{"id":1176,"date":"2008-04-29T12:10:22","date_gmt":"2008-04-29T10:10:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=1176"},"modified":"2011-02-24T14:05:01","modified_gmt":"2011-02-24T13:05:01","slug":"waren-die-antiken-griechen-farbenblind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1176","title":{"rendered":"Waren die antiken Griechen farbenblind?"},"content":{"rendered":"<p>Nach und nach lese ich zz. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Colin_Wilson\" target=\"_blank\">Colin Wilsons<\/a> \u201eDas Okkulte\u201c zum wiederholtem Male. Es gilt als Standardwerk \u00fcber Okkultismus und gibt dabei eine lesenswerte \u00dcbersicht \u00fcber die Geschichte der Magie. Wie das zugrundeliegende Thema selbst, so bleibt nat\u00fcrlich auch in diesem Buch vieles nebul\u00f6s. Einiges mag wissenschaftlich falsch oder inzwischen \u00fcberholt sein. Insgesamt finde ich es aber sehr interessant, weil es Einblicke in die Denkweisen des Okkulten vermittelt, die hier verst\u00e4ndlich beschrieben wurden.<\/p>\n<p>Ziemlich am Anfang stie\u00df ich auf eine Textstelle, deren inhaltliche Behauptung (<em>Die alten Griechen waren partiell farbenblind!<\/em>) ich versucht habe zu verifizieren. Hier zun\u00e4chst der Text:<\/p>\n<p><em>Schon 1887 sagte Max M\u00fcller (The Schience of Thought, New York 1887, Bd. 1; auch zitiert bei R.M. Bucke, <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Cosmic_consciousness\" target=\"_blank\">Cosmic Consciousness<\/a>, New York 1901), der Herausgeber der<\/em> Heiligen B\u00fccher des Ostens, <em>da\u00df unsere Vorfahren vor zweitausend Jahren praktisch farbenblind gewesen seien \u2013 wie die meisten Tiere: \u201e Xenophanes kannte nur drei Farben des Regenbogens \u2013 Purpur, Rot und Gelb; selbst Aristoteles sprach von dem dreifarbigen Regenbogen, und Demokrit kannte nicht mehr als vier Farben \u2013 Schwarz, Wei\u00df, Rot und Gelb.\u201c Homer schien zu glauben, da\u00df das Meer von der gleichen Farbe sei wie der Wein. Und in der indo-europ\u00e4ischen Ursprache gibt es gar keine Farbenw\u00f6rter. Da begreifen wir gern, warum Alexander von Makedonien, der Sch\u00fcler des Aristoteles, sein Leben damit verbrachte, die Welt zu erobern. Es mu\u00df eine au\u00dferordentlich dumpfe Welt gewesen sein, ohne Unterschiede zwischen dem Rot des Weins, dem Blaugr\u00fcn des Meeres, dem Smaragdgr\u00fcn des Grases und dem tiefen Blau des Himmels. Biologisch betrachtet, ist dies verst\u00e4ndlich. Das Leben war hart und voller Gewalt, und die F\u00e4higkeit, feinste Denk- und Farbunterschiede zu erkennen, w\u00e4re f\u00fcr das \u00dcberleben wertlos gewesen. Alexander war ein energischer, einfallsreicher Mann; was h\u00e4tte er anderes<\/em> tun <em>sollen, als die Welt zu erobern und dann, als nichts mehr zu erobern gab \u2013 zu weinen?<\/em><\/p>\n<p>Colin Wilson: Das Okkulte, M\u00e4rz Verlag, Berlin und Schlechtenwegen, 1. Aufl., Sept. 1982 &#8211; S. 34<\/p>\n<p>Bei der Suche nach Best\u00e4tigungen dieser Aussage, bin ich \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zur_Farbenlehre\" target=\"_blank\">Goethes Farbenlehre<\/a> gestolpert. Heute sieht man dieses Werk von Goethe eher als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Metaphysik\" target=\"_blank\">metaphysische<\/a> denn als physikalische Abhandlung, zumal es schon zu seiner Zeit den Erkenntnissen von Issac Newton entgegenstand. Dort steht \u00fcber die <a href=\"http:\/\/www.farben-welten.de\/farbenlehre\/geschichte\/1griechen\/farbenbenennungen_der_griechen_und_roemer.htm\" target=\"_blank\">Farbenbenennungen der Griechen und R\u00f6mer<\/a> u.a.:<\/p>\n<p><em>Die Alten lassen alle Farbe aus Wei\u00df und Schwarz, aus Licht und Finsternis entstehen. Sie sagen, alle Farben fallen zwischen Wei\u00df und Schwarz und seien aus diesen gemischt.<\/em><\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p><em>Fangen wir von der untersten Stufe an, wo das  Licht so alteriert erscheint, da\u00df es die besondre Empfindung dessen, was wir Farbe nennen, erregt, so  treffen wir daselbst zuerst \u00f4chron (bla\u00df), dann xanthon (gelb, gelblich), fer ner pyrrhon (feuerfarbig, rot), dann erythron (rot, r\u00f6tlich), sodann phoinikoun (purpurrot), zu letzt porphyroun (purpurfarbig) an. Im gemeinen wie im poetischen Sprachgebrauch finden wir herauf- und herabw\u00e4rts \u00f6fter ein Genus f\u00fcr das andre gesetzt. Das porphy roun (purpurfarbig) steigt abw\u00e4rts in das halourges (mit Meerpurpur gef\u00e4rbt), kyanoun coeruleum (blau), glaukon caesium (blaugrau), und schlie\u00dft sich durch die ses an das prasinon porraceum (lauchfarbig), po\u00f4des herbidum (grasgr\u00fcn),  und zuletzt an das chl\u00f4ron viride (hellgr\u00fcn) an, das sowohl ein  mit Blau vermischtes Gelb, das ist ein Gr\u00fcnes, als das reine Gelb anzeigt und so das Ende des Farbenkreises mit dem Anfange verbindet und zuschlie\u00dft.<\/em><\/p>\n<p>Die Farbe Purpur wird hier auch f\u00fcr die Farbe des Meeres gesetzt. Allerdings tauchen auch Farben wie blau und gr\u00fcn auf. Leider ist nicht genau zu durchschauen, wie eine bestimmte Farbe tats\u00e4chlich \u201aempfunden\u2019 wurde (lauchfarbig sagt lange nicht aus, ob die Farbe tats\u00e4chlich als gr\u00fcn gesehen wurde). Ich kann mir also durchaus vorstellen, dass bestimmte Farben nicht in dem Ma\u00dfe wahrgenommen werden, wie wir es heute tun. <em>Waren die alten Griechen also tats\u00e4chlich zum Teil farbenblind?<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach und nach lese ich zz. Colin Wilsons \u201eDas Okkulte\u201c zum wiederholtem Male. Es gilt als Standardwerk \u00fcber Okkultismus und gibt dabei eine lesenswerte \u00dcbersicht \u00fcber die Geschichte der Magie. Wie das zugrundeliegende Thema selbst, so bleibt nat\u00fcrlich auch in diesem Buch vieles nebul\u00f6s. Einiges mag wissenschaftlich falsch oder inzwischen \u00fcberholt sein. 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