Ry Cooder: My Blueberry Nights (Soundtrack)

Als der 2007 entstandene Spielfilm My Blueberry Nights in die Kino kam, ist er mir eigentlich nur aufgefallen, weil Norah Jones in dem Film die Hauptrolle spielt. Regie führte übrigens der Chinese Wong Kar-Wai. Erst jetzt klingelte es bei mir, dass die Filmmusik von Ry Cooder stammt. Soundtrack, wie oben geschrieben, stimmt nicht ganz, dann es gibt eine Reihe von Liedern, die nicht extra für den Film eingespielt wurden – im Gegensatz zur Musik Ry Cooders (im Englischen nennt man diese extra für einen Film komponierte Musik Score).

    Ry Cooder

Ry Cooder hat in den letzten Jahrzehnten schon einige Musik zu Filmen beigetragen (am Ende eine Übersicht der bisher in diesem Blog angesprochenen Filme, die zudem immer nocht nicht ganz vollständig ist). Auch diesmal hat er wieder u.a. seine Slidegitarre sehr sparsam eingesetzt und schafft so eine gelungene Synthese von Musik und Film.

Zum Film My Blueberry Nights: Eine gescheiterte Beziehung liegt hinter Elizabeth (Norah Jones), die seither an einigen Abenden Trost bei einem Blaubeermuffin in einem Café sucht und sich dabei mit Jeremy (Jude Law), dem Besitzer, anfreundet. Einige Nächte lang verbringen Elizabeth und Jeremy bei Gesprächen und Kuchen. Doch dann kommt Elizabeth plötzlich nicht mehr. Sie ist zu einer Reise quer durch die USA aufgebrochen, um zu vergessen. Ihr Trip führt sie zuerst nach Memphis. Dort arbeitet sie tagsüber in einem Diner und nachts in einer Bar. Der alkoholkranke Cop Arnie (David Strathairn) ist einer ihrer Stammkunden. Sie wird Zeuge, wie ihn die Liebe zu seiner untreuen Frau Sue Lynne (Rachel Weisz) langsam zu Grunde richtet. Das nächste Ziel liegt im Westen. In Nevada lernt sie die Spielerin Leslie (Natalie Portman) kennen. Auch sie besitzt ein trauriges Geheimnis. Während ihrer ganzen Reise hält Elizabeth mit Jeremy Kontakt, dem sie regelmäßig Postkarten mit ihren Gefühlen und Gedanken schickt…

aus: filmstarts.de


My Blueberry Nights – German Trailer

„Elizabeth (Norah Jones) hat ihre Liebe verloren und findet im Cafébesitzer Jeremy (Jude Law) einen verständnisvollen Tröster. Die Verlassene durchleidet die Nächte beim Blaubeerkuchen an Jeremys Bartresen. Mit seiner ersten US-Produktion liefert Regisseur Wong Kar-Wai nicht nur erneut eine grandiose Stilübung, in Cat Powers ‚The Greatest’ hat er auch das perfekte musikalische Thema für seinen poetisch-melancholischen Film gefunden. Wong und Norah Jones ergänzen sich perfekt: Er schickt seine Heldin auf eine Erkenntnisreise quer durch die USA und verhilft ihr damit zu einem überzeugenden Leinwanddebüt. Im Gegenzug hat ihn die Sängerin bei der Musikauswahl perfekt beraten. Zu hören sind vor allem Klassiker aus Soul, Folk und Jazz, den Score gestaltet Routinier Ry Cooder mit typischen Rootsminiaturen. Natürlich ist neben Otis Redding, Ruth Brown und Cassandra Wilson auch Norah Jones selbst mit einem exklusiven Song vertreten. Mit ‚The Story’ verarbeitet sie ihre Bedenken beim ersten Dreh zu einer wunderschönen Vorspannuntermalung.“ (Quelle: kulturnews.de)

„My Blueberry Nights“ soundtrack tracklist
01. „The Story“ – Norah Jones
02. „Living Proof“- Cat Power
03. „Eli Nevada“ – Ry Cooder
04. „Try a Little Tenderness“ – Otis Redding
05. „Looking Back“ – Ruth Brown
06. „Long Ride“ – Ry Cooder
07. „Eyes on the Prize“ – Mavis Staple (produced by Cooder)
08. „Yumeji’s Theme (Harmonica Version)“ – Umebayshi Shigeru
09. „Skipping Stone“ – Amos Lee
10. „Bus Ride“ – Ry Cooder
11. „Harvest Moon“ – Cassandra Wilson (Neil Young cover)
12. „Devil’s Highway“ – Hello Stranger (Ry Cooder produced; his sons’s band)
13. „Parajos“ – Gustavo Santaolalla
14. „The Greatest“ – Cat Power

Der Film ist als DVD My Blueberry Nights und der Soundtrack als CD My Blueberry Nights erhältlich.


Ely Nevada – Ry Cooder – My Blueberry Nights

Norah Jones’ Musik habe ich hier ja bereits öfter besprochen. Natürlich schauspielert sie nicht nur, sondern trägt auch ein Lied zu diesem Film bei. Neben weiteren Klassikern aus Soul, Folk und Jazz tut sich für mich besondern die Sängerin Cat Power mit zwei Liedern hervor, die zudem in einer kleinen Rolle zu sehen ist; u.a. singt sie im Film ihren Hit „The Greatest“:

Once I wanted to be the greatest
No wind or waterfall could stop me
And then came the rush of the flood
The stars at night turned you to dust


My Blueberry Nights – Cat Power – The Greatest

Die Lieder von Cat Power gefallen mir ausgesprochen gut, vielleicht weil sie sehr minimalistisch sind: Pure Musik mit wenig Klimbim, meist mit sparsamen Gitarren- und Pianoklängen begleitet. Dazu die rauchige Stimme, die irgendwie entrückt und zerbrechlich erscheint. Regisseur Wong Kar-Wai: „Wenn Charles Bukowski und Jane Birkin ein Kind hätten, dann wäre das Cat Power.“ („If Charles Bukowski and Jane Birkin had a child, it would be Cat Power,“ says Wong Kar-wai on the set of Blueberry Nights). Man ahnt, woher der Wind weht. Cat Power alias Chan Marshall ist eine in vierleilei Hinsicht bemerkenswerte Frau. Im Film V wie Vendetta ist sie ebenfalls zu hören, dazu auch auf dem Soundtrack des Films mit dem Song „I found a reason“. Zudem gehört ihr Song „Werewolf“ vom Album „You Are Free“ zum Soundtrack des Films Zerrissene Umarmungen des spanischen Regisseurs Pedro Almodóvar.

Hier noch ein Video von Cat Power aus ihrer Anfangszeit:


cat power-nude as the news

Wie bereits angekündigt hier eine Übersicht aller bisher von mir besprochenen Filme, für die Ry Cooder die Filmusik/den Score beigetragen hat:

Buena Vista Social Club
Das Gitarrenduell: Crossroads – Pakt mit dem Teufel
Ry Cooder – Pecos Bill
Ry Cooder: Long Riders (1980)
Ry Cooder: The End of Violence
Der seltsame Fall des Benjamin Button
Ry Cooder: Southern Comfort
Ry Cooder: The Border
Ry Cooder: Alamo Bay
Ry Cooder goes Rap: Trespass
Ry Cooder: Paris, Texas
Ry Cooder: Last Man Standing (Soundtrack)

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.