Meine Lieblingslieder – Teil 1

Da habe ich mich auf etwas eingelassen, als ich ankündigte, eine Art Top Ten, also die Charts meiner Lieblingslieder zu nennen, und es sollte immer nur ein Lied sein – pro Gruppe bzw. Interpret. Was sollte da z.B. das mir liebste Stück von Jethro Tull sein?

Und jetzt hat Alex auch noch vorgelegt, indem er uns mit Mein persönlicher Chart eine Liste seiner hörenswerter Lieder und Stücke präsentierte.

Nach einigem Hin und Her sind 20 Bands und Einzelinterpreten verblieben, die ich hier in zwei Gruppen vorstellen möchte. Die erste Gruppe entspricht meiner Top Ten, wobei ich auf Platzierungen wohlweißlich verzichtet habe (weil es mir einfach nicht möglich ist zu sagen, welches Lied ich besser als ein anderes finde). Daher die Auflistung nach dem Alphabet. Und die zweite Gruppe repräsentiert Lieder, die bei mir vielleicht nicht ganz oben anstehen, die ich aber doch so gut finde, um sie unerwähnt zu lassen (dazu morgen mehr).

Wie Lockwood erwähnte: „Eine Liste, die ich heute erstellen würde, sähe schon anders aus als eine Liste, die ich vor einem Jahr aufgestellt hätte. Aber es gibt Lieder, die man in allen Phasen des Lebens im inneren Ohr hat. Diese Songs gilt es aufzulisten.“ Genau das habe ich unter Berücksichtigung meiner unterschiedlichen Lebensabschnitte versucht zu tun.

Joan Armatrading: Down to Zero
Joan Armatrading habe ich bereits in mehreren Beiträgen vorgestellt. Für mich ist sie eine außergewöhnliche Songwriterin, die mich auch in einigen Live-Konzerten zu überzeugen wusste.


Joan Armatrading: Down To Zero (02/15/1979)

Ry Cooder: Get Rhythm
Erst dieser Tage habe ich mich in einem Beitrag seiner Gitarrenkünste angenommen. Ich finde seine Musik frisch und immer wieder aufmunternd. Es gibt auch bei ihm viele Lieder, die mir gefallen. Bleibe ich aber bei der Cover-Version des Johnny-Cash-Liedes „Get Rhythm“.


Ry Cooder: Get Rhythm

Cream: White Room
Hier haben sich drei Meister ihres Fachs getroffen: Ginger Baker, der mit seinen Trommelkünsten auch bei afrikanischen Musikern überzeugen konnte, und die haben den Rhythmus bekanntlich im Blut. Dann Jack Bruce, der den Bass aus seiner reinen Begleiterfunktion zu einem Soloinstrument erhob. Last not least Eric Clapton, der ‚Gott’ der Rockgitarristen. Hier eine Aufnahme der Reunion-Konzerte vom Mai 2005; die DVD dazu ist einfach super. Lange habe ich überlegt, ob ich nicht auch die Gruppe Colosseum mit dem Lied „Theme for an Imaginary Western“ hier aufnehmen sollte (wie „White Room“ stammt diese Lied aus der Feder von Jack Bruce). Dieses Lied von Cream soll genügen.


Cream: White Room ((Royal Albert Hall May, ’05)

Gentle Giant: The Advent of Panurge
Zusammen mit Gruppen wie Yes, Emerson, Lake & Palmer und natürlich auch Jethro Tull galt Gentle Giant als eine der Hauptvertreter des Progressive Rocks etwa Anfang bis Mitte der 70-er Jahre. Sicherlich ist es eine teilweise schwerverdauliche, da sehr ‚kompakte’ Musik mit vielen Finessen. Nichtsdestotrotz faszinierte mich besonders die Musik von Gentle Giant von Anfang an.


Gentle Giant: The Advent of Panurge

Im Alphabet folgt Jethro Tull … mit „Thick as a Brick“. Ja, hier tat ich mich besonders schwer. Ist sicherlich auch verständlich. Eines der ersten Stücke, das ich von meiner ‚Lieblingsband’ sah und hörte, war „Living in the Past“ 1969 im Fernsehen. Es war gewissermaßen die Initialzündung für meine Vorliebe für Jethro Tull. Daher wollte ich erst dieses Stück auch in meine Charts aufnehmen. Nach langer Überlegung habe ich mich dann doch für „Thick as a Brick“ entschieden, es ist ein geradezu geniales Stück Musik, und weil es ein etwas sehr langes Stück ist, so steht hier der Anfang des Stücks mit der akustischen Gitarre und dem Gesang von Ian Anderson (und ein bisschen mehr):

Really don’t mind if you sit this one out.
My words but a whisper your deafness a SHOUT.
I may make you feel but I can’t make you think.
Your sperm’s in the gutter your love’s in the sink.
So you ride yourselves over the fields and
you make all your animal deals and
your wise men don’t know how it feels to be thick as a brick.


Jethro Tull: Thick as a Brick – Part 1 (02/10/1977)

Es ist auch noch nicht so lange her, da berichtete ich hier über die drei Gitarrenheroen Paco de Lucia, John McLaughlin und Al di Meola. Ich denke alles für mich Wesentliche dort aufgeführt zu haben, was die gemeinsamen Auftritte der drei betrifft.

Ich habe nun einmal zwei Seelen in meiner Brust (wahrscheinlich sind es noch mehr), da kommt neben der Begeisterung für einfache Dinge, manchmal auch der Drang ‚nach Höherem’ hervor. Hier nochmals das Gitarrentrio mit „Mediterranean Sundance“.


Paco de Lucia – John McLaughlin – Al di Meola: Mediterranean Sundance

Schon früh kam ich mit der Musik von Schwarzen in Berührung (aber das ist schon wieder ein Thema für sich). Neben Soul (hier sei nur der Name Curtis Mayfield genannt) war es besonders der Reggae, der mir immer wieder sehr gut gefällt. Bekanntester Vertreter dieser Musik der Insel Jamaika ist bzw. war natürlich Bob Marley. Hier ein Lied, das wohl jeder schon einmal gehört hat:


Reggae – Bob Marley: No Woman No Cry

Auch zu Herman van Veen möchte ich keine weiteren Worte verlieren. Seine Musik hat mich eine längere Zeit begleitet. So zählt das Lied „Ich habe ein zärtliches Gefühl“ (die zarte Seele in meiner Brust meldet sich hier) zu meinen absoluten Lieblingsliedern. Hier die holländische Fassung des Liedes:


Herman van Veen – Ik heb dat tedere gevoel

Das folgende Lied findet sich hier, nicht weil ich besonders Hannes Wader mag, sondern weil es auf wunderbare Weise meine Wahlheimat, den Norden Deutschlands spiegelt. Ich mag die plattdeutsche Sprache, die leider vom Hochdeutschen fast gänzlich abgelöst wurde. Und speziell an diesem Lied mag ich die leise Melancholie: Min Jehann.


Hannes Wader: Min Jehann (aus: Plattdeutsche Lieder – 1974)

Zuletzt in meinen Top Ten findet sich Tom Waits. Für diejenigen, die mich kennen, ist das klar: Der gute Tom darf nicht fehlen. Und es sind gleich zwei Lieder, die sich ähneln und es mir schwer machen, mich zu entscheiden: „In the Neighborhood“ und „Take Care Of All My Children“. Ich habe mich für das ältere der beiden Lieder entschieden:


Tom Waits – In The Neighborhood – 1983

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

5 Gedanken zu „Meine Lieblingslieder – Teil 1

  1. Hallo Wilfried,

    Du bist mir weit voraus. Ich brüte immer noch über meiner Liste.
    Angefangen habe ich mit einem DIN A4 – Blatt und einem Kugelschreiber. Mittlerweile musste ich wegen der Masse der infrage kommenden Lieder auf die elektronische Textverarbeitung umsteigen.

    Deine Liste deckt sich nur in einem Punkt mit meinen bisherigen Kandidaten: Thick as a brick (Oh Wunder !) Hermann van Veen mag ich auch, aber auf meine Favoritenliste hat er es nicht geschafft.
    Die übrigen Lieder auf Deiner Liste decken sich nicht mit meinem Geschmack und das ist auch gut so: Es lebe die Vielfalt !

    Bis bald
    Lockwood

  2. Hallo Wilfried,

    damit die Überschrift zu diesem Abschnitt des Kapitels grammatikalisch korrigiert wird – „ein Kommentare“ scheint mir kein korrektes Deutsch zu sein, „zwei Kommentare“ würde besser klingen – gebe ich jetzt auch noch meinen Senf dazu.

    Leider ist die Hälfte der von Dir verlinkten Videos „no longer available“ – schade. Aber auch so ist mir beim Lesen dieses Beitrags klargeworden, wie weit unser Musikgeschmack doch auseinanderliegt. Nicht, dass mir von Deiner Auswahl nichts gefallen würde – Bob Marley und Reggae finde ich auch ganz gut, der Song von Joan Armatrading ist nicht schlecht, Cream und „White Room“ hatten wir ja schon einmal, und Jethro Tull steht sowieso außer Frage. Den Rest konnte ich nicht anschauen, weil es die Videos nicht mehr gibt.

    Aber meine Liste der Lieblingstitel sähe doch ganz anders aus, für Dich und Lockwood vermutlich gähnend langweilig. Da wäre nichts dabei, was ihr nicht längst kennen würdet (außer vielleicht einem Song von Al Stewart, den ihr sowieso nicht hören wollt). Mehr oder minder lauter Mainstream Rock und Pop, fast alles habe ich im Laufe des letzten Jahres schon irgendwo einmal erwähnt oder verlinkt.

    Eines ist vielleicht noch erwähnenswert. Erst von kurzem kam mir in den Sinn, dass die meisten Frauenstimmen für mich so ähnlich klingen, dass ich sie nicht unterscheiden kann. Es gibt ein paar Männer mit so markanten Stimmen, dass ich sie nach ein paar Tönen sofort erkenne, Rod Stewart zum Beispiel, aber auch Cat Stevens, Al Stewart, Jorgos Dalaras. Aber Frauen klingen für mich alle gleich, außer viellecht Kate Bush… Und Joan Armatrading, sie hat wirklich eine außergewöhnliche Stimme, fast wie ein Mann. Gefällt mir aber…

    Bevor auch noch mein Kommentar ausufert – liebe Grüße
    Kretakatze

  3. Also von ‚meinen‘ 10 ersten Lieblingsliedern sind alle Videos weiterhin “available” (z.B. Gentle Giant, Herman van Veen und Tom Waits). Aber auch die anderen Videos sind weiterhin bei youtube aufrufbar. Vielleicht hatte youtube gerade einen Aussetzer, als Du die Videos sehen wolltest.

    Schön, dass Dir Joan Armatrading auch gefällt. Ich mag diese Stimme. Überhaupt mag ich eher tiefere Frauenstimmen. Die Ausnahme ist vielleicht Kate Bush.

    Liebe Grüße auch von mir
    Wilfried

  4. Stimmt – heute laufen die Videos wieder. Ich weiß auch nicht was da vorgestern los war…

    Auf jeden Fall wird es noch eine Weile dauern bis ich mich durch Eure Songlisten durchgearbeitet habe.

    Bis demnächst
    Kretakatze

  5. Meine Lieblingslieder sind die
    Adam Haworth Stephens „Praises In Your Name“
    Timo Räisänen „Don’t Let the Devil Ruin It All“
    Chris Riffle „Downstream“
    Jukebox the Ghost „Good Day“
    Boy & Bear „Feeding Line“
    Young Rebel Set „If I Was“
    Doug Burr „And When We Awoke“
    Peasant „Hard Times“
    Joshua James „Crooked Arrow“
    Ravens & Chimes „Carousel“

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