{"id":5082,"date":"2011-10-29T09:26:19","date_gmt":"2011-10-29T08:26:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=5082"},"modified":"2011-10-28T17:45:53","modified_gmt":"2011-10-28T16:45:53","slug":"umberto-eco-der-friedhof-in-prag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=5082","title":{"rendered":"Umberto Eco: Der Friedhof in Prag"},"content":{"rendered":"<p>Der neue Eco ist auf dem Markt. Der neue Roman von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Umberto_Eco\" target=\"_blank\">Umberto Eco<\/a> hei\u00dft <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;keywords=Umberto%20Eco%20Der%20Friedhof%20in%20Prag&#038;tag=familiealbin-21&#038;index=aps&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742\" target=\"_blank\"><strong>Der Friedhof in Prag<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> und handelt von der \u201aEntstehungsgeschichte\u2019 der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Protokolle_der_Weisen_von_Zion\" target=\"_blank\">\u201eProtokolle der Weisen von Zion\u201c<\/a> \u2013 das wahrscheinlich weitest verbreitete Buch der Welt nach der Bibel &#8230; -, die Grundlage einer angeblichen Weltverschw\u00f6rung der Juden sind. Adolf Hitler bezog sich als Rechtfertigung f\u00fcr die so genannte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Endl%C3%B6sung_der_Judenfrage\" target=\"_blank\">Endl\u00f6sung der Judenfrage<\/a> auf diese Protokolle \u2013 und auch die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hamas\" target=\"_blank\">Hamas<\/a> <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Protokolle_der_Weisen_von_Zion#Arabische_Welt_und_Islam\" target=\"_blank\">beruft sich auf diese<\/a> in Artikel 32 ihrer Charta, um ihren Kampf gegen Israel zu begr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Nun Verschw\u00f6rungstheorien, welcher Art auch immer, sind bei Eco nicht neu. In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Der_Name_der_Rose\" target=\"_blank\">\u201eDer Name der Rose\u201c<\/a> geht es um ein Exemplar des verlorengegangenen \u201eZweiten Buches der Poetik\u201c des Aristoteles, in dem die Kom\u00f6die behandelt wird (nach der Trag\u00f6die im ersten), ein f\u00fcr das Christentum gef\u00e4hrliches Buch, denn <em>\u201eLachen t\u00f6te die Furcht, ohne die es keinen Glauben geben k\u00f6nne. Wer den Teufel nicht mehr f\u00fcrchte, brauche keinen Gott mehr: dann k\u00f6nne man auch \u00fcber Gott lachen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Das_Foucaultsche_Pendel\" target=\"_blank\">\u201eDas Foucaultsche Pendel\u201c<\/a> werden gleich verschiedenen Verschw\u00f6rungstheorien kombiniert. Es geht um Tempelritter, Kabbalisten, den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heiliger_Gral\" target=\"_blank\">Heiligen Gral<\/a> und um ein Dokument, das <em>\u201eeinen Geheimplan der Tempelritter enthalte, mit dem sie erstens die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Weltherrschaft\" target=\"_blank\">Weltherrschaft<\/a> erringen und sich zweitens f\u00fcr all das Unrecht r\u00e4chen wollten, das sie bei der Aufl\u00f6sung des Ordens zu Beginn des vierzehnten Jahrhunderts erlitten h\u00e4tten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Und in <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1928\" target=\"_blank\">\u201eBaudolino\u201c<\/a> spielt neben der Legende vom Reich des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Priesterk%C3%B6nig_Johannes\" target=\"_blank\">Priesters Johannes<\/a> der Heilige Gral auch eine gewisse Rolle \u2013 und damit die Vorstellung von Unsterblichkeit und Macht. Legenden und Verschw\u00f6rungen allenthalben.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum neuen Werk von Umberto Eco:  Im Roman ist von einer Versammlung auf dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alter_J%C3%BCdischer_Friedhof_%28Prag%29\" target=\"_blank\">Friedhof von Prag<\/a> die Rede, auf der Vertreter der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/12_St%C3%A4mme_Israels\" target=\"_blank\">12 St\u00e4mme Israels<\/a> die Fortschritte bei dem Plan zur Eroberung der Welt besprechen: alles gesammelt in den angesprochenen Protokollen! Alles ist aber nur ausgedacht &#8230; Fiktion, wie allerdings auch die Hauptfigur des Romans, Simone Simonini. Daf\u00fcr stimmen aber (fast) alle anderen Personen und Bez\u00fcge im Buch.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/bJCJ7v-6OGQ\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nUmberto Eco: Der Friedhof in Prag<br \/>\nsiehe auch: <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/2011\/40\/Interview-Umberto-Eco\" target=\"_blank\">Die Macht der Dummen<\/a> (Interview mit Umberto Eco)<\/p>\n<p><em>\u201eStreng geh\u00fctete Geheimnisse des franz\u00f6sischen Milit\u00e4rs sind an das Deutsche Reich verraten worden, und die Geheimdienste glauben sofort zu wissen: Das kann nur der j\u00fcdische Hauptmann <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Alfred_Dreyfus\" target=\"_blank\">Alfred Dreyfus<\/a> gewesen sein. Zur gleichen Zeit ziehen Die Protokolle der Weisen von Zion immer weitere Kreise, jenes gef\u00e4lschte \u201aDokument\u2019 f\u00fcr die \u201aj\u00fcdische Weltverschw\u00f6rung\u2019, das fatale Folgen haben wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Simone Simonini, ein Italiener in Paris und leidenschaftlicher Antisemit, wei\u00df mehr von dieser gef\u00e4hrlichen Geschichte als jeder andere. Simonini ist wahrlich eine anr\u00fcchige Figur, steht mal bei der einen, mal der anderen politischen Macht im Dienst, bewegt sich geschickt zwischen Jesuiten und Freimaurern, Republikanern und Antiklerikalen, Bonapartisten und russischen Spionen. Dann aber sieht er sich immer tiefer verstrickt in die geheimen Pl\u00e4ne einer Verschw\u00f6rergruppe, die mit einem Attentat auf die gerade im Bau befindliche Pariser M\u00e9tro die Bev\u00f6lkerung aufr\u00fctteln will, mit einem Attentat auf das gro\u00dfe Symbol der modernen Zeit und der modernen Technik. Und die Bombenbauer haben ausgerechnet Simone Simonini erw\u00e4hlt, die Tat auszuf\u00fchren. Nach einigem Z\u00f6gern sagt er zu.<\/em><\/p>\n<p><em>Umberto Eco hat einen Roman geschrieben, wir nur er es kann: Eine Geschichte, die tief in die Vergangenheit eindringt, und doch immer auch von unserer Gegenwart erz\u00e4hlt.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eEin Abt, der zweimal stirbt, ein paar unbekannte Tote im Pariser Abwasserkanal, geheime Milit\u00e4rpapiere und angebliche Verr\u00e4ter: das Paris der Belle \u00c9poque ist eine brodelnde Stadt, in der Geheimb\u00fcnde und Verschw\u00f6rer, Freimaurer und Antisemiten, Spione und Geheimpolizisten ihr dunkles Spiel treiben.<\/em> [&#8230;]\u201c<\/p>\n<p>(aus dem Klappentext zu Umberto Eco: Der Friedhof in Prag \u2013 Roman \u2013 Deutsch von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Burkhart_Kroeber\" target=\"_blank\">Burkhart Kroeber<\/a> \u2013 Carl Hanser Verlag M\u00fcnchen \u2013 1. Auflage 2011)<\/p>\n<table border=\"0\" cellpadding=\"4\" cellspacing=\"0\" width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/eco_paris_impasse_maubert.jpg\" alt=\"Impasse Maubert\" title=\"Impasse Maubert\" width=\"270\" height=\"180\"><\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/eco_paris_rue_maitre_albert.jpg\" alt=\"Rue Ma\u00eetre-Albert\" title=\"Rue Ma\u00eetre-Albert\" width=\"270\" height=\"180\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Impasse Maubert (von der Rue Fr\u00e9d\u00e9ric Sauton aus)<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Rue Ma\u00eetre-Albert (in der N\u00e4he des Boulevard Saint German)<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Simone Simonini, die Hauptfigur des Romans und der Verfasser der Tageb\u00fccher, die Grundlage des Romans sind, schreibt diese Tageb\u00fccher in einer Doppelwohnung in Paris, von wo aus er auch operiert (und in welchem Haus im Keller in einem Zugang zum Abwasserkanal sich die Leichen ansammeln). Die Adresse wird genannt:<\/p>\n<p><em>\u201eAm Ende machte der Korridor einen Knick nach rechts [\u2026], das das Licht aus einer Stra\u00dfe hereinfiel, die nicht die enge Impasse Maubert sein konnte. Und tats\u00e4chlich, als ich an eines der Fenster trat, sah ich, dass es die Rue Ma\u00eetre-Albert war.\u201c<\/em> (S. 32)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"280\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?q=paris+impasse+maubert&amp;oe=utf-8&amp;client=firefox-a&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Impasse+Maubert,+75005+Paris,+%C3%8Ele-de-France,+Frankreich&amp;gl=de&amp;t=h&amp;vpsrc=0&amp;layer=c&amp;cbll=48.85109,2.350109&amp;panoid=WIJKitCLe9PlKFgsXC3pGQ&amp;cbp=13,241.3,,0,8&amp;source=embed&amp;ll=48.846559,2.35013&amp;spn=0.015815,0.046349&amp;z=14&amp;output=svembed\"><\/iframe><br \/>\nRue Ma\u00eetre-Albert auf der H\u00f6he der Impasse Maubert<\/p>\n<p>Umberto Ecos neuer Roman ist ziemlich \u00fcberfrachtet. F\u00fcrs <a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/kultur-live\/article2065294\/Umberto-Ecos-Der-Friedhof-in-Prag-Zu-viel-des-Boesen.html\" target=\"_blank\">Hamburger Abendblatt<\/a> enth\u00e4lt er <em>\u201ezu viel des B\u00f6sen\u201c<\/em>. Und die S\u00fcddeutsche Zeitung verlangt ein Extra-Studium, <em>\u201edenn der historische Hintergrund ist nur mit Begleitliteratur verst\u00e4ndlich\u201c<\/em>. Au\u00dferdem w\u00e4re der \u201aFriedhof in Prag\u2019 <em>\u201eals Roman bestenfalls ein Fehlschlag von Rang\u201c. \u201eUnd die eigentliche Geschichte ist langweilig.\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.sueddeutsche.de\/kultur\/der-friedhof-in-prag-von-umberto-eco-entgifter-verlangt-extra-studium-1.1157648\" target=\"_blank\">sueddeutsche.de<\/a>)<\/p>\n<p>Langweilig finde ich den Roman nun nicht gerade, allerdings schon f\u00fcr reichlich verwirrend. Eco versucht akribisch alle Fakten, die f\u00fcr die Geschichte notwendig erscheinen, vorzutragen und ger\u00e4t dabei vom Hundertsten ins Tausendste. Und da alles aus der Sichtweise des Simone Simonini, einen von Neurosen zerfressenen, hasserf\u00fcllten Egoisten, einen gierigen, skrupellosen Gourmand (abendblatt.de), geschrieben ist, fragt man sich als Leser oft, ob man sich noch \u201aim richtigen Buch\u2019 befindet. Obwohl der Romanheld derma\u00dfen negativ besetzt ist, versucht man sich als Leser in ihn hineinzuversetzen \u2013 und erzeugt so etwas wie Sympathie f\u00fcr ihn, f\u00fcr den eigentlich wirklich keine Sympathie zu bezeugen ist. Trotzdem bietet der Roman, auch ohne vertiefte Kenntnisse, einen gelungenen Einblick in die Wirren des 19. Jahrhunderts. Es sind eher die Wirren der Zeit als die des Romans.<\/p>\n<p>Auf jeden Fall gibt der Roman viel Stoff zum Nachdenken. Hier einige Beispiele, z.B. wenn der Gro\u00dfvater von Simon Simonini, einen Antisemiten erster Klasse, sagt: <em>\u201eDer sich selbst \u00fcberlassene Mensch ist zu schlecht, um frei zu sein. Das bisschen Freiheit, das er braucht, muss durch einen Souver\u00e4n garantiert sein.\u201c<\/em> (S. 61) Manchmal bin ich versucht, dem zuzustimmen.<\/p>\n<p>Simon Simonini selbst erkennt: <em>\u201eIch habe immer Leute gekannt, die fest daran glaubten, dass irgendwelche verborgenen Feinde eine gro\u00dfe Verschw\u00f6rung planen, [&#8230;] wer wei\u00df, wie viele andere Leute es noch auf dieser Welt gibt, die sich von einer Verschw\u00f6rung bedroht f\u00fchlen. Hier haben wir eine Form, die jeder nach Belieben mit einem Inhalt f\u00fcllen kann. Jedem sein Komplott. [&#8230;] Wonach strebt jeder, und zwar umso mehr, je elender und vom Gl\u00fcck verlassener er sich f\u00fchlt? Nach Geld, und zwar leicht verdientem, nach Macht (was f\u00fcr eine Lust, einen deinesgleichen herumkommandieren und erniedrigen zu k\u00f6nnen!) und nach Rache f\u00fcr erlittenes Unrecht (und jeder hat mindest einmal im Leben ein Unrecht erlitten, so klein es auch sein mag). [&#8230;] Warum, so fragt sich ein jeder, warum bin gerade ich vom Gl\u00fcck benachteiligt (oder zumindest nicht so beg\u00fcnstigt, wie ich es wollte), warum sind gerade mir Belohnungen vorenthalten worden, die weniger Verdienstvolle erhalten haben? Weil niemand auf den Gedanken kommt, dass seine Missgeschicke mit seiner eigenen Beschr\u00e4nktheit zu tun haben k\u00f6nnten, deshalb muss jeder einen Schuldigen finden.\u201c<\/em> (S. 94f.)<\/p>\n<p>Bis zum heutigen Tag hat diese Aussage G\u00fcltigkeit, wenn es heute vielleicht auch nicht mehr die Juden sind, denen man die schlimmste Weltverschw\u00f6rung zutraut, sondern (aus Sicht nicht nur der Rechtsextremen) die Islamisten, Araber, Moslems \u2013 alle hinein in einen Sack und draufgeschlagen!<\/p>\n<p>Oder Lagrange vom franz\u00f6sischer Geheimdienst &#8211; er beschreibt gewisserma\u00dfen auch die Arbeit des Verfassungsschutzes unserer Tage: <em>\u201e\u2026 die einzigste Art, eine subversive Sekte zu kontrollieren, ist, ihre F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen  [&#8230;] von zehn Mitgliedern einer Geheimorganisation seien drei unsere mouchards<\/em> [Informanten] [&#8230;], <em>sechs seien vertrauensselige Dummk\u00f6pfe und einer sei gef\u00e4hrlich.\u201c<\/em> (S. 202)<\/p>\n<p>Jedem sein Komplott, jedem sein Feind: <em>\u201eDamit der Feind erkennbar und furchterregend ist, muss er im Hause sein oder jedenfalls an der Schwelle des Hauses. [&#8230;] Wir brauchen einen Feind, um dem Volk eine Hoffnung zu geben. Jemand hat gesagt, der Patriotismus sei die letzte Zuflucht der Kanaillen \u2013 wer keine moralischen Prinzipien hat, wickelt sich gew\u00f6hnlich in eine Fahne, und die Bastarde berufen sich stets auf die Einheit ihrer Rasse. Die nationale Identit\u00e4t ist die letzte Ressource der Entrechteten und Enterbten. Doch das Identit\u00e4tsgef\u00fchl gr\u00fcndet sich auf den Hass, Hass auf den, der nicht mit einem identisch ist. Daher muss man den Hass als zivile Leidenschaft kultivieren.\u201c<\/em> So spricht Ratschkowski im Roman, Mitglied der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ochrana\" target=\"_blank\">Ochrannoje Otdelenie<\/a>, Sicherheitsabteilung, der Dienst f\u00fcr vertrauliche Nachrichten, des russischen Innenministeriums (S. 401)<\/p>\n<p>Entgegen fr\u00fcherer Vors\u00e4tze, hegt Umberto Eco diesmal durchaus p\u00e4dagogische Absichten. Nur ob die greifen, glaube ich nicht. Wer aus dem rechten Spektrum wird seinen Roman lesen? Und wenn, wer wird sich schon vom Besseren belehren lassen?! Mir hat der Roman auf jeden Fall sehr gut gefallen. Umberto Eco ist einfach eine \u201aMarke f\u00fcr sich\u2019 und er ist mehr noch als ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Dan_Brown\" target=\"_blank\">Dan Brown<\/a> f\u00fcr Intellektuelle.<\/p>\n<p>Viele weitere Informationen befinden sich auf <a href=\"http:\/\/www.umberto-eco.de\/\" target=\"_blank\">umberto-eco.de<\/a> (z.B. ein ausf\u00fchrliches <a href=\"http:\/\/www.umberto-eco.de\/der-friedhof-in-prag\/personenverzeichnis.html\" target=\"_blank\">Personenverzeichnis<\/a>) \u2013 siehe auch den Blog auf <a href=\"http:\/\/www.eco-online.de\/Blog.html\" target=\"_blank\">eco-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der neue Eco ist auf dem Markt. 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