{"id":11021,"date":"2020-07-18T13:04:16","date_gmt":"2020-07-18T13:04:16","guid":{"rendered":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11021"},"modified":"2020-07-18T13:09:56","modified_gmt":"2020-07-18T13:09:56","slug":"russische-wochen-3-fjodor-m-dostojewski-die-daemonen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11021","title":{"rendered":"Russische Wochen (3) &#8211; Fjodor M. Dostojewski: Die D\u00e4monen"},"content":{"rendered":"<p>Komme ich heute zum 3. Buch meiner &#8218;russischen Wochen&#8216;. Es ist der 1873 ver\u00f6ffentlichte Roman <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3458352260\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3458352260&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkId=05fda7e89b08f4e721df9a27f14526a5\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Die D\u00e4monen<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=am2&#038;o=3&#038;a=3458352260\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Fjodor M. Dostojewski<\/a>, den ich in folgender Ausgabe vorliegen habe: Deutscher Taschenbuch Verlag, M\u00fcnchen &#8211; 5. Auflage Juni 1982 &#8211; 31. &#8211; 36. Tausend &#8211; dtv weltliteratur &#8211; D\u00fcnndruck-Ausgabe &#8211; Vollst\u00e4ndige Ausgabe. Aus dem Russischen \u00fcbertragen von Marianne Kegel [Marianne Kegel: Die Teufel \u2013 Leipzig: Hesse &#038; Becker 1924]. &#8211; Titel der Originalausgabe: <a href=\"https:\/\/ru.wikipedia.org\/wiki\/%D0%91%D0%B5%D1%81%D1%8B\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">\u0411\u0435\u0441\u044b<\/a> &#8218;Besy&#8216; (Petersburg 1971\/72)<\/p>\n<p>\u00dcber dieses Buch:<br \/>\nDer Roman <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fjodor_Michailowitsch_Dostojewski#Die_D%C3%A4monen\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">>Die D\u00e4monen<<\/a> ist eine der machtvollsten, beziehungsreichsten Sch\u00f6pfungen Dostojewskijs. Seine Romantechnik erreicht hier in der Verbindung von packender Handlung mit tiefster philosophisch-religi\u00f6ser Thematik ihren H\u00f6hepunkt. Ein >Buch des gro\u00dfen Zorns< hat ein russischer Kritiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_D%C3%A4monen_(Dostojewski)\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">>Die D\u00e4monen<<\/a> genannt. Das ist der Roman zweifellos in dem heftigen Angriff Dostojewskijs auf die &#8222;nihilistische&#8220; Generation der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts.<br \/>\nWie in Turgenjews >V\u00e4ter und S\u00f6hne< steht sich die Welt der V\u00e4ter und der S\u00f6hne gegen\u00fcber. Der Vater Stepan Trofimowitsch Werchowenskij ficht Dostojewskijs Kampf gegen den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Utilitarismus\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Utilitarismus<\/a> der jungen Genaration aus. Vor seinem Tod l\u00e4\u00dft er sich aus dem Lukas-Evangelium die Geschichte von der Austreibung der Teufel vorlesen, die dem Roman den Titel und seine religi\u00f6se Entschl\u00fcsselung gibt. Die Teufel, die D\u00e4monen Russlands, sind die Handlanger der Zerst\u00f6rung um der Zerst\u00f6rung willen, vertreten durch den Sohn und M\u00f6rder aus politischen Motiven, Pjotr Stepanowitsch, durch die Hauptfigur Nikolaj Stawrogin und seinen Kreis der Nihilisten. Stawrogin ist ein von Machtgier und Zerst\u00f6rungslust Besessener, der ein Leben voller Ausschweifungen und Grausamkeiten f\u00fchrt und sich schlie\u00dflich, innerlich gescheitert, erh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>War der Ausgangspunkt Dostojewskijs zun\u00e4chst weltanschaulicher Natur &#8211; der Konflikt zwischen den atheistischen, westlich orientierten Revolution\u00e4ren und seiner nationalen, christlich-orthodoxen \u00dcberzeugung -, so wird immer mehr zum eigentlichen Thema, was der Dichter in einem Brief \u00fcber den Romanplan schrieb: &#8222;Die Hauptprobleme, durch alle Teile des Romans hin, werden die gleichen sein, von denen ich bewu\u00dft und unbewu\u00dft w\u00e4hrend meines ganzen Lebens gequ\u00e4lt worden bin &#8211; die Existenz Gottes.&#8220;<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/images-na.ssl-images-amazon.com\/images\/I\/41mUQsBTRtL._SX303_BO1,204,203,200_.jpg\" alt=\"Fjodor M. Dostojewski: Die D\u00e4monen\" title=\"Fjodor M. Dostojewski: Die D\u00e4monen\" \/><br \/>\nFjodor M. Dostojewski: Die D\u00e4monen<\/p>\n<p><em>Das ist kein Buch, das man liest, das ist ein Abgrund, in den man hineinst\u00fcrzt. Mir schien damals, ich habe durch diese Lekt\u00fcre endg\u00fcltig erfahren, was Leben wirklich ist: sich hilf- und heillos verstricken und schuldlos schuldig werden. Verzweifelt wie alle Personen des Romans bot sich mir als Ausweg jener an, den Kirillow und Stawrogin w\u00e4hlten: Selbstmord. So ein Buch ist das. Ein gef\u00e4hrliches Buch, wenn man es nicht ganz zu Ende liest.<\/em><br \/>\n[&#8230;]<br \/>\n<em>Bei der Sitzung eine[s diese]r &#8222;F\u00fcnferkomitees&#8220; legt ein Mitglied, Schigaljow, sein Buch vor, in dem er das Bild der k\u00fcnftigen sozialistischen Gesellschaft entwirft, ein Bild, gegen das, so sagt er, alle Gedanken fr\u00fcherer Reformer nichts als t\u00f6richte Tr\u00e4ume seien. Jedoch: er bekennt, sich selbst in seinen Ideen verirrt zu haben, und er m\u00fcsse sehen, da\u00df seine Propagierung der unbeschr\u00e4nkten Freiheit des einzelnen geradewegs in den unbeschr\u00e4nkten Despotismus f\u00fchren. Es gebe keinen andern Weg als die Teilung des Volks in zwei Gruppen: ein Zehntel erhalte die unbeschr\u00e4nkte Freiheit und damit die absolute Macht, der Rest m\u00fcsse entm\u00fcndigt und damit in den &#8222;urspr\u00fcnglichen Zustand der L\u00e4mmerunschuld zur\u00fcckgef\u00fchrt werden&#8220;. Das Ideal der totalen Diktatur, die Vorwegnahme des Faschismus und Stalinismus.<\/em> (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/1979\/48\/die-daemonen\/komplettansicht\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">zeit.de<\/a>)<\/p>\n<p>Aber damit endet Dostojewskis Hellsicht noch nicht. Es ist Pjotr Werchowenski, dem das Charisma eines Stawrogin abgeht, der diesen daher als &#8217;neuen Zaren&#8216; auserkoren hat. Warum erinnert mich das so sehr an Putin, der mit seiner Scheindemokratie eine neue Form des Zarentums begr\u00fcndet hat. Stawrogin wollte nicht und nahm sich das Leben, Putin will daf\u00fcr um so mehr &#8230;<\/p>\n<p><strong>Personenverzeichni<\/strong>s als <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/pics\/dostojewski_daemonen.pdf\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">PDF-Datei<\/a><\/p>\n<p>siehe auch:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=6113\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Heute Ruhetag (16): Fjodor Michailowitsch Dostojewski \u2013 Die D\u00e4monen<\/a> (nachzulesen bei <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/Dostoevskij,+F%C3%ABdor+Michajlovi%C4%8D\/Romane\/Die+D%C3%A4monen\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">zeno.org<\/a>)<\/p>\n<p>sowie:<br \/>\n<a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=11005\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Russische Wochen (1) &#8211; Tschingis Aitmatow: Fr\u00fche Kraniche<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=11007\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\">Russische Wochen (2) &#8211; Michael Bulgakow: Das h\u00fcndische Herz<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Komme ich heute zum 3. Buch meiner &#8218;russischen Wochen&#8216;. Es ist der 1873 ver\u00f6ffentlichte Roman Die D\u00e4monen von Fjodor M. Dostojewski, den ich in folgender Ausgabe vorliegen habe: Deutscher Taschenbuch Verlag, M\u00fcnchen &#8211; 5. Auflage Juni 1982 &#8211; 31. &#8211; 36. Tausend &#8211; dtv weltliteratur &#8211; D\u00fcnndruck-Ausgabe &#8211; Vollst\u00e4ndige Ausgabe. Aus dem Russischen \u00fcbertragen von &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=11021\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Russische Wochen (3) &#8211; Fjodor M. 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