Buxtehude – wo die Hunde mit dem Schwanze bellen

Letzten Samstag machte ich mit meiner Frau einen Abstecher nach Buxtehude. Die Kleinstadt liegt auf der anderen Elbseite gegenüber von Hamburg, genauer von Wedel, an der Este, die in dem Ort eine grachtartige Flethanlage bildet. Diese war in dieser Jahreszeit natürlich durch herbstlich gefärbte Bäume gesäumt.

Buxtehude 2017: Herbstliche Impression am Fleth

Buxtehude gehört allem Anschein nach zu den Orten, die viele für einen fiktiven Ort halten, so wie Kleinkleckersdorf oder Hintertupfingen. Warum auch immer. Aber es gibt ihn, diesen Ort, in der das Märchen vom Wettlauf zwischen Igel und Hase beheimatet ist.

    Buxtehude und Kraxtepellen –
    wo die Hunde mit dem Schwanze bellen.

Ja, auch das ist so eine Sache, die Buxtehude gewissermaßen anlastet (und den Ort daher wohl ins Fiktive gleiten ließ – Kraxtepellen liegt übrigens im ehemaligen Ostpreußen). Nur sind es nicht eigentlich Hunde, die bellen, sondern Glocken, die schon in frühen Jahren mit einem Seil geläutet wurden. „Die ‚Hunt‘ ist die Glocke und ‚bellt‘ kommt aus dem Englischen von ‚Läuten‘. Das Seil wurde zum Schwanz.

    Dackel-Denkmal in Buxtehude [Quelle: Radio Bremen]

Und Stadtarchivar Bernd Utermöhlen erklärt: Buxtehude wurde von holländischen Wasserbauern gebaut und war damals die modernste Hafengründung auf deutschem Boden. „Die Stadt bekam auch eine Kirche mit einem hohen Kirchturm. In diesem Turm wurden die Glocken schon mit einem Seil geläutet, auf dem platten Land dagegen wurden zu der Zeit die Glocken noch mit einem Hammer angeschlagen. Das Seil franste aus und erinnerte dann an einen Hundeschwanz. Die Glocken wurden Hunde genannt, und so entstand der Schnack ‚Die Hunde bellen in Buxtehude mit dem Schwanz‘, wobei damit eben das Glockengeläut gemeint ist. Dies kündet letztlich von dem fortschrittlichen Geist der Buxtehuder Bürger, die hier diese moderne Technik schon eingeführt hatten.“

Tatsächlich erinnert die Altstadt von Buxtehude einer holländischen Stadt mit Fleth und dem Festungsgraben, dessen Name mit dem niederländischen Wort Viver (vijver; dt. Weiher, Teich).bezeichnet wird. Sie lädt ein zum Bummeln und Entspannen. So fanden wir idyllisch am Westviver gelegen eine Cafébar, die auch außen Sitzmöglichkeiten in Form von Strandkörben, Liegestühlen und Korbsesseln anbot: Entlein! Meine Frau und ich ließen sich in einem Strandkorb nieder und genossen Tee bzw. eine Kaffeespezialität des Hauses zu Waffeln mit Rote-Grützsoße.

Buxtehude 2017: Buxtehuder Bürgerhaus

Buxtehude liegt noch im HVV-Bereich und lässt sich mit S-Bahn und dem Metronom-Zug Richtung Cuxhaven ziemlich schnell von Harburg erreichen.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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