{"id":11524,"date":"2021-12-07T11:19:09","date_gmt":"2021-12-07T11:19:09","guid":{"rendered":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11524"},"modified":"2021-12-07T11:22:54","modified_gmt":"2021-12-07T11:22:54","slug":"vorweihnachtszeit-den-magen-verrenken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11524","title":{"rendered":"Weihnachtszeit: Den Magen verrenken"},"content":{"rendered":"<ul>Die Vorweihnachtszeit nutzen Menschen gern, um sich nostalgischen Gef\u00fchlen wie dem Sodbrennen hinzugeben. Das aber ist gar nicht so einfach, weil oft die gastronomischen Voraussetzungen fehlen. Sp\u00e4testens mit meiner Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits ist doch die letzte bedeutende Interpretin der westdeutschen Nachkriegsk\u00fcche von uns gegangen, die auch Desserts auf der Basis von Schweineschmalz konzipierte.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Susanne_Fischer_(Literaturwissenschaftlerin)\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Susanne Fischers<\/a> <a href=\"https:\/\/susanne-fischer.de\/taz.html\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">\u201eWahrheit\u201c in der \u201etaz\u201c<\/a><\/ul>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/pics\/weihnachten2019_tostedt_tomte_tummetott.jpg\" alt=\"Tomte Tummetott bewacht uns und unser Haus\" title=\"Tomte Tummetott bewacht uns und unser Haus\" \/><br \/>\n<a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=10764\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Tomte Tummetott<\/a> bewacht uns und unser Haus<\/p>\n<p>Warum stopfen sich so viele Menschen gerade in der Weihnachtszeit st\u00e4ndig den Magen voll? Klar, es ist eine dunkle, kalte Jahreszeit, dann braucht der K\u00f6rper die eine oder andere Kalorie mehr. Und das Angebot an besonders leckeren Lebensmittel (oder auch nicht so leckeren) steigt ins Exorbitante. Da darf es dann eben schon mal ein paar Joule mehr sein.<\/p>\n<p>Frau Fischer bezieht sich speziell auf die K\u00fcche der Nachkriegszeit. Wenn ich mich nicht v\u00f6llig t\u00e4usche, so stammen manche weihnachtlichen Gerichte aus dieser Zeit. Da muss es auch heute noch z.B. die fette Gans sein, die zwar zur guten deutschen Weihnachtstradition geh\u00f6rt, ern\u00e4hrungstechnisch aber eher fehl am Platze ist.<\/p>\n<p>Meine Mutter, um den Vergleich mit Frau Fischers Gro\u00dfmutter zu wagen, bevorzugte zu Weihnachten eine Pute. Die hatte weniger Fett und schmeckte nach Art meiner Mutter mit Sauerkraut nicht schlechter als ein G\u00e4nsebraten &#8230;<\/p>\n<p>Allerdings, um bei dem Vergleich zu bleiben, gab es bei meiner Mutter \u00f6fter Suppen, die mir gar nicht behagten, z.B. eine eher undefinierbare Graupensuppe. Frau Fischer schreibt n\u00e4mlich weiter:<\/p>\n<ul>Genau wie Frankensteins Monster hatte das Essen meiner Gro\u00dfmutter keinen Namen. Es hie\u00df nicht mal Suppe oder Eintopf, sondern war namenloses Grauen, eine graubraune Schlotze, in der Graupen, Raupen und Schrauben d\u00fcmpelten, so genau konnte man das nicht erkennen. Nur einmal ging meine Mutter in die K\u00fcche, hob den Deckel und sagte mit Blick auf das H\u00fchner-Massaker: \u201eNa, gibt\u2019s heute wieder &#8218;Ausgebombt&#8216;!\u201c<\/ul>\n<p>Mag Euch das Essen nicht im Halse stecken bleiben. Und zwischendurch den Arsch l\u00fcften (an die Luft gehen), verbrennt manches angesetzte Fett an den H\u00fcftpolstern. Euch weiterhin eine geruhsame Adventszeit!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Vorweihnachtszeit nutzen Menschen gern, um sich nostalgischen Gef\u00fchlen wie dem Sodbrennen hinzugeben. Das aber ist gar nicht so einfach, weil oft die gastronomischen Voraussetzungen fehlen. Sp\u00e4testens mit meiner Gro\u00dfmutter m\u00fctterlicherseits ist doch die letzte bedeutende Interpretin der westdeutschen Nachkriegsk\u00fcche von uns gegangen, die auch Desserts auf der Basis von Schweineschmalz konzipierte. 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