The Both: The Both (2014)

Mit Aimee Mann habe ich mich hier in meinem Blog ziemlich ausführlich beschäftigt. Sie gehört als US-amerikanische Singer-Songwriterin der Indie-Rock-Szene an, d.h. wegen der einschränkenden künstlerischen Einflussnahme kündigte sie 1999 die Zusammenarbeit mit ihrer Plattenfirma auf und gründete ihr eigenes Label. Auch durch den Direktvertrieb ihrer Werke über ihre Website ging die Musikerin neue Wege. Begonnen hatte Aimee Mann mit Punk-Rock und kam über New Wave zu ihrem eigenen Stil, der sowohl Elemente des Rock, Folk, Pop-Rock und Country-Rock zu Alternative Rock verbindet. Bei uns blieb Aimee Mann weitestgehend unbekannt.

Im Jahr 2013 startete Aimee Mann eine Zusammenarbeit mit dem 10 Jahre jüngeren Ted Leo, der mehr noch als Aimee Mann aus der American-Punk-Rock-Ecke stammt, unter dem Namen The Both. Das Duo veröffentlichte im April 2014 sein selbstbetiteltes Debüt-Album.

    The Both: The Both (2014)

Die Zusammenarbeit der BEIDEN verlangte nach einem Namen, der sich dann nach eigenen Angaben aus der Frage entwickelte, ob SIE ein Duo oder gar eine Band wären. Das schien eine schwierige, geradezu philosophische Frage zu sein, deren Antwort lautete: Can’t it be both? Kann es nicht BEIDES sein?

The Both erschien also im April d.J. mit Aimee Mann (Gesang/akustische Gitarre und wie bereits zu Anfang ihrer Karriere: Bass), Ted Leo (Gesang und elektrische Gitarre) und als Gast am Schlagzeug Scott Seiver.

Neben ihrem Humor scheinen die BEIDEN, Mann und Leo, auch musikalisch vieles gemeinsam zu haben. Die Scheibe kann Fans von Aimee Mann bedenkenlos ans Herz gelegt werden. Ted Leo kannte ich bisher nicht, dafür ist mir die US-amerikanische Musikszene doch zu weit entfernt. Dass er aber aus der Punk-Rock-Ecke kommt, lässt sich an seinem Gitarrenspiel schnell ablesen. Die Lieder sind durch ihn deutlich rockiger und gitarrenlastiger, als man das zumindest von Aimee Mann bisher gewohnt war. Alle Lieder bis auf „Honesty Is No Excuse”, das aus der Feder von Phil Lynott (Thin Lizzy) stammt, sind gewissermaßen paritätisch von Aimee Mann und Ted Leo geschrieben worden. Das gilt dann auch für die Gesangspart. Der Einfluss von Aimee Mann ist anhand der wohlklingenden Melodien deutlich herauszuhören. Leo bringt dafür die sehr dominanten Riffs und Licks auf der E-Gitarre ein. Ergänzt wird das hier und da durch die akustische Gitarre von Mann. Die Gruppe tritt als Trio auf. Neben dem Gastschlagzeuger und Leo an der Gitarre spielt Aimee Mann wie schon in sehr frühen Zeiten den Bass. Der klingt auf der Scheibe oft sehr wuchtig, auch wenn sie keine ausgefeilten Riffs spielt. Zusammen mit dem Schlagzeug bildet es aber das rhythmische Gerüst, auf dem sich Leos Gitarre und vor allem der Gesang der beiden bewegen kann.

    The Both - Pressefoto

Setlist des Albums:

1 The Gambler Ted Leo / Aimee Mann 3:08
2 Milwaukee Ted Leo / Aimee Mann 4:21
3 No Sir Ted Leo / Aimee Mann 3:46
4 Volunteers of America Ted Leo / Aimee Mann 3:43
5 Pay for It Ted Leo / Aimee Mann 3:16
6 You Can’t Help Me Now Ted Leo / Aimee Mann 3:38
7 The Prisoner Ted Leo / Aimee Mann 4:41
8 Hummingbird Ted Leo / Aimee Mann 4:04
9 Honesty Is No Excuse Phil Lynott 3:27
10 Bedtime Stories Ted Leo / Aimee Mann 4:05
11 The Inevitable Shove Ted Leo / Aimee Mann 3:50

Ich finde die Scheibe ganz okay. Sicherlich entspricht diese Art der Musik nicht ganz meinem Geschmack. Aber um ab und wann einmal etwas anderes zu hören, dafür ist sie bestens geeignet. Es geht eine gewisser Lockerheit von ihr aus. Natürlich gibt es auch einige Videos der Gruppe (oder doch dem Duo?) im Netz.


The Both – Milwaukee


The Both – Volunteers of America


The Both – You Can’t Help Me Now (FUV Live at Rockwood Music Hall)


The Both: NPR Music Tiny Desk Concert („You Can’t Help Me Now“ / „Milwaukee“ / „No Sir“ / „The Gambler“)

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.