{"id":11492,"date":"2021-10-11T10:29:25","date_gmt":"2021-10-11T10:29:25","guid":{"rendered":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11492"},"modified":"2021-10-11T10:29:25","modified_gmt":"2021-10-11T10:29:25","slug":"siegfried-lenz-deutschstunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11492","title":{"rendered":"Siegfried Lenz: Deutschstunde"},"content":{"rendered":"<p>Heute zeigt das ZDF die 2019 entstandene Verfilmung eines Romans von Siegfried Lenz: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3455006868\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3455006868&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkId=13ead464f7a2d215f06daa58e5ee94cd\" rel=\"noopener\"><strong>Deutschstunde<\/strong><\/a>. Das Video ist in Deutschland bis zum 10.11.2021 in der <a href=\"https:\/\/www.zdf.de\/filme\/der-fernsehfilm-der-woche\/deutschstunde-104.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">ZDF-Mediathek<\/a> verf\u00fcgbar (Video in <a href=\"https:\/\/rodlzdf-a.akamaihd.net\/de\/zdf\/21\/10\/211011_2015_sendung_fdw\/2\/211011_2015_sendung_fdw_a1a2_3360k_p36v15.mp4\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">HDTV im Download<\/a>)<\/p>\n<p>Das Buch habe ich wie folgt vorliegen: Auflage April 1982: 481. &#8211; 510. Tausend \u2013 Deutscher Taschenbuch Verlag, M\u00fcnchen \u2013 944 \u2013 und 2018 von mir gelesen (<a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=10458\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Genutzte Zeit zum Lesen<\/a>).<\/p>\n<p><em>Siggi Jepsen, Insasse einer Hamburger Besserungsanstalt, hat in der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutschstunde\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Deutschstunde<\/a> versagt und mu\u00df den Aufsatz &#8218;Die Freuden der Pflicht&#8216; nachliefern. Dem in seiner Zelle Eingeschlossenen dr\u00e4ngt sich das Bild des Vaters in die Erinnerung, wie dieser als Polizeihauptwachtmeister in Rugb\u00fcll, &#8222;dem n\u00f6rdlichsten Polizeiposten Deutschlands&#8220;, dem international geachteten Maler Max Ludwig Nansen im Jahre 1943 das Malverbot \u00fcberbringt. Der Vater war au\u00dferdem beauftragt, die strikte Einhaltung des Verbots zu \u00fcberwachen. Siggi, damals zehn Jahre alt, hatte heimlich gemalte Bilder des Malers in Sicherheit gebracht, um sie vor dem Zugriff des Vaters zu sch\u00fctzen, der bis \u00fcber das Kriegsende hinaus an seiner nun schon krankhaften Pflichttreue festh\u00e4lt. Um diese Geschichte gegens\u00e4tzlicher Pflichtauffassungen gruppiert sich eine F\u00fclle von Nebenhandlungen, die sich wie selbstverst\u00e4ndlich in den weitgespannten Rahmen f\u00fcgen. &#8222;Die pr\u00e4zise Phantasie des Autors ist auf den Weiten zwischen Torf, Watt und Meer, aber auch in den geduckten Fischerkaten der Menschen mit dem zweiten Gesicht zu Hause. Eine in all ihrer Grenzenlosigkeit und wortkargen Gr\u00f6\u00dfe doch beklemmend enge Welt aus Vorurteilen und starrer Beharrlichkeit entfaltet sich, mit hinrei\u00dfender Sprachgewalt und epischer List portr\u00e4tiert, zum Bild einer Epoche; jene l\u00e4ndliche Welt kleinb\u00fcrgerlicher Pflicherf\u00fcllung, in der die Macht so leicht Wurzeln schl\u00e4gt.&#8220;<\/em> (Stuttgarter Zeitung) &#8211; (aus dem Klappentext)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siegfried_Lenz\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Siegfried Lenz<\/a>, 1926 in Lyck (Ostpreu\u00dfen) geboren, arbeitete zun\u00e4chst f\u00fcr Zeitungen und Rundfunk und lebte als freier Schriftsteller in Hamburg, wo er 2014 starb. Ein gro\u00dfer Erfolg wurde seine Sammlung heiterer Geschichten aus Masuren: ><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3596203120\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3596203120&#038;linkCode=as2&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkId=2af3e7a32d4b26ac94684c282d1df662\" rel=\"noopener\"><strong>So z\u00e4rtlich war Suleyken<\/strong><\/a>> (1955).<\/p>\n<p>Hier die <strong>wichtigsten Personen:<\/strong><br \/>\nSiggi Jepsen &#8212; in Rugb\u00fcll, Bleekenwarf<br \/>\nJens Ole Jepsen, Vater<br \/>\nHilke, Schwester<\/p>\n<p>Max Ludwig Nansen, Maler<br \/>\nDitte, seine Frau<\/p>\n<p>Karl Joswig, W\u00e4chter<br \/>\nDr. Julius Korbjuhn<br \/>\nHimpel, Direktor<\/p>\n<p>Pelle Kastner, Freund<br \/>\nEddi Sillus, Freund<br \/>\nKurtchen Nickel, Freund<\/p>\n<p>Tetjus Prugel, Lehrer<\/p>\n<p>Ole Pl\u00f6tz<br \/>\nCharlie Friedl\u00e4nder<br \/>\nPhilipp Neff<\/p>\n<p>Siegfried Lenz war wie mein Vater ein geb\u00fcrtiger Ostpreu\u00dfe, wurde dann aber nach dem 2. Weltkrieg in Hamburg heimisch. So spielen viele seiner Romane und Erz\u00e4hlungen in und um Hamburg. Und an der Nordsee:<br \/>\n<em><br \/>\nAlles war an seinem Platz, aber alles sah anders aus jeden Tag, unter ver\u00e4ndertem Licht, unter ver\u00e4ndertem Himmel, mit wie vielen \u00dcberraschungen konnte allein die Nordsee aufwarten, die bei der Hinfahrt noch breit, fast verschlafen den Strand leckte, auf der R\u00fcckfahrt dann taumelige Wellen aus gr\u00fcnblauer Tinte gegen die Buhnen schleuderte. Oder die H\u00f6fe: einmal bescheiden und wie verdammt unter langen Regenschleiern, verloren unter Grau; dann wenn milchiges Wei\u00df auf sie fiel oder wenn die Wiesen vor und hinter ihnen aufleuchteten, beh\u00e4big und selbstbewu\u00dft mit mitt\u00e4glichem Stornsteinrauch. Oder der Wind: einmal pfiff er durch die Speichen und war vergn\u00fcgt und wollte sich totlachen, wenn man ins Schleudern kam, dann warf er einem w\u00fctend den Regenumhang ins Gesicht oder lie\u00df den Umhang flattern und schlagen oder schubste einen vom Deich. Wie oft alles wechselt hier, t\u00e4glich, st\u00fcndlich, wie oft man sich etwas denken kann \u00fcber die Unterschiede, man kann sich auch erregen \u00fcber die Unterschiede, wenn man nur will.<\/em> (S. 336)<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/pics\/fedder_lenz2008.jpg\" alt=\"Siegfried Lenz und Jan Fedder 2008 (anl\u00e4\u00dflich der Verfilmung 'Das Feuerschiff')\" title=\"Siegfried Lenz und Jan Fedder 2008 (anl\u00e4\u00dflich der Verfilmung 'Das Feuerschiff')\" \/><br \/>\nSiegfried Lenz und Jan Fedder 2008 (anl\u00e4\u00dflich der Verfilmung &#8218;Das Feuerschiff&#8216;)<\/p>\n<p>Einige der Werke von Siegfried Lenz wurden auch verfilmt, so <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Mann_im_Strom_(1958)#Produktionsnotizen\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Der Mann im Strom<\/a> (2006), <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Feuerschiff_(1963)#Neuverfilmungen\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Das Feuerschiff<\/a> (2008) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Arnes_Nachlass_(Film)\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Arnes Nachlass<\/a> (2013) mit <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=10780\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Jan Fedder<\/a>, der sich mit Lenz angefreundet hatte.<\/p>\n<p><em>&#8222;Die deutsche erz\u00e4hlende Literatur seit 1945 ist, fast durchwegs, eine &#8218;Deutschstunde&#8216;; Arbeit an der Vergangenheit, mit der Vergangenheit; Arbeit zur Gegenwart. Vieles in ihr ist thesenhaft auff\u00e4llig; zeitbedingte Aufgabe, Strafaufgabe. Aus dieser manchmal etwas gr\u00e4mlichen Literatur setzt sich Siegfried Lenz mit einem Meisterwerk ab, dessen Ernst voller Trauer ist \u2013 wie es nur bei einem Beobachter sein mag, der Humor hat.&#8220;<\/em> (Die Zeit)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute zeigt das ZDF die 2019 entstandene Verfilmung eines Romans von Siegfried Lenz: Deutschstunde. Das Video ist in Deutschland bis zum 10.11.2021 in der ZDF-Mediathek verf\u00fcgbar (Video in HDTV im Download) Das Buch habe ich wie folgt vorliegen: Auflage April 1982: 481. &#8211; 510. 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