januar 2013, Claude Nobs, der Mitbegründer und Spiritus rector des Montreux Jazz Festivals, im Alter von 76 Jahren verstorben ist. Nobs war während einer Langlauf-Tour am Heiligabend gestürzt. Er musste im Universitätskrankenhaus in Lausanne operiert werden. Dabei fiel er ins Koma.

Claude Nobs holte all die Größen der Musik, ob aus Jazz, Rock, Pop oder Klassik in die kleine Stadt Montreux am Genfersee. So war auch Ian Anderson mit seiner Gruppe Jethro Tull öfter beim Montreux Jazz Festival vertreten, 1970 zum ersten Mal, dann 2003 und zuletzt im letzten Jahr:


Jethro Tull’s Ian Anderson & Claude Nobs, Montreux Jazz Festival 2012
(3D-Version des Videos)

Jethro Tull-Fans werden Claude Nobs außerdem durch seine Ansage am Anfang des Bursting Out-Livealbums kennen: «…herzlich willkommen in Festhalle Bern!»:


Claude Nobs’ Introduction to Jethro Tull

Ian Anderson mit Claude Nobs & Keith Richard und Ron Wood von den Stones
Ian Anderson mit Claude Nobs & Keith Richard und Ron Wood von den Stones


Jethro Tull: Requiem (‘Minstrel in the Gallery’)

Einen Tag vor dem Unfall von Claude Nobs verstarb Margret Schall im Alter von 71 Jahren. Frau Schall war jahrelang Lehrerin an der Grundschule in Tostedt. Bereits meine Frau hatte sie als Lehrerin. Dann war sie Klassenlehrerin meines älteren Sohnes. Frau Schall war mit Herz und Seele Pädagogin. Die Kinder mochten sie, dann sie war eher zurückhaltend, hatte aber eine natürliche Autorität und konnte die Kinder für vieles begeistern. Eine Trauerfeier fand bereits am 3. Januar 2013 in der Friedhofskapelle Tostedt statt.

    Todesanzeige: Margret Schall, Tostedt

Vegane Kuchenbäckerei

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass immer mehr Menschen Vegetarier werden. Besonders im Zeitalter der Massentierhaltung ist das kein Wunder. Es gibt viele Gründe, um sich vegetarisch zu ernähren. Einige Formen des Vegetarismus schließen auch Nahrungsmittel aus, die von Tieren produziert werden – beispielsweise Eier, Milchprodukte oder Honig. Die nächste ‚Stufe’ ist dann der Veganismus, eine Einstellung, Lebensweise und Ernährungsweise, die eine Nutzung von Tieren und tierischen Produkten generell ablehnt: Zu Produkten und Lebensmitteln, die bei einer veganen Lebensweise nicht in Frage kommen, gehören neben Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern auch Honig, Leder und Wolle sowie Kosmetika und Medikamente mit tierischen Anteilen.

Mein älterer Sohn ist schon mehrere Jahre Vegetarier und hat sich nun vor rund einem Jahr dazu entschlossen, auch auf Eier, Milchprodukte und Honig zu verzichten. Ihm ist bewusst, dass mit dieser veganen Ernährungsweise das Risiko einer defizitären Zufuhr von Energie, Protein, langkettigen n-3 Fettsäuren, Eisen, Calcium, Jod, Zink, Riboflavin, Vitamin B12 und Vitamin D besteht und sorgt entsprechend vor. Vegetarische oder gar vegane Ernährungsweise setzt ein „entsprechendes Ernährungswissen“ voraus.

Ich selbst, das muss ich gestehen, möchte nicht völlig auf Fleisch- und Fischprodukte verzichten. Aber ich bin durchaus offen dafür, weniger Wurst und Fleisch zu essen (schon vor 25 Jahren und mehr habe ich mit meiner Frau Tofu in unserer Küche verarbeitet) – und auch dafür, einmal die vegane Küche zu probieren. Denn eine solche Küche hat sich inzwischen geradezu etabliert. Es gibt Restaurants und Läden, die vegane Produkte anbieten. Und das Sortiment ist inzwischen sehr groß.

Es wird viel über Tofu-Würstchen und dergleichen gelästert (manche Soja-Wurst ist allerdings auch reichlich trocken), denn viele der ‚Ersatzprodukte’ werden aus Sojabohnen hergestellt. Sojabohnen enthalten etwa 18 % Öl und 38 % Eiweiß. Die Eiweißqualität ist mit der von tierischem Eiweiß vergleichbar, was die Sojabohne von anderen Pflanzen abhebt. Natürlich kann man sich fragen, warum es ‚Ersatzprodukte’ geben muss, die der Fleischverarbeitung nahe kommen – bis hin zur Leberwurst, die natürlich kein Fleisch und damit keine Leber enthält. So ganz mögen die Vegetarier nicht auf alt bekannte ‚Geschmäcker’ verzichten.

Der lange Rede kurzer Sinn: Mein Großer hatte Geburtstag und meine Frau hat diverse Kuchen veganer Art, also Kuchen ohne Hühnereier und Kuhmilch, gebacken. Die Rezepte hat sie sich aus dem Buch Vegan backen: Kuchen, Torten & mehr – Vollwertige Rezepte geholt. Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen – und vor allem schmecken lassen.

vegane Mohn-Dinkel-Muffins

veganer alt-englischer Apfelkuchen

vegane Mohn-Dinkel-Muffins

veganer alt-englischer Apfelkuchen

veganer Aprikosen-Mandel-Kuchen

veganer Käsekuchen

veganer Aprikosen-Mandel-Kuchen

veganer Käsekuchen

Sehr gehaltvoll waren die Muffins aus frisch gemahlenem Dinkel und Mohn. Der Käsekuchen wurde aus Sojajoghurt zubereitet – dazu gibt es dann auch eine Art Sojasahne, die mich von der Konsistenz und vom Geschmack her an diese Creme erinnert, die es zumindest früher zum Eis auf Jahrmärkten (z.B. auf dem Freimarkt in Bremen) gab (war die auch pflanzlich und gibt es die heute noch?). Das Backen von Obstkuchen ist ja schon eher unproblematisch – der altenglische Apfelkuchen war auf jeden Fall lecker.

Inzwischen gibt es eine riesige Palette an Büchern, die sich mit dem veganen Backen beschäftigen und viele leckere Rezepte enthalten. Selbst die Weihnachtsbäckerei kommt dabei nicht zu kurz.

Alltag (2): Wochenende (Freitag)

Über meinen werktäglichen Alltag habe ich hier bereits vor anderthalb Jahren einmal geschrieben. Viel Aufregendes gab es da nicht zu berichten. Im Grunde ist auch heute noch alles beim Alten. Keinen wird’s wirklich interessieren …, oder?

Mein Wochenende beginnt schon am frühen Freitagnachmittag. Am Freitag arbeitete ich in der Regel sechs ½ Stunden, mache so also vor 13 Uhr Feierabend und bin dann mit dem Zug kurz vor 14 Uhr zu Hause. Als Einleitung des Wochenendes gibt es dann erst einmal eine Tasse Tee oder einen Becher Cappuccino. Es ist ja Kaffeezeit. Dazu esse ich dann mit meiner Frau vielleicht frisch gebackenen Kuchen, ansonsten einige Kekse.

    Wochenend’ & Sonnenschein?

Freitag ist bei uns seit frühen Jahren (als unsere Söhne noch klein waren) Spaghettitag. Nicht irgendeine Nudel kommt auf den Tisch, nein, es müssen Spaghetti sein. Und auch nur die langen. Natürlich variiert die Soße dazu. Meist gibt es neben einer Tomatensoße (selbstverständlich mit frischen Tomaten, roten Zwiebeln wie in Kalabrien und Kräutern) eine Knoblauchsoße. Die letztere besteht aus frisch gehacktem Knoblauch, das in Olivenöl leicht angeschwitzt wird. Gewürzt wird diese mit Salz, Pfeffer, etwas Basilikum und etwas mehr Estragon. Leider gibt es Estragon nicht immer frisch, so nehmen wir durchaus auch getrocknete Blätter. Der Geschmack von Estragon ist ziemlich intensiv und ‚medizinisch’. Aber mit Knoblauch passt dieses Kraut auf ungewöhnlich gute Weise zusammen. Soße und Spaghetti bereite ich zu, es sei denn, wir leisten uns mit einem Pesto einen anderen mediterranen Abstecher, dann bereitet der jüngere Sohn dieses zu. Mein Frau werkelt in der Zwischenzeit oft im Garten herum (das ist ihr Revier).

Wir essen am Freitag wie werktags zwischen fünf und sechs Uhr nachmittags. Meine Frau düst dann ab zum Sport, während ich mich an meinen Rechner setze, um schon einmal den einen oder anderen Beitrag für diesen Blog vorzubereiten, Fotos oder Videos zu bearbeiten, eben all die Arbeiten mache, für die ich sonst wochentags kaum Zeit habe. Am Abend gönne ich mir dann mit meinem jüngeren Sohn meist einen guten Film (im Fernsehen, wenn es einen geben sollte – oder via Beamer im Keller unseres Hauses). Meine Frau kommt dann später dazu. Je nach Filmlänge entscheidet es sich, wann wir ins Bett kommen.