{"id":298,"date":"2005-11-20T15:09:48","date_gmt":"2005-11-20T14:09:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=298"},"modified":"2005-11-20T15:11:58","modified_gmt":"2005-11-20T14:11:58","slug":"gegen-den-ungeist-der-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=298","title":{"rendered":"Gegen den Ungeist der Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Wie schon angef\u00fchrt, lese ich in den Heften der Literaturzeitschrift <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=284\">&#8218;Akzente&#8216; des Jahrgangs 1955<\/a>, also denen vor 50 Jahren. Hier nun fand ich u.a. einen Artikel \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.karl-kraus.net\/\" target=\"_blank\">Karl Kraus<\/a>, dem Herausgeber und ma\u00dfgeblichen Autor der Zeitschrift &#8222;Die Fackel&#8220;, die im \u00d6sterreich und dar\u00fcber hinaus bis in die 30-er Jahre des letzten Jahrhunderts Politik, Kultur und Journalismus aufmischte.<\/p>\n<table border=\"0\" cellpadding=\"2\" cellspacing=\"0\" width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/albpics\/karl_kraus.jpg\" alt=\"Karl Kraus\" width=\"200\" height=\"275\"><\/td>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/albpics\/fackel.jpg\" alt=\"&quot;Die Fackel&quot;\" width=\"178\" height=\"275\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Karl Kraus<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\" align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">&quot;Die Fackel&quot; 1899 &#8211; 1936<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>So schreibt der Autor, Helmut Uhlig, u.a.:<\/p>\n<p><em>In Karl Kraus war nicht mehr und nicht weniger als der Geist der Sprache am Werk, um den Geist der Zeit, den Kraus als Ungeist entlarvte, zu bek\u00e4mpfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn die Vernunft als nat\u00fcrlicher Widersacher der zeitbeherrschenden M\u00e4chte dieser Epoche aufgefa\u00dft werden kann, dann hatte sie in den ersten drei Jahrzehnten unseres Jahrhunderts ihre klarste und enschiedenste Repr\u00e4sentanz in Karl Kraus.<\/em><\/p>\n<p><em>Kraus&#8216; Zeitgegnerschaft &#8230; richtete sich gegen das Intrigenspiel in der Politik, gegen die Verlogenheit der Presse, gegen das Schablonenhafte der sogenannten \u00f6ffentlichen Meinung.<\/em><\/p>\n<p>Wer sehr wird ein solcher Vernunftsgeist in der heutigen Zeit vermisst. Denn am Zeitgeist hat sich nichts Wesentliches ge\u00e4ndert. Dieser ist in seiner Ausdrucksweise nur subtiler, nicht mehr so grobschl\u00e4chtig wie in der Zeit w\u00e4hrend und zwischen der beiden Weltkriege. Und er hat sich fl\u00e4chenddeckend auch \u00fcber Gebiete wie Wissenschaft und Wirtschaft ausgebreitet. Damals wie heute handeln die M\u00e4chtigen im Namen aller und meinen nur ihren eigenen Vorteil. <\/p>\n<p><em>Wenn man heute in den Heften der &#8222;Fackel&#8220; bl\u00e4ttert, so f\u00e4llt einem nicht selten das Unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige von Thema und Umfang seiner Polemik auf. Und selbst der aktuelle Anla\u00df von damals scheint noch zu gering, um solchen Aufwand im Verstand des heutigen Betrachters zu rechtfertigen.<\/em><\/p>\n<p>Gewiss ist das wahr. Aber zeigt sich der Ungeist nicht gerade in den kleinen Dingen? Muss nicht hier der Hebel angesetzt werden, um die Decke zu l\u00fcften, unter der es modert und nach Korruptheit stinkt? Selbst der kleinste Skandal, der aufgedeckt wird, beweist doch nur, wie es auch ums Ganze bestellt sein muss.<\/p>\n<p>zu: <strong>Karl Kraus und die Sprache<br \/>\nHelmut Uhlig &#8211; Vom Pathos der Syntax (aus Akzente &#8211; Jg. 1955 Heft 6)<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie schon angef\u00fchrt, lese ich in den Heften der Literaturzeitschrift &#8218;Akzente&#8216; des Jahrgangs 1955, also denen vor 50 Jahren. 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