{"id":1333,"date":"2008-10-12T00:07:53","date_gmt":"2008-10-11T22:07:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=1333"},"modified":"2008-10-11T17:13:13","modified_gmt":"2008-10-11T15:13:13","slug":"jean-marie-gustave-le-clezio-%e2%80%93-literaturnobelpreis-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=1333","title":{"rendered":"Jean-Marie Gustave Le Cl\u00e9zio \u2013 Literaturnobelpreis 2008"},"content":{"rendered":"<p>Anfang des Jahres 2000 hatte ich mich bei <a href=\"http:\/\/www.zweitausendeins.de\/\" target=\"_blank\">2001<\/a> wieder einmal mit preiswerten B\u00fcchern eingedeckt, alles M\u00e4ngelexemplare, die den einzigsten Mangel aufwiesen, den Stempel \u201eM\u00e4ngelexemplar\u201c zu tragen, meist Restexemplare, die keinen K\u00e4ufer gefunden hatten. Darunter auch zwei Werke eines <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jean-Marie_Gustave_Le_Cl%C3%A9zio\" target=\"_blank\">J.M.G. Le Cl\u00e9zio<\/a>, eines Franzosen. Bisher hatte ich von dem noch nichts geh\u00f6rt, aber der Klappentext verhie\u00df spannende Lekt\u00fcre. So las ich beide B\u00fccher noch im Februar 2000.<\/p>\n<p>Nun \u00fcber acht Jahre sp\u00e4ter geht der <a href=\"http:\/\/www.heute.de\/ZDFheute\/inhalt\/3\/0,3672,7388995,00.html\" target=\"_blank\">Nobelpreis f\u00fcr Literatur 2008<\/a> an den franz\u00f6sischen Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Cl\u00e9zio, eben jenem Autoren, dessen B\u00fccher damals bei 2001 verramscht wurden. Der Preis wurde dem 68 Jahre alten Autor zuerkannt, &#8222;dem Verfasser des Aufbruchs, des poetischen Abenteuers und der sinnlichen Ekstase&#8220; (siehe hierzu auch ein <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/605142?inPopup=true\" target=\"_blank\">kurzes Video bei zdf.de<\/a>).<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/clezio.jpg\" alt=\"Jean-Marie Gustave Le Cl\u00e9zio\" \/><\/p>\n<p>Le Cl\u00e9zio ist auch heute noch bei uns in Deutschland ein weitgehend Unbekannter, daf\u00fcr aber in seiner Heimat Frankreich ein ganz Gro\u00dfer. So gilt es, ihn erst einmal zu entdecken. Ich muss gestehen, dass nicht viel von dem in meinem Ged\u00e4chtnis h\u00e4ngen geblieben ist, was ich damals vor acht Jahren las. Vielleicht hatte ich damals zu viel gelesen. Wie auch immer \u2013 ich habe mir vorgenommen, die zwei B\u00fccher \u201aneu\u2019 zu entdecken. Hier u.a. die Informationen in den Klappentexten der beiden B\u00fccher:<\/p>\n<p><em><strong>J.M.G. Le Cl\u00e9zio : Onitsha<\/strong> (1991 \u2013 dt. Ausgabe 1993 bei Kiepenhauer &#038; Witsch, K\u00f6ln)<\/em><\/p>\n<p>Seine Kindheit in Afrika, die kleine Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Onitsha\" target=\"_blank\">Onitsha<\/a> am Niger, das Tamtam der Trommeln in der Nacht, wilde tropische Gewitter, riesige Termitenh\u00fcgel in der Savanne, Fahrten mit der Piroge auf dem gewaltigen Strom \u2013 Fintan Allen wird das alles nie vergessen. Mit 12 Jahren ist er im Fr\u00fchjahr 1948 an Bord der \u201eSurabaya\u201c mit seiner Mutter Maou von Frankreich nach Onitsha in Nigeria gekommen. Maou trifft dort ihren Mann Geoffroy wieder, von dem sie durch die Wirren des Krieges getrennt war und dem sie sich bald entfremdet f\u00fchlt. Sie, die von einer afrikanischen Idylle getr\u00e4umt hatte, erf\u00e4hrt nun die Feindseligkeiten der engstirnigen Kolonialgesellschaft und die vielf\u00e4ltige Brutalit\u00e4t dieses Landes. Geoffroy hat sich neben seiner Arbeit bei einer britischen Handelsfirma in eine Traumwelt gefl\u00fcchtet. Um ihn herum zerf\u00e4llt die koloniale Welt, er aber sucht wie besessen nach den Spuren der mythischen Stadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Meroe\" target=\"_blank\">Mer\u00f6e<\/a>, die nach der Legende von einer schwarzen \u00e4gyptischen K\u00f6nigin auf einer Insel im Niger gegr\u00fcndet worden sein soll. W\u00e4hrend seine Eltern ihren vergeblichen Tr\u00e4umen nachh\u00e4ngen, erlebt Fintan mit seinem schwarzen Freund wilde Abenteuer und taucht immer tiefer in das afrikanische Leben ein. Als eine schwere Malariaerkrankung Geoffroys die Familie zwingt, Afrika zu verlassen, nimmt Fintan ein St\u00fcck von Afrika f\u00fcr immer mit sich nach Europa.<\/p>\n<p>Wie sein Held Fintan hat Le Cl\u00e9zio seine Kindheit in Afrika verbracht. Er hat mit diesem Buch den Roman einer nie vergessenen Initiation geschrieben. Die kunstvolle Verkn\u00fcpfung von pers\u00f6nlichen Schicksalen mit den uralten Mythen des schwarzen Kontinents und den Bildern einer geheimnisvollen, archaischen Welt, die im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Biafra-Krieg\" target=\"_blank\">Biafrakrieg<\/a> f\u00fcr immer untergegangen ist, machen dieses Buch zu einer unvergesslichen, faszinierenden Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p><em>Le Cl\u00e9zio 1940 in Nizza geboren, stammt aus einer Familie, die seit 200 Jahren auf Mauritius lebt. Studium der Literatur in Frankreich und England.<\/em><\/p>\n<p><em><strong>J.M.G. Le Cl\u00e9zio : Fliehender Stern<\/strong> (1992 \u2013 dt. Ausgabe 1996 bei Kiepenhauer &#038; Witsch, K\u00f6ln)<\/em><\/p>\n<p>J.M.G. Le Cl\u00e9zio, einer der bedeutendsten zeitgen\u00f6ssischen Autoren Frankreichs, erz\u00e4hlt in seinem bewegenden Roman von der jungen J\u00fcdin Esther, die im Sommer 1943 mit ihren Eltern und anderen Juden im Hinterland von Nizza interniert ist. Wie alle Jugendlichen lebt Esther in einer Welt der Spiele und Tr\u00e4ume, der ersten Liebeleien. Sie freut sich an der Sch\u00f6nheit der Landschaft, erf\u00e4hrt aber auch Angst und Bedrohung, und sie verliert den Vater, der im Widerstand war. Nach Ende des Krieges wandern Esther und ihre Mutter nach Pal\u00e4stina aus, finden dort jedoch nicht den ersehnten Frieden. Auf dem Weg nach Jerusalem begegnet Esther Nejma, die mit einem Treck von Pal\u00e4stinensern in ein Lager fl\u00fcchtet. Nur einmal sehen sie sich, die J\u00fcdin und die Pal\u00e4stinenserin, und k\u00f6nnen sich nur ihre Namen nennen \u2013 Esther und Nejma. Aber sie erkennen sich, zwei Schwestern, die immer aneinander denken werden, absurderweise durch Kriege getrennt, gegen die sie beide aufbegehren.<\/p>\n<p>In Le Cl\u00e9zios unverwechselbarem Stil und poetischer Sprache geschrieben, fasziniert dieser Roman durch die Schicksale der Menschen, ihre Suche nach Identit\u00e4t, ihre Tapferkeit und ihre Hoffnung.<\/p>\n<p><em>\u201eLe Cl\u00e9zio sucht die Zeichen des Friedens und des Ungl\u00fccks im Herzen, im Innersten des Lebens, in der Begegnung mit der Zeit und den Elementen, den R\u00e4tseln des Anfangs und der Zukunft.\u201c<\/em> Le Monde<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang des Jahres 2000 hatte ich mich bei 2001 wieder einmal mit preiswerten B\u00fcchern eingedeckt, alles M\u00e4ngelexemplare, die den einzigsten Mangel aufwiesen, den Stempel \u201eM\u00e4ngelexemplar\u201c zu tragen, meist Restexemplare, die keinen K\u00e4ufer gefunden hatten. Darunter auch zwei Werke eines J.M.G. 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