Archiv für den Monat: Juni 2005

Auf dem besten Wege

1992 als König Fahd-Pokal in Saudi-Arabien zum ersten Mal ausgespielt, längst in Konföderationspokal umgetauft (Confederations-Cup ist schon sperrig genug, so kurz Confed-Cup oder gleich Mini-WM genannt), galt dieser Wettbewerb, der den amtierenden Fußballweltmeister mit den jeweiligen Erdteilmeistern zusammenbringt, bisher eher als ungeliebt. So war Deutschlands bisher einzigste Teilnahme 1999 in Mexiko die völlige Pleite, obwohl Teilnehmer wie Brasilien auf den Einsatz ihrer wichtigsten Spieler von vorherein verzichtete.

Dieses Jahr zum 7. Mal ausgespielt wurde diese Mini-WM die Generalprobe sowohl für die deutsche Mannschaft als auch für die Organisatoren der WM 2006 in Deutschland.

Okay, organisatorisch dürfte noch nicht alles ‚rund gelaufen‘ sein. Man denke nur an die Flitzer, die während einiger Spiele werbewirksam aufs Spielfeld rannten. Sicherlich ein Problem, dem man mit den bestehenden Regeln kaum Herr werden dürfte.

Und spielerisch verpasste das deutsche Team zwar das Endspiel, bot aber einen Fußball, wie man ihn zuletzt nur bei der letzten Weltmeisterschaft gesehen hatte. Jürgen Klinsmann hat den Generationswechsel gewagt und der Erfolg spricht für ihn. Einige der jungen Wilden sind manchmal etwas übermotiviert (rote Karte für Hankes Ausraster gegen Mexiko, Huths ‚rustikales‘ Geschubse gegen Adriano, das zum Elfmeter für Brasilien führte). Das muss sich legen. Und es dauert manchmal auch etwas lange, bis man richtig ins Spiel kommt. Wenn es dann aber läuft, dann ist kaum ‚ein Halten‘ mehr. Ein Manko auch: Erspielte FÜhrungen werden noch zu leichtsinnig wieder vergeben.

    Schneider, Hanke, Ballack, Schweinsteiger und Hinkel

Insgesamt aber: Klinsmann und seine Jungs sind auf dem besten Wege, bei der WM 2006 mit den Spitzenmannschaften dieser Welt mitzuhalten.

Geisterstädte

Ich bin über eine Website gestolpert, die eine Sammlung von über 1300 Aufnahmen aus 174 Geisterstädten und historischen Stätten in den USA offenlegt: Ghost Town Gallery

Cityhall von Tombstone
Cityhall von Tombstone

Hier findet man Fotos von Western-Städten – manche längst verlassen, andere noch bewohnt -, alten Goldminen und alten Mühlen, in denen das Erz gemahlen wurde, alten Friedhöfen usw. – wirklich sehenswerte Aufnahmen! Dazu noch viele weitere Links auf Seiten im Internet zum Thema: Geisterstädte.

Der 1. Juli im Bundestag

„Die Sitzung im Bundestag soll am 1. Juli um 10.00 Uhr eröffnet werden. Danach will Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) seine Beweggründe für die Vertrauensfrage in einer Rede von etwa 20 Minuten darlegen. Nach den Ausführungen des Bundeskanzlers wird sich eine Debatte im Bundestag anschließen, die rund 70 Minuten dauern soll. Nach Quoten festgelegt haben SPD, CDU/CSU, Grüne, FDP und PDS jeweils unterschiedlich lange Redezeiten. Die Sitzung mit der Debatte soll bis gegen 11.25 Uhr dauern. Danach wird über die Vertrauensfrage abgestimmt: In namentlicher Abstimmung sollen sich die Abgeordneten für oder gegen den Kanzler entscheiden. In der Regel dauert solch ein Urnengang acht bis zehn Minuten. Danach muss sorgfältig ausgezählt werden. Gegen 12 Uhr könnte dann am Freitag das Ergebnis vorliegen. „

aus: zdf.de

Schottland 2005: Kilt

Schottland 2005Mein Sohn Jan hat sich einen originalen schottischen Kilt in ‚unserem‘ Tartan, also Schottenmuster (Clan MacAlpine), über das Internet bei Tartanstore in Edinburgh gekauft. Er musste etwas lange warten, aber jetzt ist er endlich gekommen (und ganz billig ist so ein Kilt auch nicht, da viel Handarbeit in ihm steckt):

Kilt im MacAlpine-Tartan Kilt im MacAlpine-Tartan Kilt im MacAlpine-Tartan

Wenn wir demnächst auf Schottland-Tour gehen, so wird Jan natürlich auch diesen Kilt mitnehmen.

siehe auch: Was trägt Herr Anderson unterm Schottenrock?

DVD Jethro Tull live at the Isle of Wight 1970

Es war das Woodstock Europas, das Isle of Wight Festival vom 26. – 30 August 1970 mit Rockgrößen wie Ten Years After, Emerson, Lake and Palmer, The Doors, The Who, Free, Jimi Hendrix und Jethro Tull. Schätzungsweise 600.000 Besucher wurden bei diesem Festival gezählt.

Jetzt ist der Auftritt von Jethro Tull mit Ian Anderson auf DVD erschienen. Es ist ein einzigartiges Zeitdokument zur Geschichte der Rockmusik, sicherlich nicht ganz mit dem Woodstock-Film von Michael Wadleigh vergleichbar, aber über den Auftritt von Jethro Tull hinaus interessant, weil es Einblicke in das Drumherum des Festivals gewährt und einiges von der Atmosphäre wiedergibt. Denn es gab nicht nur gute Musik, sondern auch einigen Ärger für die Fans. Aber seht selbst …

Jethro Tull 1970 - Soundcheck Jethro Tull 1970 - Soundcheck Jethro Tull 1970 - Soundcheck
Bilder vom Soundcheck von Jethro Tull

siehe hierzu: Jethro Tull – My Sunday Feeling

Translation english

Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen

Jeden Werktag fahre ich mit dem Metronom, einer privaten Eisenbahngesellschaft, von Tostedt nach Hamburg zur Arbeit und zurück. Der Metronom bedient neben der Strecke Hamburg – Bremen auch die Strecke Hamburg -Uelzen. Es gibt vielleicht keinen wichtigen Grund nach Uelzen zu fahren. Ein Grund aber wäre der Bahnhof von Uelzen, denn der ist zur Weltausstellung in Hannover, der Expo 2000, nachdem er in einen stark vernachlässigten Zustand geraten war, nach Entwürfen von Friedensreich Hundertwasser umgestaltet worden.

    Hundertwasser-Bahnhof in Uelzen

Friedensreich Hundertwasser (eigentlich Friedrich Stowasser), geb. 15. 12. 1928 Wien, gest. 19. 2. 2000 war Maler und lebte in Wien, Neuseeland, Venedig und der Normandie. Internationaler Durchbruch erlangte er bei der Biennale Venedig 1962. In teilweise spektakulärer Form („Nacktreden“ und Ähnliches) trat Hundertwasser für Frieden, Ökologie, natur- und menschengerechte Architektur und gegen Dorfzerstörung, Walfang und den Beitritt Österreichs zur EU ein. Neben der Malerei wirkte Hundertwasser als Gestalter von Gebäuden (Hundertwasserhaus, Wien 3, 1986; Pfarrkirche Bärnbach, Steiermark, 1988; KunstHaus Wien, Wien 3, 1991; Fernheizwerk Spittelau, Wien 9, 1988-92; Thermendorf Blumau, Steiermark, 1993-97; und andere), Büchern (Brockhaus-Enzyklopädie, 1989; Bibel, 1995), Briefmarken, Plakaten und anderes. 1981-97 Leiter einer Meisterklasse für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien; Großer Österreichischer Staatspreis 1980.

Sollte es Sie also einmal in die Gegend von Hamburg bzw. Hannover verschlagen, dann wagen Sie vielleicht einen Abstecher nach Uelzen. Wie gesagt: Der Metronom endet dort.

Schottisches Märchen: Thomas der Reimer

Schottland 2005Eines der bekanntesten schottischen Märchen ist das von Thomas, dem Reimer. Thomas Learmont lebte in Ercildourne, einem Dorf im Schatten der Eildon Berge. Eines Tages machte er sich auf den Weg und begegnete einer schönen Reiterin auf einer milchweißen Stute, der Königin des Feenlandes. Mit dieser zog er los, um ihr sieben Jahre zu dienen. Diese versprach ihm, wenn er ihr gehorche und nie ein Wort spreche, ins Land der Menschen zurückkehren zu können. So geschah es. Nach sieben Jahren reichte die Feenkönigin Thomas als Dank einen Apfel, eine verzauberte Frucht: Wer sie isst, dessen Zunge nie eine Lüge spricht.

Wieder unter Menschen kamen Worte aus seinem Mund ohne sein Zutun – und es waren Prophezeiungen, die meisten in Reimen, die alle in Erfüllung gingen. Diese Gabe brachte Thomas viel Ruhm ein – und noch heute hört man seine Worte und Reime.

Es gibt in Schottland auch ein Lied von Thomas, dem Reimer (Thomas the Rhymer, auch als True Thomas bekannt), das Mitte der 70-er Jahre von der Folkrock-Band Steeleye Span (Maddy Prior: vocals; Peter Knight: violin, vocals; Tim Hart: acoustic guitar, vocals; Robert Johnson: electric guitar; Rick Kemp: bass, vocals; Nigel Pegrum: drums, recorder) auf deren LP „Now We Are Six“ veröffentlicht wurde.

Hier das Musikstück von Steeleye Span: Thomas the Rhymer

Das Stück wurde in den Morgan Studios bei London aufgenommen. Ian Anderson von Jethro Tull zeichnete dabei als beratener Produzent und mischte auch den Ton ab.

    Ian Anderson (Jethro Tull) mit Maddy Prior

Hierzu der Text (der kürzeren Version):

True Thomas sat on Huntley bank
And he beheld a lady gay
A lady that was brisk and bold
Come riding o’er the ferny brae

True Thomas, he pulled off his cap
And bowed him low down to his knee
`All hail, thou mighty Queen of Heaven
Your like on earth I ne’er did see.‘

Chorus:
Hark and carp, come along with me,
Thomas the Rhymer
Hark and carp, come along with me,
Thomas the Rhymer
Hark and carp, come along with me,
Thomas the Rhymer
She turned about her milk white steed
And they rode faster than the wind
Until they came to a desert wide
And living land was left behind

For forty days and forty nights
They rode through red blood to their knee
And they saw neither sun nor moon
but heard the roaring of the sea

`Don’t you see yon bonnie, bonnie road
That lies across the ferny brae?
That is the road to fair Elfland
Where you and I this night must go.‘

Chorus:

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Tostedt: 100 Jahre Mittelschule-Realschule Tostedt

Die Erich-Kästner-Realschule in Tostedt feiert in diesen Tagen ihr 100-jähriges Bestehen. Also noch ein Jubiläum in Tostedt. Am Freitag, dem 24. 06. 2005, findet u.a. ab 19.30 Uhr ein „Bunter Abend“ statt.

Gleichzeitig ist diese Woche für die Schüler eine Projektwoche. Natürlich unter dem Thema „100 Jahre Mittelschule-Realschule“! Mein Sohn Lukas war u.a. mit seiner Schulklasse einen Tag im Freilichtmuseum am Kiekeberg in Hamburg-Harburg. Dabei lernten die Schüler die Bauweise eines Fachwerkhauses kennen, also eine Technik des Hausbaues, wie sie vor 100 Jahren praktiziert wurde. Hier einige Bilder von dem Besuch:

Fachwerkhaus Gerüste zusammenstellen
altes Fachwerkhaus Zusammenstellung des Gerüstes (aus Ständern, Streben, Bändern usw.)
Lehm anrühren Äste ins Gefache
Der Lehm wird mit Wasser angerührt zuerst Äste ins Gefache
Lehmkugeln Lehm auftragen
Lehmkugeln kneten Lehmkugeln auftragen
Lehmausfachung ... das war es fast
Lehmausfachung alles gut verstreichen
Die Fachwerker
Klasse 5 B der Erich-Kästner-Realschule Tostedt

Hörbücher kostenlos

Statt am Rechner zu daddeln, sollte man ab und zu schon einmal ein gutes Buch lesen. Und wer das nicht packt, der kann sich ein solches auch gern vorlesen lassen: Hörbücher nennt man das heute. Jetzt gibt es im Internet vorleser.net, eine Website, über die man sich sogar kostenlos literarisch interessante Texte in Schrift und Ton (als MP3 in bester CD-Qualität) herunterladen kann. Also nichts wie ran! Wer keine schnelle Internet-Verbindung hat, kann sich bis zu 12 Stunden Hörbuch für wenig Geld auf einer mp3-CD selbst zusammenstellen lassen.

Wettervorhersage 21.06.2005

Tostedt/Hamburg:

wolkig, abends Gewitter, max. 30 °C
Luftdruck zw. 1014 und 1016 hPa

Sonnenaufgang: 4:53
Sonnenuntergang: 21:52

Edinburgh/Schottland (unser Reiseziel):

Regen, abends Schauer, max. 20 °C
Luftdruck zw. 1014 und 1018 hPa

Sonnenaufgang: 4:26
Sonnenuntergang: 22:03

Comiso/Sizilien:

leicht wolkig, max. 29 °C
Luftdruck zw. 1014 und 1015 hPa

Sonnenaufgang: 5:42
Sonnenuntergang: 20:24

Zielgruppen der Wirtschaft

Der folgende Auszug eines Artikels aus der Satirezeitschrift pardon wurde zwar in einem etwas anderem Zusammenhang geschrieben, ist aber auch so recht interessant zu lesen:

„Die grammatisch männlichen Leser herkömmlicher Magazine erfüllen eine wichtige Funktion, nämlich als Zielgruppe. Sie konsumieren ein Produkt, das für die Werbewirtschaft hergestellt wurde und das ihnen ein zur Werbung passendes Image verkauft.

In den Lifestyle-Illustrierten werben verständlicherweise Hersteller von Lifestyle-Artikeln, weil sie denken, der Matador-Mann gibt schon eine Menge Geld für das Heft aus, also sitzt es ihm locker und er möchte gern das Hundertfache für einen Anzug ausgeben oder das Zehntausendfache für ein Auto.

Möglicherweise würden die Leute das tatsächlich, aber so läuft das nicht. Die Käufer der Lifestylemagazine kaufen es als Ersatz für den Lifestyle, den sie sich nicht leisten können. Tragisch für die Wirtschaft, neutral für die Werbeagenturen.

Das ist es, was schiefläuft in diesem Land.

Die Käufer herkömmlicher Magazine verhalten sich nur so, als seinen sie eine Zielgruppe, während sie Kaufzurückhaltung üben und die Wirtschaft lahmlegen. Indem sie kein Geld für Endprodukte ausgeben, sondern das Spiel der Werbung mitspielen, der Industrie zu suggerieren, es gäbe einen Absatzmarkt, entziehen sie dem Wirtschaftskreislauf das Blut (das Geld).“

aus: pardon 3/05 (Wozu gibt es pardon-Leser? Leitartikel von Bernd Zeller)