{"id":3980,"date":"2011-02-20T10:24:46","date_gmt":"2011-02-20T09:24:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=3980"},"modified":"2011-02-18T09:18:21","modified_gmt":"2011-02-18T08:18:21","slug":"eine-konigin-zu-besuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=3980","title":{"rendered":"Eine K\u00f6nigin zu Besuch"},"content":{"rendered":"<p>Zu meinem Beitrag zu den <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1413\" target=\"_blank\">Stra\u00dfenbahnunruhen 1968 in Bremen<\/a> bekam ich einen <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1413#comment-9317\" target=\"_blank\">kleinen Kommentar<\/a> von einer gewissen Cornelia von W\u00fclfing:<\/p>\n<p><em>Ich war auch dabei&#8230; Gemeinsam mit Michael&#8230; Wer macht diese Seite? Bin zuf\u00e4llig darauf gekommen&#8230;<\/em><\/p>\n<p>Nun <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?page_id=1077\" target=\"_blank\">\u201awer die Seite macht\u2019<\/a>, l\u00e4sst sich nachlesen. Interessanter finde ich, wer diesen Kommentar verfasst hat, denn Frau von W\u00fclfing ist eine K\u00f6nigin, wenn auch keine \u201agew\u00f6hnliche\u2019. Wie sie <a href=\"http:\/\/Www.paramountqueen.com\" target=\"_blank\">K\u00f6nigin in Alavanyo<\/a>, einer Provinz in Ghana, wurde und warum, das l\u00e4sst sich wie folgt nachlesen. Eine K\u00f6nigin zu Besuch auf meinem Blog \u2013 das hat man nicht alle Tage!<\/p>\n<p><em>&#8222;Cornelia von W\u00fclfing lebt in zwei Kulturen &#8211; Hamburg die eine, Alavanyo, eine der \u00e4rmsten Provinzen von Ghana, die andere. Hier ist sie eine erfolgreiche Unternehmerin, importiert Kunst und Heilmittel aus Afrika. Ihr B\u00fcro liegt in einer Altbauwohnung nahe der Au\u00dfenalster. Im offenen Kamin brennt Feuer, eine ghanaische Batik h\u00e4ngt an der Wand.<\/em><\/p>\n<p><em>Dort, in Alavanyo, treibt sie Entwicklungshilfe-Projekte voran. Zum Dank haben die Bewohner sie vor vier Jahren zu ihrer K\u00f6nigin gekr\u00f6nt und ihr den Namen <strong>Ngoyifianyonu Akosua I.<\/strong> gegeben &#8211; die &#8222;an einem Sonntag geborene K\u00f6nigin des Fortschritts&#8220;. &#8222;H\u00e4tte ich gewusst, was da auf mich zukommt, h\u00e4tte ich die Aufgabe damals wohl abgelehnt&#8220;, bekennt Cornelia von W\u00fclfing heute. Doch sie sagte zu &#8211; und fliegt seither drei- bis viermal j\u00e4hrlich in das westafrikanische Land. Sie geh\u00f6rte auch zur Delegation von Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der, die Ende Januar mehrere L\u00e4nder Schwarzafrikas besuchte. Erst seit wenigen Tagen ist die K\u00f6nigin von Ghana wieder in Hamburg, um neue Projekte voranzutreiben.<\/em><\/p>\n<p><em>Eine echte K\u00f6nigin? &#8222;Ich bin keine Herrscherin und habe keine Untertanen&#8220;, kl\u00e4rt Cornelia von W\u00fclfing auf. Ghana ist eine Demokratie, ein armes Land, aber stabil. Und neben den modernen politischen Strukturen existiert nach wie vor die traditionelle Ordnung der K\u00f6nige und Chiefs. &#8222;Sie wirken beratend bei politischen Entscheidungen mit.&#8220; Genau deswegen gab die Hamburgerin auch nach, als ihr der Wunsch der 40 000 Einwohner angetragen wurde, sie zur K\u00f6nigin zu ernennen. &#8222;Ich wusste, dass ich vor Ort mehr erreichen kann, wenn ich in der traditionellen Ordnung anerkannt bin.&#8220; Eine K\u00f6nigin findet Geh\u00f6r.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Kr\u00f6nung: Als Cornelia von W\u00fclfing zur feierlichen Zeremonie einflog, \u00fcberkam sie pl\u00f6tzlich Furcht &#8211; obwohl sie seit 20 Jahren regelm\u00e4\u00dfig nach Afrika reist, ihr Lebensgef\u00e4hrte Philipp Jebsen sie unterst\u00fctzte und ihre Tochter Sara, damals 21, sie begleitete. Cornelia von W\u00fclfing hat nicht nur Hemingway gelesen und Safari-Lodges besucht, sondern auch armselige Krankenh\u00e4user sowie H\u00fctten ohne flie\u00dfendes Wasser und Strom von innen gesehen. Sie war vorbereitet, und trotzdem: &#8222;Ich hatte Angst, als Fremde in eine Welt von Traditionen und Riten einzubrechen, in der ich nicht zu Hause bin und in der ich nicht wei\u00df, was mich erwartet.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>In ihrem Buch <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3550075472?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3550075472\" target=\"_blank\">Mein Leben als K\u00f6nigin in Ghana<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3550075472\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> (Ullstein, 317 S., 22 Euro) notierte Cornelia von W\u00fclfing \u00fcber ihre Kr\u00f6nung: &#8222;Nach einigen Begr\u00fc\u00dfungsworten in Ewe, der Sprache, die ich noch nicht verstehe, werde ich von den Frauen umringt und in eine H\u00fctte geschoben. Hier herrscht absolute Dunkelheit. Kein Lichstrahl dringt in den fensterlosen Raum. Jetzt habe ich keinen Dolmetscher mehr. Niemand spricht Englisch, und ich spreche nicht Ewe. Ich f\u00fchle mich total allein. Mir wird bedeutet, dass ich mich ausziehen m\u00f6ge. Ich entkleide mich bis auf die Unterw\u00e4sche. Dann reicht man mir ein sack\u00e4hnliches Gewand, das einen seltsamen Geruch verstr\u00f6mt. Wie ich sp\u00e4ter erfahre, handelt es sich um ein jahrhundertealtes Gewand der Ahnen, in dem schon viele Vorfahren die kommende Zeremonie, die ich noch vor mir habe, durchlebt haben.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Vier Jahre sp\u00e4ter. Alavanyo am Voltasee, dem gr\u00f6\u00dften Stausee der Welt, ist eine h\u00fcgelige, gr\u00fcne Landschaft. Cornelia von W\u00fclfing hat dort eine Schule und ein M\u00e4dchenwohnheim finanziert, ein Ausbildungsprojekt f\u00fcr N\u00e4herinnen auf den Weg gebracht, einen Schulbus organisiert und Pumpen f\u00fcr die Bew\u00e4sserung der Felder herangeschafft. Mit ihrem Verein Alavanyo e. V. sammelt sie Spenden, alle Mitglieder arbeiten ehrenamtlich, jeder Euro kommt an. Wenngleich sie &#8222;K\u00f6nigin des Fortschritts&#8220; hei\u00dft, nimmt sie R\u00fccksicht auf die tradierten Lebensformen: &#8222;Fortschritt bedeutet dort nicht Technik, sondern Bildungsst\u00e4tten, Arbeitspl\u00e4tze und Krankheitsvorsorge&#8220;, sagt Cornelia von W\u00fclfing.<\/em><\/p>\n<p><em>Zur Einweihung des M\u00e4dchenwohnheims reiste sie wieder dorthin. &#8222;Als wir den H\u00fcgel zum Geb\u00e4ude hinaufschreiten, bildet sich ein Spalier von mehreren Hundert Menschen&#8220;, berichtet sie in ihrem Buch. &#8222;Dann folgt die feierliche Enth\u00fcllung meines Bildes \u00fcber dem Eingangsbereich. Als ich in Hamburg von dieser Absicht erfuhr, habe ich versucht, sie zu vereiteln. Mir ist diese Ehrerbietung fremd und unangenehm. Auch wenn diese Form, Dankbarkeit und Respekt zu zeigen, in Ghana \u00fcblich ist, bin ich zur\u00fcckhaltend bei der Darstellung meiner Person als K\u00f6nigin. Doch irgendjemand muss dieses bei der Kr\u00f6nungszeremonie gemachte Bild archiviert haben. Da mich so viele Augenpaare erwartungsvoll anblicken, l\u00e4chle ich zum Zeichen meiner Freude.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Auch Sitsofe Ametefe kann wieder lachen, noch ein Erfolg der Initiativen aus Hamburg. Der damals 16-J\u00e4hrige war durch einen Tumor im Gesicht entstellt, als er 2002 f\u00fcr die in Ghana unm\u00f6gliche Operation nach Deutschland kam. Jetzt ist er geheilt und absolviert in Alavanyo eine Ausbildung zum Elektriker. Was ihn in Hamburg am meisten am\u00fcsierte, war der M\u00e4usezirkus auf dem Dom: &#8222;Bei uns werden M\u00e4use gejagt, hier haben sie sogar eigene Karussells.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Cornelia von W\u00fclfing hat dank der Erfolge ihre Zweifel verloren. Die Projekte laufen. &#8222;Es ist sch\u00f6n, wenn ich merke, dass die Dinge, die man angeregt hat, tats\u00e4chlich entstehen&#8220;, sagt sie. Im Moment sucht sie Pateneltern f\u00fcr bed\u00fcrftige Kinder, 60 konnte sie schon vermitteln. &#8218;Heute bin ich gl\u00fccklich, dass ich den Mut hatte, die Verantwortung zu \u00fcbernehmen.'&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/hamburg\/article238424\/In-Ghana-Koenigin-in-Hamburg-zu-Hause.html\" target=\"_blank\">Hamburger Abendblatt<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu meinem Beitrag zu den Stra\u00dfenbahnunruhen 1968 in Bremen bekam ich einen kleinen Kommentar von einer gewissen Cornelia von W\u00fclfing: Ich war auch dabei&#8230; Gemeinsam mit Michael&#8230; Wer macht diese Seite? Bin zuf\u00e4llig darauf gekommen&#8230; Nun \u201awer die Seite macht\u2019, l\u00e4sst sich nachlesen. 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