{"id":3672,"date":"2010-12-04T13:19:51","date_gmt":"2010-12-04T12:19:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=3672"},"modified":"2010-12-04T13:20:16","modified_gmt":"2010-12-04T12:20:16","slug":"die-reinste-freiheitsberaubung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=3672","title":{"rendered":"Die reinste Freiheitsberaubung"},"content":{"rendered":"<p>Eigentlich sollte dieser Beitrag wie folgt lauten: Du kriegst die T\u00fcr nicht zu. Dazu sp\u00e4ter mehr. <\/p>\n<p>Am Mittwochabend fuhr ich mit dem Regionalzug <a href=\"http:\/\/www.der-metronom.de\/\" target=\"_blank\">Metronom<\/a> von Hamburg nach Tostedt und stellte dabei gleich mehrere \u201apers\u00f6nliche\u2019 Rekorde auf, was das Bahnfahren betrifft. Zun\u00e4chst brauchte ich eine geschlagene Stunde (um genau zu sein: 55 Minuten) vom Hamburger Hauptbahnhof bis Harburg, wof\u00fcr der Zug eigentlich 10 Minuten ben\u00f6tigt. Es gab wieder einmal eine \u201aSignalst\u00f6rung\u2019 und zus\u00e4tzlich war auf dem Gleis, auf dem auch mein Zug fuhr, ein G\u00fcterzug stecken geblieben, verreckt, man kann es nennen wie man will. Bis mein Zug wieder anfuhr, waren zus\u00e4tzliche 40 Minuten verstrichen. Dann fuhren wir das restliche St\u00fcck im Schneckentempo bis Harburg, was weitere f\u00fcnf Minuten kostete. Und dank der genialen Fahrk\u00fcnste des Lokf\u00fchrer gab es noch einen Zuschlag von knapp 5 Minuten (der Bahnhof Harburg, der gottlob lang genug ist, wurde zu kurz angefahren; in Hittfeld das Gleiche in gr\u00fcn, nur dass der Zug hier nochmals anfahren musste, um dann zu stoppen). Am Ende hatte der Zug also eine <strong>Versp\u00e4tung von genau 49 \u00bd Minuten<\/strong>. Auch das: neuer pers\u00f6nlicher Rekord.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/metronom_bescheinigung_verspaetung.jpg\" alt=\"Bescheinigung einer Zugversp\u00e4tung des Metronom\" \/><\/p>\n<p>Das Ganze grenzt f\u00fcr mich schon an Freiheitsberaubung. Wirklich ganz toll fand ich es, dass erst nach einer Versp\u00e4tung von 15 Minuten die Fahrg\u00e4ste \u00fcber die Situation informiert wurden \u2013 von der Fahrgastbetreuerin, nicht wie \u00fcblich vom Lokf\u00fchrer (dem hatte es wohl die Sprache verschlagen). Ich habe mir diesmal eine Bescheinigung \u00fcber die Versp\u00e4tung ausstellen lassen, aber der Versuch, eine <a href=\"http:\/\/www.fahrgastrechte.info\/Die-neuen-Fahrgastrechte-im-UE.22.0.html\" target=\"_blank\">Entsch\u00e4digung<\/a> zu bekommen, d\u00fcrfte vergeblich sein. Dazu h\u00e4tte der Zug sich mindestens um 60 Minuten versp\u00e4ten m\u00fcssen (und ich w\u00fcrde l\u00e4cherliche 1 \u20ac 50 bekommen, die zudem nicht einmal ausgezahlt w\u00fcrden, da der Betrag unter 4 \u20ac liegt \u2013 so etwas nennt man Fahrgastrechte!)<\/p>\n<p><em>Apropos Versp\u00e4tungen:<\/em> Da musste eine Rentnerin einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bef%C3%B6rderungserschleichung#EVO_.C2.A7_12_Erh.C3.B6hter_Fahrpreis_.28Auszug.29\" target=\"_blank\">erh\u00f6hter Fahrpreis<\/a> von 40 \u20ac zahlen, wie sich diese Art von Abstrafung nennt, weil sie mit ihrem Seniorenticket einen versp\u00e4teten Zug benutzte: Sie war nach 9 Uhr (ab 9 Uhr gilt das Ticket) in einen Zug gestiegen, der regul\u00e4r um 8 Uhr 57 losfahren sollte, aber durch die Versp\u00e4tung erst nach 9 Uhr abfuhr. Dazu sagte die Metronom-Sprecherin, dass es immer wieder zu Versp\u00e4tungen k\u00e4me und man keine generelle Kulanz walten lasse k\u00f6nne. Immerhin sch\u00f6n, dass sie \u201azugibt\u2019, dass es \u201aimmer wieder\u2019 zu Versp\u00e4tungen beim Metronom kommt.<\/p>\n<p>Komme ich endlich zu dem, was ich hier eigentlich schreiben wollte: <em>Du kriegst die T\u00fcr nicht zu!<\/em><\/p>\n<p>Was eigentlich eine umgangssprachliche Redensart, ein Ausruf des Erstaunens oder gar der Ver\u00e4rgerung ist, ist beim Metronom eiskalte Wirklichkeit. Wer z.B. morgens mit dem in Tostedt um 5 Uhr 40 eingesetzten Metronom-Zug nach Hamburg will \u2013 und in einem dieser Wagen neuerer Bauart sitzt -, muss sich warm anziehen. Eine Eisesk\u00e4lte durchzieht bei diesen winterlichen Temperaturen den Zug, weil die T\u00fcren w\u00e4hrend der langen Wartezeit so geschaltet sind, dass sie permanent offen bleiben: <a href=\"http:\/\/www.redensarten-index.de\/suche.php?suchbegriff=~~Du%20kriegst%20die%20Tuer%20nicht%20zu!&#038;bool=relevanz&#038;suchspalte[]=rart_ou\" target=\"_blank\">Du kriegst die T\u00fcr nicht zu<\/a>, lieber Metronom!<\/p>\n<p>Okay, da gibt es einen Druckknopf an der T\u00fcr mit der Aufschrift \u201ezu\u201c (Mund zu? &#8230; T\u00fcr zu?). Dr\u00fcckt man diesen und hat Gl\u00fcck, dann schlie\u00dft sich die T\u00fcr, &#8230; um vom n\u00e4chsten, den Zug besteigenden Fahrgast wieder ge\u00f6ffnet zu werden. Dem nicht genug: Unter h\u00f6llischem L\u00e4rm l\u00e4uft wohl ein Gebl\u00e4se mit Warmluft, um den Wagen nicht v\u00f6llig ausk\u00fchlen zu lassen, was aber bei Temperaturen weit unter null Grad nichts, aber auch gar nichts bringt (au\u00dfer viel L\u00e4rm).<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/offene_tuer.jpg\" alt=\"T\u00fcr zu!\" \/><\/p>\n<p>So pflegt also der Metronom jeden Tag einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tag_der_offenen_T%C3%BCr\" target=\"_blank\">Tag der offenen T\u00fcr<\/a>. Aber es soll ja bald wieder, wenn auch nur f\u00fcr kurze Zeit, w\u00e4rmer werden &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eigentlich sollte dieser Beitrag wie folgt lauten: Du kriegst die T\u00fcr nicht zu. Dazu sp\u00e4ter mehr. Am Mittwochabend fuhr ich mit dem Regionalzug Metronom von Hamburg nach Tostedt und stellte dabei gleich mehrere \u201apers\u00f6nliche\u2019 Rekorde auf, was das Bahnfahren betrifft. 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