Die Großen fressen die Kleinen, nicht nur im Tierreich! Ein weiteres Kalenderblatt meines Sohnes Jan zum Monat Juli:

Die Großen fressen die Kleinen, nicht nur im Tierreich! Ein weiteres Kalenderblatt meines Sohnes Jan zum Monat Juli:

Die Hitze in meinem Büro ist kaum auszuhalten. Da flüchtet man möglichst bald nach Hause. Was nützt es aber einem, wenn man mit der Bahn fährt und diese auf halber Strecke stecken bleibt, weil es Probleme mit der Oberleitung gibt. Kaum steigen die Temperaturen, da beginnt auch wieder das Chaos bei der Deutschen Bahn – so geschehen gestern zwischen Hamburg Hbf. und Hamburg-Harburg. Mit über 45 Minuten Verspätung kam ich gestern Nachmittag von Hamburg kommend in Tostedt an.

Weitere Verzögerungen gab es gestern auch bei der S-Bahn Hamburg in Richtung Bergedorf durch einen Böschungsbrand. Und heute wollte die S-Bahn in Hamburg auch nicht so, wie sie sollte. Es gab am frühen Morgen im Bereich Hauptbahnhof Verspätungen zwischen 10 und 20 Minuten.
Na, das kann angesichts der weiter bestehenden hohen Temperaturen ja noch witzig werden …
Eigentlich spürte ich nur Erleichterung. Erleichterung darüber, dass das Spiel, wenn auch erst in der Verlängerung, durch zwei ’normale‘ Feldtore und nicht am Ende durch Elfmeterschießen entschieden wurde. Erleichterung auch, weil das bessere Team gesiegt hatte. Erleichterung aber vorallem, weil der Zirkus, der ganze Spuk endlich vorüber ist. Die Party ist vorbei.

Natürlich tun mir die Jungs Leid. Sie haben versucht, ihr Bestes zu geben. Aber es hat eben nicht gereicht. Um Weltmeister zu werden, wie es das gemeinsam angestrebte Ziel war, muss man eben etwas mehr bringen. Bis zum Spiel gegen die Schweden lief alles wie am Schnürchen. Aber schon im Viertelfinale gegen Argentinien zeigte sich, dass eine Leistungssteigerung nicht mehr drin war. Zum Einzug ins Halbfinale reichte die Leistung gerade noch, auch weil der argentinische Trainer zu schnell auf Defensive umschaltete. In Italien fanden die deutschen Spieler ihren Meister. Dabei bedurfte es nicht einmal einer meisterlichen, noch weniger einer weltmeisterlichen Vorstellung der Italiener. Lange war das Spiel offen, wenn es auch nur sehr wenige wirklich zwingende Torchancen gab. Entscheidend war der Entschluss des italienischen Trainers, am Ende doch noch auf Offensive zu setzen. Während die deutsche Mannschaft irgendwie schon gedanklich beim Elfmeterschießen war, klingelte es zweimal in Lehmanns Kasten.
Brasilien ist bei der WM 2006 im Viertelfinale ausgeschieden. Dafür sind brasilianische Spieler bei Werder Bremen in der neuen Saison ganz „in“. Neben Naldo verstärken Diego (Diego Ribas da Cunha) vom FC Porto kommend und der junge Thiago Rockenbach da Silva das Werder-Team. Diego soll Johan Micoud ersetzen, der in seine französische Heimat zurückgekehrt ist.
Für die Abwehr wurde Pierre Womé (Kamerun) von Inter Mailand neu verpflichtet. Im Angriff kommt Mohamed Zidan zurück, der an Mainz 05 ausgeliehen war und dort eine großartige Saison hinter sich brachte. Er soll wohl den Abgang von Nelson Valdez kompensieren.
Der ganze Wirbel um den Dopingskandal, in den u.a. auch Jan Ullrich verwickelt ist, hat etwas sehr Mysteriöses. Neben Ullrich dürfen nun auch Ivan Basso und Alexander Winokurow nicht bei der Tour de France starten, letzterer ist zwar nicht verdächtig, da aber fast sein ganzes Team betroffen ist, bekommt er keine Mannschaft zusammen.

Es geht um Eigenblutdoping, und mysteriös ist es für mich, dass anscheinend die halbe Radsportwelt bei den gleichen Ärzten ein- und ausging, um sich dopen zu lassen. Mysteriös auch, dass da Listen auftauchen, die Hinweise auf Ullrich geben, indem einmal der Name „Jan“, dann die Bezeichnung „Hijo Rudicio“, also Rudis Sohn (Hinweis auf Ullrichs Betreuer Rudy Pevenage), aufgeführt werden. Auf diese Art lässt sich nicht viel vertuschen. Oder sollte da nichts vertuscht werden? Da kommt mir einiges doch sehr ’spanisch‘ vor.
Auf der anderen Seite kann ich mir nicht vorstellen, dass der Radsport ohne Doping auskommt. Wer wirklich über Jahre in der Spitze mitfahren will, dem reichen Talent (wie bei Jan Ullrich) und ständiges Training kaum aus. Und wie in den Vorjahren ein Lance Armstrong, der zuvor nie an größeren anderen Rennen teilgenommen hatte, wie Phoenix aus der Asche aufstieg, um Jahr für Jahr die Tour de France zu gewinnen, das konnte auch nicht mit rechten Dingen zugehen. Nicht um sonst kamen im letzten Jahr Verdächtigungen gegen ihn auf, die dann aber – aus welchem Grund auch immer – sehr bald unter den Tisch gekehrt wurden. Der jetzige Dopingskandal erscheint mir fast wie Armstrongs Rache: Wenn ich nicht mehr fahre, dann soll von euch auch keiner Sieger werden …
Wie der Skandal nun zu Ende geht, ist auf jeden Fall spannender als die Tour selbst. Was ist die Tour de France eigentlich noch wert, wenn die großen Favouriten nicht am Start sind? Interessiert die Tour überhaupt noch ein Schwein?
Wer kätte geglaubt, dass die Altherrentruppe um Zidane es schaffen würde, Brasilien im Viertelfinale zu besiegen? Erstaunlich vorallem die geringe Gegenwehr nach dem 1:0 für Frankreich durch Henry nach Freistoß von Zidane. Wer glaubte, die Brasilianer hätten bisher lediglich auf Sparflamme geköchelt, musste gestern Abend feststellen: Die können einfach nicht mehr!

Trotz seiner drei Tore war Ronaldo äußerst schwach. Seine Schwalbe kurz vor dem Spielende, auf die der Schiedsrichter hereinfiel, war nur noch die Krönung seiner schlechten Leistung. Hatte Brasilien je solche schauspielerischen Einlagen nötig? Enttäuschend für mich aber besonders Ronaldinho. Von Zauberfußball keine Spur. In Frankreich haben die Brasilianer endlich ihren Meister gefunden.
Suchmaschinen sind der Dreh- und Angelpunkt der Recherche im Internet. Ohne sie kommt man oft nicht an die Informationen heran, die man benötigt. Google ist dabei die weltgrößte Suchmaschine und wird auch in Deutschland von über 80 % aller Internetbenutzer aufgerufen. Wer fragt sich dabei aber danach, ob es vielleicht eine Gefahr darstellt, sich den Zugang zum weltweiten Wissen gerade durch US-amerikanische Firmen (neben Google auch Yahoo u.a.) zugänglich zu machen? Kann es auf längere Sicht (nicht heute, aber später) nicht zu Manipulationen dabei kommen, sodass vielleicht eines Tages der Benutzer bewusst auf Seiten mit Fehlinformationen geleitet wird?
Sicherlich gibt es eine hellhörige und weitsichtige Benutzerschaft und wird es auch in Zukunft geben, die schnell Missstände aufzudecken versteht. Wenn ich von Manipulationen durch Fehlinformationen spreche, dann meine ich besonderst solche, die kurzzeitig, z.B. im Krisenfall, eingesetzt werden. Im positiven Sinne könnten das Infos sein, die die Bevölkerung beruhigen, um keine Panik ausbrechen zu lassen. Bis ein weltweiter Aufschrei durch alle Lande geht, hat die Manipulation längst ihre Früchte getragen.
Wie auch immer: Zu Google und Co. ist eine europäische Alternative in die Wege geleitet, das deutsch-französische Suchmaschinenprojekt Quaero. Kritiker halten Quaero für ein tot geborenes Kind, Befürworter sehen darin die „einzige und letzte Chance“, den kommerziellen US-Suchgiganten Paroli zu bieten. Ob das aber das Gelbe vom Ei ist, dürfte fraglich sein, da sich natürlich größere Konzerne an dieser „europäischen“ Suchmaschine beteiligen. –
Bekanntlich ist Wissen Macht. Der Wissende ist aber nicht unbedingt mächtig. Mächtig ist zunehmend der, der den Weg zum Wissen kennt. Und das nicht nur im kommerziellen Sinne! Und nur so nebenbei: Der nächste Weltkrieg findet im Internet statt (wenn er nicht schon längst begonnen hat!) …
siehe hierzu bei zdf.de: Quaero ergo sum – Gegenwind für Google