{"id":2835,"date":"2010-03-22T13:24:08","date_gmt":"2010-03-22T12:24:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=2835"},"modified":"2010-03-22T13:36:22","modified_gmt":"2010-03-22T12:36:22","slug":"hilde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=2835","title":{"rendered":"Hilde"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heike_Makatsch\" target=\"_blank\">Heike Makatsch<\/a> hat sich von Girlie-Star (\u201eFraulein-Wonder\u201c) zu einer respektierlichen Schauspielerin gemausert. Besonders in Rollen von Frauen, die mit einem f\u00fcr ihre Zeit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Selbstbewusstsein auftraten, war sie in der letzten Zeit zu bewundert. Nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Margarete_Steiff_(Film)\" target=\"_blank\">Margarete Steiff<\/a>, der Sch\u00f6pferin der weltbekannten Teddyb\u00e4ren, und jetzt der ersten \u00c4rztin in Deutschland, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hope_Bridges_Adams_Lehmann\" target=\"_blank\">Hope Bridges Adams-Lehmann<\/a> (der erste Teil des Zweiteilers <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFde\/inhalt\/3\/0,1872,8035907,00.html\" target=\"_blank\">Dr. Hope \u2013 Eine Frau gibt nicht auf<\/a> l\u00e4uft heute um 20 Uhr 15 im ZDF, der 2. Teil folgt am Mittwoch), spielte sie <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hildegard_Knef\" target=\"_blank\">Hildegard Knef<\/a>, <em>die Knef<\/em>.<\/p>\n<p>Zum TV-Film \u201eDr. Hope \u2013 Eine Frau gibt nicht auf\u201c: Hope Bridges Adams-Lehmann schloss 1880 als erste Frau in Deutschland ihr Medizinstudium mit einem Staatsexamen ab. Der Abschluss in Leipzig wurde jedoch offiziell nicht anerkannt. Daraufhin promovierte sie in Bern und wurde 1881 in Dublin approbiert. Seit 1896 arbeitete sie in der Praxis ihres zweiten Ehemannes Carl Lehmann in M\u00fcnchen. Erst 1904 erhielt sie nachtr\u00e4glich die Berechtigung zur F\u00fchrung des Doktortitels. Daneben engagierte sie sich als Friedensaktivistin und trat f\u00fcr die Gleichberechtigung der Frauen ein.<\/p>\n<p>Heike Makatsch als Hildegard Knef in dem Film <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B0029NZWIG?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=B0029NZWIG\" target=\"_blank\"><strong>Hilde<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B0029NZWIG\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, das sah von Anfang an nach einem Gl\u00fccksfall aus. Allein die \u00e4u\u00dferliche \u00c4hnlichkeit ist frappierend.<\/p>\n<p>Nun wer war diese Hildegard Knef? Hildegard Knef war <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_S%C3%BCnderin\" target=\"_blank\">S\u00fcnderin<\/a> (und sorgte in dem gleichnamigen Film nicht nur mit einer Nacktszene im Nachkriegsdeutschland f\u00fcr einen Skandal) und S\u00e4ngerin, Hollywoodstar und ein Hit am Broadway (von 1948 bis ca. 1968 nannte sie sich au\u00dferhalb des deutschsprachigen Raumes Hildegarde Neff). Sie liebte einen Nazi und heiratete einen Juden. Sie k\u00e4mpfte in den Ruinen Berlins um ihr Leben und f\u00fchlte sich an der Park Avenue zuhause. Vom deutschen Publikum verehrt und verachtet, wurde ihre Autobiografie \u201eDer geschenkte Gaul\u201c eines der erfolgreichsten Buch der Nachkriegszeit. Der Film entstand nach dieser Autobiografie. Hildegard Knef \u2013 das ist ein St\u00fcck Geschichte des Nachkriegsdeutschland.<\/p>\n<p>Ich selbst kenne <em>die Knef<\/em>, wie man Hildegard Knef durchaus respektvoll nannte, eigentlich nur von ihren Liedern her, die allein der Texte wegen unverkennbar waren. Sie selbst schrieb diese Texte und bewies damit ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Talent (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=DG5bnwXwGXE\" target=\"_blank\">F\u00fcr mich soll\u2019s rote Rosen regnen<\/a> \u2013 <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=HixbB8GrlPU\" target=\"_blank\">Ich habe noch einen Koffer in Berlin<\/a>). Im Mittelpunkt dieser Lieder stand sie selbst &#8211; die Knef:<\/p>\n<p><em>Mal war ich die Brave, mal war ich der Vamp,<br \/>\nmal war ich in Nerzen, mal ganz ohne Hemd.<br \/>\nAmerika sprach, es sei ohne mich arm,<br \/>\nund ich hatte Mitleid und folgt\u2019 dem Alarm.<br \/>\nVon nun ging\u2019s bergab.<\/em><\/p>\n<p>Nun an diesem Wochenende sah ich mir den Film <a href=\"http:\/\/wwws.warnerbros.de\/hilde\/\" target=\"_blank\"><strong>Hilde<\/strong><\/a> mit Heike Makatsch in der Hauptrolle an. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hilde_(Film)\" target=\"_blank\">Hilde<\/a> lag gewisserma\u00dfen auf Halde bei uns, denn eigentlich wollte sich meine Frau diesen Film mit ihren Freundinnen an einen ihrer Damenabende anschauen, war bisher aber noch nicht dazu gekommen. Am Ende des Films war meine Frau eher entt\u00e4uscht. Es liegt wo daran, weil Regisseur Kai Wessel auf der Suche nach dem Mythos Knef leider nie zum richtigen Erz\u00e4hlrhythmus findet. Trotz einer vortrefflichen Heike Makatsch in der Titelrolle wird die Film-Biographie \u201eHilde\u201c ihrem Gegenstand nicht vollst\u00e4ndig gerecht und bleibt leider ziemlich blass. So werden lediglich die einzelnen Abschnitte im Leben der Knef abgeklappert. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei jedoch nicht auf ihrer Arbeit und der Begr\u00fcndung ihres Ruhms \u2013 das besonders erfolgreiche Engagement am Broadway wird nur in kurzen Filmschnipseln dargestellt, vom Durchbruch mit \u201eDie M\u00f6rder sind unter uns\u201c ist nur die Premierenfeier zu sehen \u2013 sondern auf ihren Liebesbeziehungen. Diese bilden jedoch trotz der zahlreichen Meinungsverschiedenheiten, widerspr\u00fcchlichen Verhaltensweisen und historischen Ankn\u00fcpfungspunkte kein tragf\u00e4higes dramaturgisches Fundament. Es passiert zwar einiges in dem vortrefflich ausgestatteten Film, aber es fehlt ein roter Faden sowie ein \u00fcberzeugender H\u00f6he- und Zielpunkt.<\/p>\n<p>Trotz dieser Schw\u00e4chen fand ich den Film sehenswert. Vielleicht weil er ein Teil deutscher Nachkriegsgeschichte darstellt \u2013 vielleicht auch wegen der Darstellkunst der Heike Makatsch: Diese kommt der Knef sehr nahe. Nicht nur optisch ist sie ihrem Vorbild zum Verwechseln \u00e4hnlich. Mit geschlossenen Augen ist nur ein marginaler Unterschied zwischen der Stimme Hildegard Knefs und der Makatsch-Interpretation zu vernehmen. Grandios eignet diese sich die rauchige Stimme und den kurzatmigen Gesang an, wenn der Makatsch als D\u00fcsseldorferin auch der Berliner Tonfall fehlt. Die Knef, das war und ist Berlin und das ist die <em>Berliner Kodderschnauze<\/em>. <\/p>\n<p><object width=\"540\" height=\"325\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/EGFP1wAqwjE&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/EGFP1wAqwjE&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"540\" height=\"325\"><\/embed><\/object><br \/>\nHeike Makatsch als Hildegard Knef: HILDE<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heike Makatsch hat sich von Girlie-Star (\u201eFraulein-Wonder\u201c) zu einer respektierlichen Schauspielerin gemausert. Besonders in Rollen von Frauen, die mit einem f\u00fcr ihre Zeit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Selbstbewusstsein auftraten, war sie in der letzten Zeit zu bewundert. 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