Kategorie-Archiv: Ei, wie witzig

Deutschland sucht den Super-Witz-Schrott

Wortspielereien (2): Eine Herde Herde

Über die terrakottischen Fliesen der Küchenlandschaft trottete eine Herde Herde. Unter ihnen Elektro-, wie auch Gas- und Kohleherde. Ein kleiner Grill drängelte sich zwischen die große Herde. Ein Mikrowellenherd machte nur kurz ‚plong’.

Wortspielereien (2): Eine Herde Herde

Manche Hürde, die sich den Herden in den Weg stellte, musste mit Würde genommen werden. Selbst der Koch war nur im Weg. Also weg mit ihm. Ab in den Ofen, den Herd – wie weiland Hänsel (oder war es Gretel? Och, keine/keiner von beiden – die Hexe war’s!).

?!

Über die terrakottischen Fliesen der Küchenlandschaft trottete eine Herde Herde. Und wenn sie nicht gestorben verrottet sind, dann leben trotten sie noch heute.

siehe auch: Wortspielereien (1): Ausgezogen anziehend

Wortspielereien (1): Ausgezogen anziehend

So mancher zog in die Welt hinaus, um sein Glück zu finden. Andere zogen dahin, um zu neuen Ufern aufzubrechen, um die Welt zu erobern. Nur gab es nichts mehr zu erobern (alles war schon im Sack, eingezogen von anderen, Mächtigeren), dafür holte sich der eine oder andere eine blutige Nase. So anziehend die Welt auch scheinen mag, so abstoßend kann sie in ihrer Ungerechtigkeit sein. Ziehen wir uns aus und bleiben zu Haus.

Wortspielereien (1): Ausgezogen anziehend

Da gibt’s vielleicht Besseres: Männer finden gar manche schöne Frau besonders anziehend, besonders dann, wenn sie ausgezogen ist. (ein Schlingel, der Schlimmes dabei denkt!) Das gilt natürlich auch umgekehrt (Frau findet Mann …). Auch in den Konstellationen Mann-Mann oder Frau-Frau sei Ausgezogenes anziehend (aber alles andere ist Pädophilie, Zoophilie oder Autoerotik).

Ob nun ausgezogen anziehend oder angezogen vom Ausziehen – jedes Geziehe und Gezerre zerrt und zieht, wenn auch zögerlich, am ziehend Gezogenem … oder so?! An? Nein, aus!

Tanz in den Mai: Annnngieeeeeeee …

Kaum hatte der hiesige Bürgermeister das Fest für eröffnet erklärt und seine Rede mit „Nun tanzt mal schön?“ beendet, übernahmen wir das Zepter: Tanz in den Mai! Und wir sorgten für die Schweinemucke.

Es dauerte zwei, drei Stücke, bis sich das erste Pärchen auf das Parkett wagte. Und bis zum sechsten Lied waren es bereits fünf Paare, die mehr oder weniger tanzten. Unser Sänger versuchte mit lockeren Sprüchen, etwas Stimmung in die Bude zu bringen. Aber noch waren die meisten damit beschäftigt, ihren Alkoholpegel steigen zu lassen und nur die wirklich Wagemutigen tanzten.

Nach acht Liedern gab es die erste Pause. Das war natürlich Grund für Unmutsbekundungen. Das kannten wir und hauten nach nur fünf Minuten wiederum in die Saiten, Tasten und Trommelfelle. So ging das die ganzen nächsten Runden weiter.

Nach fast drei Stunden kam mit wachsendem Alkoholkonsum auch die Stimmung. Schon schwankte der erste Geselle auf unseren Sänger zu und fragte: „Könnt ihr auch Angie spielen?“. Natürlich konnten wir auch „Angie“ von den Stones spielen. Man kennt ja seine Pappenheimer. „Auf Wunsch eines einsamen Herren spielen wir jetzt Angie!“, verkündete unser Sänger.

Beim Refrain (eigentlich nur beim Wort „Angie“) stimmte der hiesige Männergesangsverein mit ein: „Annnngieeeeeeee …!“. „Na, der Text liegt wohl an der Kasse, was Jungs?!“, wagte unser Sänger und Ansager die Sangeslust der Dörfler zu karikieren.

Endlich schlug es vom Kirchturm zwölf, also Zeit, „Der Mai ist gekommen!“ anzustimmen. Schon kam ein weiterer Geselle und forderte vehement nach der Herausgabe eines Mikrofons. Das ließ uns Böses ahnen: Jetzt wollte der Saal das Kommando übernehmen und wir sollten lediglich die Begleitmusik dazu liefern. Da muss man hart bleiben. Man muss alle Hexen und Teufel beschwören, damit man das Ruder fest in der Hand behält: „Nö, Jungs, vielleicht später …!“.

Ein Später gibt es bei solchen Veranstaltungen meist nicht, ist auch gut so. Gegen vier Uhr morgens bauten wir unsere Anlage zusammen, und der Wirt war damit beschäftigt, die letzten Schnapsleichen von der Tanzfläche zu räumen.

Als wir in unserem VW-Bus saßen, kam die Sonne bereits am Horizont hervor …

siehe auch: Jethro Tull: Beltane

SPAM

Wer kennt sie nicht, die unerwünschten, oft kommerziellen Massen-E-Mails oder -Postings im Internet, mit denen Mail-Konten u.a. vollgemüllt werden. Mehr als die Hälfte aller weltweiten E-Mails sind Spams (die Schätzungen schwanken, aber jeder wird selbst wissen, wie viele seiner Mails unaufgefordert zugesandt werden), so nennt man diesen digitalen Schrott. Und die Spamflut ist ungebrochen.

    SPAM - Spiced (Pork and) Ham

Aber nur die wenigstens werden wissen, woher der Ausdruck SPAM kommt. Viele übersetzen ihn mit Müll. Dabei ist SPAM eigentlich, d.h. ursprünglich etwas mehr oder weniger Leckeres (nun ja …). SPAM ist gepökeltes, im eigenen Saft gegartes und gewürztes Schweinefleisch (Muskelfleisch, Speck und Schwarte), das meist in Dosen angeboten wird. Das Wort selbst ist ein so genanntes Kofferwort aus dem Englischen: Spiced (Pork and) Ham, zu deutsch: gewürzter Schinken.

    Monty Python

Was hat nun gewürztes Schinken mit Massen-E-Mails zu tun? Eigentlich nichts. Aber da gab die britische Komikergruppe Monty Python vor nun fast schon 45 Jahren am 5. Oktober 1969 ihren Einstand im britischen Fernsehen mit der Comedy-Show Monty Python’s Flying Circus. Und es war wohl der 15. Dezember 1970, da wurde ein Sketch namens SPAM zu ersten Mal im britischen Fernsehen ausgestrahlt.

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Monty Python: SPAM

Dieser Sketch von Monty Python ist gewissermaßen “die Mutter aller Spams”: Ein Ehepaar ‚schwebt’ in einem Imbiss ein. Der Mann fragt die Kellnerin, was es denn so zu essen gebe, und diese beginnt, die Speisekarte vorzulesen. Je länger die Speisekarte wird, desto mehr Spam enthalten die Gerichte, es beginnt mit „Eier und Spam“ und führt bis zu „Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, Spam, gebackene Bohnen, Spam, Spam, Spam und Spam“.

Geschlagene 132-mal wird das Wort SPAM genannt. Wegen dieser massenhaften Wiederholung desselben Wortes in kurzer Zeit übernahmen Usenet-Benutzer den Begriff auch für ihr Medium: Das massenhafte Verbreiten desselben Artikels in den Newsgroups wurde ebenfalls mit „Spam“ bzw. dem entsprechenden Verb „spamming“ bezeichnet. Von dort wurde der Begriff später auf E-Mails übernommen. Gemeint ist immer ein massenhaftes Verbreiten („zumüllen“) mit ein und derselben Sache. (Quelle: aidex.de)

Hier auch die gesamte Folge (2. Staffel – Folge 12) aus Monty Python Flying Circus:

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Monty Python’s Flying Circus S2E12

Wie komme ich eigentlich auf dieses Thema? Über den Internetauftritt der Firma, bei der ich arbeite, können neuerdings Newsletter abonniert werden. Diese werden über eine E-Mail-Marketing-Firma versandt und sehen im Quelltext in etwa wie folgt aus:

From: Newsletterdienst <newsletter@meine_firma.de>
Return-Path: <bounce+99999@bounce-email.marketing.de>

Es liegen also gewissermaßen zwei unterschiedliche E-Mail-Adressen des Absenders vor. Viele Mail-Server der Empfänger weigern sich nun, die Absenderadresse zu akzeptieren (fehlende Authentifizierung des Postausgangsservers) und bewerten eine solche Mail (mit Newsletter) als SPAM.

Vorweihnachtszeit 2013 (8): Big Business: X-mas

Die Vorweihnachtszeit könnte so schön sein, ließe man sich nicht vom Kaufrausch und allgemeinen Konsumterror anstecken. Die Lieben daheim wollen schließlich Geschenke …! Gewollt übertrieben stellt sich der folgende Beitrag dar, dessen Urheberschaft ich leider nicht ausmachen konnte (d.h. das Folgende ist nicht von mir). Viel Spaß trotz alledem:

Wie die Weihnachten in den Vorjahren im Internet gezeigt haben, heißt Weihnachten nicht mehr Weihnachten, sondern X-mas, also muss der Weihnachtsmann auch X-man sein! Da X-mas 2011 quasi schon vor der Tür steht, ist es spätestens seit September höchste Zeit mit der Weihnachtsvorbereitung zu beginnen – Verzeihung: das diesjahrige Weihnachts-Roll-Out zu starten und die Christmas-Mailing-Aktion just in time vorzubereiten.

Hinweis:
Die Kick-off-Veranstaltung (früher 1. Advent) für das diesjährige SANCROS (SANta Claus ROad Show) fand bereits am 27. November 2011 statt.

Daher wurde das offizielle Come-Together des Organizing Committees unter Vorsitz des CIO (Christmas Illumination Officer) schon am 6. Januar abgehalten. Erstmals haben wir ein Projektstatus-Meeting vorgeschaltet, bei dem eine in Workshops entwickelte “To-Do-Liste” und einheitliche Job Descriptions erstellt wurden. Dadurch sollen klare Verantwortungsbereiche, eine powervolle Performance des Events und optimierte Give-Away-Allocation geschaffen werden, was wiederum den Service-Level erhöht und außerdem hilft, “X-mas” als Brandname global zu implementieren.

Dieses Meeting dient zugleich dazu, mit dem Co-Head Global Christmas Markets (Knecht Ruprecht) die Ablauf-Organisation abzustimmen, die Give-Away-Distribution an die zuständigen Private-Schenking-Centers sicherzustellen und die Zielgruppen klar zu definieren. Erstmals sollen auch sogenannte Geschenk-Units über das Internet angeboten werden. Via Trusted Third Parties bei einem Third-Party-Processor darf man dann mit einer Purchasing Card die Geschenk-Units bezahlen. Die Service-Provider (Engel, Elfen und Rentiere) wurden bereits via Conference Call virtuell informiert und die Core-Competences
vergeben.

    X-mas Girls

Ein Bündel von Incentives und ein separater Team-Building-Event an geeigneter Location sollen den Motivationslevel erhöhen und gleichzeitig helfen, eine einheitliche Corporate Culture samt Identity zu entwickeln.

Der Vorschlag, jedem Engel einen Coach zur Seite zu stellen, wurde aus Budgetgründen zunächst gecancelt. Statt dessen wurde auf einer zusätzlichen Client Management Conference beschlossen, in einem Testbezirk als Pilotprojekt eine Hotline (0,30 c / Minute Talkline) für kurzfristige Weihnachtswünsche, sorry X-mas Requirements, einzurichten, um den Added Value für die Beschenkten zu erhöhen.

Durch ein ausgeklügeltes Management Information System (MISt) ist auch Benchmark-orientiertes Controlling für jedes Private-Schenking-Center möglich. Nachdem ein neues Literatur-Konzept und das Layout-Format von externen Consultants definiert wurde, konnte auch schon das diesjährige Goldene Buch (Golden Book Release 2.1) erstellt werden. Es erscheint als Flyer, ergänzt um ein Leaflet und einen Newsletter für das laufende Updating. Hochauflagige Lowcost-Giveaways dienen zudem als Teaser und flankierende Marketingmaßnahme.

Ferner wurde durch intensives Brain Storming ein Konsens über das Mission Statement gefunden. Es lautet “Let’s keep the candles burning” und ersetzt das bisherige “Frohe Weihnachten”. Santa Claus hatte zwar anfangs Bedenken angesichts des Corporate-Redesigns, akzeptierte aber letztlich den progressiven Consulting-Ansatz und würdigte das Know-how seiner Investor-Relation-Manager.

In diesem Sinne …
… noch erfolgreiche X-mas Preparations für das Jahr 2013.

Worte mit Flügeln (2): Eile mit Weile

Nur keine Panik (auf der Titanic – O-Ton Udo). Immer schön ruhig bleiben. – Das ist meist leichter gesagt als getan. Manch geflügeltem Wort wünscht man Bleifüße. – Eile mit Weile! Gut Ding braucht Weile!

Da gibt’s wohl jede Menge Redensarten, die uns – ganz sachte – zur Ruhe bekehren wollen. Ausgangspunkt dieses kleinen Beitrag waren aber nicht diese herzallerliebsten Sprüchlein, sondern eine Textzeile aus einem Lied meiner (noch-)Lieblingsband.

    Worte mit Flügeln: So wühlt man sich durch den deutschen Wortschatz

Nämlich in dem Lied ‚We Used to Know’ auf der 1969 erschienenen Scheibe Stand Up heißt es so schön:

We ran the race and the race was won
by running slowly.

Ja, auch langsam geht es vorwärts (sprach die Schnecke) – und manchmal gewinnt man dabei sogar Henkelpötte oder ähnliches. – Aber ich bin ein Zausel, ein alter und verlogener zudem. Diesen Beitrag verdankt die Welt einem Spruch eines gewissen Bernd Zeller (ja, der … Ihr kennt den nicht??!). Sinnig und sachte, in kleinen Schritten voranstreitend, gemächlich und langsam kommt er daher und behauptet, er führe ein Leben auf der Überholspur!

Ha, denkt da die Schnecke, das kann ich auch, genau: Nur eben sehr langsam, und hinter mir hupen alle.

Hier quasi noch einmal das Original (unverfälscht und ohne Schneckenschleim): Ich führe ein Leben auf der Überholspur. Nur eben sehr langsam, und hinter mir hupen alle. (Bernd Zeller)

siehe auch: Redensartensuchmaschine
Worte mit Flügeln (1): Sommer

30. Mai

Den letzten Weltuntergang haben wir ja gerade überlebt, da wartet auf uns schon der nächste. Heute ist nämlich Weltweltuntergangstag (so wie Weltspartag), denn in einem uns bekannten Lied heißt es doch: „Am 30. Mai ist der Weltuntergang, wir leben nicht mehr lang …“

    Am 30. Mai ist der Weltuntergang

Also für alle Fälle das Köfferchen mit den Überlebensrationen (Emergency Ration nennt es der Angelsachse), der Eisernen Ration, gepackt und die ABC-Schutzplane über den Kopf gestülpt. Dann kann er ruhig kommen, der Weltuntergang. Wir werden ihm einen husten.


Die toten Hosen – Am 30. Mai ist der Weltuntergang

Am Ende des Weltuntergangsliedes heißt es übrigens:

Doch keiner weiß in welchem Jahr
und das ist wunderbar.
Wir sind vielleicht noch lange hier
und darauf trinken wir.

Also im nächsten Jahr dann vielleicht wieder auf ein Neues … ?! Prost, meine Damen und Herren!

90 Jahre Jürgen von Manger

Mann muss schon mindestens in meinem Alter sein oder aus dem Ruhrpott stammen, um ihn noch zu kennen: den Kabarettisten Jürgen von Manger. Er wurde mit seiner Bühnenfigur Adolf Tegtmeier zum Chronist des Milieus im Ruhrpott. Anfang März wäre von Manger 90 Jahre alt geworden. Er verstarb aber bereits 1994 wenige Tage nach seinem 71. Geburtstag.

„Seine Auftritte mit kabarettistischen Solo-Programmen, hauptsächlich um die Figur des Ruhrgebiets-Kleinbürgers Adolf Tegtmeier, die er ursprünglich für den Hörfunk entwickelt hatte, später aber auch auf zum Teil sehr erfolgreichen Sprechplatten (Stegreifgeschichten, zwei davon erhielten eine Goldene Schallplatte) und in zahlreichen Fernsehprogrammen verkörperte, begann von Manger in den 1960er Jahren zu vertiefen.“ „Im Fernsehen hatte von Manger großen Erfolg mit der Reihe Tegtmeiers Reisen [20 Folgen], die ab dem 14. Juli 1972 bis zum 3. Juli 1980 vom ZDF ausgestrahlt wurde.“ Es folgten 14 Folgen von Tegtmeier klärt auf (1981–1983).

Jürgen von Manger alias ‚Adolf Tegtmeier’

Von Manger überzeichnete in seinen Darbietungen die Sprache des Ruhrgebiets-Bürgers bis ins Komische: „Wenn ich Sie mir so anguck, könnt ich mir vorstellen, dat die Fantasie von so mancher Herr ganz schön am Kochen fängt!“ „Bleiben Se Mensch“ oder „Dat is vielleicht ein Dingen“ sind auch so typisch von Manger’sche Sprüche.

Der Mann mit der schiefen Mütze und dem schiefen Mund erinnert einwenig an Heinz Erhardt. Was mich vielleicht für ihn eingenommen hat, war der ruhrdeutsche Dialekt, der mir über das kölsch-eingefärbte Sprechen meiner Mutter durchaus bekannt war. Denn in beiden Regiolekten finden sich Überschneidungen (Kappes = Mistzeug, schlechte Idee (ursprünglich Kohl); ne fiese Möpp). Selbst das rudimentär vorhandene Ostpreußische meines Vaters findet sich im Ruhrdeutschen in einigen Begriffen (z.B. Lorbass = Schlingel) wieder.

Welche Vorliebe ich für die deutsche Sprache im allgemeinen (u.a. WortschatzGünter Grass: Grimms Wörter) und für Dialekte im besonderen (u.a. Komm inne Puschen!) habe, wurde in diesem Blog hinreichend kundgetan.

Zurück zu Jürgen von Manger: Lange hat man von ihm nichts mehr gehört. Da hat der Bochumer Musikverlag Roof Music sein Werk in sein Programm aufgenommen. „‚Ich bin seit meiner Kindheit großer Jürgen von Manger-Fan’, erklärt Roof-Music-Geschäftsführer Bernd Kowalzik. ‚Irgendwann fiel mir auf, dass es keine Platten mehr gab.’ Vinyl war vergriffen, CDs noch nicht erhältlich.“ (Quelle: derwesten.de)

Dem nicht genug: Es gibt immer noch jede Menge unveröffentlichtes Material, das von Manger zz. selbst mit einem Tonbandgerät aufgenommen und dem Musikverlag zur Verfügung gestellt hat. Hier einige Hörproben von der CD Dönekes.


Das Beste von Adolf Tegtmeier (Jürgen von Manger)

Wer sich etwas intensiver mit den Texten von Jürgen von Manger und seinem Adolf Tegtmeier auseinandersetzen möchte, hier zwei längere Texte: Ausgewählte Sketche

Es gibt heute einige Kabarettisten die sich durchaus in der Tradition von Jürgen von Manger sehen, z.B. Helge Schneider, Hape Kerkeling oder Elke Heidenreich als „Else Stratmann, Metzgersgattin aus Wanne-Eickel“. Nach langen Jahren habe ich Jürgen von Manger in diesem Tagen gewissermaßen wiederentdeckt.

Willkommen im neuen Tatort Hamburg

Nick Tschiller ist sein Name, Nick wie Nick Knatterton, wohl kaum – und Tschiller vom englischen chill abgeleitet – wie frostig, kalt, entmutigend oder ‚cool’? Wer denkt sich solche Namen nur aus? Na, wer wohl …?!

Ja, morgen am Sonntag ist es soweit: Til Schweiger, der Nuschler, macht auf Tatort: Willkommen in Hamburg. Die Vorschussdisteln sind reichlich verteilt. Spiegel online hat Herrn Schweiger gehörig auf den Zahn gefühlt. Man hat den Eindruck, dass außer Til Schweiger-Fans keiner ihn wirklich in einem Tatort-Film sehen möchte. Am wenigsten eingefleischte Tatort-Liebhaber. Was soll man auch von einem Schauspieler halten, der in einer über viele Jahre laufenden Kriminalserie mitwirken darf, die er sich „eher selten“ angeschaut hat.

Tatort Hamburg: Willkommen in Hamburg (2013)

„Drei Tote in den ersten Minuten, das ist eine Revolution. Ich als Zuschauer will so etwas sehen.“, so Schweiger. Ob wir das als Tatort-Fans sehen wollen, fragt er wohlweislich nicht. Eine eingetretene Tür nach der anderen. Schweiger: „Manchmal klopfe ich auch an.“

Til Schweiger lässt es also gleich ordentlich krachen. Und sein erstes Wort sei: Fuck! Angeblich eine Hommage an Horst Schimanski alias Götz George, der in der ersten Schimanski-Folge „Duisburg, Ruhrort“ als erstes Wort Scheiße äußerte (genauer: „Vorsicht, du Idiot! Hör auf mit der Scheiße!“ zu einem Typen, der seinen Fernseher auf die Straße schmiss). Nur Tschiller ist nicht Schimanski – und Schweiger lange nicht Götz George.

Richtig gespannt muss man also nicht sein. Da Schweiger hier alt bekannte Schweigerthemen (‚Huhn-im-Wein’, ‚Schmutzengel’, ‚Schlapplachhasen’ – nur der ‚halbe Ritter mit der Kopfnuss’ wird uns erspart bleiben) miteinander derart verwurschtelt, dass am Ende … ein Schweiger-Film herauskommt, aber kein Tatort mit psychologischer Tiefe, wird keinen verwundern. Wo Schweiger draufsteht, ist NUR Schweiger drin …!

siehe auch: Eine Extrawurst für ein Riesenwürstchen?

Übrigens: In zwei Wochen, am 24. März, gibt es den nächsten Tatort aus Münster: Summ, Summ, Summ. Hauptkommissar Thiel und der Rechtsmediziner Dr Boerne stehen eigentlich für Spannung und Witz. In letzter Zeit übertreiben sie allerdings ein bisschen den Witz. Und wenn man liest, dass in dieser neuen Folge ein Schlagerstar namens Roman König im Mittelpunkt steht und dann sieht, dass dieser von keinem anderen als Roland Kaiser gespielt wird, dann … also dann verschlägt es mir doch die Sprache! Tatort, wohin willst du noch …?!

Topf und Deckel

Es wird gesagt:
Jeder Topf findet sein Deckelchen.

Mancher Topf wartet lang
28 Jahre vielleicht.
Auch mancher Deckel findet nicht gleich
Vielleicht erst nach über 40 Jahren.

Die Suppe kocht im Topf
Auch ohne Deckel.
Und ein Deckel bedeckt
Auch ohne Topf.

Topf und Deckel
Quelle: montagsmalerin.de

Manchem Topf passen viele Deckel.
Und manch DIN-genormter Deckel passt zu vielen Töpfen.
Aber lang währt ‚die Freundschaft’ nicht.

Da mag ein Topf ungewohnte Formen
Und ein Deckel ungewöhnliche Größe haben.
Und was vielleicht auf Anhieb nicht passt,
wird dann passend gemacht.

Am Schluss dann doch:
Jeder Topf findet sein Deckelchen.

[aus: Des Daseins Dinge – eine mögliche Sammlung]


Lilo PulverJedes Töpfchen find sein Deckelchen 1962

[Hurra, ich werde senil! Topf und Deckelchen, bei mir piepen sie nicht mehr alle richtig! Demnächst buddle ich auch noch im Sand! Und dann auch noch die gute, alte Lieselotte, ha! Wahrscheinlich hat mir jemand etwas in den Tee getan!]

Nachtrag: Hat man erst ein Thema beim Wickel, dann stolpert man über weiteres Material – wie zum Beispiel das am Schluss folgende Kalenderblatt für den Februar 2013. Passt doch zum Thema, oder? Und abends lese ich in Grimms Wörter von Günter Grass dann den Buchstaben D betreffend und die Bedeutung von ‚dafür’ und ‚dagegen’ den folgenden Abschnitt:

Und schon ist dem dafür ein dagegen gesetzt, auch dargegen wie bei Hans Sachs: „mir grauet aber hart dargegen, mein hand an meinem herrn zu legen.“ Wenn jemand jedoch Hilfe erhalten hat und dagegen Treue verpfändet, steht dagegen auch für dafür, weil „die braut nicht schön, dagegen klug sein kann.“ Und weitere Beispiele, die dafür wie dagegen sprechen, damit am Ende jeder Topf seinen Deckel drauf hat.

Günter Grass: Grimms Wörter – eine Liebeserklärung – dtv 14084 – Deutscher Taschenbuch Verlag, 2012 – S. 137)

Warten ... ... auf den richtigen Partner!

Heino strikes back

Lange hat man ihn verspottet, von Otto Waalkes, der ihn in einem Spot als Vampir auferstehen und eine Techno-Version von „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ singen ließ, bis zu Norbert Hähnel, dem wahren Heino aus Berlin, der im Vorprogramm der Toten Hosen auftrat. Aber aller Häme zum Trotz, war und ist er eine Karikatur seiner selbst: Heinz Georg Kramm alias Heino.

So nebenbei: Der „echte“ Heino erwirkte vor dem Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen Hähnel. Infolge dessen durfte Hähnel nicht mehr als „Heino“ auftreten und musste 10.000 DM Ordnungsgeld zahlen. Die Toten Hosen spielten ein Benefizkonzert, um das Ordnungsgeld und die Kosten für Hähnels Anwalt zu tragen. Hähnel nahm das Geld dankend an, weigerte sich aber, die Strafe zu zahlen und saß ersatzweise lieber Ordnungshaft ab. Hähnel äußerte den Verdacht, der „echte“ Heino hätte nur gegen ihn geklagt, weil er befürchtete, seine Fans könnten langsam zu ihm, dem wahren Heino, überlaufen. (Quelle: de.wikipedia.org)

„Wer Heino schätzte, wusste immer, dass sein gesamtes Oeuvre eine subtile – na ja, subtil ist vielleicht übertrieben –, jedenfalls eine Dekonstruktion national-chauvinistischer Mythen und reaktionärer Einstellungen darstellt. Wer sonst hätte ganze Mehrzweckhallen bierseliger Deutscher dazu bringen können, offen zu bekennen: ‚Schwarzbraun bin auch ich!’“ (Quelle: welt.deich staune …)

Nun hat Heino ein Album mit Cover-Versionen von den Ärzten bis zu Rammstein aufgenommen: Mit freundlichen Grüßen. Und (fast) ganz Deutschland hat endlich ein Thema, um sich zu erregen – für oder gegen den blonden Barden aus Düsseldorf.

Heino: Mit freundlichen Grüßen eines Untoten

Dabei hat Heino die Originalinterpreten bzw. Rechteinhaber nicht gefragt, ob er ihre Lieder covern darf. Dies hatte nicht unerhebliche Auswirkungen auf die Produktion. So durfte er an Komposition und Text nicht die kleinste Kleinigkeit verändern und musste sich stur ans Original halten. Täte er dieses nicht, bedarf es nur eines anwaltlichen Schreibens von einem der Rechteinhaber und die komplette Auflage landet im Shredder. Dies möchte Heino natürlich nicht, also bleibt alles wie beim Original.

Nun, ich habe einmal in „das verbotene Album“ hineingehört. Den Trubel kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Heino klingt weiterhin wie Heino. Zwischen den verschiedenen Musikstilen differenziert er nicht. „Wo ist der Unterschied, ob ich ‚Junge komm‘ bald wieder’ von Freddy Quinn oder ‚Junge’ von Die Ärzte singe?“, sagt Heino selbst. Er muss es wohl wissen.

Erstaunlich ist dabei besonders die Reaktion derer, die Heino bislang verachtet haben. So kaufen Leute das neue Album, obwohl sie „normalerweise keine Heino-Fans“ sind, finden die Scheibe „witzig und unterhaltsam“ oder sogar „endgeil“. Sicherlich ist die (Geschäfts-)Idee zu diesem Album clever zu nennen. Auch der Zeitpunkt, die Karnevalszeit, ist bestens gewählt. Und was Heino in all den Jahren seiner Karriere nicht gelungen ist, das gelingt ihm jetzt: Die Numero eins in den Charts zu sein. Selbst zum legendären „Wacken Open Air“ soll Heino nun eingeladen sein.

Jetzt darf man Heino also statt in schalldichten Kellerräumen auch bei der nächsten Gartenparty abspielen, ohne als verkappter Heino-Fan abgetan zu werden. Und wer nicht in diesen kollektive Jubel ausbricht, ist ein Spielverderber.

Nicht dass ich Herrn Kramm diesen Erfolg missgönne. Diese Art der späten Rache an seinen Verächter hat durchaus seine witzige Seite. Aber deshalb muss ich mir doch nicht dieses Album kaufen. Statt die Rentenkasse des Herrn Kramm aufzubessern, sollte man doch besser talentierte Nachwuchsmusiker unterstützen. Trotzdem Glückwunsch, Herr Kramm! Aber bitte NICHT weiter so …?!

siehe auch meinen Beitrag:
Die lebende Schlaftablette: Heino vor Gericht