Gold und Silber lieb ich sehr …

…, kann’s auch gut gebrauchen. Nachdem die deutschen Sportler die ersten drei Tage bei den Olympischen Spielen in Rio darben mussten, gab es gestern dann doch endlich die ersten Medaillen. Natürlich in so martialischen Sportarten wie Schießen und Military-Reiten, heute entschärft Vielseitigkeitsreiten genannt.

Michael Jung ohne Sam, aber mit Gold und Silber

Ansonsten gab es für die Deutschen viel Schatten und nur einige Sonne. Während gerade die Mannschaftssportarten wie Handball und Hockey noch in der Spur liegen (beim Fußball ist es bisher eher durchwachsen), musste man bei Sportarten wie Judo und Boxen, teilweise auch beim Rudern, einige herbe Enttäuschungen einstecken. Bemerkenswert, dass auch prominente Sportler bereits ihre Segel streichen mussten: Im Tennis sind die Weltrandlistenersten Novak Djokovic und Serena Williams bereits sowohl im Einzel als auch Doppel ausgeschieden. Und Neymar tut sich mit der brasilianischen Fußballmannschaft auch äußerst schwer. Kein Wunder, wenn die gesamte Golf- und Boxprominenz (allen voran Wladimir Klitschko, ja, auch der hätte antreten können) nicht an den Start gegangen ist. Man kann sich mehr blamieren als Ehre kassieren.

Alle gegen eine, so hieß es im Endlauf über 100 m Brustschwimmen. Dass die russische Dopingsünderin Julija Jefimowa ‚nur‘ Silber gewann, war für viele Sportler und Zuschauer eigentlich schon fast zu viel des Guten. Immerhin kein Gold! Ansonsten nichts wirklich Neues von der Dopingfront.

Statt sich in miefigen Stadien und Sporthallen herumzutreiben, empfehle ich einen Abstecher an den Strand von Copacabana – und wenn nicht in natura, so doch wenigstens virtuell:


Praia de Copacabana

Es ist sicherlich nicht nur die Zeitverschiebung von immerhin fünf Stunden, die mich abhält, einen ausführlicheren Blick auf die sportlichen Geschehnisse von Rio zu werfen. Der ganze Rummel ist mir einfach zu viel geworden. Vom Doping und dem ganzen Gemauschel ganz zu schweigen. Da lacht dann aber doch mein Herz, wenn es zu kleinen oder gar größeren Pannen kommt, wie z.B. beim Hockeyspiel der deutschen Herrenmannschaft gegen Irland, als durch einen Stromausfall die deutsche Nationalhymne nicht vom Band abgespielt werden konnte. So sangen die Spieler a cappella, wenn nicht schön, dann wenigstens laut. Und auf geradezu mysteriöse Art und Weise verfärbte sich das Wasser des Wasserbeckens der Turmspringer über Nacht ins Grüne. Die Organisatoren standen zunächst vor einem Rätsel, schlossen aber eine gesundheitliche Gefährdung aus. „Die Wasserqualität ist getestet worden. Es gibt keine Risiken“, teilte das Organisations-Komitee mit. Laut Angaben des Weltverbandes FINA könnte ein defekter Wasserfilter Ursache sein. Die Britin Tonia Couch sagte nach dem Einspringen, das Wasser sei so grün, sie habe nach dem Eintauchen ihre Sprungpartnerin Lois Toulson nicht mehr sehen können. Die Wasseroberfläche hat sie dann aber wohl doch gefunden.

Synchroner Turmsprung ins Grüne

Über WilliZ

Wurde geboren (in Berlin-Schöneberg), lebt (nach einem Abstecher nach Pforzheim, längere Zeit in Bremen und Hamburg) in dem Örtchen Tostedt am Rande der Lüneburger Heide – und interessiert sich für Literatur, Musik, Film und Fotografie (sowohl passiv wie aktiv) … Ach, und gern verreise ich auch!

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