Joan Armatrading: Square the Circle (1992)

Zwei Jahre nach ihrem Album Hearts and Flowers (1990) veröffentlichte Joan Armatrading ihr 13. Studioalbum Square the Circle (1992). Wieder kamen die verschiedensten Musiker in ihr hauseigenes Musikstudio, den Bumpkin Studios. Und wieder wurde es bei A&M Records veröffentlicht. Allerdings sollte es Armatradings letztes Album bei dieser Plattenfirma werden. In Großbritannien erreichte das Album Platz 34, in den USA konnte es sich dann aber nicht mehr platzieren.

Die Lieder auf Square the Circle wurden wieder von Joan Armatrading geschrieben, arrangiert und produziert. Lediglich das Stück „Wrapped Around Her“ zeichnet auch Graham Lyle als Mitautoren und Produzenten.

    Joan Armatrading: Square the Circle (1992)

Bemerkenswert ist, dass Joan Armatrading alle Gitarrenparts selbst übernommen hat. So sind auch alle Gitarrensolos von ihr eingespielt worden. Dafür hat sie diesmal die Finger von den Tasteninstrumenten genommen und diese von Richard Cottle bzw. Simon Clark spielen lassen. Für mich hat es den Eindruck, dass Joan im Vorfeld sehr viel auf der elektrischen Gitarre geübt hat, denn die Gitarrensolos zeigen sich ausgereift, wenn auch nicht überlastet, sondern eher zurückhaltend. Ich finde das auf jeden Fall große Klasse, was sie auf der elektrischen Gitarre ‚zaubert’. Gesanglich wird Joan Armatrading hin und wieder durch die drei Damen Linda Lewis, Shirley Lewis und Sylvia Mason-James unterstützt. Nicht immer zum Vorteil dieser Lieder, wie ich finde. Aber das mag Geschmackssache sein. Das Foto für das Cover ist von Andrew Catlin aufgenommen worden.

Hier zunächst die Trackliste des Albums:
(alle Lieder wurden von Joan Armatrading komponiert, arrangiert und produziert)

1. „True Love“ – 3:57
2. „Crazy“ – 3:48
3. „Wrapped Around Her“ – 3:48
4. „Sometimes I Don’t Wanna Go Home“ – 4:59
5. „Square The Circle“ – 4:10
6. „Weak Woman“ – 3:56
7. „Can I Get Next To You“ – 4:16
8. „Can’t Get Over (How I Broke Your Heart)“ – 3:56
9. „If Women Ruled The World“ – 4:32
10. „Cradled In Your Love“ – 5:16

Das Album beginnt mit einem schönen langsamen und melodiösen Lied, in dem Joan in der Mitte auch schon einmal kurz einige gekonnte Riffs auf der Gitarre erklingen lässt:


Joan Armatrading: True Love

Auf dem 2. Lied verzichtet Joan auf die Gitarre und konzentriert sich auf ihren Gesang. Dafür lassen es die Keyboards in einem Solo in der Mitte und in einem am Schluss des Liedes ordentlich krachen. Die treibende Kraft ist ein fetzender Bass in diesem flotten Lied:


Joan Armatrading: Crazy

Neben der Gitarre spielt Joan in diesem Stück auch Mandoline. Am Anfang und in den Zwischenpassagen wirkt das Lied auf mich etwas hektisch und abgehackt (kommt wieder einmal vom Bass und Schlagzeug):


Joan Armatrading: Wrapped Around Her

Im vierten Stück ist Joans elektrische Gitarre ganz ansprechend und die Solos in der Mitte und am Ende des Liedes kommen auch sehr fetzend daher. Wie schon bei früheren Alben von ihr, so stört mich auch hier der pochende Bass doch ziemlich. Und das ‚gespenstisch’ klingende Keyboard zwischendrin ist auch nicht so ganz mein Fall. Einem Mantra gleich klingt dann die so oft wiederholte Textzeile „Sometimes I don’t wanna go home, Cos I know it’s gonna start again“. Nun, denn …


Joan Armatrading: Sometimes I Don’t Wanna Go Home

Zum Titelsong „Square The Circle“ gibt es leider kein im Netz verfügbares Video. Es ist ein langsames, selbst für Joan Armatrading eher konventionelles Stück, in dem das Gitarrenspiel aber wieder sehr ansprechend, wenn auch zurückhaltend herüberkommt.

Die nächsten beide Stücke finden weniger meine Begeisterung. Beide sind zwar rockig, aber „Weak Woman“ kommt für mich nicht so richtig in die Gänge, nervt eher durch ein fast durchgängig monotones Spiel auf dem Schlagzeug und wieder einmal durch den pulsierende Bass. Die Gitarrenparts finde ich auch eher so-la-la. Und den Chorgesang der drei Damen im Hintergrund … nun ja. Mit „Can I Get Next To You“ geht’s fast im gleichen Stile weiter. Der Chor mit gelegentlichen „Doodeewapp“ reißt es auch nicht heraus. Und manchmal klingt das Keyboard für mich zu synthetisch …

Zum Schluss hin wird’s dann aber besser. Es folgt ein langsames Stück, in dem die Streicherpassagen (Strings) aber künstlich, also auf dem Keyboard erzeugt wurden:


Joan Armatrading: Can’t Get Over (How I Broke Your Heart)

Das vorletzte Stück „If women ruled the world … It would be a good thing“ dürfte Joan besonders am Herzen gelegen haben. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob wirklich alles besser wäre, wenn Frauen die Welt regierten (Margaret Thatcher oder auch unsere alles bestimmen wollende Bundeskanzlerin sind nicht gerade die besten Beispiele). Das Stück selbst kommt rhythmisch betont ganz flott daher – mit einer führende Gitarre, die sich auch immer einige kleine Solos erlaubt. Hier passt dann auch durchaus der Damenchorgesang. Nur das Gepfeife des synthetischen Keyboards (wenn auch nur gegen dem Ende zu und dort auch nur hin und wieder) finde ich fehl am Platze.


Joan Armatrading: If Women Ruled The World

Mit „Cradled In Your Love“ endet das Album bereits nach zehn Liedern. Es ist ein langsames Stück, das allerdings in den Zwischenpassagen etwas aus dem Rahmen fällt, weil’s dort schräg-jazzig herkommt. Bemerkenswert auf jeden Fall Joans Spiel auf der elektrischen Gitarre und ein besonders schönes Solo am Ende des Liedes.

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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