{"id":4812,"date":"2011-08-26T10:58:50","date_gmt":"2011-08-26T09:58:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=4812"},"modified":"2011-08-26T10:58:50","modified_gmt":"2011-08-26T09:58:50","slug":"auf-der-suche-nach-gaddafi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=4812","title":{"rendered":"Auf der Suche nach Gaddafi"},"content":{"rendered":"<p>Wie gut, dass es den meisten Diktatoren am Ende doch <a href=\"http:\/\/www.zdf.de\/ZDFmediathek\/content\/1419184\" target=\"_blank\">an den Kragen geht<\/a>. So d\u00fcrften in B\u00e4lde auch Herrn Gaddafi <a href=\"http:\/\/www.phraseo.de\/phrase\/2469145\/\" target=\"_blank\">die Hammelbeine langgezogen<\/a> werden. Aber noch ist er auf der Flucht \u2013 wie weiland <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Auf_der_Flucht_%28Fernsehserie%29\" target=\"_blank\">Richard Kimble<\/a>. Nur war dieser bekanntlich unschuldig, w\u00e4hrend <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Muammar_al-Gaddafi#Familie\" target=\"_blank\">Herr Gaddafi und sein Clan<\/a> jede Menge Dreck am Stecken haben. Aber wem sag ich das.<\/p>\n<p>Gestern noch <a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/ausland\/libyen1326.html\" target=\"_blank\">suchten die libyschen Aufst\u00e4ndischen<\/a> im Zentrum von Tripolis in einer ausgedehnten Bunkeranlage nach dem Diktator Muammar al Gaddafi. Die Anlage liegt unter der riesigen Residenz Gaddafis und Milit\u00e4rbasis Bab al Asisija. Aber gefunden haben sie ihn nicht. Dabei will er doch wie ein M\u00e4rtyrer sterben. Gewinnen kann er nicht mehr.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"320\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&amp;source=s_q&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=sharia+al-jalaa,+Tripolis,+Al+Jfara,+Libyen&amp;aq=&amp;sll=32.873262,13.171234&amp;sspn=0.010344,0.016544&amp;vpsrc=6&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;ll=32.873478,13.170505&amp;spn=0.005767,0.011566&amp;z=16&amp;output=embed\"><\/iframe><br \/><small><a href=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?f=q&amp;source=embed&amp;hl=de&amp;geocode=&amp;q=sharia+al-jalaa,+Tripolis,+Al+Jfara,+Libyen&amp;aq=&amp;sll=32.873262,13.171234&amp;sspn=0.010344,0.016544&amp;vpsrc=6&amp;ie=UTF8&amp;t=h&amp;ll=32.873478,13.170505&amp;spn=0.005767,0.011566&amp;z=16\" style=\"color:#0000FF;text-align:left\">Gr\u00f6\u00dfere Kartenansicht<\/a><\/small><br \/>\n<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Bab_al-Aziziya\" target=\"_blank\">Bab Al-Aziziyyah<\/a> (Bab al-Asisija)<\/p>\n<p>Was mich immer wieder erstaunt, ist, dass solche M\u00e4nner \u00fcber Jahrzehnte ohne gro\u00dfen Widerstand ein Land beherrschen und auspl\u00fcndern k\u00f6nnen. Gaddafi \u201aregierte\u2019 Libyen immerhin \u00fcber 40 Jahre. Gaddafi, so denke ich, ist hier ein besonderer Fall. Er gilt als hoch intelligent und ist nach einem unblutigen Putsch, bei dem sein \u201eBund freier Offiziere\u201c am 1. September 1969 den libyschen K\u00f6nig Idris st\u00fcrzte, mit gewiss hehren Zielen als F\u00fchrer einer Milit\u00e4rjunta, die sich im Revolution\u00e4ren Kommandorat (RCC) organisierte, an die Macht gekommen. Erst sp\u00e4ter machte er sich zum gro\u00dfen \u201eRevolutionsf\u00fchrer\u201c. Schon fr\u00fch war er von den arabisch-sozialistischen und nationalistischen Ideologien des damaligen \u00e4gyptischen Pr\u00e4sidenten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gamal_Abdel_Nasser\" target=\"_blank\">Gamal Abdel Nasser<\/a> angetan und erweiterte diese zu einer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Muammar_al-Gaddafi#Politische_Ideologie\" target=\"_blank\">eigenen politischen Ideologie<\/a>. Nennt man es nun Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung, Glaube an die eigene Unfehlbarkeit oder Gr\u00f6\u00dfenwahn: Seit Ergreifung der Macht baute Gaddafi einen ausschweifenden Kult um seine Person auf, zu dem auch im gesamten \u00f6ffentlichen Raum pr\u00e4sente \u00fcberlebensgro\u00dfe Bilder von ihm mit dunkler Sonnenbrille oder im bunten Gewand geh\u00f6rten. 1992 wurde in Libyen eine Briefmarke zum Jahrestag der Revolution herausgebracht, auf der Gaddafi auf einem wei\u00dfen Pferd abgebildet ist und auf diesem gen Himmel zu steigen scheint. Es ist ein schleichender Prozess, der solche Menschen in den Gr\u00f6\u00dfenwahn \u201atreibt\u2019 und als solches ist Gaddafi dann doch kein Einzelfall. Wenn keiner dem gro\u00dfen \u201aF\u00fchrer\u2019 zu widersprechen wagt, so w\u00e4hnt sich dieser mit der Zeit als unfehlbar. Wahrscheinlich kann man diese dann auch nur noch mit Gewalt vertreiben \u2013 wie jetzt Gaddafi.<\/p>\n<p>Aber das ist nur die eine Seite der ber\u00fchmten Medaille. Libyen verf\u00fcgt \u00fcber Gas und \u00d6l. Und wie sehr diese Energietr\u00e4ger als Spielball in der Weltpolitik missbraucht werden, kennen wir zur Gen\u00fcge. Libyen war Anfang der 20. Jahrhunderts von Italien annektiert. Aus dieser Zeit r\u00fchren wohl die Beziehungen, die bis heute andauern. Wer kennt nicht die Bilder dieser \u201awunderbaren\u2019 <a href=\"http:\/\/swiss-lupe.blogspot.com\/2009\/06\/g2-gipfel-der-primitivsten-politiker.html\" target=\"_blank\">M\u00e4nnerfreundschaft zwischen Gaddafi und Berlusconi<\/a>. Libyens \u00d6l flie\u00dft zu einem Drittel nach Italien. Und aus solchen wirtschaftliche Interessen hofiert man auch als angeblicher Demokrat schon einmal einen ansonsten verhassten Tyrannen.<\/p>\n<p>Gaddafis Tage sind gez\u00e4hlt. Die Frage ist jetzt, wie lange es der Herr Assad in Syrien noch macht. Wie schrieb ich hier anfangs: Wie gut, dass es den meisten Diktatoren am Ende doch an den Kragen geht. Auch Dir, Herr Assad, wird es an den Kragen gehen.<\/p>\n<p>Satire-Nachruf auf Gaddafi &#8211; <a href=\"http:\/\/swiss-lupe.blogspot.com\/2011\/08\/gaddafi-ein-satire-nachruf-best-of.html\" target=\"_blank\">Fotos, Videos, Texte<\/a><\/p>\n<p>\u00dcbrigens \u2013 wie sprach Goethe: <em>Einen Tyrannen zu hassen verm\u00f6gen auch knechtische Seelen, nur wer die Tyrannei hasset, ist edel und gro\u00df.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie gut, dass es den meisten Diktatoren am Ende doch an den Kragen geht. So d\u00fcrften in B\u00e4lde auch Herrn Gaddafi die Hammelbeine langgezogen werden. Aber noch ist er auf der Flucht \u2013 wie weiland Richard Kimble. Nur war dieser bekanntlich unschuldig, w\u00e4hrend Herr Gaddafi und sein Clan jede Menge Dreck am Stecken haben. 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