Archiv für den Monat: Mai 2010

Die nackte Wahrheit

Die junge TV-Produzentin Abby Richter (Katherine Heigl) bestimmt in der lokalen Fernsehstation A.M. Sacramento den Takt und hat alles fest im Griff. Nur die Quoten ihrer Morningshow bereiten ihr Probleme. Ihr Boss Stuart (Nick Searcy) gerät bei den Senderchefs zunehmend unter Druck. Stuarts rettende Idee: Er verpflichtet den Supermacho Mike Chadway (Gerard Butler), der mit seiner Show „Die nackte Wahrheit“ im offenen Kanal erfolgreich chauvinistische Lebensratschläge verteilt. Mike nimmt kein Blatt vor den Mund, aber das Publikum liebt seine direkte Art – womit er nun auch A.M. Sacramento zu durchschlagendem Erfolg verhilft und die Quoten der Morgenshow wieder nach oben bringt. Abby ist zunächst nur angewidert von dem derben Kerl, aber das ändert nichts an dem Fakt, dass sie zur Zusammenarbeit mit ihm gezwungen ist.

Nach Meinung von Mario Barth sind alle Männer nicht nur Schweine, sondern primitiv, wenn auch glücklich. In dem Film Die nackte Wahrheit begegnen wir der US-amerikanischen Variante dieses Herrn Barth. Auch für Supermacho Mike Chadway sind alle Männer im Grunde gleich. Sie wollen nur das Eine. Und hätten sie die Wahl zwischen einem romantischen Abendessen bei Kerzenschein mit einer schönen Frau – und dem Beisein bei einer Schlammschlacht zwischen zwei leicht bekleideten Fräuleins im Kinderbassin mit nach Erdbeere schmeckendem Glibber – sie würden Letzteres wählen.

Die nackte Wahrheit ist eine recht merkwürdige Mischung aus bissigen Dialogen, plattem Witz und satirischen Elemente. Da geht doch einiges verbal unter die Gürtellinie, wie sollte es bei einem Macho dieser Kategorie auch anders sein. Immerhin gehen beide Hauptdarsteller ihre Rollen mit dem nötigen Esprit an, sodass der Geschlechterkampf nicht in Platituden untergeht.

Natürlich stellt sich die Frage, wie Männer (und Frauen) wirklich sind. Wenn der Film hierzu die Antwort wüsste, dann wären viele Eheberater, Psychologen, Komödienschreiber und auch Witzbolde wie Mario Barth sehr schnell arbeitslos.

Übrigens: Gegensätze ziehen sich bekanntlich an. Und so finden am Ende des Films die so unterschiedlichen Protagonisten zusammen und werden ein Paar (Hoffentlich habe ich nicht zu viel verraten – aber irgendwie war das absehbar!).


Die nackte Wahrheit – Neuer Deutscher Trailer (OT: The Ugly Truth)

Saisonendspurt

Die Saison 2009/2010 im europäischen und damit auch im deutschen Fußball neigt sich dem Ende entgegen. In meinem Beitrag vom 24. März 2010 („Wir fahren nach Berlin“) stellte ich die Frage: Sollte vielleicht [für den SV Werder Bremen] sogar noch der dritte Platz (Werder steht sieben Spieltage vor Saisonende acht Punkte hinter den nun doch schwächelnden Leverkusenern) möglich sein? Die Frage stellte ich ganz bewusst, obwohl sich nach dem 25. Spieltag Werder Bremen lediglich auf Platz 6 befand – drei Punkte hinter Dortmund, vier hinter dem HSV (beide belegen die Plätze, die für die Teilnahme an der UEFA Europa League berechtigen). Ich behauptete damals noch: Champions League ade (11 Punkte sind es bis zu Platz 3, der immerhin noch für eine Qualifikationsrunde zur Champions League ausreichen würde)!

Nun heute, einem Spieltag vor dem Ende sind die Bremer auf Platz drei und sogar zwei Punkte vor dem noch einzigen Konkurrenten um diesen Qualifikationsplatz zur Champions League, den Leverkusenern (Dortmund hat wirklich nur noch theoretische Chancen). Sicherlich hat die Mannschaft dabei das Glück reichlich strapaziert (der 1:0-Sieg gegen Hertha BSC wurde in der Nachspielzeit durch einen Handelfmeter erzielt; auch auf Schalke am letzten Samstag hätte es anders ausgehen können, wenn der Schiedsrichter in der 41. Spielminute ein Foul von Per Mertesacker im Strafraum gegen Benedikt Höwedes geahndet hätte), aber Glück gehört bekanntlich auch zum Erfolg.

Nach Werders 2:0-Sieg auf Schalke am 01.05.2010

Während Leverkusen im letzten Bundesligaspiel nun bei der Borussia in Mönchengladbach antritt, hat Werder Bremen den HSV zu Gast. Neben der bekannten hanseatischen Rivalität macht noch eine Tatsache diese Partie brisant: Der HSV muss gewinnen, um seine letzte Chance (wenn gleichzeitig Stuttgart in Hoffenheim verliert) zu wahren, in der nächsten Saison vielleicht doch noch auf europäischen Parkett vertreten zu sein. Für Werder sollte ein Unentschieden genügen. Aber natürlich will auch Werder siegen.

Auf jeden Fall kann man den Bayern zur 22. deutschen Meisterschaft bereits jetzt gratulieren. Und obwohl ich kein Bayern-Fan bin, so wünsche ich Ihnen viel Glück am 22. Mai in Madrid im Finale der Champions League gegen Inter Mailand. Sollten nämlich die Bayern dort gewinnen, dann würde die deutsche Bundesliga ab Spielsaison 2011/2012 einen weiteren Vertreter für die Champions League stellen, da dann in der Fünf-Jahreswertung Deutschland vor Italien rücken würde.

Und auch Glückwunsch an den FC St. Pauli zum Aufstieg in die erste Fußball-Bundesliga. Pünktlich zum 100. Geburtstag steigt St. Pauli zum fünften Mal in die 1. Liga auf. Auch das modernisierte Millerntorstadion empfängt die neuen Gäste mit Gänsehaut-Atmosphäre.

Krebs-Tagebuch eines Angehörigen (6)

Rosa Schleife – Symbol der Solidarität mit an Brustkrebs erkrankten Frauen

Seit dem Mittwochnachmittag ist meine Frau wieder zu Hause. Sie hat die Operationen im Krankenhaus Buchholz gut überstanden. Alle weiteren Untersuchungen sind gut verlaufen; es wurden keine Metastasen des Krebses gefunden. Die Wunde ist gut verheilt. Nächste Woche werden dann die Fäden gezogen.

Mitte Mai ist meine Frau dann zu einem Beratungsgespräch geladen. Bereits jetzt ist aber klar: Sie bekommt das ‚volle Programm’, d.h. alle drei Wochen bis zu sechs Mal Chemotherapie. Anschließend dann wohl auch noch Strahlentherapie. Sie will auf jeden Fall sicher gehen, dass sich der Brustkrebs nicht wieder entwickeln kann oder gar andere Organe befällt.

Heute nun waren wir alle vier zum Gottesdienst in der Johannes-Kirche in Tostedt. Meine Frau verspürte den Wunsch, einmal wieder einen Gottesdienst zu besuchen. Und obwohl wir alles andere als fleißige Kirchgänger sind, waren ich und unsere beiden Söhne gern bereit, sie zu begleiten. Heute ist Sonntag Kantate (lat. cantate, „singet“), der vierte Sonntag nach Ostern im Kirchenjahr. Und gemäß dem Brief des Paulus an die Kolosser Kap. 3,12–13 predigte Pastor Meier gewissermaßen über den „Kleiderschrank Gottes“: 12 So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; 13 und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!

Und gemäß dem Motto Cantate Domino canticum novum („Singt dem Herrn ein neues Lied.” Psalm 98,1) wurde mit Unterstützung des Kirchenchors kräftig gesungen.

Selbst am abschließenden Abendmahl nahmen wir alle vier teil. Ich fand es wohltuend, in entspannter Atmosphäre die Ruhe zu finden, die wir jetzt brauchen. Für meine Frau ist es wichtig, Energie zu sammeln – dieser Gottesdienst leistete einen Beitrag dazu.