Archiv für den Monat: April 2008

Meine Lieblingslieder – Teil 1

Da habe ich mich auf etwas eingelassen, als ich ankündigte, eine Art Top Ten, also die Charts meiner Lieblingslieder zu nennen, und es sollte immer nur ein Lied sein – pro Gruppe bzw. Interpret. Was sollte da z.B. das mir liebste Stück von Jethro Tull sein?

Und jetzt hat Alex auch noch vorgelegt, indem er uns mit Mein persönlicher Chart eine Liste seiner hörenswerter Lieder und Stücke präsentierte.

Nach einigem Hin und Her sind 20 Bands und Einzelinterpreten verblieben, die ich hier in zwei Gruppen vorstellen möchte. Die erste Gruppe entspricht meiner Top Ten, wobei ich auf Platzierungen wohlweißlich verzichtet habe (weil es mir einfach nicht möglich ist zu sagen, welches Lied ich besser als ein anderes finde). Daher die Auflistung nach dem Alphabet. Und die zweite Gruppe repräsentiert Lieder, die bei mir vielleicht nicht ganz oben anstehen, die ich aber doch so gut finde, um sie unerwähnt zu lassen (dazu morgen mehr).

Wie Lockwood erwähnte: „Eine Liste, die ich heute erstellen würde, sähe schon anders aus als eine Liste, die ich vor einem Jahr aufgestellt hätte. Aber es gibt Lieder, die man in allen Phasen des Lebens im inneren Ohr hat. Diese Songs gilt es aufzulisten.“ Genau das habe ich unter Berücksichtigung meiner unterschiedlichen Lebensabschnitte versucht zu tun.

Joan Armatrading: Down to Zero
Joan Armatrading habe ich bereits in mehreren Beiträgen vorgestellt. Für mich ist sie eine außergewöhnliche Songwriterin, die mich auch in einigen Live-Konzerten zu überzeugen wusste.


Joan Armatrading: Down To Zero (02/15/1979)

Ry Cooder: Get Rhythm
Erst dieser Tage habe ich mich in einem Beitrag seiner Gitarrenkünste angenommen. Ich finde seine Musik frisch und immer wieder aufmunternd. Es gibt auch bei ihm viele Lieder, die mir gefallen. Bleibe ich aber bei der Cover-Version des Johnny-Cash-Liedes „Get Rhythm“.


Ry Cooder: Get Rhythm

Cream: White Room
Hier haben sich drei Meister ihres Fachs getroffen: Ginger Baker, der mit seinen Trommelkünsten auch bei afrikanischen Musikern überzeugen konnte, und die haben den Rhythmus bekanntlich im Blut. Dann Jack Bruce, der den Bass aus seiner reinen Begleiterfunktion zu einem Soloinstrument erhob. Last not least Eric Clapton, der ‚Gott’ der Rockgitarristen. Hier eine Aufnahme der Reunion-Konzerte vom Mai 2005; die DVD dazu ist einfach super. Lange habe ich überlegt, ob ich nicht auch die Gruppe Colosseum mit dem Lied „Theme for an Imaginary Western“ hier aufnehmen sollte (wie „White Room“ stammt diese Lied aus der Feder von Jack Bruce). Dieses Lied von Cream soll genügen.


Cream: White Room ((Royal Albert Hall May, ’05)

Gentle Giant: The Advent of Panurge
Zusammen mit Gruppen wie Yes, Emerson, Lake & Palmer und natürlich auch Jethro Tull galt Gentle Giant als eine der Hauptvertreter des Progressive Rocks etwa Anfang bis Mitte der 70-er Jahre. Sicherlich ist es eine teilweise schwerverdauliche, da sehr ‚kompakte’ Musik mit vielen Finessen. Nichtsdestotrotz faszinierte mich besonders die Musik von Gentle Giant von Anfang an.


Gentle Giant: The Advent of Panurge

Im Alphabet folgt Jethro Tull … mit „Thick as a Brick“. Ja, hier tat ich mich besonders schwer. Ist sicherlich auch verständlich. Eines der ersten Stücke, das ich von meiner ‚Lieblingsband’ sah und hörte, war „Living in the Past“ 1969 im Fernsehen. Es war gewissermaßen die Initialzündung für meine Vorliebe für Jethro Tull. Daher wollte ich erst dieses Stück auch in meine Charts aufnehmen. Nach langer Überlegung habe ich mich dann doch für „Thick as a Brick“ entschieden, es ist ein geradezu geniales Stück Musik, und weil es ein etwas sehr langes Stück ist, so steht hier der Anfang des Stücks mit der akustischen Gitarre und dem Gesang von Ian Anderson (und ein bisschen mehr):

Really don’t mind if you sit this one out.
My words but a whisper your deafness a SHOUT.
I may make you feel but I can’t make you think.
Your sperm’s in the gutter your love’s in the sink.
So you ride yourselves over the fields and
you make all your animal deals and
your wise men don’t know how it feels to be thick as a brick.


Jethro Tull: Thick as a Brick – Part 1 (02/10/1977)

Es ist auch noch nicht so lange her, da berichtete ich hier über die drei Gitarrenheroen Paco de Lucia, John McLaughlin und Al di Meola. Ich denke alles für mich Wesentliche dort aufgeführt zu haben, was die gemeinsamen Auftritte der drei betrifft.

Ich habe nun einmal zwei Seelen in meiner Brust (wahrscheinlich sind es noch mehr), da kommt neben der Begeisterung für einfache Dinge, manchmal auch der Drang ‚nach Höherem’ hervor. Hier nochmals das Gitarrentrio mit „Mediterranean Sundance“.


Paco de Lucia – John McLaughlin – Al di Meola: Mediterranean Sundance

Schon früh kam ich mit der Musik von Schwarzen in Berührung (aber das ist schon wieder ein Thema für sich). Neben Soul (hier sei nur der Name Curtis Mayfield genannt) war es besonders der Reggae, der mir immer wieder sehr gut gefällt. Bekanntester Vertreter dieser Musik der Insel Jamaika ist bzw. war natürlich Bob Marley. Hier ein Lied, das wohl jeder schon einmal gehört hat:


Reggae – Bob Marley: No Woman No Cry

Auch zu Herman van Veen möchte ich keine weiteren Worte verlieren. Seine Musik hat mich eine längere Zeit begleitet. So zählt das Lied „Ich habe ein zärtliches Gefühl“ (die zarte Seele in meiner Brust meldet sich hier) zu meinen absoluten Lieblingsliedern. Hier die holländische Fassung des Liedes:


Herman van Veen – Ik heb dat tedere gevoel

Das folgende Lied findet sich hier, nicht weil ich besonders Hannes Wader mag, sondern weil es auf wunderbare Weise meine Wahlheimat, den Norden Deutschlands spiegelt. Ich mag die plattdeutsche Sprache, die leider vom Hochdeutschen fast gänzlich abgelöst wurde. Und speziell an diesem Lied mag ich die leise Melancholie: Min Jehann.


Hannes Wader: Min Jehann (aus: Plattdeutsche Lieder – 1974)

Zuletzt in meinen Top Ten findet sich Tom Waits. Für diejenigen, die mich kennen, ist das klar: Der gute Tom darf nicht fehlen. Und es sind gleich zwei Lieder, die sich ähneln und es mir schwer machen, mich zu entscheiden: „In the Neighborhood“ und „Take Care Of All My Children“. Ich habe mich für das ältere der beiden Lieder entschieden:


Tom Waits – In The Neighborhood – 1983

Christas Bärchen 11: Pirat

Meine Frau ist der Meinung, dass alle Inselbewohner irgendwie noch Piraten sind. Das trifft sowohl für die Hebriden an Schottlands Westküste, für die Nord- und Ostfriesische Inseln, wie auch für Deutschlands einzigster Hochseeinsel Helgoland zu, um nur einige Inseln bzw. Inselgruppen zu nennen. Inselbewohner neigen dazu, Touristen und dergl. ‚auszuplündern‘ 🙂

Gar nicht verwunderlich ist es daher, dass wir gerade auf Helgoland auch einen Piratenteddybären fanden, den meine Frau natürlich gern in ihrer Sammlung aufnahm, ein Pirat mit Augenklappe, Kopftuch, Holzbein und einem piratenmäßigen Hemdchen.

Christas Bärchen: Pirat

Piratenbär mit Augenklappe, Kopftuch, Holzbein und Piratenhemd

Drezi-Plüsch – Art.Nr. 0/2020 von der Firma Dressler & Zimmerhackl KG, Karlsruhe (Großhandel mit Im- und Export)

gekauft auf Helgoland

Bärchen Pirat – von Drezi-Plüsch

(Fast) unterschlagene Beiträge – Teil 4

Lehmann: „Bin sehr wütend“

Jens Lehmann ist also wütend. Immer wieder drückt er die Ersatzbank (die arme Ersatzbank). Und so schließt er nun einen Wechsel zu einem anderen großen europäischen Club nicht mehr aus. Hat er da die Rechnung ohne den Wirt gemacht? Welcher große Club sollte Interesse an dem Torwartopa haben?

Rüffel für Rogge

Da mahnt der IOC-Chef in Peking die Einhaltung ihrer „moralischen Verpflichtungen“ in der Menschenrechtsfrage und Pressefreiheit an und kassiert dafür einen Rüffel: „Wir hoffen, die IOC-Funktionäre halten sich an die Olympische Charta“, rügte eine Sprecherin des Außenministeriums.

Und UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon kommt offenbar auch nicht zur Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking. Ausrede: „terminliche Probleme“!

Bisher war ich gegen einen Boykott der Spiele. Ich beginne aber so langsam, diese Meinung zu revidieren. Und: Produkte „Made in China“ werde ich nicht mehr kaufen.

Älteren droht Rente auf Hartz-IV-Niveau

Der Deutsche Gewerkschaftsbund befürchtet eine dramatisch zunehmende Altersarmut in Deutschland. Spätestens in 15 Jahren werden Millionen Rentner von Sozialhilfe leben müssen, denn viele waren lange arbeitslos (für ein Jahr Hartz IV bekommt man später gerade einmal 2,19 Euro monatliche Rente) oder hatten Jobs mit Niedriglohn.

Dann rächt sich die verfehlte Arbeitsmarktpolitik ein 2. Mal.

Tagesmütter: Steuer erst 2009?

Ab 1. Januar 2008 sollten die rund 30 000 staatlich geförderten Tagesmütter ihre Einkünfte versteuert. Bisher waren diese einkommensteuerfrei. Der Termin soll nun um ein Jahr verschoben werden.

Irgendwie kneift es da im Kragen von Herrn Steinbrück: Es kann nicht sein, dass auf der einen Seite mehr Kinderbetreuungsplätze gefordert werden und auf der anderen Seite das Pflegegeld der vom Jugendamt vermittelten Tagesmütter besteuert werden soll. Die volle Steuerpflicht steht im Gegensatz zum gesamtgesellschaftlichen Interesse an einem massiven Ausbau der Kinderbetreuung.

Berlusconi gewinnt Italien zurück

Silvio Berlusconi hat es ein drittes Mal geschafft, Ministerpräsident von Italien zu werden. Meineid, Richterbestechung, Schmiergeldzahlungen, Bilanzfälschungen und Steuerbetrag – wie kein anderer „eignet“ sich dieser Mann für dies hohe politische Amt. Glückwunsch!

Meine 10 größten Gitarristen der Rockmusik: Ry Cooder

Zu Ry Cooder habe ich mich bereits in mehreren Beiträgen (Ry Cooder: Stand by MeAnother Record by Ry Cooder: Three Chords and the TruthBuena Vista Social Club) geäußert und dabei besonders auf seine Verdienste um die traditionelle amerikanische Musik verwiesen.

Heute möchte ich den Gitarristen Ry Cooder würdigen. Wenn das Rolling Stone-Magazin ihn an 8. Stelle unten den besten Gitarristen aller Zeiten führt, dann muss schon etwas an ihm dran sein, das andere Gitarristen nicht aufzuweisen haben. Er ist mit Sicherheit einer, wenn nicht gar der beste Slide-Gitarrist der Blues- und Rockmusik und hat im Laufe der Jahre auch immer wieder als Studiomusiker mit anderen großen Musikern zusammen gespielt (von den Stones über Clapton bis hin zu Captain Beefheart). Technisch ist Cooder eine Klasse für sich.

Ry Cooder

In Europa ist Ry Cooder (ähnlich wie David Lindley, mit dem er auch lange Zeit zusammenspielte) ziemlich unbekannt geblieben, was sicherlich mit seiner Musik zu tun hat. Cooder hat sich immer wieder aus dem breiten Spektrum amerikanischer Musik bedient und dabei wenig auf bestehende Trends geachtet. In Deutschland ist er allerdings durch seine Zusammenarbeit mit dem Filmregisseur Wim Wenders bekannt geworden; u.a. schrieb Ry Cooder die Filmmusik zu „Paris, Texas“ (1984) – hier die Eingangssequenz zu dem Film.

Die bekanntesten Alben von Ry Cooder sind „Chicken Skin Music“ (1976), „Bop till you Drop“ (1979), das überhaupt erste digital aufgenommene Album der Rockgeschichte, und „Get Rhythm“ (1987).

Von zuletzt genannten Album hier der Titelsong:


Ry Cooder: Get Rhythm

Fans von Johnny Cash werden es gleich gemerkt haben. Das Lied stammt aus dessen Feder. Ry Cooder hat zwar viele Lieder selbst geschrieben, aber er hat sich – wie bereits erwähnt –auch immer wieder bei anderen Autoren bedient (von Elvis über Chuck Berry bis eben hin zu Johnny Cash). Die gecoverten Versionen klingen dabei aber immer typisch wie Ry Cooder (und sind nach meiner Meinung oft auch besser als die Originale).

Hier zum Vergleich (bei youtube zu finden) die Originalversion Johnny Cash – Get Rhythm aus dem Jahre 1956 und eine neuere Fassung mit Martin Del Ray.

1992 gründete Ry Cooder mit John Hiatt (Gesang, Gitarre, Klavier), Nick Lowe (Bass) und Jim Keltner (Schlagzeug) die Gruppe Little Village, die sich aber (wie bei anderen Gruppen dieser Art: Supergroups genannt) schnell wieder trennten. Jim Keltner hatte aber bereits viele Jahre zuvor mit Cooder zusammengearbeitet (u.a. auf den drei oben genannten Alben). Auch diese Gruppe blieb in Europa ziemlich unbekannt. Hier ein Video mit Little Village:


Little Village – She Runs Hot (Live)

Eine Zeitlang arbeitete Ry Cooder mit Musikern aus anderen Kulturen zusammen, so aus Indien, Nordafrika und Südamerika, zum Beispiel mit Ali Farka Touré aus Mali. Für seine Arbeit mit dem indischen Gitarristen Vishwa Mohan Bhatt erhielt er 1994 einen Grammy, übrigens nicht der einzigste (6 Grammys hat Cooder inzwischen in seiner Sammlung).

Zuletzt zwei weitere Videos (ebenfalls bei youtube zu finden) mit Ry Cooder, die uns das besondere Spiel Cooders auf der Slide-Gitarre aufzeigen. Bemerkenswert finde ich die Begleitung, zum einen Flaco Jimenez mit dem Akkordeon, dann die schwarzen Sänger (u.a. Bobby King), die etwas ‚abgerissen’ aussehen, so als hätte Cooder sie soeben auf der Straße aufgelesen, die aber durch ihren Gesang beeindrucken.


Ry Cooder : At The Dark End Of The Street


Ry Cooder – How Can A Poor Man Stand Such Times And Live

Globales Räderwerk

Nicht genug, dass das Bankenwesen mit obskuren Derivaten (US-Immobilienanleihen) Milliarden Euro in den Sand setzte; das Geld wird keiner wiedersehen und kann nur noch als Verlust abgeschrieben werden – die nächste viel größere Krise schleicht sich durch die Hintertür bis in unsere Wohnzimmer: eine weltweite Hungerkrise durch besonders in der letzten Zeit enorm gestiegene Lebensmittelpreise.

Allein der Preis für Weizen ist seit dem Jahr 2000 um über 200 % gestiegen (allein von 2007 an um rund 100 %). Verantwortlich für diese Preissteigerung wird besonders der Anbau von Pflanzen für Biosprit und damit verbunden die Biosprit-Strategie in den Industrieländern gemacht. Statt Weizen werden Raps und andere Ölsaaten angepflanzt.

Es wird Zeit, dass vor allem die deutsche Autoindustrie begreift, dass Kraftfahrzeuge produziert werden müssen, die mit anderen Techniken ausgerüstet und somit mit anderen Treibstoffen betrieben werden können.

Ansonsten muss über kurz oder lang darüber gesprochen werden, ob der motorisierte Individualverkehr in der heutigen Form überhaupt noch tragbar ist. Fossile Energie (Erdöl und Erdgas) ist nicht unerschöpflich, sodass erneuerbare Energien her müssen. Der Anbau von Pflanzen für Brennstoffe aus Biomasse ist der am wenigsten geeignete Weg (mit dem Anbau von Raps auf der gesamten derzeitigen deutschen Anbaufläche könnten maximal 10 Prozent des im Verkehrssektor benötigten Diesels ersetzt werden).

Ich fürchte aber auch, dass Spekulationen am Finanzmarkt preistreibend wirken, z.B. bei Geschäften, deren Preisbildung auf der marktabhängigen Bezugsgröße des Weizenpreises beruht. Bestimmte Händler haben ein großes Interesse daran, dass der Preis hoch ist. Es wird daher endlich Zeit, dass derart fiktive Finanzgeschäfte eingeschränkt werden. Leider ist das aus heutiger Sicht illusorisch.

Darüber hinaus geht es bei der neuen Krise nicht nur um finanzpolitische und wirtschaftliche Fragen, die Krise könnte vor allem zu einem Demokratie-Problem werden.

Globales Räderwerk

Es ist wie ein globales Räderwerk. Wenn ein Rädchen klemmt, dann werden andere Räder betroffen – bis zum Stillstand des Räderwerks. Am Ende ist jeder von uns betroffen. Nur schnelles Handeln kann das Räderwerk am Laufen halten.

Was kann jeder von uns tun? Sicherlich können wir dafür sorgen, unseren eigenen Energieverbrauch zu reduzieren (z.B. am Wochenende die Brötchen nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß oder mit dem Rad einkaufen). Dann kann man sich ganz einfach übers Internet an Aktionen und Kampagnen für mehr Gerechtigkeit beteiligen, z.B. avaaz.org. Die Globalisierung ist nicht zu stoppen. Nutzen wir daher die Instrumente, um selbst global mitzusprechen.

siehe auch zdf.de: „Hunderttausende werden an Hunger sterben“

Heinz Strunk: Fleisch ist mein Gemüse

Wie es ist, in Harburg aufzuwachsen, das weiß Heinz Strunk genau. Harburg, nicht Hamburg. Mitte der 80er ist Heinz volljährig und hat immer noch Akne, immer noch keinen Job, immer noch keinen Sex. Doch dann wird er Bläser bei „Tiffany“, einer Showband, die auf den Schützenfesten zwischen Elbe und Lüneburger Heide bald zu den größten gehört. Aber auch das Musikerleben hat seine Schattenseiten: traurige Gaststars, heillose Frauengeschichten, sehr fetter Essen und Hochzeitsgesellschaften, die immer nur eins hören wollen: „An der Nordseeküste“ von „Klaus und Klaus“.

Wer wie ich eine Zeitlang in einer Band gespielt hat, die auf Betriebs- und Bürgerfesten viele Auftritte hatte, der kann gut nachvollziehen, was Heinz Strunk alias Mathias Halfpape alias Jürgen Dose (der mittlere ist wohl der richtige Name) in seinem Buch „Fleisch ist mein Gemüse“ beschreibt, das ich vor vier Jahren genussvoll gelesen habe. Vor allem, wenn das beschriebene Geschehen noch vor der Haustür passierte.

Fleisch ist mein Gemüse - der Film

Am 17. April kommt das Buch jetzt in einer Verfilmung von Christan Görlitz (auch Buch) mit Maxim Mehmet als jungen Heinz Strunk ins Kino. Ich bin gespannt, obwohl erste Verlautbarungen verheißen, dass der Film lange nicht an das Buch heranreichen soll. Außerdem bietet die Verfilmung im Vergleich zum Buch einen anderen Aufbau bezüglich der Rahmenhandlung. Im Film tritt nämlich der echte Heinz Strunk als er selbst mit in Erscheinung. Da er für die Rolle als Jugendlicher inzwischen zu alt ist, wurde eine neue Rolle hinzu geschrieben. Strunks Rumpf hängt, ähnlich wie eine Jagdtrophäe an der Wand eines Zimmers. Ihm gegenüber prangt ein Plüsch-Hirsch, mit dem sich Heinz unterhält. Zwischen den beiden spannt sich die versinnbildlichte Kinoleinwand, auf der sich das Leben von Heinz als Jugendlicher abspielt.

Für alle meine Jethro Tull-Fans: Heinz Strunk hat in seinem Buch Herrn Ian Anderson gewissermaßen ein literarische Denkmal gesetzt (auch wenn dieser am Ende nicht mehr ganz so gut wegkommt). Dort steht:

Aber die Musik ließ mich nicht los. Ein halbes Jahr später hörte ich zum ersten Mal die britische Band Jethro Tull und war elektrisiert. Der Frontmann Ian Anderson hatte sich historische Verdienste um die Rockmusik erworben: Er war der erste Mensch der Welt, der in einer Rockband Querflöte spielte!

Auf einmal wusste ich, was ich wirklich wollte: Ich wollte sein wie Ian Anderson, und ich wollte Querflöte spielen. Das mit Ian Anderson sagte ich Mutter natürlich nicht. Ihr gegenüber tat ich wieder harmlos, und sie willigte auch sofort ein („Aber du weißt, dass du dann auch üben musst, sonst bringt das nichts.“ – „Jaja.“) Weihnachten 1976 lag eine nigelnagelneue Querflöte von Yamaha unterm Tannenbaum. Tagelang bestaunte ich das wunderschöne Instrument, baute es zusammen und wieder auseinander und versuchte vergeblich, ihm Töne zu entlocken. So verbrachte ich die Zeit bis zum Unterrichtsbeginn damit, zu Jethro-Tull-Platten vor dem Spiegel zu posieren: Ich stand wie mein großes Vorbild einbeinig wie ein Storch vor dem Spiegel und tat so, als ob. Das war nämlich Ian Andersons Markenzeichen: einbeiniges Spiel. Genial! Ich fand, dass das die beste Performance seit Einführung des Showbusiness überhaupt war. Für meine Playbacks vor dem Spiegel hängte ich mir den guten Pelz von Oma um, denn Ian Anderson und seine Mannen hatten wirre, lange Haare und Bärte, und sie trugen Pelzmäntel. Richtige Freaks! Die hysterische Antipelzstimmung war damals noch weitgehend unbekannt. Für mich waren sie die größte Rockband aller Zeiten, scheiß auf die Beatles! Ich habe nie wieder jemanden so nachgeeifert wie dem zauseligen Storchenkönig und über Jahre nichts, aber auch wirklich gar nichts anderes gehört als Jethro Tull. Leider durfte ich mir die Haare nicht so lang wachsen lassen wie meine Vorbilder. Sobald die Spitzen die Ohren bedeckten, bekam der Blick meines Großvaters etwas Starres: „Du siehst ja schon wieder aus wie ein Beatle.“ Und ab ging’s zum Bahnhofsfriseur, ausgerechnet zum Bahnhofsfriseur! Meine Familie war eindeutig der Meinung, dass der dort tätige Jugoslawe hervorragend Haare schneide. Opa und ich also hin zum Harburger Bahnhof, ein fragender Blick des serbischen Meistercoiffeurs und dann das Todesurteil meines Großvaters: „Fasson!“ Ratzekahl wurde die Rübe abgeschabt, und ich sah so aus wie einer aus der geschlossenen Abteilung.

Trotzdem übte ich weiter begeistert Flöte. Nach einem Jahr begann ich auch noch mit Klavierstunden, da man Klavier für die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule braucht. Denn so viel stand fest: Ich würde Berufsmusiker werden! Mutter war zufrieden, nur meine Begeisterung für Rockmusik war ihr nach wie vor suspekt. („Hör doch mal richtig hin, Heinz, da wiederholt sich doch ständig alles, und dazu dieser monotone Rhythmus, immer nur bumbumbum, du bis doch musikalisch, da musst doch hören, dass das primitiv ist.“) Ich übte wie ein Verrückter! Manchmal stand ich schon um vier Uhr morgens auf, um vor der Schule zwei Stunden zu flöten: Mit siebzehn kam noch das Saxophon hinzu. Und dann entdeckte ich den Jazz.

Jazz war viel anspruchsvoller als Rock. John Coltrane konnte tausendmal besser spielen als Ian Anderson, Ritchie Blackmore und Emerson, Lake and Palmer zusammen! Der Jethro-Tull-Frontmann gefiel sich immer noch in seiner Rolle als lächerlicher Rockstorch, doch ich war schon viel weiter als er, übte wie ein Irrer Jazzstandards, versuchte hinter das Geheimnis der alterierten Tonleiter zu kommen und wie man am elegantesten von f-Moll nach Des-Dur moduliert.

aus Kapitel: Lehrjahre sind keine Herrenjahre (S. 43 f./1985)

Überhaupt nicht gut kommt Todtglüsingen weg, ein Ortsteil von Tostedt, der 1972 eingemeindet wurde. Immerhin widmet Heinz Strunk dem Ort ein ganzes Kapital (Geisterstadt). Allerdings muss er sich hier geografisch arg getäuscht haben. Das mit dem Edeka-Laden mag noch stimmen, aber ansonsten spricht nichts dafür, dass es sich um das reale Todtglüsingen handelt. Weder Schützenverein noch freiwillige Feuerwehr haben sich aufgelöst. Hier ein Teil des Textes:

Es kam in diesem Jahr noch eine weitere Karnevalsveranstaltung hinzu, der Todtglüsinger Faslam. Todtglüsingen war ein im Laufe weniger Jahre völlig verarmtes Dorf. Viele der Bewohner wurden arbeitslos, Höfe mussten zwangsversteigert werden, dann machte auch noch der einzigste Edeka-Laden dicht, und irgendwie ging alles den Bach hinunter. Die Todtglüsinger hockten entweder den ganzen Tag zu Hause vor dem Fernseher. Oder sie saßen im einzigen Gasthof, dem Gasthof Bruhn, und soffen. Gesoffen haben sie natürlich auch zu Hause. Die jungen Leute sahen zu, dass sie Land gewannen, und zurück blieben die Alten, Kranken, Kraft- und Mutlosen. Selbst Schützenverein und Freiwillige Feuerwehr hatten sich aufgelöst. Der Ort war dem Untergang geweiht. Das letzte gesellschaftliche Ereignis war der Faslam, der natürlich im Gasthof Bruhn gefeiert wurde. Der Bruhn’sche Festsaal verfügte über keine Bühne, sodass wir mitsamt unserer Anlage quasi auf der Tanzfläche standen. Bereits gegen neun war schätzungsweise ein Drittel der Männer schwer betrunken.

[…]

Irgendwann waren die Leute zu betrunken, um zu tanzen. Diejenigen, die sich gegenseitig totschlagen wollten, sind dazu freundlicherweise nach draußen gegangen. Mehrmals wurde gedroht, uns mitsamt unserer Anlage kaputtzumachen, und wir hatten es nur dem beherzten Eingreifen des noch halbwegs nüchternen Vorsitzenden zu verdanken, dass wir heil davonkamen.

In Todtglüsingen haben wir nie wieder gespielt, obwohl sie uns im nächsten Jahr unbedingt wiederhaben wollten und sogar bereit waren, noch dreihundert Mark Gage draufzulegen. Wie es den Todtglüsingern heute wohl geht? Steht die Ortschaft überhaupt noch? Was macht Susanne oder Sabine oder Silke? Vielleicht hat es ja auch einen überraschenden Aufschwung gegeben. Ich drücke dem gebeutelten Dorf jedenfalls fest die Daumen.

Aus Kapital: Geisterstadt (S. 197ff./1994)

Profaner Jesus und profaner Teufel

Hallo Kretakatze, (und natürlich auch: Hallo, Lockwood)

Mein Blog ist kein reines Jethro Tull-Blog. Und bisschen Wind aus anderen Richtungen wird nicht schaden. Sicherlich „klinge ich etwas gereizt“, denn DSDS und all die Idol-Sachen finde ich schlechtweg „unter aller Sau“. Es ist einfach nicht meine Welt, nicht nur, weil es nicht meine Musik ist. Hier versucht die Musikindustrie billig an Talente zu kommen, schlachtet die dann aus – und lässt sie schnell wieder fallen, wenn ein Talent wie eine Zitrone ausgepresst ist. Das Du nicht noch zusätzlich auf DSDS zu sprechen kommst, war mir schon klar. Wie solltest Du das auch wagen :-).

Zu Clay Aiken: Natürlich kann der gute Mann singen, sonst hätte er nicht diesen Erfolg. Aber was Du schreibst, unterstützt nur noch mehr meinen Verdacht, hier ein typisch amerikanisches Phänomen zu betrachten. Der religiöse Bezug ist mir natürlich nicht entgangen. Auch ohne die Hinweise bei Wikipedia hatte ich einen entsprechenden „Verdacht“. Das er sich für geistig behinderte Kinder einsetzt, ehrt ihn ungemein. Aber alles andere sieht für mich doch sehr nach Sektierertum aus. Das, was Dich, Kretakatze, an dem Mann vielleicht fasziniert, stößt mich eher ab. Ich reagiere leicht allergisch auf religiös-verbrämte Lebensansichten. Natürlich muss jeder selbst wissen, was er aus seinem Leben macht. Ich bemühe mich zumindest, ein „guter Mensch“ zu sein und meinen Kindern ein halbwegs akzeptables Vorbild zu sein.

Clay Aiken, wenn er so „pure“, so rein und „sauber“ ist, wie die Jurorin meint, also ein Heiliger (oder?), dann bekomme ich eher Schüttelfrost. Wenn sich ein so Heiliger mit dem Teufel einlässt (Musikbranche), dann ist da doch etwas faul.

Clay Aiken ein Idol? Wer so rein ist, der ist wahrscheinlich mit dem Schmutz noch nicht in Berührung gekommen. Nicht, dass er nicht die Schattenseiten dieses Lebens kennen gelernt hat. Aber hat er diese auch wirklich wahrgenommen? Ich will hier nicht den Stab über Herrn Aiken brechen. Dazu kenne ich ihn viel zu wenig (ich kenne ihn nicht). Es gibt aber einiges, was ihn mir und seine „Bewegung“ („kirchenähnlich“ schreibst Du – ähnlich wie eine Sekte?) suspekt erscheinen lässt.

Wahrscheinlich ist er aber nur ein „armer Teufel“, der es gut meint, der sich freut, Geld für seine Kinder zu sammeln und der keiner Fliege etwas zu Leide tun kann.

Gruß
Wilfried

02.04.2008

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Hallo Wilfried, Hallo Lockwood,

Inzwischen wünsche ich mir, ich hätte Euch den Namen Clay Aiken für alle Zeiten verheimlicht. Es scheint wie verhext, je mehr ich über ihn schreibe desto mehr Missverständnisse gibt es. Und die muss ich dann natürlich wieder aufklären. Hoffentlich bekomme ich das jetzt dieses Mal auf die Reihe…

Ich muss zugeben, lieber Wilfried, dass mich Deine Mail vom 02.04. ziemlich ratlos hinterlassen hat. Vieles von dem, was Du schreibst, verstehe ich nicht, es erscheint mir schwammig oder abstrakt, ich weiß einfach nicht wovon Du sprichst. Was sind z.B. „religiös-verbrämte Lebensansichten“, hat Mr. Aiken solche, und wenn ja, welche? Könntest Du ein Beispiel nennen? Was meinst Du mit „Sektierertum“, was sieht für Dich danach aus? Mit welchem „Schmutz“ ist er „noch nicht in Berührung gekommen“, welche „Schattenseiten“ hat er „nicht wirklich wahrgenommen“? Dann vergleichst Du die Musikbranche mit dem Teufel – geht das nicht doch ein bißchen weit? Nur deshalb weil Mr. Aiken gern ein bißchen singt und ein paar CDs verkauft hat, ist er doch nicht gleich mit dem Teufel im Bunde, oder? Das sind ja fast radikal-islamistische Ansichten… Manche Worte haben mich geradezu erschaudern lassen – da sprichst Du von seiner „Bewegung“, „kirchenähnlich?“, eine „Sekte“? Hilfe, was habe ich da nur angerichtet!?!

Also fangen wird noch mal von vorne an. Hier noch einmal das Video zu Somewhere Out There mit der Prophezeiung, in der die von uns noch nicht identifizierte Dame in der Jury Mr. Aiken als „mystery“ und „pure“ bezeichnet. Das englische Wort „pure“ hast Du gleich einmal mit „heilig“ übersetzt – ich glaube da schießt Du übers Ziel hinaus, ich würde da nicht soviel hineininterpretieren wollen. „Pure“ bedeutet für mich erst einmal „rein“, „klar“, „ohne überflüssiges Beiwerk“, „die Essenz von etwas“. Paula bezeichnet ihn zuvor in ihrem Kommentar als „natural“, und ich glaube da meint sie praktisch das Gleiche. Es ist dies vermutlich auch das erste Mal, dass im Zusammenhang mit Mr. Aiken der Begriff „sexy“ fällt. Und das ist genau der springende Punkt. Mystery – natural/pure – sexy – diese Worte gehören zusammen. Man könnte das auch so schreiben: mystery + pure = sexy, oder anders ausgedrückt: Jesus ist sexy. Es ist natürlich verständlich, dass Dir als Mann das entgangen ist, und es hat Dich wohl auf die völlig falsche Fährte gesetzt. Es geht hier nicht um eine „Sekte“, es geht um einen „Sexiest Singer“.

Die „Bewegung“ des Mr. Aiken hat mit Religiosität nichts zu tun. Ich weiß, ich habe Worte wie „kirchenähnlich?“ und „Jünger“ gebraucht – das war grob fahrlässig und ich bereue es zutiefst. Natürlich war das ironisch gemeint um eine entfernte Parallele zu Jesus herzustellen. Auch meine Erwähnung von „Aktionen“, zu denen er im Fernsehen aufruft, hat vielleicht einen falschen Eindruck erweckt. Soweit ich das bisher mitbekommen habe, handelte es sich dabei immer um Interviews im Rahmen seiner Tätigkeit als UNICEF-Botschafter, und in dieser Funktion ist das auch schlicht und einfach seine Aufgabe.

Tatsächlich sind seine „Claymates“ oder „Clay Nations“ einfach gut organisierte Fanclubs, und ihre Qualität beruht vor allem auf der Qualität der Fans. Wenn man bei seinen Auftritten in die Zuschauerräume sieht, dann sitzen da weit überwiegend Frauen, nicht wenige davon über vierzig, Teenager sind kaum dabei. Da Mr. Aiken von klein auf verlacht und verspottet wurde, abgelehnt und ausgegrenzt, es nun aber trotzdem zu sagenhaftem Ruhm, Erfolg und Beliebtheit gebracht hat, ist er natürlich eine Identifikationsfigur und strahlendes Leitbild für jeden, der sich nicht ernst genommen, ausgegrenzt oder unverstanden fühlt (auch das übrigens eine Parallele zu Jesus) – und das sind in unserer Gesellschaft nicht wenige. Dieses Publikum ist zuverlässig, diszipliniert, anhänglich und einsatzwillig.

Überhaupt war mein ganzer Vergleich mit Jesus viel profaner gemeint, als Du das offensichtlich aufgefasst hast. Auch Jesus war ein Lehrer und Entertainer. Er ist von Ort zu Ort gezogen und hat die Menschen unterhalten, so wie Mr. Aiken das heute auf seinen Konzerttourneen auch tut (vielleicht nicht ganz genauso, aber so ähnlich). Er hat Geschichten erzählt und mit den Menschen diskutiert, das war bestimmt eine unterhaltsame Abwechslung in Zeiten, als das Leben fast ausschließlich aus Arbeit bestand und es auf dem Lande weder Kino noch Disco gab. Und er hat Wunder vollbracht, so etwas hat einen unerhörten Unterhaltungswert.

Wunder vollbringt Mr. Aiken natürlich nicht. Aber er unterhält sein Publikum, und er unterhält sich mit seinem Publikum. Wenn man sich Videos von seinen Konzerten anschaut, gewinnt man den Eindruck, dass er mehr redet als er singt. Hier ein kurzes Beispiel dafür, wie christlich-besinnlich es auf seiner Weihnachtstournee zugeht, und dann noch der Lehrer-Entertainer in Aktion mit seiner Mega-Schulkasse – man merkt, das sind alles seine Kinder.

So ungefähr, stelle ich mir vor, muss das bei Jesus vor 2000 Jahren auch gewesen sein, abgesehen davon, dass er etwas tiefgründigere Dinge von sich gegeben hat. Aber zwischendurch hat er vielleicht auch einmal geblödelt. Man muss sein Publikum dort abholen, wo es steht, da kann man nicht ständig nur hochgeistig sein, sonst läuft es davon. Wenn man heutzutage eine Botschaft an den Mann (oder die Frau) bringen will, dann muss man sie schon ziemlich gut verpacken, sonst wird sie nicht geschluckt. Deshalb ist der moderne Jesus ein Verpackungskünstler. Er verpackt seine Botschaft so gut, dass man sie schon kaum noch bemerkt, sie besteht eigentlich nur noch aus seiner Person und ihrer Biographie und wird daher mehr durch die Medien transportiert als durch ihn selbst.

Was ist denn nun eigentlich der wesentliche Unterschied zwischen einem modernen Jesus und irgendeinem x-beliebigen (meist selbst ernannten) Propheten oder Erweckungsprediger? Der Erweckungsprediger erreicht nur die, die sowieso bereits „bekehrt“ sind, oder die bereit sind sich „bekehren“ zu lassen. Jesus erreicht alle und sammelt auch die noch ein, die gegen jegliche Art von Missionierung resistent sind und den bloßen Versuch bereits als Belästigung empfinden, die Kritischen, die Zweifler, diejenigen, die in allem und jedem sofort die Fehler, Mängel und Schwächen erkennen, diejeningen, die alles bereits wissen, und das besser, die immer recht haben und sich von niemandem etwas sagen lassen – also mich zum Beispiel. Er überzeugt nämlich vor allem dadurch, dass er nicht predigt. Und mit Religion hat das auch alles nichts zu tun.

Übrigens hat Mr. Aiken schon früh verkündet, wie er seinen Einfluss in der Öffentlichkeit zu nutzen gedenkt, lange bevor er irgendwelchen Einfluss hatte und als es noch in den Sternen stand, ob er jemals irgendwelchen Einfluss haben würde, nämlich bei einer seiner Auditions in Hollywood im Vorfeld von AI2. Als Randbemerkung zu diesem Video: Hier meint Mr. Aiken scherzhaft, er klänge als wäre er bei Miss America, ein Dreivierteljahr später war er tatsächlich bei Miss America. Ich finde solche „Zufälle“ faszinierend, besonders wenn sie sich häufen. Dir, lieber Wilfried, ist das suspekt?

Kommen wir von Jesus zum „armen Teufel“ – so hat Wilfried Mr. Aiken bezeichnet, und der Ausdruck passt meiner Meinung nach überhaupt nicht. Er klingt nach einem Opfer, nach jemandem, „mit dem man es machen kann“, und das ist Mr. Aiken bestimmt nicht. Schon für sein erstes Album nach AI mussten z.B. Songtexte eigens für ihn umgeschrieben werden, denn „er singt nicht von Sex, und er singt das sonst nicht“ (und seine Auslegung ist da ziemlich kleinlich). Das hätte nicht jeder in seiner Position gewagt, er war nicht der Gewinner der Show und hatte keinen Anspruch darauf, dass man überhaupt eine CD mit ihm produziert, er hatte Anspruch auf garnichts. Auch seine häufig wiederholte Aussage, über sein Aussehen würden Andere entscheiden, kaufe ich ihm schon lange nicht mehr ab – das hat vielleicht für seine Anfangszeit bei AI gegolten. Wenn er dann mal anfängt zu erzählen, merkt man schnell, dass das doch alles ein bißchen anders ist. Da wollte ER bei einem Überraschungs-Auftritt in American Idol 5 nicht genauso aussehen wie sein Double, das bei dieser Gelegenheit mit einem Scherz-Preis für die „Best Impersonation“ ausgezeichnet wurde. Also berief ER seine Stylisten ein, es wurde „verschiedenes ausprobiert“, bis der Herr mit seinem neuen Look zufrieden war. Es war dies sein erstes Erscheinen in der Öffentlichkeit mit langen dunklen Haaren.

Für sein letztes Album „A 1000 Different Ways“ hatte seine Plattenfirma zunächst lauter neue Songs schreiben lassen. „Aber dann kamen WIR zu dem Schluss, dass die meisten der neuen Songs von der Qualität her mit den Klassikern nicht mithalten konnten.“ Ich glaube eher, dass ER zu diesem Schluss gekommen ist, seine Produzenten legen ihm doch nicht Songs vor und bemerken dann erst, dass sie nicht gut genug für ihn sind. Es wurden dann überwiegend Covers von Klassikern aufgenommen (vermutlich nach Auswahl von Mr. Aiken). Ich habe inzwischen den Eindruck gewonnen, dass er es letztlich immer schafft, dass alle das machen, was er will, nur stellt er das so geschickt an, dass es kaum auffällt. Ein „armer Teufel“ sieht jedenfalls anders aus.

Was fasziniert mich nun also an Mr. Aiken? Du meinst es wäre das Gleiche, das Dich abstösst. Das kann ich nicht beurteilen, zumal ich nicht behaupten wollte, dass ich schon restlos verstanden hätte, was mich an ihm fasziniert. Zunächst einmal bin ich natürlich an ihm hängengeblieben, weil ich einige Ähnlichkeiten mit mir selbst entdecken konnte. Da Ihr mich bereits bestens kennt, könnt Ihr Euch vielleicht denken, was das ist (und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm). Dann bewundert man üblicherweise Menschen, die Eigenschaften oder Fähigkeiten besitzen, die man an sich selbst vermisst. Ich persönlich bin z.B. obercool, wie Euch sicher schon aufgefallen ist, und das hauptsächlich deshalb, weil ich viel zu feige bin zu riskieren eine Angriffsfläche zu bieten. Menschen, die das nicht nötig haben, imponieren mir irgendwie.

Darüber hinaus bin ich auch noch Analytiker, und ich bin erst zufrieden, wenn ich alles bis ins Detail zerlegt und verstanden habe. Mit Mr. Aiken ist mir das bislang noch nicht gelungen. Insbesondere irritiert mich seine chamäleonartige Wandlungsfähigkeit, und das nicht nur äußerlich. Oder bilde ich mir das nur ein? Wenn ich mich mal an jemanden gewöhnt habe, dann möchte ich mich gerne jedesmal, wenn ich ihn sehe, in ihm wiederfinden. Ihr erinnert Euch sicher noch an John Fogerty und das karierte Hemd… Da ist Mr. Aiken eine echte Herausforderung. Das eine Mal denke ich, den kenne ich, beim nächsten Video frage ich mich „Wer ist denn das nun schon wieder?“. Das macht mich ganz kirre! Soweit zu meiner nicht immer restlos ungetrübten Beziehung zu Mr. Aiken.

Zusammenfassend könnte ich vielleicht sagen: Mir scheint Mr. Aiken ein Mensch zu sein, der sehr genau weiß, was er will. Das bin ich im Prinzip auch. Nur bin ich nicht sehr geschickt darin, es auch zu bekommen. Er scheint da wesentlich erfolgreicher zu sein als ich. Und ich wüßte gern, wie er das macht.

Nun doch noch einmal zu DSDS und AI. Von Wilfried stammt folgendes Zitat: „Hier versucht die Musikindustrie billig an Talente zu kommen, schlachtet die dann aus – und lässt sie schnell wieder fallen, wenn ein Talent wie eine Zitrone ausgepresst ist.“ Zu DSDS kann und möchte ich in dieser Beziehung eigentlich nichts sagen – ich habe mich nicht näher damit beschäftigt und möchte das auch nicht, es ist zu deprimierend. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Deutschland in der derzeitigen Musiklandschaft eine Sonderstellung einnimmt, wir sind durch einflussreiche Musikproduzenten auf qualitativ unterstem Niveau zur musikalischen Bananenrepublik verkommen. Talente mit Persönlichkeit und Niveau haben zurzeit in Deutschland keine Chance. Der deutsche Markt saugt Musik aus dem Ausland an wie ein Vakuum. Dazu vielleicht ein andermal ein paar Beispiele.

Was z.B. American Idol und die amerikanische Musikindustrie betrifft, habe ich inzwschen in mancher Hinsicht meine früheren Ansichten revidiert. Wenn man 100.000 Bewerber durchsieben muss, um letztlich ein oder zwei Talente zu finden, mit denen man Geld verdienen kann, dann ist dieser Aufwand immens, da kann man nicht mehr von „billig“ sprechen. Da ist es bestimmt billiger im Plattenstudio zu sitzen und darauf zu warten, dass junge Musiker ihre auf eigene Kosten erstellten Demo-Aufnahmen einreichen.

Und es ist ja auch nicht so, dass man einfach die Leute von der Strasse holt und auf die Bühne stellt. AI ist spätestens ab der Runde der letzten 12 ein 7-Tage-die-Woche-10-Stunden-am-Tag Crash-Kurs in Showbiz. Die Kandidaten bekommen Stimmtrainer und Gesangslehrer zur Seite, die Performance wird geübt. Jede AI-Show steht unter einem anderen Motto, bei der „Movie Night“ muss z.B. jeder eine Filmmusik singen, worum es bei „Country Night“, Rock Night“, „Musical Night“ etc. geht, könnt Ihr Euch sicher denken – die Bewerber werden durch alle Stilrichtungen der Musik gejagt. Jede Woche wird ein anderer Star aus der entsprechenden Musikrichtung eingeladen um die Kandidaten zu coachen und ihnen Tipps für den Auftritt zu geben. Für die „Bon Jovi Night“ ist das natürlich kein anderer als Jon Bon Jovi selbst, und der macht das sicher auch nicht für umsonst. Hier ein Beispiel dafür, wie man dabei aus einem schüchternen kleinen Mäuschen eine neue Tina Tuner macht. Melinda wurde übrigens in diesem Wettbewerb die Dritte und hat jetzt auch einen Plattenvertrag. Zu ihrer Audition kam sie noch zitternd herein.

Ich will jetzt nicht diese American Idol Show glorifizieren. Sie produziert eine völlig andere Art von Musikern, als wir das aus der guten alten Zeit mit „handgemachten“ Bands wie Jethro Tull gewöhnt sind. Es sind fast ausschließlich reine Interpreten, es ist ein Wettbewerb für Pop-Sänger, nicht für Rock-Bands, und nur gelegentlich ist mal ein Musiker dabei, der auch ein Instrument spielt oder selbst Songs schreibt. Taylor Hicks war einer von dieser Sorte, er hat AI 2005 gewonnen, mich aber weder durch seinen Gesang noch durch seine Songs vom Hocker gerissen. (Übrigens: In den letzten Runden, wenn die Kandidaten mehr als einen Song pro Abend darzubieten haben, ist auch Gelegenheit dafür die eigenen Kompositionen vorzutragen – Mr. Hicks hat das getan.) Was ich eigentlich sagen will – hier wird keine neue Musik geschaffen, aber diese Show ist trotzdem ein Fortschritt gegenüber der Zeit, als ausschließlich Musikproduzenten darüber entschieden haben, wer vor ein Mikrophon darf, denn jetzt haben auch Talente eine Chance, die sonst nie das Licht eines Fernsehscheinwerfers erblickt hätte. Norwegen hat einen neuen Nationalhelden, Amerika hat einen neuen Jesus – das ist doch was. (Und was haben wir? Dieter Bohlen – es ist zum Ko…!)

Zu Wilfried’s Problem mit den Song-Lizensen – ich glaube, da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Wie wir schon gesehen haben – zur „Bon Jovi Night“ betätigt sich Mr. Bon Jovi selbst als Coach, bei der „Neil Sedaka Night“ (Solitaire) sitzt Mr. Sedaka mit in der Jury, bei der „Bee Gees Night“ (To Love Somebody) ist es Robin Gibb. Da werden die Herren bestimmt ihr Scherflein abbekommen. Das kann heutzutage niemand machen, dass im Fernsehen vor Millionen von Zuschauern Songs dargeboten werden, und die Rechteinhaber bekommen kein Geld – das würde Klagen hageln. Für die paar gekrächzten Takte, die die „skurrilen Nichtskönner“ bei den Castings vortragen, wird es allerdings wohl kaum was geben, lieber Wilfried. Das wirst Du aber auch nicht ernsthaft erwartet haben – oder?

Soweit ausführlich dazu, wie die heutige Musikindustrie „billig“ an Talente kommt. Beschäftigen wir uns nun noch kurz mit dem „Ausschlachten“, „Auspressen“ und „Fallenlassen“. Das ist sicher alles schon vorgekommen, aber ich würde bezweifeln, dass es die Regel ist. Die Musikproduzenten haben kein Interesse daran ihre Stars zu verheizen, sie haben Geld in sie investiert und möchten möglichst lange an ihnen verdienen. Natürlich werden sie einen Musiker fallenlassen, wenn er beim Publikum nicht (mehr) ankommt, sie sind keine Wohltätigkeitsunternehmen. Aber das „Ausschlachten“ besorgen Andere – die Medien. Auf der ständigen Suche nach Schlagzeilen und Stories durchwühlt die Boulevard-Presse das Privatleben der Stars (das betrifft natürlich nicht nur die Musiker sondern genauso auch Schauspieler) bis sie eigentlich kein Privatleben mehr haben – es wird öffentlich – und jede kleine Ungeschicklichkeit oder Peinlichkeit wird aufgegriffen, aufgebauscht und breitgewalzt.

Zu diesem Thema vielleicht eine harmlose kleine Episode aus dem Leben des Mr. Aiken. In oben verlinktem Video sagt er zu der Dame, der er gerade das Fernglas abgenommen hat: „You’re close enough to smell the … I ate earlier.“ (leider verstehe ich nicht, was er da gegessen hat). Das ist bestimmt eine Anspielung darauf, dass sich wenige Wochen zuvor irgendjemand öffentlich darüber beschwert hatte, dass er bei irgend einer Gelegenheit nach irgendetwas gestunken hätte (vermutlich gerade dieses von mir nicht identifizierbare Lebensmittel oder Gericht). Es gab tatsächlich eine Schlagzeile nach dem Motto „X sagt: Clay Aiken stinkt!“. Das ist so doof, dass es eigentlich jeder Beschreibung spottet, aber das Thema beschäftigte Presse und Fernsehen auf sämtlichen Kanälen. Nach so einem „Skandal“ kann er sicher davon ausgehen, dass er in den nächsten 10 Interviews gefragt wird, ob er wirklich gestunken hat, nach was er gestunken hat und warum er gestunken hat usw.. Das nur als Beispiel dafür, auf welchem Niveau da geschossen wird.

Früher oder später wird jeder, der einem solchen Leben ausgesetzt ist, zum Nervenbündel. Dadurch macht er nur noch mehr Fehler und die „Skandale“ häufen sich. Nach und nach wird das Ansehen dieser Person in der Öffentlichkeit demontiert – wer möchte schon eine CD kaufen von jemandem, der stinkt? Und so geht es mit der Karriere darnieder, wenn der Betreffende nicht schon vorzeitig wegen Nervenzusammenbruch, Alkohol- oder Drogenkonsum ausscheidet. Das liegt aber nicht an der Musikbranche.

Du meine Güte, jetzt bin ich schon wieder ausgeufert. Und dabei habe ich noch nicht einmal auf Wilfried’s neue Themen reagiert oder auf Lockwoods Vorstellung von Tom Waits. Das wird jetzt wohl erst noch warten müssen…

Seid ganz lieb gegrüßt bis demnächst
Kretakatze

PS.:So, lieber Wilfried, nun habe ich Deine letzte Mail wieder einmal restlos zerpflückt und in den Boden gestampft, ich hoffe Du bist nicht allzu deprimiert. Deshalb zum Schluss nun noch ein Video, das Dich hoffentlich wieder aufbaut. Es beweist, dass Du zumindest in einem Punkt absolut recht hast: Mr. Aiken ist sehr amerikanisch (wenn ich auch noch nicht so ganz verstanden habe, was Du damit eigentlich meinst).

07.04.2008

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Hallo Kretakatze, Hallo Wilfried,

in Euren letzten mails tauchen häufiger die Begriffe Jesus, Hölle, heilig auf. Ich denke, hier erhebt Ihr die Musikindustrie und ihre Protagonisten auf ein Level, das ihnen eine Nummer zu groß ist.

Auch wenn Mr. Aiken eine charismatische Ausstrahlung besitzt und durch seine Wohltätigkeiten ein gottgefälliges Leben führt, so kann ich doch nichts Messianisches an ihm entdecken. Darüber hinaus erscheint sich sein Sendungsbewusstsein auf die Staaten zu reduzieren; ohne Eure Beiträge hätte ich noch von ihm gehört.

Auch der Begriff Hölle für die Widrigkeiten des Showbiz scheint mir etwas übertrieben. Wir wissen alle, dass es im modernen Arbeitsleben nicht immer leicht ist, im Schweiße seines Angesichtes sein Brot zu verdienen. Das gilt nicht nur für die Musikbranche. Ein Superstar ist in meinen Augen ebenso ein Werktätiger wie ein Bäcker oder Buchhalter. Alle stellen ihre Fähigkeiten zur Verfügung und werden dafür entlohnt.

Weit mehr kann ich mich mit Kretakatzes Ausführungen über die Wandlungsfähigkeit einiger Künstler identifizieren. Jaaa, das Karohemd von Mr. Fogerty steht für einen hohen Wiedererkennungswert, ebenso die Bärte von ZZ Top, der Pferdeschwanz von Status Quo oder die blonde Mähne von Led Zeppelin. Da weiß man, woran man ist.

Mit einem wandlungsfähigen Künstler habe ich auch so meine Probleme. Im Zusammenhang mit Ian Anderson habe ich darüber schon geschrieben. Die Grenzen zwischen künstlerischem Fortschritt und wirtschaftlichem Opportunismus sind in vielen Fällen verwischt. Ich fordere nicht, dass ein füllig gewordener Künstler in seinen 50ern die gleichen engen Klamotten trägt wie in Zeiten seiner schlanken Jugend. Aber die abrupten Stilwechsel eines Mr. Anderson haben mir schon zu schaffen gemacht. Genau wie Kretakatze bei Mr. Aiken habe ich mich gefragt, wer das denn jetzt sei. Möglicherweise gefällt einigen Fans die Vielseitigkeit ihres Künstlers; mehr fehlt dazu die geistige Flexibilität.

Das war es auch schon von meiner Seite für heute.
Lasst es Euch gut gehen.
Lockwood

08.04.2007

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Hallo Ihr Lieben,

es ist schon erstaunlich, wie viel Kretakatze immer wieder zu schreiben weiß. Nicht das ich denke, Du, Kretakatze, hättest nichts Besseres zu tun. Aber es erstaunt schon, wie sehr Du Dich z.B. an diesen Clay Aiken ‚hängst’. So ausführlich werde ich Dir, zumindest in dieser Sache, natürlich nicht antworten wollen.

Also zunächst zu Deinem Vorwurf, ich äußere ‚fast’ radikal-islamische Anschichten! Wieso ‚fast’, es sind radikal-islamische Ansichten. Zumindest verstehe ich immer besser, wenn islamische Radikale nicht gut auf Amerika zu sprechen sind. Aber im Ernst:

Ich möchte nicht so sehr auf den Herrn Aiken eingehen, sondern mich eher zu der Frage äußern, was ich als typisch amerikanisch ansehe. Und ich möchte nur ein Detail aufgreifen, denn sonst wird das hier einfach zu lang.

Etwa wie Israel sehen viele Amerikaner ihr Land als das ‚gelobte Land’ an. Gott ist besonders ihrem Land wohlgesonnen. Das ist der reinste Calvinismus, nachdem nur bestimmte Menschen (hier ‚fast’ ein ganzes Land) dazu prädestiniert sind, den Weg zur Seligkeit zu gehen. Der Rest (wir Europäer eingeschlossen) kommt in die Hölle. Da kann er machen, was er will.

Natürlich hat das Ganze öfter einen Knacks bekommen; z.B. als Kennedy ermordet wurde, war das für viele Amerikaner geradezu unfassbar. Unfassbar allein deshalb, weil Gott den Amerikanern doch so etwas nicht antun kann. Und ähnlich ist es jetzt mit dem weltweiten Terror, dessen Hauptziel Amerika ist. Allein der Begriff „Achse des Bösen“ zeigt für mich die religiöse „Verbrämtheit“ auf, die das Ganze gewonnen hat.

Und so ist nach meiner Sicht vieles in Amerika religiös verbrämt (bemäntelt, ‚verziert’, ausgeschmückt). Ist Gott mit dir, dann wird sich das auch in deiner steilen beruflichen bzw. geschäftlichen Karriere zeigen. Daraus lässt sich eine Selbstherrlichkeit vieler Amerikaner ableiten, die sicherlich nicht nur mich abstößt.

Ein Aspekt nur, aber ein wesentlicher. Natürlich kann das nicht für alle Amerikaner gelten. Aber es ist eine ‚Grundhaltung’, die durch viele Alltäglichkeiten fundamentalisiert wird (z.B. das ständige Bekenntnis zur Nation schon in der Schule hat diesen halbreligiösen Charakter und ‚schult’ dieses Gefühl, zu etwas ‚Großem’ zu gehören).

Wenn Du, Kretakatze, Deinen Vergleich Clay A. mit Jesus C. auch „viel profaner gemeint hast“, so denke ich doch, dass einige Amerikaner (wahrscheinlich eher unbewusst) das Auftreten des Clay A. in einem religiösen Sinne ‚begreifen’. Und: Ich weiß, ich bin manchmal sehr abstrakt. Aber wie soll ich das in wenigen Worten sagen. Genug.

Noch einen Satz (oder zwei) zu dem Vergleich Musikbranche und Teufel. Natürlich meine ich das nicht wortwörtlich, eher auch im Sinne von profan, materialistisch ausgerichtet (Geld und noch einmal Geld): Ein profaner Jesus gerät in profane Versuchung (Plattenvertrag) durch den profanen Teufel (Musikindustrie).

Natürlich hat Kretakatze Recht: Das Aussieben von ein, zwei Talenten aus einer Masse von 100.000 Kandidaten ist immens aufwändig. Anderseits ist die entsprechende Präsentation im Fernsehen sehr publikumswirksam. American Idol, Pop Idol, DSDS und wie diese Sendungen noch heißen werden von einer breiten Öffentlichkeit angeschaut (auch wenn viele das nicht zugeben). Selbst Lockwood wirft öfter einen Blick hinein. Das Ausschlachten der wenigen Talente ist dann nur noch ein ‚Abfallprodukt’, dem sich die Musikindustrie dann aber um so lieber widmet. Das Ganze (TV-Show und Musikproduktion) stellt einen großen Markt da. Wäre das nicht so gewinnbringend, würden sowohl TV-Sender als auch Musikindustrie schnell ihre Finger davon lassen. Überhaupt TV- und Musikbranche – sind diese beiden in den USA nicht besonders eng verwoben (und die Filmindustrie kommt da auch noch hinzu)?

Kretakatze sieht hier eine unaufhaltsame Tendenz zu Einzelkünstlern. Diese Tendenz wird aus meiner Sicht von der Musikbranche beeinflusst, ja ich behaupte: gesteuert (eben durch solche Sendungen). Musikgruppen, eben Bands, müssen zusehen, wo sie bleiben. Denen bleiben meist nur noch ‚unabhängige’ Labels oder (zunehmend) der Eigenvertrieb. Eine Ausnahme davon bilden vielleicht die „etablierten“ Bands, also die mit großen Namen. Ein Grund mehr für mich, Sony & Co. nur der Geldschneiderei zu bezichtigen.

Und es gibt noch einen Trend: Vieles wird zum x-ten Mal wiedergekäut und bis zum letzten Exzess ausgeschlachtet. Single-Auskopplungen gab es schon immer. Aber heute sind viele Alben nur noch Vorab-Samplers von Single-Scheiben ohne Ende. Dann die x-te Version eines Liedes (Langfassung, Single-Fasssung, Disco- und sonst wie-Fassung). Alles muss sich mehrfach verwerten lassen. Die Filmindustrie ist hier vielleicht noch etwas erfolgreicher: Nach dem Kinofilm kommt die DVD, dann verdient man mit TV-Rechten (und zunehmend mit Rechten für Online-Film-Dienste), und bei besonders erfolgreichen Filmen kommt dann später noch der Director’s Cut als Doppel- und Dreifach-DVD auf den Markt. Und wenn sich die Technik wandelt, dann kommt ein solcher Film auch noch auf den neuen Medien (z.B. Blu-Ray) heraus. Da will und kann sich die Musikindustrie nicht hintanstellen: alles noch einmal in Super-Technik als Musik-DVD (5.1 Dolby Digital oder Surround DTS). So viele Ohren hat man nicht, um zu hören.

Da z.B. Sony nicht nur die Software liefert (sprich: Musik) sondern auch die Hardware (Player aller Art), ist der Verdienst ein doppelter. Früher wurden Plattenfirmen von Idealisten gegründet und geleitet. Heute sind das bei den großen Firmen nur noch Kaufleute. So rückte auch zunehmend der Geschmack der breiten Massen in den Vordergrund. Und wenn diese keinen Geschmack haben, dann wird denen schon etwas schmackhaft gemacht.

Auch wenn wir hier vom Thema Ian Anderson und Jethro Tull weit entfernt sind (so weit nun auch wieder nicht – auch Herr Anderson hat neben seinem Musikschaffen regen Geschäftssinn bewiesen – und um Musik geht es letztendlich ja auch immer noch), so lautet die Beschreibung zur Rubrik „Was ist bloß mit Ian los?“ immerhin doch „Jethro Tull & vieles mehr“ (siehe Quickinfo – mit der Maus auf den Rubrikentitel zeigen).

Damit wir für heute den Faden zu Jethro Tull nicht völlig verlieren, hier einige Infos, die ich beim Surfen im weltweiten Netz aufgegabelt habe. Entgegen der Meinung, das Thema Jethro Tull wäre erschöpft, denke ich nach wie vor, dass sich immer noch etwas finden lässt, was lohnenswert ist, hier angemerkt zu werden.

Was mich immer schon interessierte ist, welche „Schnittstellen“ es zu anderen Gruppen gab und gibt. Zum einen kommen solche Schnittstellen dadurch zu Stande, dass Gruppenmitglieder ausgetauscht wurden. Die bringen gewissermaßen eine Vorgeschichte mit. Dazu gibt es z.B. einen Stammbaum (Family Tree) bei collecting-tull.com. Und bereits im Beitrag Was ist bloß mit Ian los? Teil 29: Sexy Ian schreibt Noten verwies ich auf die interessante Website bandtoband.com, die die Verzweigungen der Bands untereinander anschaulich darstellt. Ich habe außerdem ein großformatiges Buch zu Hause: Pete Frame ’s Rock Family Tree aus dem Jahre 1979 (also schon bisschen alt, es gibt aber wohl auch neuere Auflagen), da ist in grafischer Übersicht der Stammbaum z.B. von Fleetwood Mac, Fairport Convention (u.a. durch Dave Pegg zu einer JT-Schnittstelle geworden) und Eric Clapton zu finden. Jethro Tull selbst findet sich da noch nicht. Ich habe aber einen entsprechenden Stammbaum irgendwo im Internet gesehen (nur wo?). Soviel zu Vorgeschichte:

Ian Anderson hatte öfter Frank Zappa als einen der Musiker erwähnt, die er mag. Oft weiß man zwar nicht, ob der Meister das wirklich ernst meint. Ich glaube aber: ja. Und zwischen Jethro Tull und Zappa gibt es bekanntlich das Bindeglied Eddie Jobson, wie ebenso in einem früheren Beitrag in diesem Blog festgestellt wurde (Was ist bloß mit Ian los? Teil 39: Widmungen und mehr). Das bestätigt natürlich nicht unbedingt die Aussage von Herrn Anderson (Jobson war ja nicht der typische Tull-Musiker). Vor einiger Zeit las ich aber, dass Ian Anderson in den 70-er Jahren ein Plattenprojekt einer Gruppe aus dem Umfeld von Captain Beefheart finanziell unterstützt hätte. Captain Beefheart steht ähnlich wie Zappa für avantgardistische Musik und beide haben auch öfter gemeinsam musiziert. Ich habe also nachgeforscht, weil mir das doch sehr kurios vorkam. Und tatsächlich. Im April 1972 tourte Jethro Tull durch die USA, abwechselnd mit der Gruppe Wild Turkey (mit Ex-Tull Bassist Glenn Cornick) und Captain Beefheart als Vorgruppe. Am Rande: u.a. wurde „Thick as a Brick“ dabei mehrmals vollständig aufgeführt. Hier lernte Anderson also Don Van Vliet und seine Jungs kennen.

Als Begleitband von Captain Beefheart spielten u.a. Bill Harkleroad (Zoot Horn Rollo) und Mark Boston (Rockette Morton) von 1968 bis 1974 in der so genannten Magic Band. 1974 kamen die beiden mit dem Schlagzeuger Artie Tripp III (Ed Marimba) nach England, um dort als MALLARD ein Album aufzunehmen. Die Gruppe nahm dann 1975 und 1976 insgesamt zwei LPs auf. Und die erste hat tatsächlich Ian Anderson finanziert. Angeblich soll Anderson den Jungs auch einen Song geschrieben haben. Was daraus wurde, ist aber wohl nicht ganz klar (immerhin soll das Lied aufgenommen worden sein und das Band sich dazu im Besitz von Bill Harkleroad befinden). Nachzulesen ist alles in einem Interview mit Bill Harkleroad (Zoot Horn Rollo); u.a. steht dort:

didn’t ian anderson initially back the mallard project?

totally. he set up a situation where we got signed to virgin records. through being the opening act and making the connection early on, he got hold of bill shumow, our manager at the time, and said: ‚hey, where are these guys and what are they doin‘?‘ he got us into the studio and wrote a song for us. a bizarre song. i’ve got the tape of it (laughs). real ian anderson-sounding! anyway, he says: ‚hey, here you go. i’ll give you the money. here’s a tune.‘

so ian anderson wrote a song for mallard?

one song. it never showed up anywhere. he was in town and the way i thought of it is: here’s this guy who works twenty hours a day and needs to be busy [laughs]. he had a day off, so he wrote us a song. anyway, he was very nice and i appreciated what he did. we went to england and recorded the first album in his studio with his engineer.

Ian Anderson also als Sponsor. Man glaubt es kaum. Die CD ist sogar käuflich zu erwerben: Mallard – in a Different Climate.

Noch einige Worte zum Thema „Wandlungsfähigkeit und Wiedererkennungswert“. Letzteres hat sicherlich auch etwas mit dem Erfolg eines Musikers bzw. eine Band zu tun. Trotz der vielen Verwandlungen (optisch wie musikalisch) hat auch Ian Anderson einen hohen Wiedererkennungswert: Klar, durch sein Flötenspiel auf einem Bein. Kein Wunder also, wenn er dann mit Bezeichnungen wie Hans Huckebein, der Bluesrabe oder Der Rattenfänger der Rockmusik benannt wird. Wer selbst die Namen Anderson oder Jethro Tull und deren Musik nicht kennt (oder nur am Rande), wird zumindest wissen, wo er den Mann mit Flöte auf einem Bein unterzubringen hat. Da spielt es keine Rolle, in welcher Kostümierung er sich zeigt.

Komme ich zum Schluss für heute: In einem anderen Zusammenhang bin ich auf die Frage (besser: Antwort) gestoßen, welchen Hintergrund das Plattencover zu “War Child” bildet. Hinter Ian Anderson im „Minstrel“-Outfit ist die Skyline einer Großstadt zu sehen. Die Frage lautet, ist klar, um welche Stadt es sich dabei handelt. Mit dieser Frage verabschiede ich mich für heute und wünsche Euch nicht zu stressige Arbeitstage.

Cheerio und Tschüss
Euer Willi

09.04.2008

English Translation for Ian Anderson

Landkreis Harburg – Samtgemeinde Tostedt

Wer es noch nicht weiß, weiß es gleich: ich bin Niedersachse oder wie man auf plattdeutsch sagt: Neddersasse. Das bin ich nicht von Geburt an (von daher bin ich Berliner – und aufgewachsen bin ich in Pforzheim, dann in Bremen – habe zudem viele Jahre in Hamburg gelebt), sondern erst seit annähernd 13 Jahren. Aber ich fühle mich diesem Bundesland durchaus verbunden, mag die Menschen hier und die Landschaft (weniger die Politik). Niedersachsen ist 47.624,22 km² groß und hat knapp 8 Millionen Einwohnern. Die Geschichte dieses Landes ist recht alt. Der Name geht auf die Sachsen zurück, die im Zuge der Völkerwanderung (woher sonst) hierher kamen. Der Zusatz „Nieder-“ diente der Unterscheidung zu den Obersachsen, also den heutigen Sachsen. Das Land besteht aus 38 Landkreisen (einer davon ist die Region Hannover, die die Landeshauptstadt mit einschließt) und 8 kreisfreien Städten.

Einer dieser Landkreise ist der Landkreis Harburg in der Lüneburger Heide (Lüneburg selbst bildet einen eigenen Landkreis) im Norden von Niedersachsen. Obwohl Harburg gar nicht mehr zu diesem Landkreis gehört (im Rahmen des Groß-Hamburg-Gesetzes von 1937 wurde der Stadtkreis Harburg-Wilhelmsburg in die Stadt Hamburg eingegliedert), hat es doch den alten Namen behalten. Die Kreisstadt ist Winsen (Luhe), die größte Stadt ist Buchholz in der Nordheide. Insgesamt hat der Landkreis 42 Gemeinden , wovon 6 Einheitsgemeinden übriggeblieben sind und die restlichen Gemeinden zu 6 Samtgemeinden zusammengefügt wurden. Das Verkehrskennzeichen für den Landkreis Harburg ist „WL“, allgemein mit „Wilder Landwirt“ übersetzt, woran durchaus etwas sein könnte (also Vorsicht!).

Wappen Land Niedersachsen

Wappen Landkreis Harburg

Wappen Land Niedersachsen

Wappen Landkreis Harburg

Wappen Samtgemeinde Tostedt

Wappen Gemeinde Tostedt

Wappen Samtgemeinde Tostedt

Wappen Gemeinde Tostedt

Das Wort Samtgemeinde hat nichts mit „Samt und Seide“ zu tun, eher mit „samt und sonders“. Die Norddeutschen sind eben etwas sprachfaul. Und Gesamtgemeinde klingt auch reichlich holprig.

Eine dieser Samtgemeinden ist die von Tostedt mit gut 25.000 Einwohnern. Die Samtgemeinde Tostedt besteht wiederum aus 9 Gemeinden, wovon die Gemeinde Tostedt (niederdeutsch Töst) mit über 13.000 Einwohnern die größte ist (davon entfallen gut 3000 auf den Ortsteil Todtglüsingen, der im Zuge der Gebietsreform 1972 in die Gemeinde Tostedt eingemeindet wurde, sich aber eine gewisse kulturelle Eigenständigkeit, fast hätte ich geschrieben: Eigensinn, bewahren konnte, sprich: u.a. eine eigene freiwillige Feuerwehr hat, einen eigenen Sportverein und oje, einen eigenen Schützenverein, als wenn es davon nicht schon genug gäbe).


Größere Kartenansicht

Hier also, in Tostedt, hause ich nun mit meinen Lieben. Der Ort hat nichts Aufregendes. Aber durch die gute Anbindung (Autobahn, Landstraße und Eisenbahn) ist man schnell in Hamburg und auch in Bremen. Und zu Fuß oder per Rad ist man auch schnell im Grünen. Heimliche Kreisstadt bleibt für uns Harburg, richtiger. der Stadtteil Hamburg-Harburg. In gut 15 Minuten ist man z.B. mit dem Zug dort, hat beste Einkaufmöglichkeiten (z.B. das neue Einkaufszentrum Phönix Center), Kinos und Restaurants.

Nun über Tostedt habe ich mich neben den Beiträgen in diesem Weblog auch auf einer kleinen Website geäußert (dort finden sich einige Bilder und auch Informationen zu Veranstaltungen in Tostedt – so ganz im kulturleeren Raum schwebt der Ort dann doch nicht).

Die anderthalb Stunden der Wahrheit

Von der deutschen ‚Herrlichkeit’ im europäischen Fußball-Wettbewerb ist wenig übriggeblieben. Schalke bemühte sich zwar beim FC Barcelona und Bayer Leverkusen verhinderte ein 2. Debakel gegen St. Petersburg: Trotzdem schieden beide in Europa-Pokal aus. Nur die Bayern halten das Fähnlein des deutschen Fußball aufrecht, denn mehr mit Glück als mit Können ertrotzte man sich durch ein spätes Tor die Verlängerung und dann wieder mit einem Tor in letzter Sekunde das Weiterkommen gegen den spanischen Vertreter FC Getafe im UEFA-Cup.

Stromausfall Werder Bremen - Schalke 04 am 1. Spieltag 2004/05

Dafür sind die Bayern so gut wie deutscher Meister mit den neun Punkten Vorsprung auf Schalke 04, dem Zweitplatzierten. Gegen Schalke geht es nun für den SV Werder Bremen morgen um die Wurst: Anderthalb Stunden Spiel, die eine Vorentscheidung über die Teilnahme an der Champions League in der nächsten Saison herbeiführen könnte. Alles in drin: vom Platz 2 bis zu Platz 8.

Und nur noch 57 Tage bis zur Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz. Wie fit ist z.B. der deutsche Sturm? Schaut man auf die Torjägertabelle der Bundesliga, dann stehen an der Spitze fast nur ausländische Spieler. Lediglich Mario Gomez und Miroslav Klose können sich in der Spitze behaupten. Aber Kloses 10 Treffer resultieren noch aus der Vorrunde; zz. ist bei ihm wieder ‚totale Ladehemmung’ angesagt. Kennen wir das nicht irgendwo her?

Trotz der Siege in der Vorbereitung gegen Österreich und die Schweiz: Ich glaube kaum, dass die deutsche Fußballnationalmannschaft Europameister wird.

Ian und die (Musik-)Welt

Hallo, liebe Besucher dieses Weblogs,

wer von Euch die Rubrik „Was ist bloß mit Ian los?“ vermissen sollte, keine Angst, diese gibt es immer noch, wenn auch unter einem neuen Namen: „Ian und die (Musik-)Welt“. Da sich das Thema Ian Anderson und Jethro Tull mit der Zeit doch ziemlich erschöpft hat und sich – wie von Euch sicherlich nachzulesen war – die genannte Rubrik „thematisch erweitert“ hat (schön gesagt, gelt?), sollte sich auch der Titel den neuen Gegebenheiten anpassen und nicht umgekehrt, oder?

Ian Anderson (Jethro Tull)

Nein, wirklich! IAN lupft gelegentlich noch den Kopf. So ganz ohne ihn soll es auch weiterhin nicht gehen. Aber die Welt der Musik ist weit und die Welt insgesamt sowieso. Bei „Ian und die (Musik-)Welt“ geht es also wie gewohnt weiter. Kretakatze bleibt unerschöpflich, Lockwood und ich meist knorrig – und für ‚Nachwuchs’ scheint auch gesorgt (Alex, wir begrüßen Dich!)

In diesem Sinne (welchem?)
Auf ein Neues (was?)

Wilfried (auch im Namen von Kretakatze & Lockwood)

Christas Bärchen 10: Leonardo da Vinci

Hier nun ein weiterer Teddybär der Firma Hermann Teddy in Coburg aus dem Jahre 2001 (gekauft hat ihn meine Frau 2002): Leonardo da Vinci. Limitierung dieses Bären: 1000 Stück. Er ist ca. 38 cm groß, aus Mohairplüsch mit einer Füllung aus Holzwolle und hat 153 € gekostet (damit man eine Vorstellung bekommt, wie viel ein solcher ‚Spaß‘ kostet). Es ist aber auch ein wirklich schönes Stück und hat einen Ehrenplatz (nicht – wie hier zu sehen – auf Wilfrieds Bürosessel).

Christas Bärchen: Leonardo da Vinci

Leonardo da Vinci

ca. 38 cm groß, Mohairplüsch mit Holzwolle gefüllt

Limitierung 256/1000 aus dem Jahre 2001

Hermann Teddy Coburg (Hermann-Spielwaren GmbH, 96450 Coburg)

Leonardo da Vinci – limitierte Editon 256/1000
Hermann Teddy Coburg