{"id":10484,"date":"2019-02-15T03:03:40","date_gmt":"2019-02-15T03:03:40","guid":{"rendered":"https:\/\/willizblog.de\/?p=10484"},"modified":"2019-02-14T13:14:28","modified_gmt":"2019-02-14T13:14:28","slug":"dunkle-biere-aus-dem-frankenland-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=10484","title":{"rendered":"Dunkle Biere aus dem Frankenland (1)"},"content":{"rendered":"<p>Leider hat der Getr\u00e4nkeh\u00e4ndler meines Vertrauens seit geraumer Zeit geschlossen. Er ist in Rente gegangen, was ihm geg\u00f6nnt sei, und hat keinen Nachfolger gefunden. So muss ich \u201aausweichen\u2018 und kaufe (wenn ich nicht gerade in Hamburg shoopingm\u00e4\u00dfig unterwegs bin) bei einen Getr\u00e4nkemarkt namens <a href=\"http:\/\/holab.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">HOL\u2018AB<\/a> ein, der in meinem Wohnort eine Filiale betreibt. Dieser muss einen guten Draht zum <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franken_(Region)\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Frankenland<\/a> haben, denn das Angebot an fr\u00e4nkischen Bieren ist \u00fcberraschend gro\u00df. Franken ist neben dem Wein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bierfranken\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">f\u00fcr sein Bier bekannt<\/a>. Der Bezirk Oberfranken besitzt die h\u00f6chste Brauereidichte Deutschlands und der ganzen Welt. In Franken befinden sich daher die meisten Brauereien Bayerns, die meisten Brauereien sind jedoch klein.<\/p>\n<p>Da ich (und seit Neuestem auch wieder meine Frau) gern dunkle Biere bevorzuge, da tut sich hier ein hopfig-malziges Getr\u00e4nkeparadies auf. Einige dieser Biere m\u00f6chte ich Euch heute vorstellen. Alle stammen aus kleinen Brauereien, die teilweise \u00fcber Generationen in Familienbesitz sind. Hier die ersten vier dunklen Biere aus Franken:<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/pics\/bier_franken2019_01.jpg\" alt=\"Vier dunkle Biere aus Franken (1)\" title=\"Vier dunkle Biere aus Franken (1)\" \/><br \/>\nVier dunkle Biere aus Franken (1)<\/p>\n<p>1. <strong><a href=\"https:\/\/www.meisterbr\u00e4u.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Vollbier der Brauerei Meister<\/a> aus Unterzaunsbach\/Franken &#8211; 4,9 % Vol.<\/strong><\/p>\n<p>Heute muss eine Brauerei \u00fcber ein breites Sortiment verf\u00fcgen, um auf dem Markt zu bestehen. Muss? Der Brauerei Meister gen\u00fcgt ein Bier, das zudem nicht auf einen wohlt\u00f6nenden Namen h\u00f6rt, sondern schlicht nur Vollbier hei\u00dft. Wie der Titel dieses Artikels besagt: ein dunkles Vollbier! Die Brauerei ist klein, aber fein. Und das Bier ist kastanienbraun und leicht tr\u00fcb. Der Schaum hingegen wei\u00df und feinporig. Man riecht viel Malz. Im Antrunk ist es ebenfalls malzig. Das Mundgef\u00fchl erkennt einen vollmundigen, w\u00fcrzigen K\u00f6rper, dazu Malz und Karamell. Im Abgang dann hopfig herb und noch ganz leichte Malzs\u00fc\u00dfe als Unterlage. Was soll ich sagen: Dieses Bier ist ganz nach meinem Geschmack. Hopfen und Malz sind in wunderbarer Balance. Nicht zu s\u00fc\u00df und nicht zu herb. S\u00fcffig wird das wohl genannt.<\/p>\n<p>2. <strong><a href=\"http:\/\/www.schinner-bier.de\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Braunbier Schinner<\/a> aus Franken &#8211; 5,4 % Vol.<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich ist die Bezeichnung Braunbier (Bier nur aus Gerste) nur zur Unterscheidung zu Wei\u00dfbier (gebraut aus Weizen und Gerste) in Gebrauch. Hier d\u00fcrfte aber auch die Farbe eine gewisse Rolle spielen. &#8222;Himmel, welch ein Bier!&#8220; urteilte bereits Ende des 18. Jahrhunderts der Dichter <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean_Paul\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Jean Paul<\/a> <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?s=Jean+Paul\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">(in diesem Blog<\/a> auch schon \u00f6fter zu finden) \u00fcber dieses k\u00f6stliche, fr\u00e4nkische Braunbier. Erfrischende Kaffeenoten, die leicht ausgehopft sind, machen einem leichten Karamellgeschmack Platz. Die malzige Spritzigkeit spielt im K\u00f6rper eine leichte Obstung in Richtung Pflaume\/Aprikose an. Jean Pauls Anrufung des Himmels ist berechtigt!<\/p>\n<p>3. <strong><a href=\"http:\/\/www.klosterbrauerei-weissenohe.de\/gute-biere\/fraenkische-klassiker\/bonifatius-dunkel.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Wei\u00dfenoher Bonifatius Dunkel<\/a> &#8211; 5,1 % Vol.<\/strong><\/p>\n<p>Eigentlich wei\u00df ich gar nicht, welches der hier aufgef\u00fchrten Biere mir das liebste sein soll. Alle schmecken mir, der dunkle, malzige Biere liebt, ausgesprochen gut. Dieses dunkle Bier ragt vielleicht millimeterweise hervor. Es ist (wie die anderen) ein kr\u00e4ftiges, aber s\u00fcffiges dunkles Landbier &#8211; Kr\u00e4ftig im Trunk mit angemessener Bittere und einem angenehmen R\u00f6staroma. Farblich ist es ein wahrer Augenschmaus: tiefbraun mit deutlich erkennbarem Rubinstich im Gegenlicht. Der hellbraune Schaum ist \u00fcppig, sehr feinporig und h\u00e4lt sich lang. Erwartungsgem\u00e4\u00df schmecke ich sattes Malz, das allerdings durch intensive R\u00f6stmalznoten bereichert wird, die in Richtung Kaffee gehen und leichte Aromen von Lakritz aufweisen. Der Antrunk ist leicht s\u00e4uerlich und ebenfalls mit einer ausgepr\u00e4gten R\u00f6stnote versehen Die Einfl\u00fcsse von Kaffee und Schokolade sind markant, dazu ein paar Sprenkel D\u00f6rrobst. Zum rundum gelungen Gesamtbild passt auch die angenehm dosierte <a href=\"http:\/\/hobbybrauer-kompendium.de\/r\/rezenz\/rezenz.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Rezenz<\/a>. Der Abgang ist unheimlich lang, noch nach Minuten hat man diese ausgepr\u00e4gte R\u00f6stnote am Gaumen. Also mir schmeckt so ein Bier!<\/p>\n<p>4. <strong><a href=\"http:\/\/www.krug-braeu.de\/brauerei_und_bier\/krug_biere.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Krug-Br\u00e4u dunkles Lager<\/a> &#8211; 5,0 % Vol.<\/strong><\/p>\n<p>Zuletzt noch ein weiteres ganz bodenst\u00e4ndiges Bier. Wie gesagt: In Franken gibt es viele kleine Brauereien. Und so h\u00f6rt auch zu dieser Brauerei in Waischenfeld in Oberfranken ein Gasthof mit preiswerten Zimmern (und einem reichhaltigen Fr\u00fchst\u00fcck). Grad ein Bier am Morgen muss es dann vielleicht doch noch nicht sein. Dieses Bier hat eine braune Farbe, die braunr\u00f6tlich im Licht schimmert, und ist vollmundig, w\u00fcrzig, kernig malzig mit einer dezenten S\u00fc\u00dfe: R\u00f6stmalziger Geruch legt Noten von dunkler Bitterschokolade frei. Milder und malziger Antrunk mit leichter S\u00fc\u00dfe und mit Noten von Karamell. W\u00fcrze und r\u00f6stmalzige Noten von dunkler Bitterschokolade und Kaffee im Mittelteil. Hopfenherbe entwickelt sich zum Abgang hin. Der Nachgeschmack ist zuerst malzig mit leichter S\u00fc\u00dfe und mit Noten von Karamell, dann w\u00fcrzig und r\u00f6stmalzig mit Noten von dunkler Bitterschokolade und Kaffee und zum Ende hin hopfigherb, bitter und leicht r\u00f6stig-s\u00e4uerlich.<\/p>\n<p>So kann (und wird) es weitergehen. Demn\u00e4chst komme ich zu <em>Hirschentrunk, Pilgerstoff<\/em> und <em>Nothelfer<\/em>. Auch <em>Rauchbiere<\/em> werden dabei sein. Lasst Euch \u00fcberraschen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leider hat der Getr\u00e4nkeh\u00e4ndler meines Vertrauens seit geraumer Zeit geschlossen. Er ist in Rente gegangen, was ihm geg\u00f6nnt sei, und hat keinen Nachfolger gefunden. So muss ich \u201aausweichen\u2018 und kaufe (wenn ich nicht gerade in Hamburg shoopingm\u00e4\u00dfig unterwegs bin) bei einen Getr\u00e4nkemarkt namens HOL\u2018AB ein, der in meinem Wohnort eine Filiale betreibt. 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