{"id":1080,"date":"2008-01-27T00:08:00","date_gmt":"2008-01-26T22:08:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=1080"},"modified":"2008-01-25T12:59:25","modified_gmt":"2008-01-25T10:59:25","slug":"kintopp-%e2%80%93-teil-7-was-einen-guten-film-ausmacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1080","title":{"rendered":"Kintopp \u2013 Teil 7: Was einen guten Film ausmacht"},"content":{"rendered":"<p>Bei einem guten Film ist es wie mit einem guten Buch, er muss fesseln. Nur ist das, was mich fesselt, meist etwas anderes als das, was einen anderen Menschen in den Bann schlagen wird. Was fesselt aber? Es ist ein Stoff (Sujet, Gegenstand), der uns so schnell nicht wieder losl\u00e4sst. Das kann etwas mit Spannung zu tun haben, die uns ein Film\/Buch vermittelt, z.B. die Frage, wie endet das. Von daher gibt es gerade viele Filme, die eine k\u00fcnstliche Spannung zu vermitteln bem\u00fcht sind, deren L\u00f6sung, wenn diese nicht nachvollziehbar ist, uns den ganzen Film als entt\u00e4uschend empfinden l\u00e4sst. Das am wenigsten erwartete Ende, die Aufl\u00f6sung des R\u00e4tsels, m\u00f6chte man als Antwort auf eine scheinbar existenzielle Frage erleben.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/albpics\/kintopp.gif\" alt=\"Kintopp\" \/><\/p>\n<p>Somit macht Spannung noch lange keinen guten Film aus. Erst wenn das Ende stimmt, das letzte Puzzle-St\u00fcck sich ins Ganze einf\u00fcgen l\u00e4sst, dann k\u00f6nnte der Film gut sein. K\u00f6nnte, denn ein guter Film sollte weitere wichtige Kriterien erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>Aber bleibe ich noch kurz bei der Spannung. Statt Spannung k\u00f6nnen es auch andere Empfindungen sein, die in uns wach gerufen werden, etwas, das uns ber\u00fchrt und uns somit direkt emotional ansprecht. Viele lassen sich durch eine traurige (\u201ar\u00fchrend\u2019), eine zu Herz gehende, die Seele ersch\u00fctternde Geschichte hinrei\u00dfen. Noch andere lassen ihre niedrigsten Instinkte ansprechen. Gerade f\u00fcr letztere gibt es Genres, die einen gro\u00dfen Markt darstellen. Gute Filme sehen anders aus.<\/p>\n<p>Wenn uns ein Film fesselt, so soll das bei einem guten Film mit einer Langzeitwirkung verbunden sein. Wenn ich das Kino (oder Wohnzimmer) verlasse, und die Wirkung verpufft sogleich, dann hat mich der Film sicherlich nicht allzu sehr in seinen Bann gezogen.<\/p>\n<p>Welche anderen Kriterien sind es aber, die uns einen Film als gut einstufen lassen? Die Frage, ob ein Film gut ist, steht im Zusammenhang mit der Frage nach seiner Qualit\u00e4t. Das beginnt sicherlich bei der Technik, bei der Optik und Akustik, also bei \u00c4u\u00dferlichkeiten. Anders als beim Buch, das im Wesentlichen auf das Medium Sprache (hier als geschriebenes Wort) setzt, spielen beim Film nat\u00fcrlich die Bilder eine gro\u00dfe Rolle, voraussichtlich die gr\u00f6\u00dfere Rolle. Immerhin hat sich der Film aus dem Stummfilm entwickelt und kam damals auch fast ohne Sprache aus (Sprache nur in den Zwischentiteln). Neben der Sprache gibt es die Musik, die die Bilder entscheidend dramatisieren kann. Bild und Ton und das Zusammenspiel zwischen beiden bilden also ein Qualit\u00e4tsmerkmal. <\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/guter_film.jpg\" alt=\"Was einen guten Film ausmacht\" \/><\/p>\n<p>Hier geht es aber vor allem um inhaltliche Qualit\u00e4t. Ein guter Film vermittelt Sinn, ist sinnstiftend im positiven Sinne. Er enth\u00e4lt eine Botschaft. Ein solcher Film sollte m\u00f6glichst lehrreich sein, also mein Wissen erweitern und mich als Mensch \u201eweiterbringen\u201c. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen auch schlechte Filme lehrreich sein und zudem  obskure Botschaften anbieten, die als solche nicht sogleich zu erkennen sind. Damit gelangt man schnell in eine Grauzone, in der es schwer f\u00e4llt, noch zwischen gut und schlecht (b\u00f6se) zu unterscheiden.<\/p>\n<p>Sicherlich sollte ein Film auch Freude vermitteln, gute Laune. Aber allein mit \u201eFriede, Freude, Eierkuchen\u201c kann es nicht genug sein. Zu sehr wurden solche Filme propagandistisch missbraucht und werden es heute noch. Ein Film, der lediglich eine \u201aheile Welt\u2019 vorgaukelt und in keiner Weise zu hinterfragen versteht, ist mit Sicherheit kein guter Film.<\/p>\n<p>Filme bestehen in der Regel aus Handlung, Personen, Ausstattung und \u00d6rtlichkeiten. F\u00fcr den Einzelnen wird ein Film dadurch gut, dass in diesem bestimmte Personen (Schauspieler\/in) auftreten (Lieblingsschauspieler\/in). Dann spielt nat\u00fcrlich die Handlung eine wichtige Rolle (dem entsprechenden Genre gem\u00e4\u00df wie Actionfilm, Liebes-, Abenteuer- oder Kriminalfilm usw.). Ausstattung und \u00d6rtlichkeit werden meist im Zusammenhang mit der Handlung der Personen wahrgenommen. In einigen Filmen spielt nat\u00fcrlich auch die \u00d6rtlichkeit die Hauptrolle (Naturfilme). Das Drehbuch und die Umsetzung durch die Schauspieler bestimmen die Handlung. Dabei kommen viele einzelne Details wie Wortwitz und Mimik bzw. Gestik zu tragen, die dann auch die Qualit\u00e4t des Filmes beeinflussen.<\/p>\n<p>Eine klare Definition, was einen guter Film im Grundsatz ausmacht, ist also gar nicht so ohne weiteres m\u00f6glich. Ich denke mir, dass es vielleicht die \u201agesunde\u2019 Mischung und Anzahl vieler Filme ist, die gesehen werden, in dem der einzelne Film zum guten Film wird. Ein solcher Film ist wie eine eigene Welt, der erst im Kosmos vieler Filme seinen tats\u00e4chlichen Stellenwert erlangt. Ein guter Film \u201ewird\u201c ein guter Film, er ist es nicht von Anfang an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einem guten Film ist es wie mit einem guten Buch, er muss fesseln. Nur ist das, was mich fesselt, meist etwas anderes als das, was einen anderen Menschen in den Bann schlagen wird. Was fesselt aber? Es ist ein Stoff (Sujet, Gegenstand), der uns so schnell nicht wieder losl\u00e4sst. 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