{"id":1019,"date":"2007-11-26T00:46:27","date_gmt":"2007-11-25T22:46:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=1019"},"modified":"2007-11-26T00:46:27","modified_gmt":"2007-11-25T22:46:27","slug":"kleine-zeitgeschichte-fur-fortgeschrittene","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1019","title":{"rendered":"Kleine Zeitgeschichte f\u00fcr Fortgeschrittene"},"content":{"rendered":"<p><em>Gerade zur beginnenden Weihnachtszeit sollte man derer gedenken, die nicht von den Segnungen von Demokratie, Wohlstand oder Frieden bedacht sind. Ich m\u00f6chte hier drei B\u00fccher vorstellen und anempflehlen, die bei <a href=\"http:\/\/www.zweitausendeins.de\/\" target=\"_blank\">zweitausendeins<\/a> zu kaufen sind, die den Gabentisch vielleicht etwas schwer belasten, die aber eine Zeitgeschichte vermitteln, die wir nicht in den Tagesnachrichten verfolgen k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich habe nichts gegen Israel. Israelis haben das gleiche Recht darauf, innerhalb eines eigenen Staates zu leben. Aber die Gr\u00fcndung des Staates Israel ist mit gro\u00dfem Unrecht belastet, das nicht verschwiegen werden darf, so wie das v\u00f6lkermordende Unrecht der Nazi-Diktatur niemals unter den Teppich gekehrt werden darf. Und auch das Elend chinesicher Bauern sollte nicht hinter leuchtenden Reklamen verschwinden. Vom Elend in Afrika ganz zu schweigen (oder eben nicht zu schweigen):<\/em><\/p>\n<p><strong>Die ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas. Die Vertreibung von 800.000 Menschen vor, w\u00e4hrend und nach der Gr\u00fcndung Israels. Dokumentation von Ilan Pappe.<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Monate vor dem Ende der britischen Verwaltung Pal\u00e4stinas im Auftrag der UN, am 10. M\u00e4rz 1948, trifft sich im Roten Haus in Tel Aviv, dem Hauptquartier der Untergrundmiliz Hagana, eine Runde hochrangiger zionistischer Politiker. Eingeladen hat David Ben Gurion, sp\u00e4ter Ministerpr\u00e4sident Israels. Mit dabei sind Politiker und Milit\u00e4rf\u00fchrer wie unter anderem Yigal Allon (sp\u00e4ter Au\u00dfenminister), Moshe Dayan (sp\u00e4ter Verteidigungs- und Au\u00dfenminister), Yigael Yadin (sp\u00e4ter stellvertretender Ministerpr\u00e4sident), Yitzchak Rabin (sp\u00e4ter Ministerpr\u00e4sident und Friedensnobelpreistr\u00e4ger). <\/p>\n<p>Sie verabreden die Endfassung eines Masterplans zur Vertreibung der arabischen Bev\u00f6lkerung: &#8222;Plan Dalet&#8220; (Plan D). Das Land &#8211; nur zu elf Prozent im Besitz der j\u00fcdischen Einwanderer, die nicht einmal ein Drittel der Einwohner stellen &#8211; soll systematisch freigemacht werden f\u00fcr eine endg\u00fcltige j\u00fcdische Besiedelung, und hierzu ist jedes Mittel recht. <\/p>\n<p>Der israelische Historiker und Politikwissenschaftler Ilan Pappe ist Professor f\u00fcr Politikwissenschaft an der Universit\u00e4t Haifa und Leiter des dortigen Instituts f\u00fcr Konfliktforschung. Anhand von Augenzeugenberichten, Tagebuchausz\u00fcgen und Dokumenten aus Milit\u00e4rarchiven, die bis vor kurzem unter Verschluss gehalten wurden, zeichnet er ein Bild der Ereignisse zwischen 1947 und 1948, das der offiziellen Geschichtsdarstellung und dem Gr\u00fcndungsmythos Israels in entscheidenden Punkten widerspricht. (Wegen des Drucks, dem er seit der Ver\u00f6ffentlichung seines Buchs ausgesetzt ist, verlegt er in diesem Jahr seinen Wohnsitz zumindest vor\u00fcbergehend nach Gro\u00dfbritannien.) <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zweitausendeins.de\/suche\/?ArticleFocus=1&#038;ord=-1&#038;alpha=1&#038;cat=all&#038;q=pal%C3%A4stina%20pappe\" target=\"_blank\">Ilan Pappe &#8222;Die ethnische S\u00e4uberung Pal\u00e4stinas&#8220;. Deutsche Erstausgabe. Deutsch von Ulrike Bischoff. 19 Fotos. 416 Seiten. Fester Einband.<\/a><\/p>\n<p><strong>Der verbotene Millionenseller. Ausgezeichnet mit dem Lettre Ulysses Award, dem &#8222;Nobelpreis f\u00fcr Journalismus&#8220;.<\/strong><\/p>\n<p>Die chinesische Wirtschaft boomt mit zweistelligen Zuwachsraten. F\u00fcr die Europ\u00e4er ist die Volksrepublik ein riesiger Zukunftsmarkt. Doch abseits der neuen Megast\u00e4dte leben \u00fcber 60 Prozent der chinesischen Bev\u00f6lkerung in bitterer Armut: 900 Millionen Bauern, Land- und Wanderarbeiter. Auf dem Land herrschen Despotie und Willk\u00fcr. Die Bauern werden mit uns\u00e4glichen Steuern und Abgaben belegt &#8211; zugunsten der st\u00fcrmischen industriellen Entwicklung und der Prosperit\u00e4t der Ostk\u00fcstenmetropolen. China ist \u00f6konomisch und kulturell tief zerrissen &#8211; so tief, dass selbst die Bewohner von Peking und Schanghai so gut wie nichts \u00fcber die Lebensbedingungen der Bauern wissen.<\/p>\n<p>&#8222;\u00dcber Monate haben sich die Reporter Chen Guidi und Wu Chuntao in den D\u00f6rfern der chinesischen Bauern aufgehalten, Minute f\u00fcr Minute, Dokument f\u00fcr Dokument rekonstruiert, mit radikaler Rechtschaffenheit dargelegt, was Korruption, mafiose Verstrickungen, Mord im gro\u00dfen Reich angerichtet haben, f\u00fcr dessen Befreiung von Willk\u00fcr in der gro\u00dfen Revolution Millionen starben&#8220; (Die Zeit). <\/p>\n<p>Chen und Wus Reportage &#8222;Zur Lage der chinesischen Bauern&#8220; wurde in China sofort nach Erscheinen zum Bestseller. Doch bereits bei den Vorbereitungen f\u00fcr eine zweite Auflage schritt die Zensurbeh\u00f6rde ein. Inzwischen kursiert ihr Buch millionenfach als Raubkopie. Jetzt gibt es exklusiv bei uns erstmals die deutsche \u00dcbersetzung aus dem Chinesischen von Hans Peter Hoffmann.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zweitausendeins.de\/suche\/?ArticleFocus=1&#038;ord=-1&#038;alpha=1&#038;cat=all&#038;q=chinesischen%20bauern\" target=\"_blank\">Chen Guidi\/Wu Chuntao. &#8222;Zur Lage der chinesichen Bauern&#8220;. Mit zwei Karten. 600 Seiten.<\/a><\/p>\n<p><strong>&#8222;Ich wei\u00df, dass es Gott gibt, denn ich habe dem Teufel die Hand gesch\u00fcttelt.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Die akribische Beschreibung des vielleicht schlimmsten Verrats der Menschheitsgeschichte, ein Buch, das man lesen muss&#8220; (Guardian): UNO-General Rom\u00e9o Dallaire, Leiter UN-Friedensmission in Ruanda, k\u00e4mpfte erst verzweifelt gegen den drohenden Genoid Als der schnellste V\u00f6lkermord unserer Zeitgeschichte beginnt, h\u00e4lt er gegen den Nicht-Eingreifen-Befehl der UN-Zentrale mit seiner kleinen Truppe von 250 Ghanaern aus. Ihre Selbstlosigkeit und Tapferkeit konnten die furchtbaren Ereignisse jedoch nicht aufhalten. Der Westen schaute zu &#8230; &#8222;Nach meiner R\u00fcckkehr aus Ruanda fragte mich ein Armeegeistlicher, wie ich weiterhin an Gott glauben k\u00f6nne. Ich wei\u00df, dass es einen Gott gibt, antwortete ich ihm, weil ich in Ruanda dem Teufel die Hand gesch\u00fcttelt habe&#8220; (Dallaire). &#8222;Wer einen Einblick gewinnen will, welche Mechanismen hinter den Kulissen der Vereinten Nationen ablaufen, muss dieses Buch lesen &#8211; und wundert sich beim Blick auf Krisenregionen wie Darfur im Sudan \u00fcber nichts mehr&#8220;, res\u00fcmierte der General-Anzeiger bereits vor zwei Jahren. Das Thema Darfur ist immer noch auf der UN-Tagesordnung &#8230; <\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.zweitausendeins.de\/redaktionelles\/?thema=200327#B4\" target=\"_blank\">Dallaire, Rom\u00e9o: Handschlag mit dem Teufel &#8211; Aus dem Englischen von Andreas Simon dos Santos. 651 Seiten. Broschur.<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade zur beginnenden Weihnachtszeit sollte man derer gedenken, die nicht von den Segnungen von Demokratie, Wohlstand oder Frieden bedacht sind. Ich m\u00f6chte hier drei B\u00fccher vorstellen und anempflehlen, die bei zweitausendeins zu kaufen sind, die den Gabentisch vielleicht etwas schwer belasten, die aber eine Zeitgeschichte vermitteln, die wir nicht in den Tagesnachrichten verfolgen k\u00f6nnen. 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