Tatort (300) aus München: … und die Musi spielt dazu (1994)

Auf Schloss Elmau, auf halbem Weg zwischen Garmisch-Partenkirchen und Mittenwald im wunderschönen Werdenfelser Land, fand am Sonntag und Montag das Treffen der G7, also der Staats- und Regierungschefs der bedeutendsten Industrienationen der westlichen Welt, statt, um wieder einmal über das Schicksal des ganzen Planeten Erde zu bestimmen. US-Präsident Obama hatte zwar seine ‚Lederhosen‘ vergessen, grüßte aber das Volk mit einem zünftigen ‚Grüß Gott‘ (immerhin gab er sich nicht als Bayer aus wie einst einer seiner Vorgänger glaubte, ein Berliner zu sein: Ish bin ein Bearleener).

Im Rahmenprogramm dieser Veranstaltung, die dem Steuerzahler angeblich 360 Millionen Euro kostete (und somit weit mehr als die Bunderegierung bisher bereit ist, für die Flüchtlingshilfe auszugeben), gab es reichlich Blasmusik und Männer mit Sepplhosen und Tirolerhut samt Gamsbart (die armen Gämse). Jetzt weiß auch der letzte US-Amerikaner, dass die Deutschen des Tags und des Nachts in Lederhosen und Dirndl herumlaufen.

Apropos Lederhosen und Dirndl: Am Dienstag sendete das Bayerische Fernsehen eine Wiederholung des Tatorts … und die Musi spielt dazu aus dem Jahr 1994. Es ermitteln darin die Münchener Kommissare Batic und Leitmayr mit Hilfe ihres Assistenten Carlo Menzinger. Es ist der 300. von bis dato 950 Tatort-Folgen. Sollte es da etwa ein Zusammenhang mit dem G7-Treffen geben?

Der Film spielt in der Welt der volkstümlichen Musik. In guter Columbo-Manier (‚howcatchem‘) wissen alle bis auf die Ermittler der Münchener Mordkommission, wer der Täter ist. Daraus entwickelt sich schnell eine muntere Mörderhatz.


Tatort (1994): Herz ist Trumpf (Und die Musi spielt dazu) [leider nur ein kleiner Ausschnitt]

Spätestens wenn das Seemannsquintett „Andi Frege und seine Wasserratten“ in Matrosenanzügen zu sehen ist (Matrosenanzüge als norddeutsches Pendant zur Bayerntracht), wissen auch die letzten Zuschauer, dass hier diese Art von Volksmusik gehörig durch den Kakao gezogen wird. Kenner der Musikszene sind gleich im Bild: Andi bzw. Andreas Frege ist der Realname von Campino, dem Sänger, Frontmann und Songwriter der deutschen Musikgruppe Die Toten Hosen. Und auch Franz Josef Strauß scheint mir in der Figur eines Sängers posthum sein Fett abzubekommen. Man achte übrigens auch auf manch gelungenes Bonmot (wenn diese vielleicht auch in der bayerischen Mundart für uns Norddeutsche etwas untergehen).

Tatort (300) München (1994): … und die Musi spielt dazu – ‚Andi Frege und seine Wasserratten‘ aka Campino und Die Toten Hosen

Nun ja, dieser Tatort aus München kommt ziemlich bayerisch gemächlich daher (ähnlich wie der letzte 950. Tatort Gier, in dem die Wiener Kollegen Eisner und Fellner dem Täter auf die Pelle rückten). Auf jeden Fall ist es ein Spaß für Freunde UND Feinde der Volksmusik.

Etwas ‚versteckt‘ habe ich nun auf Youtube doch das gesamte Video der Folge finden können:


Tatort (300) aus München: … und die Musi spielt dazu (1994)

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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