{"id":1154,"date":"2008-04-07T08:23:46","date_gmt":"2008-04-07T06:23:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=1154"},"modified":"2008-04-08T09:28:50","modified_gmt":"2008-04-08T07:28:50","slug":"was-ist-blos-mit-ian-los-teil-94-superstars-idole-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1154","title":{"rendered":"Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 94: Superstars &#038; Idole Teil 2"},"content":{"rendered":"<p><em>Hi, Kretakatze &#038; Lockwood \u2013 und allen Besuchern ein fr\u00f6hliches Hi-ho,<\/em><\/p>\n<p><em>Lockwood lebt noch, wie sch\u00f6n \u2013 und willkommen zur\u00fcck im Club.<\/em><\/p>\n<p><em>Heute m\u00f6chte ich zwei F\u00e4den vom letzten Mal wieder aufnehmen und miteinander verkn\u00fcpfen. Zun\u00e4chst der 1. Faden: Lockwood beschrieb die Endkandidaten aus DSDS der aktuellen Staffel als kompatibel, wohl im Sinne von austauschbar. Dagegen w\u00e4ren Musiker z.B. wie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tom_Waits\" target=\"_blank\">Tom Waits<\/a> \u201eTypen\u201c, die sicherlich nirgends einen Sch\u00f6nheitspreis gewinnen werden (so \u00fcbel sah er fr\u00fcher aber gar nicht aus), auch f\u00fcr ihren Gesang nicht, die aber durch ihre Musik als solches zu \u00fcberzeugen wissen. Ich denke, Lockwood trifft hier den Nagel auf dem Kopf. Selbst der sch\u00f6nste Singsang sagt mir nur wenig zu, wenn so etwas wie Authentizit\u00e4t fehlt. Waits singt Waits, Ian Anderson singt Ian Anderson. Ein Clay Aiken singt in erster Linie nur ein Lied eines anderen. Nat\u00fcrlich gibt es S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger, die vornehmlich Lieder anderer Interpreten vortragen (z.B. Joe Cocker, auf den ich noch kurz zu sprechen kommen werde) und dabei doch ganz \u201etypisch\u201c, echt, also authentisch sind. Diesen Grad hat Clay Aiken f\u00fcr mich nicht erreicht (und wird ihn wahrscheinlich auch nie erreichen).<\/em><\/p>\n<p><em>So nebenbei: Als Nachtrag hier die von Lockwood angesprochenen Versionen des Tom Waits\u2019 Liedes \u201eJersey Girl\u201c:<\/em><\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"355\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/xRXhDQXhdXE&#038;hl=de\"><\/param><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/xRXhDQXhdXE&#038;hl=de\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" wmode=\"transparent\" width=\"425\" height=\"355\"><\/embed><\/object><br \/>\nBruce Springsteen Jersey Girl<\/p>\n<p><object width=\"425\" height=\"355\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/iYgKd2vSGQg&#038;hl=de\"><\/param><param name=\"wmode\" value=\"transparent\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/iYgKd2vSGQg&#038;hl=de\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" wmode=\"transparent\" width=\"425\" height=\"355\"><\/embed><\/object><br \/>\nTom Waits &#8211; Jersey Girl<\/p>\n<p><em>Das bringt mich zu einem schon fr\u00fcher diskutierten Thema zur\u00fcck: Coverversionen. Ian Anderson und seine Mannen haben selbst schon gecovert und wurden es. Hier eine l\u00e4ngst nicht vollst\u00e4ndige <a href=\"http:\/\/www.coversproject.com\/artist\/jethro%20tull\" target=\"_blank\">Liste der St\u00fccke<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em><a href=\"http:\/\/tomwaits.de\/\" target=\"_blank\">Tom<\/a> <a href=\"http:\/\/www.tomwaitsfan.com\/\" target=\"_blank\">Waits<\/a> selbst hat ebenfalls Lieder anderer Autoren gecovert \u2013 und ist selbst reichlich gecovert worden (nicht nur vom \u201eBoss\u201c Bruce Springsteen): auch hier eine <a href=\"http:\/\/www.coversproject.com\/artist\/tom%20waits\" target=\"_blank\">Liste der St\u00fccke<\/a>. Und neulich las ich, dass selbst die Schauspielerin Scarlett Johansson (u.a. bekannt aus \u201eLost in Translation\u201c) ein ganzes <a href=\"http:\/\/www.pitchforkmedia.com\/article\/news\/39206-scarlett-johansson-recording-tom-waits-covers-album\" target=\"_blank\">Album mit Waits-Liedern<\/a> auf den Markt bringen will. Interessant vielleicht in diesem Zusammenhang die \u201eKontroverse\u201c <a href=\"http:\/\/www.cover-vs-original.de\/song-335.html\" target=\"_blank\">Rod Stewart vs. Tom Waits<\/a>.<\/em><\/p>\n<p><em>Meist sind die Originale besser als die nachgespielten bzw. nachgesungenen Lieder. Aber einige St\u00fccke haben dem Original den Rang abgelaufen, haben nicht nur h\u00f6here Verkaufszahlen erzielt, sondern das Original \u201af\u00f6rmlich\u2019 in den Schatten gestellt. Mir f\u00e4llt da z.B. \u201eBlack Magic Woman\u201c von Santana ein, ein Lied aus der Feder von <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1070\" target=\"_blank\">Peter Green<\/a>, der das Lied damals mit Fleetwood Mac ver\u00f6ffentlichte. Und ich denke da an <a href=\"http:\/\/www.coversproject.com\/artist\/richie%20havens\" target=\"_blank\">Richie Havens<\/a>, wenn einer von Euch den kennt, der besonders durch Versionen von <a href=\"http:\/\/www.coversproject.com\/artist\/beatles\" target=\"_blank\">Beatles-Liedern<\/a> bekannt wurde (Joe Cockers Version von <a href=\"http:\/\/de.youtube.com\/watch?v=6FMq0iDX1yE\" target=\"_blank\">With a Little Help From My Friends<\/a> werdet Ihr aber kennen). Die gecoverten Versionen waren wohl deshalb \u201ebesser\u201c (wenn man das so \u00fcberhaupt sagen kann), weil diese die Authentizit\u00e4t haben, von der ich eben sprach.<\/em><\/p>\n<p><em>Nun, was ist mit dem 2. F\u00e4dchen? Bei dem ganzen \u201eDSDS\u201c-,  \u201eAmercan Idol\u201c-, \u201ePop Idol\u201c- und sonstigen Kram wird doch auch nur gecovert. Ich kenne mich zwar mit diesen Sendungen nicht aus, aber ich denke, dass es geradezu nicht erw\u00fcnscht ist, mit eigenen St\u00fccken dort aufzutreten, oder? Also werden Lieder aus der gro\u00dfen Grabbelkiste hervorgeholt. So f\u00e4llt es dem Zuschauern in der Regel leicht, sein Votum abzugeben, da die vorgetragenen Lieder oft bekannt sind oder zumindest einen entsprechenden Wiedererkennungswert besitzen. Nun habe ich die beiden F\u00e4den am Wickel und kn\u00fcpfe daraus einen Galgenstrick, denn ich komme zu einem meiner Lieblingsthemen in diesem Zusammenhang: Urheberrechte! Denn wie sieht es mit den Urheberrechten der Autoren dieser Lieder aus? Bekommen die einen m\u00fcden Euro (Pfund, US-Dollar) daf\u00fcr, dass ihre Lieder u.a. von skurrilen Nichtsk\u00f6nnern dargeboten werden, wie Kretakatze sagt? Oder geht alles \u201eaufs Haus\u201c, d.h. Sony &#038; Co. schauen zu und lassen hier einmal Urheberrechte Urheberrechte sein.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn ich richtig informiert bin, so haben ja auch nicht die K\u00fcnstler, die eigentlichen Urheber, die Urheberrechte, sondern treten diese gezwungenerma\u00dfen an die Firmen ab (in Form von Nutzungsrechten in Deutschland, da Urheberrechte bei uns nicht \u00fcbertragbar sind). Daf\u00fcr bekommen sie dann 9,009 % des Verkauferl\u00f6ses (wenn ich mich nicht t\u00e4usche). Also von einer CD f\u00fcr 12,99 \u20ac sind das dann 1,17 \u20ac. Kein Wunder also, wenn manche K\u00fcnstler den Vertrieb ihrer Musik selbst in die Hand nehmen wollen (wof\u00fcr sich das Internet nat\u00fcrlich bestens eignet). Ansonsten d\u00fcrfen sich auch Nichtsk\u00f6nner an geborgtem Liedergut vergehen, ohne daf\u00fcr Geb\u00fchren zu zahlen (wie gesagt: es geht \u201eaufs Haus\u201c!).<\/em><\/p>\n<p><em>Und damit ich noch mehr vom Kurs abkomme, an dieser Stelle einen kleinen Exkurs: Was die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/GEMA\" target=\"_blank\">GEMA<\/a> in etwa ist, solltet Ihr wissen. Die kassiert im Namen der bei ihr vertretenen K\u00fcnstler f\u00fcr musikalische Auff\u00fchrungs- und mechanische Vervielf\u00e4ltigungsrechte; u.a. gehen mehrere Cent pro CD\/DVD-Rohling an die GEMA. Und so kassiert die GEMA auch, wenn z.B. die evangelische Kirche bei uns so genannte <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=987\" target=\"_blank\">Bandabende<\/a> veranstaltet. Und zwar nicht gerade wenig (etwa 200 \u20ac). Kassiert wird auch dann, wenn die Bands, die \u00fcbrigens kostenlos auftreten, keine Titel covern, sondern nur Eigenkompositionen vortragen. Ich nenne so etwas haneb\u00fcchen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich gerate in Schlingern. Komme ich so noch einmal kurz auf Tom Waits zur\u00fcck: So singt Wolfgang Ambros auf seinem Album &#8222;Nach mir die Sintflut&#8220; wienerische Versionen von Tom-Waits-Songs, u.a. wird aus Tom Waits&#8216; <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=401\" target=\"_blank\">\u201eIn the Neighborhood&#8220;<\/a>  <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/music\/clipserve\/B000F9RG2G001002\/1\/ref=mu_sam_ra001_002\" target=\"_blank\">\u201eDurt bin i daham&#8220;<\/a>. Klingt durchaus interessant.<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eIn the Neighborhood\u201c w\u00fcrde ich \u00fcbrigens zu meinen Lieblingsliedern z\u00e4hlen. Es ist schlicht und trotzdem durch die Bl\u00e4ser sehr sch\u00f6n arrangiert. So komme ich auch gleich zum n\u00e4chsten Thema des Abends (bei Kretakatze m\u00fcsste es wohl \u201edes Morgens\u201c hei\u00dfen): Lieblingslieder. Es ist gar nicht so einfach, aus der langen Liste der Lieder, die man im Laufe seines Lebens vernommen hat, die Lieder herauszusuchen, die man \u2013 immer wieder \u2013 am liebsten h\u00f6rt. Einige kann ich nat\u00fcrlich gleich auf Anhieb nennen. Und von Herrn Anderson und seiner Combo ist nat\u00fcrlich auch eines dabei. Aber da f\u00e4ngt das Problem schon an, denn es sollte immer nur ein Lied sein \u2013 pro Gruppe bzw. Interpret. Und was sollte da das mir liebste St\u00fcck von Jethro Tull sein? Welche Lieder sind denn Eure Lieblinge? Nur frei heraus damit und ohne falsche Scham.<\/em><\/p>\n<p><em>Mit dieser kleinen Hausaufgabe entlasse ich Euch heute. Wir bleiben am Ball bzw. an der Tastatur und h\u00f6ren voneinander.<\/em><\/p>\n<p><em>Bis dahin<\/em><br \/>\n<em>Euer Wilfried<\/em><\/p>\n<p>01.04.2008<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p>Kretakatzes Beitrag hat sich mit dem meinen \u00fcberschnitten. Von daher schreiben wir <em>etwas aneinander vorbei<\/em>.<\/p>\n<p>Wilfried<\/p>\n<p>~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~<\/p>\n<p><em>Hallo Ihr Lieben,<\/em><\/p>\n<p><em>&#8222;Wellcome Back&#8220; Lockwood &#8211; da hattest Du ja wohl in letzter Zeit einigen Stress an der Backe. Auch von mir noch herzlichen Gl\u00fcckwunsch zum Geburtstag! Hauptsache, Du hast alles gut \u00fcberstanden.<\/em><\/p>\n<p><em>Lieber Wilfried, es tut mir leid, wenn ich Dich mit meinem &#8222;American Idol&#8220;-Kram auf&#8217;s Glatteis gef\u00fchrt habe, wie Du schreibst. Das war nicht meine Absicht. Deine Reaktion klang ein wenig gereizt. (Immerhin hat es Mr. Aiken damit wohl geschafft wieder etwas Feuer und Schwung in unsere fast eingeschlafene Diskussion zu bringen &#8211; wer h\u00e4tte ihm das nun wieder zugetraut?) Ich hatte auch bereits den Verdacht, dass ich mich mit meinem Beitrag \u00fcber Clay Aiken zu weit vom eigentlichen Thema Deines Weblogs entfernt habe, deshalb auch mein Kommentar in der zugeh\u00f6rigen Mail. Ver\u00f6ffentliche ihn einfach nicht. Ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass Jethro Tull Fans, die in Dein Weblog surfen, noch genervter sind als Du, wenn sie dort mit Clay Aiken konfrontiert werden. Jethro Tull Fans sind, glaube ich, \u00fcberhaupt recht schnell genervt. Und aus Deiner Reaktion auf meine Geschichte schlie\u00dfe ich, dass einmal wieder vieles von dem, was ich eigentlich deutlich machen wollte, \u00fcberhaupt nicht angekommen ist. Da habe ich also mal wieder mein Ziel verfehlt &#8211; sechs &#8211; setzen!<\/em><\/p>\n<p><em>Vorneweg &#8211; Du brauchst nicht zu bef\u00fcrchten, dass ich bei DSDS lande. Ist Dir tats\u00e4chlich entgangen, dass ich dieses Thema bereits behandelt hatte, und zwar abschlie\u00dfend? Zur Erinnerung: Es war dies mein Beitrag, in dem ich Judith Lefeber vorgestellt hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>Jetzt sind also wohl doch noch ein paar Erl\u00e4uterungen angebracht&#8230; Es war nicht meine Absicht Euch Clay Aiken als neue musikalische Offenbarung zu pr\u00e4sentieren. Seine Musik ist nicht mein Stil. Ein paar der Klassiker, die er im Programm hat &#8211; z.B. Without You, Everything I Do (I Do It For You) oder die Elton John Titel &#8211; h\u00f6re ich ganz gerne, aber die Originale sind f\u00fcr mich v\u00f6llig ausreichend, zumal sich seine Covers von den Originalen kaum unterscheiden. (\u00dcber Sinn und Unsinn von Covers k\u00f6nnte ich auch noch einiges schreiben, aber das w\u00e4re ein eigenes Thema). Die meisten seiner sonstigen Songs oder Hits w\u00fcrde ich in die Kategorie &#8222;seichte Schlager&#8220; einordnen, Vieles klingt f\u00fcr mich einfach langweilig. Dazu kommen einige Titel, die deutlich jenseits meiner Toleranzgrenze f\u00fcr Sentimentalit\u00e4t liegen (wie z.B. &#8222;Mary Did You Know&#8220;, und es gibt da noch Krasseres). Und dann finde ich es auf die Dauer ziemlich an\u00f6dend, wenn jemand ausschlie\u00dflich Liebeslieder singt (und das dann gar noch in Kombination mit Weihnachtsliedern). Ich h\u00f6re gerne Mal Titel mit einem geistreichen Text.<\/em><\/p>\n<p><em>Jetzt fragt Ihr Euch sicher, was ich dann eigentlich mit Mr. Aiken am Hut habe. Genau das habe ich mich auch gefragt, und ich habe versucht dieser Frage nachzugehen. Sie ist mehr oder minder identisch mit der Frage, was halb Amerika mit Mr. Aiken am Hut hat. Allein durch seine Musik ist seine Popularit\u00e4t nicht zu erkl\u00e4ren. Leider ist die Frage garnicht so leicht zu beantworten, ich m\u00f6chte nicht behaupten, dass ich das Ph\u00e4nomen Clay Aiken &#8211; und als solches w\u00fcrde ich ihn bezeichnen &#8211; schon restlos verstanden h\u00e4tte. Und vor allem &#8211; es hat mit Musik und erst recht mit Jethro Tull nichts zu tun und geh\u00f6rt daher nicht in Dein Weblog. Aber bleiben wir erst einmal noch bei der Aufkl\u00e4rung weiterer Missverst\u00e4ndnisse.<\/em><\/p>\n<p><em>Wilfried schrieb: &#8222;Die Brille wich schon fr\u00fch einem Satz Kontaktlinsen.&#8220; Genau das tat sie eben nicht (waren die verlinkten Photos vielleicht doch teilweise so klein, dass man die Brille nicht mehr erkennen konnte?). F\u00fcr American Idol musste Mr. Aiken nat\u00fcrlich auf Kontaktlinsen umstellen, sonst h\u00e4tte man ihn nicht auf die B\u00fchne gelassen. Aber kaum war AI vorbei, da kramte er seine Brille wieder raus (vielleicht nicht genau das gleiche Modell). Seither hat er sie in sch\u00f6ner Regelm\u00e4\u00dfigkeit immer wieder aufgesetzt, die Abst\u00e4nde werden eher k\u00fcrzer. Besonders Interviews gibt er gerne bebrillt, und bei seiner letzten Konzerttournee stand er wohl mindestens bei der H\u00e4lfte seiner Auftritte mit Brille auf der B\u00fchne. Zur Information: Brille ist im Gegensatz zu Kontaktlinsen teurer, unpraktischer, l\u00e4stiger und man sieht damit auch noch schlechter (eingeschr\u00e4nktes Gesichtsfeld, verzerrte Linien). Das sage ich als Kontaktlinsentr\u00e4gerin, die \u00fcber 25 Jahre lang ausschlie\u00dflich Brille getragen hat. Wer trotzdem Brille tr\u00e4gt, noch dazu als &#8222;K\u00fcnstler&#8220; auf der B\u00fchne, der hat daf\u00fcr einen bestimmten Grund. Zum einen verleiht eine Brille nat\u00fcrlich Autorit\u00e4t und einen intellektuellen Anstrich. F\u00fcr Mr. Aiken dient sie nach meiner Einsch\u00e4tzung vor allem dazu sein altes &#8222;Nerd&#8220;-Image zu pflegen, so als wollte er sagen: &#8222;Ich habe mich nicht wirklich ver\u00e4ndert, ich bin immer noch der Gleiche.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Dann hat mich einmal mehr verwundert, lieber Wilfried, dass Du die Frage, ob jemand ein &#8222;Superstar&#8220; ist, an der H\u00f6he seines Kontostands festmachst. Wenn das wirklich das Kriterium ist, dann ist mit Sicherheit Mr. Anderson der zigfach, wenn nicht hundertfach, gr\u00f6\u00dfere Superstar, und das nicht nur, weil er bereits ein paar Jahre l\u00e4nger Zeit hatte Geld zu verdienen. Mr. Aiken investiert sein Geld n\u00e4mlich nicht in Lachsfarmen, er steckt es in die von ihm selbst gegr\u00fcndete Stiftung f\u00fcr geistig behinderte Kinder und wird daher im Vergleich zu Mr. Anderson wohl immer ein armer Schlucker bleiben. Er ist im \u00dcbrigen auch kein Superstar, der Ausdruck passt f\u00fcr ihn nicht, und er sieht sich selbst auch ganz sicher nicht als solchen.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcberhaupt zum Begriff &#8222;Superstar&#8220; &#8211; nach meiner Erinnerung ist er keineswegs so neu, wie Du das zu empfinden scheinst. Auch wenn ich 1970 noch ein &#8222;Jungspund&#8220; war, wie Du das zu formulieren beliebtest, kann ich mich an dieses Jahr doch noch sehr gut erinnern. Seit 1970 war ich regelm\u00e4\u00dfige Leserin der Bravo (und damit nat\u00fcrlich bestens informiert), habe die Charts beobachtet und regelm\u00e4\u00dfig die Disco besucht (ja, ich war ziemlich fr\u00fch dran). Neben CCR waren Elton John und Uriah Heep meine Favoriten (&#8222;Easy Living&#8220; war der erste Song, auf den ich je in einer Disco getanzt habe). Um&#8217;s kurz zu machen &#8211; den Begriff Superstar gab es damals schon, die Bravo war voll davon. Die Beatles und die Stones geh\u00f6rten dazu, aber auch f\u00fcr Neil Diamond wurde nach meiner Erinnerung dieser Begriff gebraucht. Ob er amerikanisch ist, wei\u00df ich nicht, Pop- und Rockmusik waren damals \u00fcberwiegend britisch. Auf jeden Fall liegen auch meine musikalischen Wurzeln in der ersten H\u00e4lfte der siebziger Jahre, allerdings waren sie weniger von Progressive Rock gepr\u00e4gt als Deine. Zu Jethro Tull bin ich, wie ich ja bereits erw\u00e4hnt habe, erst 1978, also in meiner musikalischen Sp\u00e4tzeit gestossen, als ich eigentlich schon erwachsen war (na ja, wie Ihr wisst bin ich niemals wirklich erwachsen geworden&#8230;). Aber das nur am Rande.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann hat Dich interessiert, lieber Wilfried, wie bekannt Mr. Aiken wohl in Europa (bzw. in Deutschland) ist. Das wei\u00df ich auch nicht, aber ich w\u00fcrde vermuten, dass ihn kaum Einer kennt. Ich glaube nicht, dass er hier schon einmal aufgetreten ist oder im Fernsehen zu sehen war &#8211; so etwas ist f\u00fcr den Bekannheitsgrad entscheidend. Der Austausch von &#8222;Stars&#8220; \u00fcber den Atlantik hinweg funktioniert auch nicht mehr so wie noch vor 30 Jahren. Abgesehen von den &#8222;wirklichen Superstars&#8220;, zu denen ich Mr. Aiken eben nicht z\u00e4hle, sind die USA und Europa weitgehend getrennte M\u00e4rkte (auch das ist \u00fcbrigens ein interessantes Thema). Au\u00dferdem ist das Interessante an Mr. Aiken&#8217;s nicht seine Musik, sondern so ziemlich alles andere &#8211; und davon ist in Europa vermutlich nie etwas angekommen. Der Verkaufsrang f\u00fcr Mr. Aiken&#8217;s letztes  Werk bei Amazon wundert mich daher nicht. Man sollte dabei auch bedenken, dass das Album bereits anderthalb Jahre alt ist, da kann man die Chart-Position schlecht mit etwas vergleichen, das erst vor ein oder zwei Monaten herausgekommen ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Dann m\u00f6chte ich doch noch betonen, dass man meiner Meinung nach Mr. Anderson und Mr. Aiken in ihrer Eigenschaft als Musiker nun wirklich nicht miteinander vergleichen kann, das ist als vergleiche man \u00c4pfel mit Kartoffeln &#8211; beide sind pflanzlich und man kann sie essen, zweitere allerdings erst nach vorheriger Garung. Scherz beiseite &#8211; die Herren spielen nicht  die gleiche Sportart. Mr. Anderson ist ein Musiker, der seine Songs selbst schreibt und er ist allein dadurch einzigartig und unersetzlich &#8211; ohne ihn w\u00fcrde es diese Musik nicht geben. Mr. Aiken ist ein reiner Interpret, der singt was andere geschrieben haben, und damit ist er prinzipiell austauschbar. Singen k\u00f6nnen Viele, und die auf Hochtouren laufende Idol-Industrie (es gibt da ja auch noch x-factor, America&#8217;s Got Talent und andere) spuckt neue Talente in immer k\u00fcrzeren Abst\u00e4nden aus, und die werden immer unglaublicher und immer j\u00fcnger (auch zu diesem Thema habe ich in letzter Zeit einiges Material gefunden). Da wird es immer wieder einen Anderen geben, der besser ist, j\u00fcnger oder auch einfach nur neuer, und den Favoriten vom letzten Jahr verdr\u00e4ngt, wenn dieser nicht neben seinen gesanglichen F\u00e4higkeiten noch andere aufweisen kann oder durch seine Pers\u00f6nlichkeit einzigartig und unersetzlich ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Vor diesem Hintergrund meinst Du, Mr. Aiken w\u00e4re ein &#8222;S\u00e4nger, der sich schnell verbraucht&#8220;. Nun, auf 40 Jahre Musikerdasein kann er noch nicht zur\u00fcckblicken, er ist halt auch noch nicht einmal 30, da hat er schlechte Karten&#8230; Daf\u00fcr, dass er 31 Jahre j\u00fcnger ist als Mr. Anderson, kann er nichts. Aber ich w\u00e4re bereit, lieber Wilfried, mit Dir darum zu wetten, dass in 31 Jahren, wenn wir beide bereits als Tattergreise im Altersheim sitzen und selbst Mr. Aiken nicht mehr ganz jung ist, der Name Clay Aiken in den USA immernoch ein Begriff sein wird. Und das selbst dann, wenn er morgen seine Stimme verlieren und nicht mehr besser klingen sollte als der Mr. Anderson der heutigen Tage. Clay Aiken ist n\u00e4mlich nicht einfach irgendein amerikanischer Schnulzens\u00e4nger, er ist eine Symbolfigur, ein &#8222;echtes Idol&#8220; im deutschen Sinn des Wortes. Dass das so ist, und warum das so ist, konnte allerdings zugegebenerma\u00dfen aus meinem letzten Beitrag \u00fcber ihn nicht hervorgehen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das liegt daran, dass das alles mit Musik nichts zu tun hat, ein Idol hat mit Musik \u00fcberhaupt nichts zu tun.  Mr. Anderson war nie Dein Idol, hast Du geschrieben, lieber Wilfried &#8211; meins auch nicht. Ein Idol braucht n\u00e4mlich einen Vorbild-Charakter und eine Botschaft, und das kann Mr. Anderson nicht bieten &#8211; Mr. Aiken schon. Im Fall von Mr. Aiken war die Musik nur das Medium, das ihn an die \u00d6ffentlichkeit katapultiert hat, damit sie ihn kennenlernen konnte. Gut, nat\u00fcrlich singt er und verkauft auch CDs, aber ich k\u00f6nnte mir vorstellen, dass in seinem Fall manche die CD mehr wegen ihm als wegen der Musik darauf kaufen. Um das zu verstehen, muss man seine Vorgeschichte kennen und alles, was seither \u00fcber ihn durch die Presse gegangen ist (oder zumindest einen Teil davon, denn ich habe mit Sicherheit auch nicht alles mitbekommen), auch seine Aktivit\u00e4ten au\u00dferhalb der Popmusik (die schon erw\u00e4hnte Stiftung, die T\u00e4tigkeit als UNICEF-Botschafter usw.) geh\u00f6ren dazu.<\/em><\/p>\n<p><em>In meinem letzten Beitrag hatte ich Mr. Aiken mit Superman verglichen &#8211; das war mehr als Gag und scherzhafte Ann\u00e4herung an die Wahrheit gedacht. Tats\u00e4chlich hat er n\u00e4mlich viel mehr \u00c4hnlichkeit mit einem ganz anderen Helden der Weltgeschichte. Dazu zwei Bilder aus dem Claymania-Video:<\/em><\/p>\n<table border=\"0\" cellpadding=\"5\" cellspacing=\"0\" width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><em><IMG SRC=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/aiken_2006_x_01.jpg\" WIDTH=240>\n<\/td>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><em><IMG SRC=\"http:\/\/www.kretakatzen.de\/Diverse\/aiken_2006_x_03.jpg\" WIDTH=240>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><em>Ich glaube man braucht keine besondere Phantasie, damit einem das wie eine moderne Illustration zum Neuen Testament erscheint. Da war Zach\u00e4us in einen Baum gestiegen, von dem er wu\u00dfte, dass Jesus an ihm vorbeikommen w\u00fcrde, denn er wollte zumindest einmal einen Blick auf den Messias werfen. Hier sind gleich mehrere Zach\u00e4us auf&#8217;s Sims gestiegen, damit sie ihrem Idol wenigstens einmal die Hand sch\u00fctteln k\u00f6nnen. Und das sind keine ausgeflippten Teenies, die heute f\u00fcr den Einen kreischen und morgen f\u00fcr einen Anderen. Die sehen aus wie gestandene M\u00e4nner, \u00e4lter als der Messias, der eingerahmt von seinen Sicherheitsleuten an ihnen vor\u00fcberschreitet.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Symbolik in der Geschichte des Mr. Aiken und die Zahl der Parallelen zu Jesus ist wirklich frappierend. Da gibt es z.B die Weissagung nach seinem Vortrag von &#8222;Somewhere Out There&#8220; bei American Idol (das Video hatte ich verlinkt), sie kommt von der farbigen Dame in der Jury (ich wei\u00df nicht einmal, wer das ist, aber sie muss wohl hellseherische F\u00e4higkeiten haben). Sie erkl\u00e4rt Mr. Aiken zum Mysterium und prophezeit ihm eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Zukunft, denn &#8222;You are pure&#8220;. Sie hat den Nagel auf den Kopf getroffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Kaum ist seine Idol-Zeit vorbei, der bekehrt er auch schon Saulus zum Paulus. Es ist dies Jimmy Kimmel, der Talkshow-Gastgeber, der sich im Claymania-Video als &#8222;Leader of the Claymates&#8220; outet und Mr. Aiken anschlie\u00dfend in seiner Show  als &#8222;My best friend in the whole world&#8220; ank\u00fcndigt. Das war nicht immer so. Dazu muss man wissen, dass Mr. Aiken zu Zeiten seiner Idol-Auftritte nicht nur mit Euphorie gefeiert, sondern auch mit jeder Menge Spott von Seiten der Medien bedacht wurde, so wie er \u00fcberhaupt in seinem ganzen Leben noch nie \u00fcber Mangel an Spott hat klagen m\u00fcssen. Insbesondere wurde schon fr\u00fch vermutet er m\u00fcsse wohl schwul sein, denn er s\u00e4he so &#8222;gay&#8220; aus und w\u00fcrde sich so &#8222;gay&#8220; benehmen. Von den Sp\u00f6ttern war Mr. Kimmel einer der Vorderen. Unter diesem Gesichtspunkt gewinnen Bemerkungen Kimmel&#8217;s in der Show von 2006 wie &#8222;&#8230;the man whose poster adorns my bedroom&#8220;,  &#8222;This is why there are rumors about you and me together.&#8220; und &#8222;I would never have imagined, when you where a young man on American Idol&#8230;&#8220; eine ganz neue Bedeutsamkeit. Es klingt als l\u00e4ge diese AI-Zeit Jahrzehnte zur\u00fcck, es ist gerade einmal 3 Jahre her.<\/em><\/p>\n<p><em>In  <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iTN746IjlvM\" TARGET=\"_blank\">diesem Video<\/A>, das den ersten Auftritt Mr. Aikens in Kimmels Show nach American Idol zeigt, kann man sehen, wie der inzwischen gel\u00e4uterte 40-J\u00e4hrige Kimmel den Kniefall vor seinem (fast) 25-J\u00e4hrigen Meister macht, dem er fortan freudig dienen wird. Das Video ist noch aus anderem Grund interessant, denn Mr. Aiken kommt hier neben Britney Spears zu sitzen. Britney war zu diesem Zeitpunkt bereits seit etwa 5 Jahren im Gesch\u00e4ft, und ich finde sie sieht schon ziemlich fertig aus. Jedenfalls ist sie so angemalt, dass man von ihrem Gesicht kaum noch etwas sieht. Sie ist 3 Jahre j\u00fcnger als Mr. Aiken und auf mich wirkt sie kindisch und naiv. Mr. Aiken sieht zwar aus als w\u00e4re er h\u00f6chstens 16, aber man merkt ziemlich schnell, dass er weder auf den Kopf noch auf den Mund gefallen ist. Die beiden sollten in den n\u00e4chsten Jahren zu Haupt-Zielscheiben der Boulevard-Presse werden, und da zeigt sich, dass man nicht intelligent sein muss um Popstar zu werden, aber es ist sicher hilfreich, wenn man im Haifischbecken Hollywood ein paar Jahre ohne Nervenzusammenbruch \u00fcberleben will. Britney Spears war diesen Anforderungen nicht gewachsen.<\/em><\/p>\n<p><em>Inzwischen sind bereits 5 Jahre vergangen und es ist immer noch nicht gekl\u00e4rt, ob Mr. Aiken nun eigentlich schwul ist oder nicht und wie sich sein nicht existentes (oder doch nur im Geheimen verborgenes?) Liebesleben im Detail gestaltet &#8211; und die Bem\u00fchungen der Boulevardpresse Licht in dieses Dunkel zu bringen und diese ganz Amerika bewegende Frage zu beantworten k\u00f6nnten sich noch einige Jahre hinziehen. Nein, so jemand wird nicht langweilig, er wird &#8222;Sexiest Singer&#8220;. Aber das nur am Rande.<\/em><\/p>\n<p><em>Habe ich hier schon einmal den Satz &#8222;Zeige mir Deine Fans, und ich sage Dir, wer Du bist&#8220; gebraucht? Kein anderer mir bekannter Star kann auf eine vergleichbare Fangemeinde herabschauen &#8211; sie ist auch in Amerika bereits sprichw\u00f6rtlich. Seine Fans haben sich in durchstrukturierten (soll ich sagen &#8222;kirchen\u00e4hnlichen&#8220;) Gruppen zusammengeschlossen und sind bestens organisiert. Da wird nicht nur daf\u00fcr gesorgt, dass, wo immer der Meister erscheint, eine ausreichend gro\u00dfe Abordnung zur Stelle ist, um f\u00fcr den ihm geb\u00fchrenden Ger\u00e4uschpegel zu sorgen. Tritt Mr. Aiken bei einer Wohlt\u00e4tigkeitsveranstaltung im Fernsehen auf, dann werden schon im Vorfeld 30.000 $ an Spenden gesammelt und zu seinen Ehren in seinem Namen \u00fcberwiesen. Ruft er im Fernsehen zur Beteiligung an einer Aktion auf, kann er sicher sein, dass schon am n\u00e4chsten Tag seine J\u00fcnger zahlreich ausstr\u00f6men werden, um seiner Bitte Folge zu leisten.<\/em><\/p>\n<p><em>Selbst Pr\u00e4sident Bush hat schon erkannt, dass Mr. Aiken eine nicht zu untersch\u00e4tzende Gr\u00f6\u00dfe darstellt. Auf einem seiner Popularit\u00e4tstiefs (bestand seine Amtszeit nicht eigentlich nur aus Populari\u00e4tstiefs?) hielt er es f\u00fcr vorteilhaft, Mr. Aiken in eine eigens gegr\u00fcndete Kommission zur Ausarbeitung von Verbesserungsvorschl\u00e4gen f\u00fcr die F\u00f6rderung und Integration von geistig Behinderten zu berufen &#8211; das war nat\u00fcrlich ein PR-Gag, um ein bi\u00dfchen von der Popularit\u00e4t Clay Aikens zu profitieren. Wie wir in dem von mir im letzten Beitrag verlinkten Interview bei Jimmy Kimmel geh\u00f6rt haben, hat es Mr. Bush nicht einmal f\u00fcr n\u00f6tig gehalten Mr. Aiken zum Dank daf\u00fcr, dass er sich mit seinem Namen schm\u00fccken darf, zumindest einmal pers\u00f6nlich die Hand zu sch\u00fctteln. So wird in den USA Politik gemacht. Aber Politik ist ja auch nicht unser Thema.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich k\u00f6nnte noch eine Weile so weiter erz\u00e4hlen, aber ich denke es reicht, Ihr werdet mich sowieso schon f\u00fcr total \u00fcbergeschnappt erkl\u00e4rt haben. Fassen wir also zusammen: Der moderne amerikanische Jesus ist von Hause aus Lehrer f\u00fcr geistig behinderte Kinder (seelig sind die geistig Armen) und verdient sein Geld als Entertainer. Predigen tut er nicht, das ist total out und w\u00fcrde in der heutigen Zeit nicht gut ankommen. Hin und wieder ein Spendenaufruf oder die Bitte, sich an einer caritativen Aktion zu beteiligen &#8211; das reicht &#8211; und seine Fangemeinde kommt diesen Bitten freudig nach. Ansonsten tut er lieber selber etwas, z.B. f\u00fcr seine Stiftung oder als UNICEF-Botschafter. Er ist bekennender Christ, steht der Kirche allerdings kritisch gegen\u00fcber. Seit er 2004 das sich am schnellsten verkaufende Weihnachtsalbum der Neuzeit herausgebracht hat, ist er au\u00dferdem der all-amerikanische, singende Weihnachtsengel, der allj\u00e4hrlich eine spezielle Weihnachtstournee ausschlie\u00dflich mit Weihnachtsliedern absolviert (davon habt Ihr ja auch bereits ein Kostprobe abbekommen). Er hatte noch nie eine Freundin und h\u00e4lt nichts von vorehelichem Sex, lebt also in v\u00f6lliger Enthaltsamkeit. Seit 5 Jahren bem\u00fcht sich die Boulevardpresse ihm irgendetwas anzuh\u00e4ngen &#8211; man hat sogar schon seine Stiftung wegen angeblicher Verschwendung von Spendengeldern durchleuchten lassen &#8211; es konnte noch kein Makel an ihm gefunden werden. Spott und H\u00e4me aus den Medien perlen inzwischen an ihm ab wie Regen auf einem frischgewachsten Rolls Royce und lassen seinen Heiligenschein nur noch heller erstrahlen. Soweit zu Mr. Aiken.<\/em><\/p>\n<p><em>Also wie Ihr seht, hat das alles h\u00f6chstens noch am Rande mit Musik zu tun, es w\u00fcrde eher in eine Rubrik &#8222;Dies und das&#8220; oder &#8222;Leute von heute&#8220; passen. Eigentlich ist das schon l\u00e4nger mein Thema. Seit nunmehr einem Jahr durchstreife ich diesen Menschenzoo, den man YouTube nennt, und sto\u00dfe dabei auf Pers\u00f6nlichkeiten, an denen ich aus irgendeinem Grund h\u00e4ngen bleibe. Der Erste dieser Art war Mr. Anderson, und so bin ich im letzten April schlie\u00dflich in Deinem Weblog gelandet, lieber Wilfried. Aber Jethro Tull und Mr. Anderson k\u00f6nnen mich nicht auf ewig fesseln, so ziemlich alle Aspekte seiner Person haben wir inzwischen durchgekaut, und viel Neues ist von seiner Seite nicht mehr zu erwarten. So bin ich denn weiter gesurft und \u00fcber John Fogerty, k.d. Lang und Andere inzwischen zu Clay Aiken gelangt. Kein Mensch wei\u00df, wie lange er mich noch besch\u00e4ftigen wird und auf wen ich danach sto\u00dfen werde.<\/em><\/p>\n<p><em>Tats\u00e4chlich interessiert mich zurzeit wie sich die Musikbranche seit den 70ern ver\u00e4ndert hat und wie sie heute funktioniert, und da spielen nun einmal Talentshows eine gro\u00dfe Rolle. Die Entwicklung ist allgemein von den Bands weg hin zu Einzelmusikern und Interpreten gegangen. Irgendetwas mit Jethro Tull Vergleichbares gibt es nicht mehr (jedenfalls bin ich bisher noch nicht darauf gesto\u00dfen). Wenn mich die Person oder die Story interessiert, dann habe ich auch keine Probleme damit, wenn die zugeh\u00f6rige Musik nicht hundertprozentig meinem Geschmack entspricht.<\/em><\/p>\n<p><em>So lebt denn nun wohl, meine lieben Freunde<br \/>\nKretakatze<\/em><\/p>\n<p><em><B>PS.:<\/b>Zum Lebewohl kann ich mir dann aber doch nicht verkneifen Euch noch <A HREF=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=NodMDZaCgAY\" TARGET=\"_blank\">ein kleines Video<\/A> mit auf den Weg zu geben. Es ist ein Kuriosum, denn in ihm ist Musik von Jethro Tull (ca. ab 0:30) und danach auch noch Clay Aiken zu h\u00f6ren (da k\u00f6nnt Ihr ja dann abschalten). Der Hintergrund: Zum letztj\u00e4hrigen Weihnachtsfest wurde im amerikanischen Fernsehen eine &#8222;Holiday On Ice&#8220;-Show gesendet, zu der Clay Aiken live gesungen hat. Hier werden Bilder vom Training der amerikanischen Meisterin im Eiskunstlauf gezeigt, die zu Clay Aiken&#8217;s Version von &#8222;Winter Wonderland&#8220; (darauf k\u00f6nnt Ihr sicher gut verzichten) auf dem Eis ihre Vorf\u00fchrung \u00fcbt. Mr. Aiken singt zu ihrem Training nat\u00fcrlich nicht live sondern kommt aus der Konserve. Zuvor werden &#8211; passend zum Thema Eiskunstlauf &#8211; ein paar Takte von &#8222;Skating Away (On The Thin Ice Of A New Day)&#8220; angespielt. Der alte Tull-Klassiker ist in den USA also auch noch nicht ganz in Vergessenheit geraten.<\/em><\/p>\n<p>01.04.2008<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/babelfish.altavista.com\/babelfish\/trurl_pagecontent?url=https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1154&#038;lp=de%5Fen\" target=\"_blank\">English Translation for Ian Anderson<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hi, Kretakatze &#038; Lockwood \u2013 und allen Besuchern ein fr\u00f6hliches Hi-ho, Lockwood lebt noch, wie sch\u00f6n \u2013 und willkommen zur\u00fcck im Club. Heute m\u00f6chte ich zwei F\u00e4den vom letzten Mal wieder aufnehmen und miteinander verkn\u00fcpfen. Zun\u00e4chst der 1. Faden: Lockwood beschrieb die Endkandidaten aus DSDS der aktuellen Staffel als kompatibel, wohl im Sinne von austauschbar. &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=1154\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Was ist blo\u00df mit Ian los? 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