{"id":11826,"date":"2024-01-19T13:52:56","date_gmt":"2024-01-19T13:52:56","guid":{"rendered":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11826"},"modified":"2024-01-19T13:55:03","modified_gmt":"2024-01-19T13:55:03","slug":"bauernproteste-zukunft-braucht-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=11826","title":{"rendered":"Bauernproteste: Zukunft braucht Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<p>W\u00fctende B\u00e4uerinnen und Bauern legen mit ihren Protesten das Land lahm. Sie streiten \u00fcber Agrarsubventionen \u2013 dabei geht es um viel mehr: Unsere Landwirtschaft braucht faire Preise, mehr Natur- und Klimaschutz sowie Gelder f\u00fcr b\u00e4uerliche Betriebe statt f\u00fcr Agrarfabriken.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/pics\/bauern_blockade_bremerhaven.jpg\" alt=\"Blockade des Hafens im Bremerhaven durch protestierende Bauern\" title=\"Blockade des Hafens im Bremerhaven durch protestierende Bauern\" \/><br \/>\nBlockade des Hafens im Bremerhaven durch protestierende Bauern<\/p>\n<p>Viele der protestierenden B\u00e4uerinnen und Bauern wissen: Damit es ihnen besser geht, muss sich die Landwirtschaft fundamental \u00e4ndern. Sie sind bereit, ihre Tiere artgerecht zu halten, unser Trinkwasser zu schonen, die Artenvielfalt zu f\u00f6rdern und das Klima zu sch\u00fctzen. Doch daf\u00fcr braucht es eine andere Agrarpolitik \u2013 die sie beim tierfreundlichen Umbau der St\u00e4lle unterst\u00fctzt, f\u00fcr faire Preise und leichteren Zugang zu Ackerland sorgt. Wir brauchen eine sozial und \u00f6kologisch gerechte Agrarwende.<\/p>\n<p>Es kann nicht allein um die Subventionen f\u00fcr Kfz-Steuer und Diesel gehen. Das Problem ist viel komplexer.<\/p>\n<p><strong>Faire Preise<\/strong>: Es braucht eine gesetzliche Regelung f\u00fcr gerechte Erzeugerpreise. Die Vertr\u00e4ge zwischen H\u00f6fen und Abnehmern von Obst, Gem\u00fcse und tierischen Produkten m\u00fcssen feste Mengen, Laufzeiten und Preise beinhalten. Nur so erhalten B\u00e4uerinnen und Bauern wirtschaftliche Planungssicherheit.<\/p>\n<p><strong>Einf\u00fchrung einer Tierwohlabgabe:<\/strong> Eine Abgabe auf Fleisch k\u00f6nnte den Umbau der Tierhaltung endlich angemessen finanzieren \u2013 und den Bundeshaushalt zus\u00e4tzlich entlasten.<\/p>\n<p><strong>Leichterer Zugang zu landwirtschaftlichen B\u00f6den<\/strong>: Kauf- und Pachtpreise f\u00fcr Ackerfl\u00e4chen steigen unaufhaltsam. Die Erh\u00f6hung der Grunderwerbsteuer f\u00fcr Gro\u00dfgrundeigner w\u00fcrde diese finanzielle Aufw\u00e4rtsspirale stoppen und jungen B\u00e4uerinnen und Bauern die Existenzgr\u00fcndung erleichtern.<\/p>\n<p><strong>Umverteilung der EU-Agrargelder<\/strong>: Im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU m\u00fcssen B\u00e4uerinnen und Bauern f\u00fcr ihren Beitrag zum Umwelt-, Biodiversit\u00e4ts- und Tierschutz angemessen entlohnt werden.<\/p>\n<p>Und andere Themen spielen hinein:<\/p>\n<p>Ich denke da an Glyphosat, ein Totalherbizid, dessen Unbedenklichkeit (u.a. krebserregend) nicht nachgewiesen ist. Ich denke an <a href=\"https:\/\/www.no-patents-on-seeds.org\/index.php\/de\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Patente auf Saatgut<\/a>, f\u00fcr die die Bauern hohe Betr\u00e4ge zu zahlen haben. Dabei werde man immer abh\u00e4ngiger von wenigen Konzernen, das tr\u00e4fe am Ende auch die Verbraucherinnen und Verbraucher. \u201eDenn die gro\u00dfen Konzerne entscheiden, was gez\u00fcchtet wird und mit welchen Methoden.\u201c Traditionelle Pflanzenzucht werde so unm\u00f6glich gemacht. Gentechnik lie\u00dfe sich zwar patentieren. \u201eAber darum geht es den gro\u00dfen Konzernen nicht.\u201c Es gehe darum, diejenigen biologischen Ressourcen zu patentieren, die Z\u00fcchter br\u00e4uchten, um ihre Pflanzen resistent gegen Klimawandel, Sch\u00e4dlinge und Krankheiten zu machen.<\/p>\n<p>Wenn also solche Pflanzen gegen Sch\u00e4dlinge resistent sind, wozu dann noch Glyphosat?<\/p>\n<p>Und wir Verbraucher sind gefragt. Wer sich scheinbar &#8217;solidarisch&#8216; mit den Bauern zeigt, aber z.B. weiter Billigfleisch aus Massentierhaltung kauft, sollte sich \u00fcberlegen, ob er auf den richtigen Zug gesprungen ist.<\/p>\n<p>Lange Zeit wurden B\u00e4uerinnen und Bauern von der Union gef\u00fchrten Regierungen beg\u00fcnstigt. So wurde ein notwendiger Strukturwandel unterlassen. Nat\u00fcrlich ist der Wegfall von Subventionen f\u00fcr B\u00e4uerinnen und Bauern ein herber Schlag. So m\u00fcssen endlich Anreize geboten werden, die zu einer umweltfreundlichen, dem Klima unsch\u00e4dlichen Landwirtschaft f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dass Rechtsextreme Gruppen versuchen, die aktuellen Bauernproteste zu vereinnahmen ist nicht verwunderlich: Am Galgen baumelnde Ampeln (auch bi uns in Tostedt gesichtet), aggressive Hetze gegen Politikerinnen und Politiker, Demoschilder mit v\u00f6lkischen Symbolen. Immer wieder eskaliert die Lage. Trotzdem ruft der Bauernverband weiter zu Demos auf. Dass die Agrarlobby so rabiat f\u00fcr ein \u201eWeiter so\u201d trommelt, k\u00f6nnte den sozial-\u00f6kologischen Wandel auf Jahre ausbremsen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00fctende B\u00e4uerinnen und Bauern legen mit ihren Protesten das Land lahm. Sie streiten \u00fcber Agrarsubventionen \u2013 dabei geht es um viel mehr: Unsere Landwirtschaft braucht faire Preise, mehr Natur- und Klimaschutz sowie Gelder f\u00fcr b\u00e4uerliche Betriebe statt f\u00fcr Agrarfabriken. 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