{"id":1126,"date":"2008-03-10T00:13:32","date_gmt":"2008-03-09T22:13:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=1126"},"modified":"2008-03-10T00:13:32","modified_gmt":"2008-03-09T22:13:32","slug":"gypsy-jazz-django-reinhardt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1126","title":{"rendered":"Gypsy Jazz: Django Reinhardt"},"content":{"rendered":"<p>Komme ich noch einmal auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Flamenco\" target=\"_blank\">Flamenco<\/a> zu sprechen, der in meinem Betrag <a href=\"http:\/\/www.willigblog.de\/?p=1123\" target=\"_blank\">Granada und der Flamenco: Paco de Lucia<\/a> mehr oder weniger im Mittelpunkt stand. Vielleicht etwas verallgemeinert gilt der Flamenco als \u201eZigeuner\u201c-Musik, obwohl viele Einfl\u00fcsse die Grundlage dieser Musik bilden. Der Begriff <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zigeuner\" target=\"_blank\">\u201eZigeuner\u201c<\/a> ist nat\u00fcrlich durch die Nationalsozialisten negativ besetzt. Bei uns haben sich die Eigenbezeichnungen durchgesetzt: Sinti und Roma. Dabei bezieht sich die Bezeichnung auf die Dauer des Aufenthaltes in Deutschland. Sinti sind alteingesessene Zigeuner und Roma Neueinwanderer aus Osteuropa. \u00c4hnliche Bezeichnungen gibt es auch in den anderen L\u00e4ndern West- und Mitteleuropas. In Frankreich setzte sich die Einteilung in Rom, Gitanos und Manouches durch, die Bezeichnungen richten sich nach der Herkunft der St\u00e4mme. Mit Rom sind jene Personengruppen gemeint, die aus S\u00fcdosteuropa nach Frankreich gekommen sind. Gitanos kamen aus Spanien und Manouches aus Mitteleuropa. Paco de Lucia ist \u00fcbrigens auch ein Zigeuner, ein Gitano.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.stefan-q.de\/studium\/zigeuner.html\" target=\"_blank\">Stefan Quast &#8211; Musik der Zigeuner\/Manouche in Frankreich<\/a><\/p>\n<p>Ich erinnere mich daran, wenn z.B. im deutschen Fernsehen Flamenco gezeigt wurde, dann oft im Zusammenhang mit dem Gitarristen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Manitas_de_Plata\" target=\"_blank\">Manitas de Plata<\/a> (\u00ab Silberh\u00e4ndchen \u00bb), der eigentlich Jose Ricardo Balliardo hei\u00dft und zu den Camarque-Gitans geh\u00f6rt, die im S\u00fcden Frankreichs sesshaft geworden sind. Unter den Puristen des Flamenco erfreut sich Manitas de Plata keiner besonderen Beliebtheit, da ihnen sein Spiel zu virtuos und zu wenig tief gehend, oft dem Massengeschmack angepasst und mithin kommerzialisiert ausgerichtet ist. Trotzdem m\u00f6chte ich ihn nicht links liegen lassen, immerhin bin ich durch ihn auf den Flamenco schon in fr\u00fchen Jahren aufmerksam geworden. Hier ein Video mit Manitas de Plata:<\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"355\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/Eex1aqbfP08\"><\/param><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/Eex1aqbfP08\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" wmode=\"transparent\" width=\"425\" height=\"355\"><\/embed><\/object><br \/>\nManitas de Plata &#8211; Por el Camino de Ronda<\/p>\n<p>Komme ich (endlich) auf das eigentliche Thema dieses Beitrags zu sprechen, dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gypsy_Jazz\" target=\"_blank\">Gypsy Jazz<\/a>. Der englische Begriff Gypsy f\u00fcr Zigeuner ist sicherlich genauso wenig politisch korrekt, aber wenigstens nicht so vorbelastet. Richtig w\u00e4re nach den genannten Definitionen Sinti-Jazz, aber der Begriff Gypsy Jazz hat sich besonders im angels\u00e4chsischen Bereich durchgesetzt.<\/p>\n<p>Der Ursprung des Gypsy Jazz geht auf  <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Django_Reinhardt\" target=\"_blank\">Jean &#8222;Django&#8220; Reinhardt<\/a> zur\u00fcck. \u00dcbrigens wurde Juliam Bream, von dem in meinem Beitrag <a href=\"http:\/\/www.willigblog.de\/?p=1120\" target=\"_blank\">Auf der Suche nach Bach<\/a> die Rede war, durch die Musik Django Reinhardts angeregt, schon fr\u00fch selbst zur Gitarre zu greifen. Breams Vater war Jazzgitarrist. Au\u00dferdem gilt Reinhardt als einer der Begr\u00fcnder des europ\u00e4ischen Jazz.<\/p>\n<p>Django Reinhardt war Gitarrist, wie man sich denken kann, und Manouche, also Zigeuner mit deutschen Wurzeln. Den Jazz entdeckte Reinhardt ca. 1931. Er traf den Geiger St\u00e9phane Grappelli und gr\u00fcndete mit diesem das Quintett Hot Club de France, das erste franz\u00f6sische Jazzensemble, das nur Saiteninstrumente verwendet (eine Geige, drei Gitarren, eine Solo- und zwei Rhythmusgitarren,  und einen Bass).<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/django_reinhardt.jpg\" alt=\"Django Reinhardt\" \/><\/p>\n<p>Gehen wir aber einige Jahre zur\u00fcck: Mit achtzehn verletzte Reinhardt seine linke Hand beim Brand seines Wohnwagens schwer. Um die Verkr\u00fcppelung des Ring- und kleinen Fingers wettzumachen, setzte er fortan auch den Daumen ein. Seine Soli bestritt er ausschlie\u00dflich mit Zeige- und Mittelfinger. Und genau die Verletzung pr\u00e4gte den Sound von Reinhardt, denn sie erm\u00f6glichte beim Melodiespiel eine sicherere, pr\u00e4zisere und kraftvollere Spielweise. Den Erinnerungen St\u00e9phane Grappellis nach spielte Django Reinhardt mit solcher Kraft, dass seine neuen Gitarren nach einem halben Jahr L\u00f6cher im Griffbrett aufwiesen.<\/p>\n<p>Nun Django Reinhardt galt als unsteter Mensch. Der Mann mit dem Menjou-B\u00e4rtchen entwickelte Starall\u00fcren, die ihn oftmals in Schwierigkeiten brachten. Aber Reinhardt war eben Reinhardt, zwar Illiterat und Analphabet, der die ihm sp\u00e4ter beigebrachren Buchstaben nur deshalb aufs Papier bekam, weil er sie betrachtete mit den k\u00fcnstlerisch begabten Augen des sich an Form und Gestalt erg\u00f6tzenden Malers, der er auch war. Er war in seiner Zeit schillemd, und eben ungeheuer individualistisch, und eine eigene Art von musikalischem Genie. Aber genug der Worte. Leider ist nur wenig Material in laufenden Bildern von Reinhardt im Internet auf die Schnelle zu finden. So sollen diese zwei folgenden gen\u00fcgen.<\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"355\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/AEzsPGHsi90\"><\/param><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/AEzsPGHsi90\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" wmode=\"transparent\" width=\"425\" height=\"355\"><\/embed><\/object><br \/>\nDjango Reinhardt &#8211; Minor Swing (mit Bildern)<\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"355\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/h4DDkhLM3wI\"><\/param><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/h4DDkhLM3wI\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" wmode=\"transparent\" width=\"425\" height=\"355\"><\/embed><\/object><br \/>\nDjango Reinhardt &#8211; Great Guitarist<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Komme ich noch einmal auf den Flamenco zu sprechen, der in meinem Betrag Granada und der Flamenco: Paco de Lucia mehr oder weniger im Mittelpunkt stand. Vielleicht etwas verallgemeinert gilt der Flamenco als \u201eZigeuner\u201c-Musik, obwohl viele Einfl\u00fcsse die Grundlage dieser Musik bilden. Der Begriff \u201eZigeuner\u201c ist nat\u00fcrlich durch die Nationalsozialisten negativ besetzt. 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