{"id":1286,"date":"2008-08-26T00:03:45","date_gmt":"2008-08-25T22:03:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=1286"},"modified":"2011-02-24T14:23:57","modified_gmt":"2011-02-24T13:23:57","slug":"typisch-deutsch-gemutlichkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1286","title":{"rendered":"Typisch deutsch: Gem\u00fctlichkeit"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt W\u00f6rter in der deutschen Sprache, in denen klingt ein Lebensgef\u00fchl an, das man als typisch deutsch bezeichnen muss. Diese lassen sich kaum angemessen in andere Sprachen \u00fcbersetzen. Das Wort <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gem%C3%BCtlichkeit\" target=\"_blank\">\u201eGem\u00fctlichkeit\u201c<\/a> ist dabei das deutsche Wort schlechthin. Ein Wort, das ein ganz anderes Lebensgef\u00fchl ausdr\u00fcckt als das Savoir vivre der Franzosen oder das italienische dolce vita. Im Englischen kann man den deutschen Begriff nur mit \u201eatmosphere of comfort, peace and acceptance\u201c umschreiben (&#8222;cozyness&#8220; ist nur ein Teil). Schaut man im Duden nach, dann findet man Synonyme wie Behaglichkeit, Wohnlichkeit, Heimeligkeit, Traulichkeit, Trautheit, Lauschigkeit \u2013 und erkennt, wohin der Weg geht.<\/p>\n<p>Wesentlicher Bestandteil des Wortes Gem\u00fctlichkeit ist das (deutsche) Gem\u00fct. Lt. <a href=\"http:\/\/www.woerterbuchnetz.de\/woerterbuecher\/dwb\/wbgui?lemid=GG07731\" target=\"_blank\">W\u00f6rterbuch der Gebr\u00fcder Grimm<\/a> ist <em>\u201edas gem\u00fct urspr\u00fcnglich, wie der mut, unser inneres \u00fcberhaupt im unterschied vom k\u00f6rper oder leib, daher leib und gem\u00fct u. \u00e4., wie leib und seele.\u201c<\/em>\u00a0 Wiederum lt. Duden ist Gem\u00fct ein Begriff, der im Unterschied zu den intellektuellen Funktionen die emotionalen Seiten des Menschen bezeichnet z. B. Stimmungen, Affekte, Gef\u00fchle, Leidenschaften. Ganz allgemein wird Gem\u00fct mit Seele \u00fcbersetzt. Sprichw\u00f6rtlich kennt man welche, die ein sonniges Gem\u00fct haben. Und wer sich etwas zu Gem\u00fcte f\u00fchrt, der isst \u2013 und sich einen zu Gem\u00fcte f\u00fchren, hei\u00dft trinken.<\/p>\n<p>Wenn es also in Deutschland gem\u00fctlich wird, so ist meist zu bef\u00fcrchten, dass auch reichlich Essen und Alkohol ins Spiel kommt (Sonst h\u00f6rt die Gem\u00fctlichkeit auf).<\/p>\n<p>In Gem\u00fct wiederum steckt das Wort Mut. Wahrscheinlich braucht man schon sehr viel Mut, wenn man sich als Nichtdeutscher in deutsche Geselligkeiten verirrt \u2013 z.B. an einen Stammtisch, neben dem urdeutschen Verein (eben ein Club mit viel Gem\u00fctlichkeit) eine \u201eEinrichtung\u201c, die kaum in anderen Sprachen ein Pendant finden d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Siehe hierzu swr.de: <a href=\"http:\/\/www.swr.de\/swr2\/programm\/sendungen\/impuls\/-\/id=1853902\/nid=1853902\/did=3741150\/dndqse\/index.html\" target=\"_blank\">Urdeutsche W\u00f6rter<\/a><\/p>\n<p>erg\u00e4nzend meine Beitr\u00e4ge: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=491\" target=\"_blank\">Deutsches W\u00f6rterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm<\/a> &#8212; <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1221\" target=\"_blank\">You need Zugzwang<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt W\u00f6rter in der deutschen Sprache, in denen klingt ein Lebensgef\u00fchl an, das man als typisch deutsch bezeichnen muss. 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