Grainau 2017 (1): Rodeln am Zugspitzplatt

Vor einem Jahr hatte ich mit meiner Familie zu Weihnachten mit Sturm ((‚steife Brise‘) auf der Hallig Langeneß zu kämpfen (und mit ‚Land unter‘). In diesem Jahr ging es zum vierten Mal nach Grainau und am Heiligabend auf die Zugspitze und weiter zum Zugspitzplatt. Wir wollten endlich einmal wieder weiße Weihnachten. Und so durften wir dort oben mit reichlich Schnee kämpfen.

Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour
Willi – vom Schnee bedeckt auf Rodeltour

Während es in der norddeutschen Tiefebene pieselregnete hatten wir dort in Deutschlands Süden das herrlichste Sonnenwetter, wie wir es höchstens von Postkartenmotiven her kennen. Zauberhaft! Dazu der Schnee! Das ist Winter, wie wir es hier im Norden nur erträumen. Aber auch in Grainau lag genügend Schnee, um unseren Wunsch nach weißer Weihnacht er erfüllen.

Zurück aber aufs Zugspitzplatt. Dort sind neben vielen Skipisten auch Rodelbahnen präpariert. Und eine davon sausten wir, meine beiden Söhne, meine Frau und ich, auf so genannten Zipflbobs hinunter. Damit die nötige Geschwindigkeit erreicht wird, ging es erst einmal steil bergab. Dann folgte eine flachere, aber kurvenreiche Strecke, um plötzlich wieder sehr steil zu werden. Auf 300 m Gefälle und Luftlinie knapp 1000 m, durch die Kurven aber an die 1500 m lang, erreichten wir unser Ziel im ‚weißen Tal‘. Mit dem Skilift ‚Sonnenklar‘ ging es wieder nach oben.

Zugspitzplatt – Sonnenklar - Rodelbahn
Zugspitzplatt – Sonnenklar – Rodelbahn

So ein Zipflbob ist aus Kunststoff und besteht aus einer kleinen, kufenlosen Sitzfläche (daher kein Schlitten im eigentlichen Sinne) sowie einem Haltegriff, den Zipfel, der zwischen die Beine genommen wird, und als Bremse und zugleich – unterstützt durch die Füße – als Steuerhebel dient. Durch seine Form lässt sich er sich auch mit wenig Übung leicht und präzise steuern.

Willi – Zieleinlauf auf der Rodelbahn (Zugspitzplatt Sonnenklar)
Willi – Zieleinlauf auf der Rodelbahn (Zugspitzplatt Sonnenklar)

Alles wäre halb so schlimm, wenn sich auf der Rodelbahn nicht reichlich größere Schlaglöcher befänden. Wer in ein solches Loch gerät, wird in die Luft geschleudert und holt sich vielleicht blaue Flecken am Allerwertesten beim Aufprall. Oft endet es dann auch, der Bob vorne weg, im Schnee. Daher wurde der Bob mit einem Band an einem Bein befestigt, damit sich dieser nicht in den Weiten des Zugspitzplatts verselbständigte.

Willi macht Pause mit den Söhnen
Willi macht Pause mit den Söhnen

Ich gestehe, dass ich manchmal glaubte, mein letztes Stündlein hätte geschlagen. Besonders wenn der aufgewirbelte Schnee vor mir stiebte und mir die Sicht nahm. Aber Ende gut, alles gut. Meine Söhne waren, obwohl auch sie manche Schneeflocke verschluckten, begeistert. Und meine Frau konnte nicht genug bekommen.

In Grainau selbst gibt es auch einen Rodelhang. Aber das ist eher etwas für Kinder. Wir bekamen aber einen Geheimtipp: Vom Eibsee führt ein Höhenweg in Richtung Neuneralm. Okay, zunächst läuft man eine halbe Stunde leicht bergan, dann aber geht’s bergab – und der Weg endet dann am Rodelhang in Grainau.

Und mit der Eckbauerbahn im Garmisch-Partenkirchen, gleich neben dem Olympia-Skistadion, geht es in 14 Minuten auf den Eckbauer. Von dort geht ein Weg durch den Wald, der sich gut fürs Schneeschuhwandern eignet. Und von dort oben führt auch eine Strecke hinab ins Tal, die gut fürs Rodeln ist. Während meine Frau sich mit mir auf Schneeschuhen ‚auf die Socken‘ machte, rodelten unsere beiden Söhne die Rodelstrecke gleich mehrmals hinunter.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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