{"id":1104,"date":"2008-02-16T15:40:26","date_gmt":"2008-02-16T13:40:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=1104"},"modified":"2008-02-16T17:36:07","modified_gmt":"2008-02-16T15:36:07","slug":"zumwinkel-zum-teufel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1104","title":{"rendered":"Zumwinkel zum Teufel"},"content":{"rendered":"<p>Es ist eigentlich nicht meine Absicht, mich hier andauernd \u00fcber die Entgleisungen unseres sp\u00e4tkapitalistischen Systems, pardon: unserer sozialen Marktwirtschaft auszulassen. Aber was in den letzten Tagen und Wochen \u201aaufgedeckt\u2019 wird, jetzt der Fall (im doppelten Wortsinne) des Chefs der Deutschen Post, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zumwinkel\" target=\"_blank\">Klaus Zumwinkel<\/a>,  l\u00e4sst mich nicht ruhig sein.<\/p>\n<p>Klaus Zumwinkel, (gewesener) Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post sowie Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom und der Postbank, also Chef eines der gr\u00f6\u00dften Unternehmen in Deutschland, entpuppt sich m\u00f6glicherweise als kleinkarierter Ganove. Ihm gen\u00fcgt es nicht, ein Millionengehalt zu kassieren, nein, am Fiskus vorbei (also ohne Steuern zu zahlen) soll dieser gro\u00dfe Geldbetr\u00e4ge an eine liechtensteinische Stiftung transferiert haben. Und er d\u00fcrfte nicht der einzigste Promi und &#8222;Leistungstr\u00e4gern\u201c unseres Systems sein, der Steuern auf diese Art hinterzogen hat.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/zumwinkel.jpg\" alt=\"Zumwinkel zum Teufel\" \/><\/p>\n<p>Schweizer Nummernkonten, liechtensteinische Stiftungen \u2013 man k\u00f6nnte denken, dass es das erst seit gestern gibt. Was politischen Parteien recht war, d\u00fcrfte deutschen Spitzenmanagern billig sein. Wo bleibt da das Augenmerk des Staates? Es sieht so aus, als h\u00e4tten Gestalten wie Ackermann &#038; Co. eine gewisse Narrenfreiheit, die sie in unversch\u00e4mter Weise auszunutzen verstehen. Und wenn es den Herren dann doch ans Leder geht, kommen sie bei der laschen Gesetzgebung mit milden Strafen (Geldbu\u00dfen oder Freiheitsstrafen auf Bew\u00e4hrung \u2013 nicht einen Tag hat einer dieser Herren im Knast verbracht) davon. <\/p>\n<p>Nun als Top-Manager der deutschen Wirtschaft darf man nicht zimperlich sein. Sonst ist man ganz schnell weg vom Fenster. Es gelten etwas andere Moralvorstellungen als bei uns Otto Normalverbraucher. Aber eines muss man diesen Herren zugestehen: \u00c4hnlich der Mafia haben sie einen Ehrenkodex, den es im Extremfall einzuhalten gilt. Um nicht an den Grundfesten des kapitalistischen Systems zu r\u00fctteln, ist ein Manager wie Zumwinkel bereit, auch schon einmal seinen Hut zu nehmen. Das wird in seinen Kreisen in keiner Weise als Schuldeingest\u00e4ndnis gewertet (dann m\u00fcssten sich viele Schuld eingestehen), nein: wird ein Manager zum Sicherheitsrisiko seiner gesamten Gilde (wie jetzt Klaus Zumwinkel durch den Verdacht der Steuerhinterziehung), dann wird es ratsam, dass dieser seine \u00c4mter r\u00e4umt. Wie in Mafiakreisen, pardon: Managerkreisen \u00fcblich, l\u00e4sst man diesen nat\u00fcrlich nicht fallen. Mit Sicherheit wird man diesem, von der \u00d6ffentlichkeit unbemerkt, einen anderen lukrativen Job zukommen lassen oder auf andere Art den Abschied vers\u00fc\u00dfen.<\/p>\n<p>siehe zdf.de: <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/31\/0,3672,7159775,00.html\">Finanzminister kaufte Steuerdaten<\/a><\/p>\n<p>siehe auch Video bei zdf.de: <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/360744?inPopup=true\" target=\"_blank\">Die Macht der Manager<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es ist eigentlich nicht meine Absicht, mich hier andauernd \u00fcber die Entgleisungen unseres sp\u00e4tkapitalistischen Systems, pardon: unserer sozialen Marktwirtschaft auszulassen. Aber was in den letzten Tagen und Wochen \u201aaufgedeckt\u2019 wird, jetzt der Fall (im doppelten Wortsinne) des Chefs der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, l\u00e4sst mich nicht ruhig sein. 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