Was ist bloß mit Ian los? Teil 16: Ians kleiner Finger

Hallo Wilfried,

ein kleines Erfolgserlebnis in Sachen EDV habe ich dringend gebraucht.

Das Wetter bei uns ist wirklich nicht toll; es sah den ganzen Tag so aus, als würde jeden Moment Regen einsetzen.

Als Anlage erhältst Du „Il regno millenario“. Wenn ich die Internet-Übersetzungen richtig interpretiert habe, bedeutet das soviel wie ‚Tausendjähriges Reich‘. Ob damit Nazi-Deutschland gemeint ist, kann ich nicht sagen. Jedenfalls ist die Melodie wunderschön und lädt zum Träumen ein.

Kennst Du das musikalische Schaffen von Loreena McKennitt ? Der gute Francis hat sie mal erwähnt. Sie hat auch einige Lieder auf Lager, die tief, tief unter die Haut gehen. Von ihr würde ich im Bedarfsfalle das ein oder andere Lied auf die Datenautobahn in Richtung Tostedt bringen.

Auf Wiederlesen
Lockwood

17.09.2006

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Hallo Lockwood,

Deine Anmerkungen zum Krau bzw. Krauvogel haben mich darauf gebracht, im Internet nach diesen Begriffen zu suchen. Dabei bin ich auf ein Rheinisches Wörterbuch gestoßen. Ist vielleicht auch für Dich nicht uninteressant. Ich habe ein Faible für Sprache und allem, was dazu gehört.

Was hat das mit Jethro Tull und Ian Anderson zu tun? Ich denke, sehr viel. Denn wie Du bereits anmerkest, ist es nicht leicht, mit unserem Schulenglisch die Texte aus Andersons Feder zu übersetzen. Was „Thick as a Brick“ bedeutet, wissen wir inzwischen: Dumm wie Bohnenstroh. Aber so gibt es sicherlich noch viele Begriffe, die sich nur im Zusammenhang mit der Herkunft von Anderson erklären lassen bzw. mit den unterschiedlichen Wohnorten. Mich würde interessieren, ob Du schon den einen oder anderen Text übersetzt hast. Nicht das wir hier alle Texte in möglichst korrektes Deutsch übertragen wollen. Aber ich sehe hier durchaus die Plattform, den einen oder anderen Liedertext zur Diskussion zu stellen. Im Internet gibt es sicherlich einige Übersetzungen. Notfalls könnten wir die als Ausgangspunkt nehmen.

Und es gibt wohl auch ein Buch (Jethro Tull 25th Songbook von Karl Schramm), das neben den Originaltexten, Bildern usw. auch die deutschen Übersetzungen haben soll. Eine erweiterte Neuauflage ist aber lt. Amazon erst für September 2007 vorgesehen.

Aufruf: Alle Tull-Fans, die sich irgendwann einmal daran gemacht haben, einen Text von Ian Anderson zu übersetzen: Her mit Eurer deutschen Übersetzung! Keine falsche Scheu! Wir sind hier unter uns (mehr oder weniger).

Mit dem EDV-technischen Wunderkind ist es etwas zu viel der Ehre. Ich kämpfe mich halt so durch und habe natürlich auch durch meinen Job einige Erfahrung sammeln können. Da ich schon immer viel mit Videos gearbeitet habe, so möchte ich das auch im digitalen Bereich umsetzen können. Und die heutige Technik bietet schon einiges. Aber das ist nicht von heute auf morgen gekommen. Und wenn man mit Videos am Rechner arbeitet, so beschäftigt man sich notgedrungen auch mit dem Audiokram. Soviel hierzu.

Zu meiner Herkunft und meiner Konfession. Meine Mutter ist zwar in Köln geboren und aufgewachsen. Aus ihrer Familie leben noch zwei Brüder mit deren Nachkommen, alle in Köln. Aber die Vorfahren stammen aus Berlin. Und so ist meine Mutter wie mein Vater evangelisch – somit auch ich. Obwohl ich mit Kirche nicht sehr viel am Hut habe, so bin ich mit meinen Lieben nach wie vor Mitglied der evangelischen Kirche. Viele meiner Bekannten und Verwandten sind schon lange ausgetreten, meistens um Kirchensteuer zu sparen. Unsere Kinder sind getauft und Jan ist inzwischen auch konfirmiert. Wir hatten es ihm überlassen, ob er sich konfirmieren lassen will oder nicht. Es hat sich am Ende dafür entschieden – und ist nun das aktivste Mitglied unserer Familie in der hiesigen Kirchengemeinde. Jeden Donnerstag hilft er beim Jugendtreff, dem Cafe Lucas. Und dienstags trifft sich die evangelische Jugend in einem unserer Altenheime, um den alten Leutchen zu zeigen, wie man im Internet kommuniziert (Senioren im Web). Er hat auch als Betreuer (Teamer) an Zeltlagern und Wochenendfreizeiten für Kinder teilgenommen. Wenn man sein Äußeres sieht, würde man ihm dieses Engagement kaum zutrauen.

Anderson und die indische Küche. Ich hatte vor vielen Jahren eine indische Kochphase. Das war, als ich nach Hamburg kam. Irgendwie bin ich über ein indisches Kochbuch gestolpert und habe mich in der Zubereitung von einigen Gerichten versucht. Ich gebe es zu, indisch ist recht exotisch und daher für unsere Gaumen gewöhnungsbedürftig. Aber einiges ist auch ganz lecker. Bei einen der vielen dann folgenden Umzüge muss das Kochbuch verloren gegangen sein (oder liegt in einen der Pappkartons mit alten Büchern im Keller). Auf jeden Fall habe ich schon lange nicht mehr indisch gekocht. Ansonsten geht es mir ähnlich wie Dir: gute Hausmannskost, Pasta in den verschiedensten Variationen. Und da Lukas gern Chinesisches mag, gehen wir zu gegebenen Anlässen zu unserem Chinesen, der eigentlich ein Vietnamese ist und nebenbei auch Thailändisches serviert.

Ich glaube schon, dass Ian Anderson viel Milch trinkt. Und wenn Du ihn für ein Pummelchen hältst, so denke ich doch, dass er neben dem Bühnensport auch ab und zu seine Runden dreht. In einem Zeitungsartikel zu der RTL-Chartshow stand, dass er zwar kurzzeitig an dem After-Show-Treffen teilnahm, sich dann aber verabschiedete, weil er noch am nächsten frühen Morgen joggen wollte. Shona wird schon darauf achten, dass ihr Göttergatte nicht zu fett wird. Allerdings hält man bei vorhandener Veranlagung mit zunehmendem Alter seine Gewichtsprobleme nur unzureichend unter Kontrolle. Jede kulinarische Sünde lässt sich als weiterer Rettungsring auf den Rippen nieder. – Meine Familie und ich trinken auch viel Milch. Zweimal die Woche werden wir von einem hiesigen Milchbauern mit Frischmilch versorgt. Ansonsten leben wir mehr oder weniger gesund, nicht völlig bio aber auch nicht alles aus dem Supermarkt. Der eigene Gartenanbau beschränkt sich im Wesentlichen auf Kräuter und einen Kirschbaum. Ein Apfelbaum wurde Opfer einer Sippe Wühlmäuse. Allerdings werden wir jahreszeitgemäß von Schwiegereltern und Freunden beliefert (Äpfel, Pflaumen, Kirschen, Gurken, Zucchini bis zum Überfluss, Tomaten usw.).

Was Alkohol betrifft, so sind zwar meine Frau und ich nicht völlig enthaltsam. Aber unser Verbrauch ist sicherlich weit unterdurchschnittlich. Meine Frau gönnt sich abends ab und zu ein Glas Wein, das dann nach und nach bis zur völligen Transparenz mit Wasser aufgefüllt wird. Und ich trinke schon ’mal gern ein Bier. Aber wirklich nur eins. Ist der Durst größer, so tun es Mineralwasser und Saft auch. Und statt Kaffee trinken wir zum Frühstück und zum ‚Kaffee’ Tee, morgens schwarz, nachmittags grün bis rot.

Also Anderson mit Kopftuch passt Dir nicht – und jetzt passt Dir auch Anderson ohne besagtes Kleidungsstück nicht. Dein Vergleich ist nun aber wirklich aus der untersten Kiste gezogen. Wem das Ekel Alfred ähnlich sehen soll, ist Dir hoffentlich klar. Dann hätte Anderson auch Ähnlichkeit mit ‚ihm’? Also guckt jetzt ganz genau hin. Adolf und Alfred tragen ihre Scheitel rechts (Ian in der Mittel). Die beiden ersten haben lediglich einen Operlippenbart. Ians Bart ist zwar nicht mehr so rauschend wie früher, aber bedeckt immer noch das Kinn. Und überhaupt!

Adolf - Alfred - Ian

Also mit Ians kleinem Finger (der rechten Hand, richtig?) hast Du wirklich recht, besonders wenn man diesen mit dem kleinen Finger der linken Hand vergleicht. Der ist nämlich auch beim Flötenspiel öfter gestreckt. Weitere Aufschlüsse zu dieser Frage bietet auch die Aufnahme von der RTL-Chartshow. Da sitzt Anderson, klammert sich zwar längere Zeit an seine Flöte, wechselt sie dann aber in die andere Hand und fuchtelt auch kurz mit der rechten Hand herum – und siehe da: der kleine Finger streckt sich einfach nicht, er bleibt krumm!

Ians kleiner Finger 1978

Ians kleiner Finger 2006

Ians kleiner Finger 2006

Nochmals vielen Dank für die zwei Lieder von Angelo Branduardi. Gerade auch das zweite Lied ist sehr schön. Unsere gemeinsame Schnittstelle ist doch größer als von Dir zunächst vermutet. Woher ich Branduardi kenne, kann ich Dir gar nicht sagen. Bio’s Bahnhof kenne ich natürlich auch und habe die Sendung oft genug gesehen. Aber ich muss vom guten Angelo schon früher gehört haben. Wahrscheinlich auch im Fernsehen. Kate Bush mag zwar auch bei Biolek aufgetreten sein, aber sie war eine Zeitlang mit mehreren Stücken in den Charts vertreten (z.B. Wuthering Heights), somit auch in Deutschland einem größeren Publikum bekannt.

Wegen der Deutschen Übersetzung Anderson’scher Texte bin ich nun doch fündig geworden. Locomotive Breath ist vielleicht nicht gerade repräsentativ, aber immerhin ein Anfang.

Locomotive Breath

Im pulsierenden Wahnsinn der dampfenden Lok
befindet sich der ewige Verlierer
kopfüber auf dem Weg in den Tod
Er fühlt, wie die Kolben knirschen,
ihm dampft der Schweiß von der Stirn
Der alte Charlie hat die Bremse geklaut
und der Zug rast weiter
keine Chance langsamer zu fahren

Er sieht wie seine Kinder,
eins nach dem anderen,
an den Bahnhöfen abspringen
Seine Frau liegt mit seinem besten Freund im Bett
Und sie haben ihren Spaß
Auf allen Vieren kriecht er den Korridor entlang
Den Griff hat der alte Charlie gestohlen
und der Zug fährt immer weiter
keine Chance abzubremsen

Er hört wie die Stille heult,
fängt Engel beim Fallen auf
und der ewige Gewinner hat ihn am Kragen
Er schlägt eine Gideon Bibel auf – Seite 1
aber Gott hat den Griff gestohlen
und der Zug rast unaufhörlich weiter
keine Chance abzubremsen

Link: SWR1 Abgehört

Klingt ziemlich holprig. Müsste man schon noch etwas daran feilen. Den Link zu „Too Old to Rock ‚n’ Roll“ finde ich leider nicht mehr. Ich müsste aber den deutschen Text irgendwo auf meinem Rechner gespeichert haben. Ich werde gucken. Die Originaltexte mit sehr interessanten Anmerkungen findest Du auf einer holländischen Site (allerdings in Englisch); wahrscheinlich kennst Du diese längst: www.cupofwonder.com.

Ansonsten geruhsame Tage und bis bald
Wilfried

P.S. Ich muss gestehen, Loreena McKennitt nicht zu kennen. Ihre offizielle Website gibt es sogar auf deutsch. Ich werde mal schauen und hören, was es da Schönes zu entdecken gibt.

P.P.S. Auflösung meines Bild-Rätsels: Der genießende Willi (habe endlich die Scheibe mit der Aufnahme gefunden – hier in etwas kalorienreduzierter, d.h. speichersparender Ausfertigung):

WilliZ 2002

Willi genießt
Eiscafe in Grainau/Bayern 2002 (auch wieder vier Jahre her)

P.P.P.S. Sicherlich auch ein interessante Thema: Cover-Versionen von Tull-Titeln. Ich bin gerade über eine Seite gestolpert, die hierzu einiges aussagt. Ich selbst habe einige Cover-Versionen vorliegen. Sind teilweise wirklich hörenswert.

… und zu allerletzt:

Zu den Schlupflidern der Herren Anderson und Branduardi möchte ich mich nicht äußern. Zu den Nasen ein weiteres Bildrätsel; ich habe mir erlaubt, auch unsere preisgekrönten Riecher einzubeziehen (und die Auflösung auch gleich dabei – einfach den Bildschirm auf den Kopf stellen oder einen Handstand vor diesem machen. Renk’ Dir nur nicht einen Halswirbel dabei aus):

Wie die Nasen des Mannes, ...

… und hier die Auflösung:

Auflösung Nasenrätsel

18.09.2006

English Translation for Ian Anderson

Was ist bloß mit Ian los? Teil 15: Ian & Alfred Tetzlaff

Hallo Wilfried,

Die Begriffe „Krau“ oder auch „Krauvogel“ sind im Rheinland geläufige niederdeutsche Begriffe; Deine Mutter wird sie kennen. Es sind mundartliche Synonyme für Pack, Underdogs, sozial Benachteiligte, Milieugeschädigte… Sie bezeichnen auf abfällige (aber manchmal zutreffende Weise) Angehörige der sozialen Unterschichten. Der typische Krauvogel ist ungebildet, seit Generationen arbeitslos und von der Wohlfahrt abhängig, Alkoholiker, Kettenraucher, ungepflegt, vorbestraft, inzestuös ambitioniert, ausfallend, gewaltbereit, egozentrisch. Das ganze in Verbindung mit einem enormen Selbstbewusstsein. Es müssen allerdings nicht alle diese Kriterien gegeben sein, um als Krau anerkannt zu werden. Sollte ein Faktor fehlen, kann das durch Verstärkung einer anderen dieser Eigenschaften durchaus kompensiert werden.

Dein Gen-Cocktail aus rheinischen und ostpreußischen Einflüssen ist in der Tat bemerkenswert. Ich denke, es braucht schon ein solch exklusive Mischung, um einen EDV-technischen Wunderknaben hervorzubringen. Mutter aus Köln, Vater aus Masuren; darf ich fragen, welcher Konfession Du angehörst ? Es ist reine Neugier; Köln klingt katholisch und Masuren und Preußen verbinde ich mit dem Protestantismus. In unserer Gegend bestimmt in gemischt-konfessionellen Ehen die Mutter das Bekenntnis der Kinder, da sie in der Regel stärker mit der Erziehung befasst ist als der Vater. Nach allem, was ich von Dir gelesen habe, machst Du allerdings keinen „katholischen“ Eindruck. Das kannst Du als Kompliment auffassen.

„Ein Prachtkerl dank Chappi !“ Das ist eine prima Überleitung zu Mr. Anderson’s Essgewohnheiten. Dass das ganze Curry seinem Hirn nicht schadet, hat er zumindest in der Vergangenheit bewiesen. Die indischen Küche mag ich nicht. Ich bevorzuge deutsche Hausmannskost, Pasta in allen Variationen und hin und wieder etwas Chinesisches oder Arabisches. Mein freiwilliger Verzicht auf Bier und Feuerwasser aller Art kann den Leser schnell auf die falsche Fährte führen; dieser Verzicht hat weder moralische, religiöse noch philosophische Gründe. Die schlichte Wahrheit ist, dass mir das Zeug weder schmeckt noch bekommt. Hin und wieder trinke ich ein alkoholfreies Bier zum Essen, aber nur selten.Auch beim Kaffeegenuss halte ich mich zurück; vielleicht 3 – 4 Tassen pro Woche. Kaffee schmeckt mir zwar, aber hin und wieder zeige ich Verantwortungsgefühl für meine Pumpe.

Aber zurück zu den Anderson’schen Ernährungsgewohnheiten: Irgendwo las ich, dass er statt Bier lieber Milch trinke. Da es mir genau so geht, war ich leichtfertig bereit, dieser Aussage Glauben zu schenken. In der Zwischenzeit habe ich aber Einiges von seiner zynischen Ader mitbekommen, so dass ich mich fragen muss, wie ernst diese Aussage zu nehmen ist. Dem Kerl kann man gar nichts mehr glauben.

Seit einiger Zeit überlege ich, an wen das Äußere des aktuellen Mr. Anderson mich erinnert, wenn er kein Kopftuch trägt. Gerade wird es mir klar ! Kennst Du den Schauspieler Heinz Schubert ? Den Menschen im Sendegebiet des WDR ist er vor allem durch die Rolle des Alfred Tezlaff (Ekel Alfred) bekannt. Mr. Anderson ist zwar etwas höher gewachsen als Herr Schubert, aber nicht wesentlich.

Zum Schluss zu seinem geheimnisvollen kleinen Finger: In der Videosammlung auf Deiner Tull-Seite ist u.a. ein Video, das Mr. Anderson 1978 im Madison Square Garden zeigt, das „Flute Solo“. Hier gibt es einige Großaufnahmen seiner Hände beim Flötenspiel. Es ist zu sehen, dass der kleine Finger stets gekrümmt, aber nicht unbeweglich ist. Halt ! Ich weiß, was Du jetzt denkst: „Ein gekrümmter Finger ist beim Flötenspiel nicht nur normal, sondern unerlässlich !“ Schau‘ Dir das Video an, dann wirst Du sehen, dass der Finger auf eine Art und Weise gekrümmt ist, die mit dem Flötenspiel nicht zu erklären ist. Auf mich als anatomisch interessierten Laien wirkt es, als sein eine Sehne beschädigt. Warum schreibt der Kerl auch keine Biografie ? Er ist doch sonst unternehmerisch sehr aktiv ! Aber vielleicht fühlt er sich für seine Memoiren noch zu jung…

Kurz zu Angelo Branduardi und Kate Bush. Sie haben eine Gemeinsamkeit: Beide wurden einem breiteren deutschen Publikum erst durch ihre Auftritte bei ‚Bio’s Bahnhof‘ bekannt. Ich kann mich an diese Auftritte ganz dunkel erinnern. Kate Bush kannte ich bereits aus dem Radio, aber Branduardi war mir neu. Aber den Namen habe ich mir gemerkt. Herr Biolek macht jetzt nur noch durch seine fürchterlichen Koch-Sendungen von sich reden, aber seinen Bahnhof und seine Talkshows haben mich begeistert. Dafür verziehe ich ihm sogar seine Melissengeist-Werbung.

Der Tisch des Wortes ist wieder reichlich gedeckt.
Bis bald
Lockwood

16.09.2006

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Hallo Lockwood,

Es tut mir Leid, wenn Du so viel Zeit investiert hast. Die Datei, die du mir geschickt hast, ist zwar eine MP3, aber nur im Nirvana ist es stiller. Ich habe versucht, den Grund hierfür bei mir zu rekonstruieren. Aber ich muss gestehen, selbst (fast) sprachlos zu sein. Wir können das jetzt alles vergessen oder aber: ausgeschlafen und nach drei guten Mahlzeiten solltest du dich mit gutem Mut wieder ans Werk machen. Könntest Du es vielleicht einmal mit dem Konvertieren in WMA (Windows Media Audio) probieren? Ich wäre auch mit WMAs zufrieden.

Ich hoffe, dass es klappt. Viel Glück dabei.
Soviel für heute.

Bis bald
Wilfried

17.09.2006

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Hallo Wilfried,

über geraubte, investierte oder sonstwie verwendetet Zeit sollten Du und ich uns keine Gedanken mehr machen. Fehlendes Durchhaltevermögen ist eine große Charakterschwäche von mir, aber in diesem Fall bin ich zäh. Die WMA-Datei scheint geklappt zu haben. Sie läuft nicht nur hörbar ab, sondern auch ohne Einbußen in der Tonqualität.

Probier‘ sie aus und gib mir Bescheid.

Einen gesegneten Sonntag wünscht
Lockwood

17.09.2006

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Hallo Lockwood,

was machst Du an einem Sonntagnachmittag am Rechner? Oder habt Ihr schon dicke Wolken und Regen? Bei uns scheint die Sonne und ich schäme mich dafür, jetzt doch wieder den PC angemacht zu haben: Aber es hat sich ja gelohnt, ihn einzuschalten. Vielen Dank für das Lied. Es ist bestens und hat auch schon meine Seele erfreut.

Technisch heißt das: An Lautstärkeregelung und dergl. kann es nicht liegen (hätte mich auch stark gewundert). ich weiß ja nicht, ob Du weiterhin daran interessiert bist, MP3-Dateien zu erstellen. Ich lasse Dir das MusicMatch-Programm vorerst im Web verfügbar. Aber jetzt will ich diese Mail schnell abschicken – und noch ein wenig hinaus in den Garten.

War da nicht noch ein 2. Lied von Angelo? Ich freue mich darauf (und werde mir auch einmal wieder die eigene Branduardi-Scheibe anhören – ist leider eine LP und lässt sich nicht so einfach in ein Laufwerk hineinschieben).

Dir und Deinen Lieben noch einen schönen Sonntag.
Wilfried

17.09.2006

English Translation for Ian Anderson

Töster Flohmarkt 2006

Auch wenn der Wetterbericht viel Regen und nachmittags Regenschauer angekündigt hatte, so gab es in diesem Jahr in Tostedt beim Flohmarkt doch auch viel Sonne, sodass neben den ohnehin vielen Ständen auch viele Besucher und Käufer in unseren kleinen Heideort strömten.

Flohmarkt 2006 in Tostedt Flohmarkt 2006 in Tostedt
Flohmarkt 2006 in Tostedt Flohmarkt 2006 in Tostedt

Einmal im Jahr am ersten Oktobersamstag findet der Töster Markt statt, der sich zum größten Flohmarkt in Nordeutschland entwickelt hat. Und wie in (fast) jedem Jahr war auch meine Frau wieder dabei. Viel Umsatz hat sie zwar nicht gemacht. Es ist wohl mehr der Spaß an der Sache. Man klönt mit den Leuten, feilscht mit potentiellen Käufern. Und wenn man handelseinig ist, freuen sich beide. Der eine, weil er endlich das häßliche Kleidungsstück los geworden ist; der andere, weil er meint, ein Schnäppchen gemacht zu haben.

Was ist bloß mit Ian los? Teil 14: Was für ein Kerl

Hallo Wilfried,

dass mit dem Internet-Explorer war der entscheidende Hinweis ! Damit funktioniert alles ! Ich werde Deine Seiten zukünftig nur noch damit besuchen.

Auf die Konvertierung von CD auf MP3 bin ich gespannt. Das eröffnet ganz neue Perspektiven im Musik-Transfer.

Branduardi hat genau wie Mr. Anderson Schlupflider und eine ausgeprägte Nase. Aber das ist sicher Zufall. Ich denke nicht, dass das der Grund dafür sein wird, warum ich von beiden Herren Platten im Schrank habe.

Die Flodders sind das niederländische Pendant zu den Nachbarn, die seinerzeit den Neubau neben Euch bezogen haben. Die so herrlich bierselig im Garten grölen. Ich weiß nicht, ob man in Norddeutschland den mundartlichen Begriff ‚Krau‘ kennt. Jedenfalls sind die Flodders Archetypen dieser Daseinsform.

John Evan. Das mit Abstand auffälligste Gesicht unter den Tulls, um es vorsichtig auszudrücken. Aber da die ‚John Evans Band‘ eine Keimzelle von JT war, hat die Musikwelt ihm viel zu verdanken. Wenn ich es auf der DVD zum 25jährigen Bestehen richtig verstanden habe, ist er jetzt im Immobiliengeschäft. Seltsame Karriere. Jedenfalls kann man dort ohne Kopftuch arbeiten.

Du bist viel herumgekommen: Berlin, Hamburg, Bremen, Tostedt. Ich und meine Familie sind fest verwurzelt. Mit Ausnahme des Holland-Ahnen haben wir die Stätten unserer Kindheit nie weitläufig verlassen.

Wichtig: „Die Entdeckung des Himmels“ ist kein Buch für Kinder !!

Das Zeitproblem ist ein Problem. Melde Dich einfach, sobald Du wieder Land siehst. In der Zwischenzeit werde ich Deine Geschicke und Ansichten im Weblog verfolgen.

Adieu

Lockwood

13.09.2006

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Hallo Lockwood,

Zur Konvertierung von Audio-CDs nach MP3: Wie schon gesagt, es gibt viele Programme. Ich habe mir zunächst den Windows Media Player auf meinem Rechner angeguckt. Damit kann man nämlich auch Audio-CDs entsprechend konvertieren. Und er macht es bei mir auch in MP3 (ansonsten als WMA – Windows Media Audio). Leider dürfte das bei Dir nicht gehen, denn Dir fehlt mit Sicherheit ein MP3-Plug-In (schon wieder diese verdammten Plug-Ins). Ich habe das Plug-In wohl über andere Audio-Software installiert.

Die Dateien werden übrigens im Verzeichnis „Eigene Dateien“ – „Eigene Musik“ in einem weiteren Unterorder abgelegt.

Also mit dem Internet-Explorer klappt nun alles bestens?! Sehr schön. Gewissermaßen sind meine Webseiten für den Internet-Explorer ‚optimiert’, wie man so schön sagt. Es ist schon ein Problem für alle möglichen Webbrowser, Betriebssysteme usw. eine Website zu stricken, die alle zufrieden stellt.

Genug des technischen Gedöns (ist manchmal nervtötend, aber wie heißt es so schön: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen!).

Zu unseren deutschen nachbarlichen Flodders (wie schon geschrieben) kein Kommentar. Den Begriff „Krau“ kenne ich nicht. Muss meine Mutter fragen, ob sie diesen Ausdruck kennt, denn die stammt aus Köln. Womit wir bei dem Thema des viel Herumkommens sind: Wie gesagt bin ich in Berlin geboren. Gezeugt wurde ich aber in Kiel (erster Kontakt mit den norddeutschen Fischköpfen). Und kaum konnte ich laufen, zogen meine Eltern aus beruflichen Gründen nach Pforzheim, der Pforte zum Schwarzwald. Als ich dann gerade einmal vier Jahre alt war, zogen meine Eltern wieder Richtung Norden nach Bremen. Als wir dort ankamen, verstand mich kein Schwein, da ich mir in Pforzheim das Schwäbeln angeeignet hatte und jeden 2. Satz mit „gell“ beendete. Dafür blieb ich dann in Bremen mein bisheriges halbe Leben.

Meine Mutter kommt also aus Köln. Mein Vater stammt dagegen aus der „kalten Heimat“, aus Ostpreußen, einem Ort in Masuren (gleich nebenan kam Siegfried Lenz zur Welt – wenn du wissen willst, wie die Ostpreußen sind, dann lese „So zärtlich war Suleyken“). Ich bin also ein Konglomerat aus den vielen Völkergruppen, die Deutschland hervorgebracht hat (nur der bajuwarische Einschlag blieb nur verschont).

Komme ich noch einmal kurz zu Ian Anderson zurück (bevor ich mich in die Küche aufmache und die Soßen für unser freitägliches Spaghetti-Essen vorbereite. Freitag ist bei uns Spaghetti-Tag! Da müsste uns schon der Himmel auf den Kopf fallen, wenn es was anderes gäbe):

Ich hatte heute Morgen spaßeshalber bei Google News nachgeguckt, ob es zum Stichwort „Ian Anderson“ Einträge gibt und siehe da:

Was für ein Kerl, mit seinen 59 Jahren

Freie Presse – 27. Aug. 2006
Der berühmteste Querflötist der Rockgeschichte: Ian Anderson eröffnete am Freitag mit der Vogtland Philharmonie die „Wernesgrüner Sommernächte“.S …

Leider ist der Artikel nicht mehr vorhanden. Aber allein die Überschrift finde ich toll: Was für ein Kerl … Gab es da nicht vor Jahren eine Werbung für Hundefutter (Was für ein Kerl dank Chappi!). Anderson spielte auf seiner Orchestertour mit Special Guest Lucia Micarelli am 25. August in Wernesgrün. Tatort: Brauerei

Was sicherlich auch ein eigenes Thema wäre: Andersons Essens- und Trinkgewohnheiten (z.B. „Indian restaurants that curry my brain“ – Baker Street Muse). Ob er sich auch ein „Wernesgrüner“ gegönnt hat? Apropos Bier. Du trinkst kein Bier. Trinkst Du überhaupt Alkoholhaltiges? Starker Kaffeetrinker? Oder?

Genug, genug …
Erwarte Deine Mail mit Angelos Liedern.

Tschüss bis bald
Wilfried

15.09.2006

English Translation for Ian Anderson

Die Kinder von der Schnurgass‘

Letztes Wochenende besuchte ich meine Eltern und stöberte längere Zeit in Fotoalben herum. Dabei ist mir das nachfolgende Foto in die Hände gefallen. Es zeigt meine Mutter (stehendes Mädchen mit dem Reifen) mit zwei Brüdern und weiteren Kindern der Schnurgasse zu Köln. Die Aufnahme stammt vom Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhundert, ist also über 80 Jahre alt. Solch alte Fotos finde ich immer wieder faszinierend. Sie halten den Wimpernschlag einer Zeit fest, die es so nie wieder geben wird.

Die Kinder von der Schnurgass'

Was ist bloß mit Ian los? Teil 13: Ian steht, Ian sitzt

Hallo Wilfried,

ich habe heute nur wenig Zeit und werde mich kurz fassen müssen:

Die Bosch-Werbung ist gut ! Kannte ich noch nicht. Gucke nicht viel TV.

Zu den Nachbarn: Kennst Du aus dem TV die holländische Familie Flodders ? Jedenfalls hast Du sie, vielleicht unwissentlich, auf Deiner Website beschrieben.

In den nächsten Tagen werde ich versuchen, die Links in einem Ordner zu speichern. Ich habe im Moment viel um die Ohren; bei meinen Jungs sind die ersten Klassenarbeiten im neuen Schuljahr angesagt; Jan & Lukas sind jetzt auf der weiterführenden Schule, da möchte man einen guten Start hinlegen.

Gulliver von Branduardi ist richtig. Gut recherchiert ! Der ‚Wasserfloh‘ ist klasse ! Gulliver ist bei mir auf der CD ‚Ballerina‘, wahrscheinlich ein Sampler. CD habe ich. Was ich nicht habe, ist Ahnung, wie ich eine MP3 – Datei daraus mache. Bitte um Aufklärung. Ich würde Dir wirklich sehr gerne die kleine Freude mit dem Song machen. Auch das ‚Il regno millenario‘ ist zum Heulen schön.

Über das Stadium des Genussrauchers bin ich schon lange hinaus. Leider. Früher habe ich auch sehr viel gedreht. Natürlich den holländischen Tabak von Douwe Egberts ! Trommel oder so ähnlich.

Die vertikale Ausdehnung von Mr. Anderson habe ich ebenfalls auf 1,70 – 1,80 m geschätzt, also bestenfalls Mittelmaß. Aber was für ein Athlet ! Wo ich noch nicht durchblicke, ist die Frage, warum er einige Songs nur im Sitzen spielt: Jack in the Green; Fat Man. Bei Fat Man liegt es vielleicht an der Mandoline, die sich im Sitzen besser handhaben lässt.

Ich habe noch einige Videos von JT sehr kritisch angesehen: Mit dem kleinen Finger stimmt wirklich etwas nicht. Werde weiter die Augen offen halten. Die Wahl seiner Gitarren ist wohl ein weiteres Geheimnis des Mr. Anderson. Ich übertreibe damit sicherlich, aber es macht mich immer neugierig, wenn ein Mensch alte Gewohnheiten ändert.

Zu den Ritterspielen:
Ich trinke zwar kein Bier, aber ein Turnier wollte ich mit meinen Kindern auch irgendwann besuchen. Kommt Zeit, kommt Rat.

Ja, ja, Lätzchen und Kopftuch ! Mach‘ mich nur fertig. Falls Du geplant hast, mit dem Latz lächerlicher auszusehen als Mr. Anderson mit Tuch, so ist Dir das nicht gelungen. Das Foto sollte man ihm zukommen lassen. Ihm damit einen Spiegel vorhalten. Dass die gute Shona ihren Mann so zur Arbeit gehen lässt…

So, ich sehe aus wie ein Mensch. Aber nur, wenn ich stundenlang rumretuschiert habe.

Entschuldige meinen Telegramm-Stil. Ich hoffe, dass ich bald genug Muße haben werde, um angemessen zu schreiben.

Viele Grüße in die Heide !
Lockwood

12.09.2006

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Hallo Lockwood,

Also, wenn Du die MP3-Dateien auf meiner Seite anhören willst, dann versuche es mit dem Internet Explorer oder Du installierst Quicktime (die kostenlose Version ohne iTone). Das ist eigentlich unproblematisch. Nur so nebenbei: Das Kate Bush-Video habe ich von deren Website gemopst. Dort ist das eine MOV-Datei – also ein ‚reines’ Quicktime-Video-Format. Schon von daher würde ich Dir raten, Quicktime zu installieren.

Wir haben hier noch etwas mehr herumexperimentiert (man lernt bekanntlich niemals aus) und haben es auch erreicht, dass über Firefox explizit der Windows Media Player (WMP) die MP3 abspielt. Aber das wäre die eher unglücklichere der möglichen Lösungen, da z.B. Apple-Rechner meist keinen WMP installiert haben und Microsoft aufgrund eines Gerichtsurteils verpflichtet ist, zukünftig den WMP nicht mehr standardmäßig mit Windows auszuliefern.

Wie man CDs in MP3-Dateien umwandelt, dazu komme ich später zurück. Ist zunächst etwas kompliziert, aber wenn man das erst einmal begriffen hat, dann ist es das Einfachste von der Welt – auch für Dich (lach!). Dazu braucht man allerdings das eine oder andere Progrämmelchen. Ansonsten würde es mich natürlich freuen, das Branduardi-Stück zu bekommen.

Die Flodders kenne ich eigentlich nur vom Hörensagen. Aber welche ‚Familie’ auf meiner Website entspricht nun den Flodders?

Warum Anderson bei einigen Stücken sitzt? Gute Frage! Ich forsche gerade anhand der beiden Stücke (Jack in the Green und Fat man) wie sich der Meister bettet, ich meine, ob er sitzt, steht oder was auch immer. Dazu habe ich doch mehrere Videos vorliegen:

Fat man
1983 – Rock Classic Nacht im dt. TV 15.11.1983 sitzt (auf einer Art Barhocker – zivilisiert in in brauner Jacke, noch kein Kopftuch)
1999 – Live t Greek Theatre, Los Angeles, 7 Oct 1999 steht (Kopftuch schwarz-weiß kariert oder so; Stumpfhose – Martin spielt Flöte)
2003 – 37. Montreux Jazz Festival 04.07.2003 steht (Kopftuch, schwarz mit einzelnen weißen Tupfen – Martin spielt Flöte)
Jack in the Green
1982 – „Prince’s Trust Gala“ Dominion Theatre, London 21.7.1982 sitzt (beige Jacke, rote Melone – Martin und John Glascock sitzen anfangs auch)
1982 – „Prince’s Trust Gala“ Dominion Theatre, London 21.7.1982 sitzt (Outfit ala Robin Hood)
2001 – DVD Living with the Past steht (Piratenlook mit rotem Kopftuch)
2005 – Lugano Estival Jazz 09.07.2005 steht (Schwarz-weiß gemusterter Schlafanzug)

Also generell kann man nicht sagen, dass er nur bei bestimmten Stücken sitzt. Ich denke, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. In der Rock Classic Night waren Anderson und Co. mit kleinem Gepäck angereist und auch nicht die alleinigen Stars des Abend. Das Stück wurde zudem fast „unplugged“ gespielt (nur der Bass war elektrisch verstärkt). Ähnlich bei der Prince’s Trust Gala. Am Schlagzeug sogar ein Gast: Phil Collins. Im Golders Green Hippodrome 1977 brauchte der Meister einfach einmal eine Ruhe. Und Martin Barre und John Glascock machten es ihm gleich.

Da fällt mit übrigens John Evan ein, der alte Anderson-Kumpel und erste Keyboard-Spieler der Gruppe. Der hatte auch recht seltsame Verhaltensweisen. Zunächst hatte er an beiden Bühnenrändern (also links und rechts außen) jeweils ein Keyboard stehen (Klavier u.a., ich glaube sogar, mich an einen Flügel zu erinnern). Um die Instrumente zu wechseln, rannte er mitten im Stück wie von der Tarantel gestochen über die Bühne und kam gerade rechtzeitig, um mit dem anderen Instrument weiterzuspielen. Etwas merkwürdig auch seine Grimassen. Andrew Giddings versucht ihn nachzumachen.

Wegen des kleinen Fingers des Meisters werde ich weiterhin Ausschau halten. Die Videos, die ich zu Hause habe, sind natürlich besser als die ins Web gestellten Realmedia-Sachen.

Nun: unser Gedankenaustausch hat sich schon ziemlich verselbständig. Macht ja auch Spaß. Aber ich muss auch gestehen, dass ich noch einiges auf dem Zettel habe, das ich nicht mehr auf die lange Bank schieben kann. So hat meine Frau am Ende des Jahres ihren 50. Geburtstag und will diesen etwas ‚größer’ feiern. Da ich bekanntlich ein Video-Freak bin, wollte ich aus all den in den Jahren zusammen gekommenen Aufnahme die sehenswertesten Szenen herausfischen und zusammenschneiden. Eine Art Drehbuch muss ich mir dazu auch noch einfallen lassen. Und nach alten Fotos forschen usw. Zur Bearbeitung habe ich einige unterschiedliche Programme auf dem Rechner. Und neulich habe ich ein Superprogramm dazu bekommen (Ulead MediaStudio Pro Vers. 8 ), mit dem ich mich allerdings noch etwas mehr vertraut machten muss. Wenn man so will ist das eines meiner Hobbies.

Und die Familie will ja auch noch etwas von mir haben. Letzten Sonntag hatte ich Computerverbot. Das Wetter war (und ist es auch heute wieder) sehr schön. Da ‚musste’ ich draußen sitzen und durfte gerade einmal ein Buch lesen. Dieses Wochenende kommen dann alte Nachbarn aus Hamburg zu uns zu Besuch. Wir wohnten bis vor 11 Jahren vis-a-vis mit denen im Norden Hamburgs. Die haben auch zwei Söhne, die allerdings jünger als unsere sind. Es ist schon eine Tradition, dass wir uns mindestens einmal im Jahr treffen. Die Jungen vertragen sich zudem bestens.

Jetzt ist es doch wieder mehr geworden als geplant. Lass Dir ruhig Zeit. Wir wollen es nicht übertreiben. Sonst hängt uns der Herr Anderson bald aus dem Hals (oder Ohren) heraus. Übrigens: Das Buch von Harry Mulisch habe ich heute bei Amazon bestellt.

Horido oder so – und bis bald
Wilfried

13.09.2006

English Translation for Ian Anderson

Rund üm de Kark – Töster Flohmarkt

Am Samstag, den 7. Oktober, ist es wieder einmal so weit. In Tostedt findet Nordeutschlands größter Flohmarkt statt, der seit 1973 (fast) immer in der ersten Oktoberwoche „rund üm de Kark“, der Johannis-Kirche, auf 6580 Meter Standfrontfläche etwa 700 Aussteller in den kleinen Heideort lockt. Offizielle Eröffnung ist um 10 Uhr. Wer aber die wahren Schnäppchen sucht, der sollte sich weit vor dieser Zeit nach Tostedt aufmachen. Bereits im Morgengrauen werden sich erste Händler und Interessenten einig.

Töster Flohmarkt

hier Bilder von mir (und ein kleines Video) von früheren Flohmärkten in Tostedt

Website des Werbekreises Tostedt (mit weiteren Bildern des Töster Marktes)

Spätes Blühen

Es hat etwas gedauert, bis unser kleiner Trompetenbaum die ersten Blüten bekam. Dafür blüht er jetzt in voller Pracht. Überhaupt steht der Garten noch in voller Blüte. Man könnte denken, es wäre Frühling. Aber die weiteren Wetteraussichten kündigen uns nun doch niedrigere Temperaturen und Regen an. Der Einzug des Herbstes lässt sich nicht weiter aufhalten.

Blüten des Trompetenbaums

Was ist bloß mit Ian los? Teil 12: 7 Tage lang

Hallo Wilfried,

Vielen Dank für die Bots-Datei ! Der Song hat das Zeug zur neuen holländischen Nationalhymne.

Den zweiten Werbespot kenne ich; eine Werbung für den Sharan. „Kleines Familiensausflug mit Mutti und die Kleinen ?“ Ich bin zwar nicht Prof. Higgins, aber für meine Begriffe spricht der Flegel im Cabrio (übrigens auch ein VW) mit skandinavischem Akzent. Ich vermute: Vater aus Malmö, Mutter aus Göteborg, aufgewachsen in Uppsala.

Bis bald !
Lockwood

09.09.2006

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Hallo Lockwood,

Zur Sharan-Werbung: Du wirst am besten wissen, wie es mit holländischem Akzent klingt. Werden also wohl tatsächlich Schweden sein. Ich habe meinen Arbeitskollegen gefragt. Der meinte auch: Schweden! Tut mir Leid, wenn ich die Schnösel zu Holländer gemacht habe. Dafür werde ich Dir aber die Bosch-Werbung zusenden.

Was die tollen Nachbarn von uns betrifft: keinen weiteren Kommentar. Natürlich gibt es da kein Feedback, wahrscheinlich (selbst wenn der eine oder andere lesen kann), weil die Guten gar nicht verstehen, was ich da geschrieben habe.

Was die Vielzahl meiner Links betrifft, so kannst Du diese in Deinem Webbrowser als Favoriten (z.B. in einem eigenen Verzeichnis) abspeichern. Zuvor muss Du die Links aber mit dem Browser aufgerufen haben.

Von Angelo Branduardi gibt es auch eine Version des Sieben-Tage-Lieds? Ich kenne Branduardi und habe mir vor vielen Jahren auch schon einmal eine LP (damals gab es noch keine CDs) gekauft: ‚La pulce d’acqua’ von 1977. Mein Forschungsdrang ist groß: Das 7-Tage-Lied ist auf der Scheibe ‚ Gulliver, La Luna ed altri Disegni’ enthalten: Gulliver.

Du hast also die CD? Ich wäre irgendwie an dem Lied interessiert. Kannst Du es mir als MP3 umwandeln? Aber wie? Oder kennst Du Dich da etwas aus?

Ich habe da noch weiter geforscht wegen des Liedes. Die Fassung mit der schottischen Ballade ‚Willy’s Lady’ (genauer ist ‚Willie’s Lady’) habe ich auch gefunden. Der Text stammt aus einer Sammlung von englischen und schottischen Balladen, die der Amerikaner Francis James Child [1825-1896] zusammen getragen hat. Leider habe ich nur einen Ausschnitt des Liedes (von Ray Fisher gespielt und gesungen) gefunden, immerhin (man könnte sich natürlich die CD kaufen). Es gibt neben dieser Interpretation noch weitere Fassungen der schottischen Ballade und auch der Urfassung. Anfang der 70-er Jahre hat es der Harfenspieler Alan Stivell gewissermaßen ausgegraben. Auf eine Interpretation einer tschechischen Band bin ich dann auch gestoßen. Du hast Recht: Das Lied ist ein europäischer Klassiker!

So, so, Du rauchst also viel zu viel. Da dürftest Du auch schon gar nicht in ein Tull-Konzert. Der Meister erteilt strengstes Rauchverbot. Die ehemaligen Kampfraucher sind ja meist die schlimmsten Anti-Raucher. Bei Anderson und seiner Stimme kann ich das natürlich verstehen. Ich selbst rauche auch, wenn auch ‚kontrolliert’, also möglichst nicht so viel. Aber wenn es auf der Arbeit Stress gibt (und den gibt es eigentlich laufend), greift man schon zum Klimmstängel. Ich rauche außerdem seit meiner Jugend die guten Selbstgedrehten (logisch: Tabak made in Holland). Da geht es mir fast wie mit Kaffee. Wenn ich schon Kaffee trinke, dann sollte es möglichst ein Espresso sein, also stark. Aber in erster Linie bin ich dann doch Tee-Trinker.

Was die Größe von Ian Anderson, also Körpergröße anbelangt, kann ich Dir leider keine Auskunft geben. Ich schätze da Mittelmaß, also um die 1, 75 oder so.

Zu den Gitarren von Ian Anderson gibt es auf der Website von Jethro Tull einige Infos: Da ist u.a. die Rede von einer Martin 0-16NY – a small bodied so-called „parlour“ guitar -, aber das dürfte nicht die Small-Body-Gitarre sein, wie Du sie meinst. Ich denke, dass es sich dabei um eine Spezialanfertigung für Ian Anderson handeln dürfte. Auf einem Video (müsste auf der ‚Living with the Past’-DVD sein), stellt es die Gitarre kurz vor. Welchen Vorteil eine solche Gitarre bietet, kann ich Dir nicht sagen. Der Hals dürfte kaum kürzer sein als bei einer normalen Klampfe. Es sollte also schon der Klang sein. Je kleiner der Körper (Klangkörper) desto geringer ist zwar die Lautstärke. Da die Gitarre aber über Tonabnehmer sowieso elektrisch verstärkt wird, spielt die Lautstärke keine Rolle. So kommt der Ton wahrscheinlich weicher oder klarer ’rüber.

Auf einer 12-saitige Gitarre habe ich Anderson nie spielen gesehen, weder live noch auf den Videos. Ich denke, dass er nie eine gespielt hat.

Soviel zu Deinen Fragen in deiner letzten Mail.

Du hast einige alternative Musikgruppen angesprochen, z.B. Schelmish. Mit meinen Lieben waren wir in den letzten Jahren bei einigen Ritterturnieren. Und da spielten fast logischerweise auch Gruppen, die eine Mischung aus mittelalterlicher und rockiger Musik aufführten. Überhaupt Ritterturniere. Nicht gerade billig und auch nicht gerade um die Ecke, aber das wohl größte Turnier findet in Kaltenberg statt, wo wir bereits zweimal waren. Wenn man vielleicht Urlaub in Bayern macht, dann sollte man als Vater von einigen Kindern Legoland eher links liegen lassen und dafür einen Abstecher nach Kaltenberg machen (vom schmackhaften Bier ganz zu schweigen).

Zuletzt noch ein nettes Bildchen von mir. Es wurde beim Flusskrebsessen aufgenommen. Da das Zeug beim Öffnen der Scheren und Panzer immer etwas spritzt, trägt man vorsichtshalber ein Lätzchen. Mangels Kopftuch habe ich mir das Lätzchen um den Kopf gebunden (will Dich da einer ärgern?).

Willi mit Lätzchen

Übrigens auch Dank für Dein neues Bild. Du siehst ja doch wie ein Mensch aus (lach!):

Lockwood im Garten

Man liest sich.
Bis bald
Wilfried

11.09.2006

English Translation for Ian Anderson

Mord im Pfarrhaus

Dieser Tage sah ich den Film „Mord im Pfarrhaus“ mit Rowan Atkinson als Geistlichen, in dessen Haus mehrere Menschen den Abgang aus dieser Welt dank Fremdeinwirkung machen, was für nichts anderes als Mord steht. Der Anfang des Filmes zieht sich etwas in die Länge. Aber dann geht es los. Das Kindermädchen sorgt für Ordnung. Leider müssen dabei einige unliebsame Nachbarn ihr Leben lassen. Alles in bester britischer Manier mit köstlich schwarzem Humor gewürzt.

Der Film erinnert mich an „Arsen und Spitzenhäubchen“ mit Gary Grant in der Hauptrolle. „Mord im Pfarrhaus“ mag vielleicht nicht ganz an diesen Klassiker herankommen. Sehenswert ist er allemal. Rowan Atkinson hält sich dabei zusehends zurück und kaspert weit weniger herum, als er es als Mr. Bean tut. Das gibt dem Film mehr Glaubwürdigkeit. Köstlich in meinen Augen die kleine Szene, als er auf einem Konvent die Eröffnungsrede zu halten hat und sich dabei verspricht.

Rowan Atkinson: Lottes geheimnisvolle Wege …