{"id":3013,"date":"2010-05-14T09:02:19","date_gmt":"2010-05-14T08:02:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=3013"},"modified":"2018-03-10T15:58:43","modified_gmt":"2018-03-10T15:58:43","slug":"heavy-humoresque","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=3013","title":{"rendered":"Heavy Humoresque?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?cat=9\"><strong>Jethro Tull<\/strong><\/a> eine reine Rockband? Mitnichten, wie wir wissen. Nicht nur, dass Masterhead Ian Anderson in seinen St\u00fccken immer wieder selbst auf klassische Musik zur\u00fcckgreift, nein, bekannt wurde er und seine Band mit einem St\u00fcck aus der Hand von <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1120\" target=\"_blank\">Johann Sebastian Bach<\/a>. Aus der Suite e-Moll BWV 996, einem Werk f\u00fcr die Laute, arrangierte Ian Anderson den 4. von 5 S\u00e4tzen (Bourr\u00e9e e-Moll) neu f\u00fcr Querfl\u00f6te: <a href=\"https:\/\/youtu.be\/2u0XXpVGUwk\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Bourr\u00e9e<\/a> von Jethro Tull ging so in die Rockgeschichte ein.<\/p>\n<p>Damit war Bach aber noch lange nicht zu den Akten gelegt. Anl\u00e4sslich des 300. Geburtstages von Johann Sebastian Bach trat Ian Anderson &#038; Co. am 16.03.1985 in Berlin im International Congress Centrum auf: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=726\" target=\"_blank\">Bach-Rock<\/a> und spielte dort auch <em>Bach&#8217;s Double Violin Concerto<\/em> \u2013 au\u00dferdem gab es <em>David Palmers Elegy<\/em> (&#8230; <em>a piece in a Bachian style<\/em> \u2013 wie Anderson es nannte).<\/p>\n<p>Am 31.07.76 hatten die Jungs von Jethro Tull einen Auftritt im Tampa Stadium in Florida, von dem es einen exzellenten Video-Mitschnitt gibt: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=367\" target=\"_blank\">Tullavision<\/a>. Hier stellte die Band u.a. eine eigenwillige Interpretation von Beethovens Neunter auf die B\u00fchne: <em>Jethro Tull: Beethoven\u2019s Ninth<\/em><\/p>\n<p>Weitere R\u00fcckgriffe gab auf es dann auch sp\u00e4ter, u.a. am 8. Dezember 2004 mit &#8222;Pavane&#8220; in fis-moll (F-sharp minor), Opus # 50, einer Komposition f\u00fcr Orchester und optional f\u00fcr einen Chor \u2013 1887 von dem franz\u00f6sischen Komponisten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gabriel_Faur%C3%A9\" target=\"_blank\">Gabriel Faur\u00e9<\/a> geschrieben \u2013 hier gespielt von Ian Anderson samt Band mit dem Orchester der Neuen Philharmonie Frankfurt im Rosengarten Mannheim: <em>Ian Anderson &#038; Orchestra: Pavane of Gabriel Faur\u00e9<\/em><\/p>\n<p>Ein St\u00fcck von Jethro Tull darf ich allerdings nicht vergessen: \u201eBy kind permission of\u201c, das Klaviersolo von John Evan, das u.a. auf dem 1972 erschienen Album \u201eLiving in the Past\u201c erschienen ist und bereit im November 1970 live in der Carnegie Hall von New York City aufgenommen wurde. Hierzu habe ich mich in einem fr\u00fcheren Beitrag einmal kurz ge\u00e4u\u00dfert: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=986\" target=\"_blank\">Was ist blo\u00df mit Ian los? Teil 85: Intelligenz &#038; Plagiate<\/a>:<\/p>\n<p>Auch Herrn Anderson selbst h\u00e4tte man jahrelang des Plagiats beschuldigen k\u00f6nnen, steht bei Bourree auf fr\u00fcheren Scheiben immer der Name Ian Anderson allein; erst sehr sp\u00e4t finden wir neben seinem Namen auch den von J.S. Bach. Aber da habe ich noch ein weiteres Beispiel: \u201eBy kind permission of\u201c, das Klaviersolo von John Evan (meist mit \u201eWith you there to help me\u201c gespielt so wie bei dieser Live-Aufnahme im altehrw\u00fcrdigen Beatclub [leider bei YouTube nicht mehr verf\u00fcgbar]). Mit wessen freundlicher Genehmigung spielt er denn da wohl. Ich bin kein gro\u00dfer Klassikkenner, aber angeblich soll das Rachmaninov sein, dessen Pr\u00e9lude in Cis-moll opus 32 oder so. Und dank youtube, was finde ich da, genau <em>Rachmaninov<\/em>, wenn es auch Opus 3 Nr. 2 ist. Evan hat eindeutig bei Rachmaninov geklaut.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/jt_heavy_horses_noten.jpg\" alt=\"Jethro Tull: Heavy Horses\" \/><\/p>\n<p>Aber was hat das alles nun mit einem der beliebtesten Tull-St\u00fccke: <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Heavy_Horses\" target=\"_blank\"><strong>Heavy Horses<\/strong><\/a> zu tun?<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HzCvljJIJQw\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Ein Kommentar von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/jevicci\" target=\"_blank\">jevicci<\/a> auf <em>meinem Channel bei YouTube<\/em> lie\u00df mich aufhorchen:<\/p>\n<p><em>Does anyone know if they intentionally based the verse melody on Dvorak&#8217;s &#8222;Humoresque&#8220; as some kind of homage or something?<\/em><\/p>\n<p>Was jevicci meint, ist <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anton%C3%ADn_Dvo%C5%99%C3%A1k\" target=\"_blank\">Anton\u00edn Dvor\u00e1ks<\/a> Humoreske &#8211; op. 101.7 in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ges-Dur\" target=\"_blank\">Ges-Dur<\/a><\/strong> f\u00fcr Klavier (The Humoresque No 7 in G Flat Major). Das Hauptthema dieses kurzen St\u00fcckes kennen eigentlich alle, auch die, die mit Klassik nicht viel am Hut haben: Irgendwann hat es jeder schon einmal geh\u00f6rt. Mittendrin ist nun ein zweites Thema (im nachfolgenden Video von 1:18 bis ca. 2:00 zu h\u00f6ren). Wer nun wiederum das Heavy Horses-Video sieht und h\u00f6rt (so ca. ab 3:20), wird aufhorchen. Hab ich das nicht eben schon einmal geh\u00f6rt?<\/p>\n<p><object width=\"480\" height=\"385\"><param name=\"movie\" value=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/WmAZoexenx8&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;\"><\/param><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\"><\/param><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\"><\/param><embed src=\"https:\/\/www.youtube.com\/v\/WmAZoexenx8&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\" width=\"480\" height=\"385\"><\/embed><\/object><br \/>\nDvorak: Humoresque<\/p>\n<p>Um es gleich zu sagen: Ian Anderson kann man keinen Vorwurf des Plagiats machen. Sicherlich wird Ian Anderson Dvor\u00e1ks St\u00fcck damals beim Komponieren gekannt haben. Vielleicht stimmt sogar jeviccis Vermutung, dass Anderson an eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hommage\" target=\"_blank\">Hommage<\/a> zugunsten von Dvor\u00e1k gedacht hat (ich vermute aber eher nicht). Interessant finde ich diese \u201amusikalische Angleichung\u2019 allemal. Hier noch einmal beide \u201aAusschnitte\u2019 noch einmal aneinandergereiht zum n\u00e4heren Vergleich:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ryPx6Mx7New\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nHeavy Humoresque?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jethro Tull eine reine Rockband? Mitnichten, wie wir wissen. Nicht nur, dass Masterhead Ian Anderson in seinen St\u00fccken immer wieder selbst auf klassische Musik zur\u00fcckgreift, nein, bekannt wurde er und seine Band mit einem St\u00fcck aus der Hand von Johann Sebastian Bach. 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