Meine 10 größten Gitarristen der Rockmusik: Ry Cooder

Zu Ry Cooder habe ich mich bereits in mehreren Beiträgen (Ry Cooder: Stand by MeAnother Record by Ry Cooder: Three Chords and the TruthBuena Vista Social Club) geäußert und dabei besonders auf seine Verdienste um die traditionelle amerikanische Musik verwiesen.

Heute möchte ich den Gitarristen Ry Cooder würdigen. Wenn das Rolling Stone-Magazin ihn an 8. Stelle unten den besten Gitarristen aller Zeiten führt, dann muss schon etwas an ihm dran sein, das andere Gitarristen nicht aufzuweisen haben. Er ist mit Sicherheit einer, wenn nicht gar der beste Slide-Gitarrist der Blues- und Rockmusik und hat im Laufe der Jahre auch immer wieder als Studiomusiker mit anderen großen Musikern zusammen gespielt (von den Stones über Clapton bis hin zu Captain Beefheart). Technisch ist Cooder eine Klasse für sich.

Ry Cooder

In Europa ist Ry Cooder (ähnlich wie David Lindley, mit dem er auch lange Zeit zusammenspielte) ziemlich unbekannt geblieben, was sicherlich mit seiner Musik zu tun hat. Cooder hat sich immer wieder aus dem breiten Spektrum amerikanischer Musik bedient und dabei wenig auf bestehende Trends geachtet. In Deutschland ist er allerdings durch seine Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur Wim Wenders bekannt geworden; u.a. schrieb Ry Cooder die Filmmusik zu „Paris, Texas“ (1984) – hier die Eingangssequenz zu dem Film.

Die bekanntesten Alben von Ry Cooder sind „Chicken Skin Music“ (1976), „Bop till you Drop“ (1979), das überhaupt erste digital aufgenommene Album der Rockgeschichte, und „Get Rhythm“ (1987).

Von zuletzt genannten Album hier der Titelsong:


Ry Cooder: Get Rhythm

Fans von Johnny Cash werden es gleich gemerkt haben. Das Lied stammt aus dessen Feder. Ry Cooder hat zwar viele Lieder selbst geschrieben, aber er hat sich – wie bereits erwähnt –auch immer wieder bei anderen Autoren bedient (von Elvis über Chuck Berry bis eben hin zu Johnny Cash). Die gecoverten Versionen klingen dabei aber immer typisch wie Ry Cooder (und sind nach meiner Meinung oft auch besser als die Originale).

Hier zum Vergleich (bei youtube zu finden) die Originalversion Johnny Cash – Get Rhythm aus dem Jahre 1956 und eine neuere Fassung mit Martin Del Ray.

1992 gründete Ry Cooder mit John Hiatt (Gesang, Gitarre, Klavier), Nick Lowe (Bass) und Jim Keltner (Schlagzeug) die Gruppe Little Village, die sich aber (wie bei anderen Gruppen dieser Art: Supergroups genannt) schnell wieder trennten. Jim Keltner hatte aber bereits viele Jahre zuvor mit Cooder zusammengearbeitet (u.a. auf den drei oben genannten Alben). Auch diese Gruppe blieb in Europa ziemlich unbekannt. Hier ein Video mit Little Village:


Little Village – She Runs Hot (Live)

Eine Zeitlang arbeitete Ry Cooder mit Musikern aus anderen Kulturen zusammen, so aus Indien, Nordafrika und Südamerika, zum Beispiel mit Ali Farka Touré aus Mali. Für seine Arbeit mit dem indischen Gitarristen Vishwa Mohan Bhatt erhielt er 1994 einen Grammy, übrigens nicht der einzigste (6 Grammys hat Cooder inzwischen in seiner Sammlung).

Zuletzt zwei weitere Videos (ebenfalls bei youtube zu finden) mit Ry Cooder, die uns das besondere Spiel Cooders auf der Slide-Gitarre aufzeigen. Bemerkenswert finde ich die Begleitung, zum einen Flaco Jimenez mit dem Akkordeon, dann die schwarzen Sänger (u.a. Bobby King), die etwas ‚abgerissen’ aussehen, so als hätte Cooder sie soeben auf der Straße aufgelesen, die aber durch ihren Gesang beeindrucken.


Ry Cooder : At The Dark End Of The Street


Ry Cooder – How Can A Poor Man Stand Such Times And Live

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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