{"id":3946,"date":"2011-02-10T17:29:56","date_gmt":"2011-02-10T16:29:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=3946"},"modified":"2011-02-10T17:29:56","modified_gmt":"2011-02-10T16:29:56","slug":"gestohlene-namen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=3946","title":{"rendered":"Gestohlene Namen"},"content":{"rendered":"<p>Ob nun <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=425\" target=\"_blank\">Namen Schall und Rauch sind oder \u201aNomen est Omen\u2019<\/a> gilt, ich habe mich dazu schon einmal ge\u00e4u\u00dfert. Ich lese zz. von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Halld%C3%B3r_Laxness\" target=\"_blank\">Halld\u00f3r Laxness<\/a> <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3869300051?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3869300051\" target=\"_blank\">Die Islandglocke<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3869300051\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>, ein Roman, der Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhundert (nicht nur) in <a href=\"https:\/\/www.albinz.net\/island.html\" target=\"_blank\">Island<\/a> spielt (zu dem Roman sp\u00e4ter etwas mehr). Island stand unter d\u00e4nische Oberhoheit, d\u00e4nische Handelsmonopole blockierten \u00fcber lange Zeit die Entwicklung Islands. Dadurch herrschte gro\u00dfe Armut auf der Insel. Island stand Jahrhunderte lang unter dem Joch D\u00e4nemarks und um den Isl\u00e4ndern auch noch den letzten Rest an kultureller Identit\u00e4t zu rauben, danifizierten die D\u00e4nen die isl\u00e4ndischen Namen; so wurde z.B. aus J\u00f3n J\u00f3nsson ein d\u00e4nischer Joen Joensen, aus Th\u00f3rdur (Schreibweise im Buch) bzw. \u00de\u00f3r&#273;ur  (richtige isl\u00e4ndische Schreibweise) Narfason wurde Ture Narvesen.<\/p>\n<p>Aber die D\u00e4nen sind in der Geschichte nicht die einzigsten, die ein von Ihnen unterdr\u00fccktes Volk auf diese perfide Art jede kulturelle Eigenst\u00e4ndigkeit absprechen wollten. Als im 18.\/19. Jahrhundert Polen von den Landkarten verschwand und zum gro\u00dfen Teil Russland einverleibt wurde, mussten viele Polen im Zuge einer Russifizierung ihre Familiennamen \u00e4ndern (hier das Beispiel am Namen <a href=\"https:\/\/www.albinz.net\/namen.html#KOSLOWSKI\" target=\"_blank\">Koslowski<\/a>).<\/p>\n<p>Und auch die Schotten mussten hinnehmen, dass ihre Namen von den Engl\u00e4ndern anglifiziert wurden. Zum einen mag es daran gelegen haben, dass die Engl\u00e4nder es nicht verstanden, die g\u00e4lischen Namen richtig auszusprechen (wohl hatten sie dazu auch keine Lust, denn es w\u00e4re ja so etwas wie ein Entgegenkommen gegen\u00fcber der in <a href=\"https:\/\/www.albinz.net\/schottland2005.html\" target=\"_blank\">Schottland<\/a> gebr\u00e4uchlichen g\u00e4lischen Sprache gewesen), zum anderen wollte man den Schotten nicht nur die politische, sondern damit auch die kulturelle Eigenst\u00e4ndigkeit nehmen; hier ein Beispiel anhand des Namen <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=72\" target=\"_blank\">Anderson<\/a>:<\/p>\n<p><em>Anderson (g\u00e4lisch: <strong>Mac Ghille Aindrais<\/strong> &#8211; ich denke auch McAndrew ist nicht falsch, obwohl im zweiten Teil auch schon wieder anglifiziert; <strong>Mc-<\/strong> oder <strong>Mac-<\/strong> steht f\u00fcr Sohn wie auf englisch auch <strong>-son<\/strong>, vergl. in den skandinavischen und friesischen Sprachen die Endung <strong>-son<\/strong>, <strong>-sen<\/strong> bzw. <strong>-sson<\/strong>, z.B. Hansen, Jonsson oder Johnson), was soviel wie Sohn von Andreas hei\u00dft.<\/em><\/p>\n<p>Unter diesem Gesichtspunkt sind Namen dann doch etwas mehr als Schall und Rauch. Sie sind der Inbegriff von Personen, also von Menschen. Hinter jedem Namen verbirgt sich ein Leben. Namen stehen f\u00fcr die Authentizit\u00e4t und die Identit\u00e4t eines Menschen. Und es steckt hinter dem auch ein Sichgleichsetzen eines Menschen mit der Kultur, der Sprache usw. seines Landes.<\/p>\n<p>Siehe auch meinen Beitrag: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1461\" target=\"_blank\">M\u00fcller-Meyer-Schulze<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob nun Namen Schall und Rauch sind oder \u201aNomen est Omen\u2019 gilt, ich habe mich dazu schon einmal ge\u00e4u\u00dfert. Ich lese zz. von Halld\u00f3r Laxness Die Islandglocke, ein Roman, der Ende des 17., Anfang des 18. Jahrhundert (nicht nur) in Island spielt (zu dem Roman sp\u00e4ter etwas mehr). 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