{"id":519,"date":"2006-06-19T16:49:09","date_gmt":"2006-06-19T14:49:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=519"},"modified":"2011-02-24T10:03:58","modified_gmt":"2011-02-24T09:03:58","slug":"vom-geistigen-eigentum-und-der-kohlescheffelei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=519","title":{"rendered":"Vom geistigen Eigentum und der Kohlescheffelei"},"content":{"rendered":"<p>Ren\u00e9 schreibt bei <a href=\"http:\/\/www.spreeblick.com\/2006\/06\/12\/the-amen-break\/#more-3078\" target=\"_blank\">spreeblick.com am 12.06.2006<\/a>:<\/p>\n<p><em>Geistiges Eigentum, das hatten wir schon dann und wann, macht, wenn es zu sehr verregelt wird, eine Kultur niemals reicher, sondern \u00e4rmer. Geistiges Eigentum muss nat\u00fcrlich gesch\u00fctzt werden, obwohl die Frage \u201eWarum?\u201c berechtigt ist, ist doch geistiges Eigentum nur dann Eigentum, wenn es im Kopf bleibt. Verl\u00e4\u00dft es diesen auf Platte, Film, Papier oder unphysisch durch Kabel in Deinen Screen, ist die Idee raus, die Welt soll sie bestaunen oder auslachen oder beides und kein Gesetz der Welt sollte jemanden daran hindern, mit ihr anzustellen, was man mag. Denn das ist Pop.<\/em><\/p>\n<p>Des guten Ren\u00e9s Standpunkt ist klar und ein Freibrief f\u00fcr das, was man heute unter Piraterie (Stichwort: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Filesharing\" target=\"_blank\">Filesharing<\/a>) versteht. Ich m\u00f6chte mich hier nicht \u00fcber Urheberrechte auslassen, dazu fehlen mir die Kenntnisse in den rechtlichen Grundlagen. Aber zum Thema &#8218;geistiges Eigentum&#8216; und Kultur allgemein m\u00f6chte ich mich doch \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p>Erst einmal zum geistigen Eigentum. Bisher verstand man darunter im Wesentlichen die Zurechnung eines Werkes zu einer Person. Also die Glocke ist von Schiller und nicht von Goethe. Und h\u00e4tte Goethe eine Ballade namens &#8218;Die Bimmel&#8216; geschrieben, dann m\u00fcsste man untersuchen, ob er nicht plagiert, also geistigen Diebstahl begannen hatte &#8230; Oder: Die und die Idee wurde von dem und dem, aber nicht von einem anderen gedacht. Aber da f\u00e4ngt es ja schon an: Vielleicht hatte eine andere Person auch schon einmal die gleiche bestimmte Idee (soll ja vorkommen), nur hat er sich diese nicht rechtzeitig patentieren (oder was auch immer) lassen. Und schon ist dieser der Gelackmeierte. Denn damit kommen wir zu dem, mit dem heute geistiges Eigentum in Verbindung gebracht wird: Geld! Wer das Eigentum besitzt, der bekommt auch das Geld f\u00fcr dessen Nutzen. W\u00e4re sch\u00f6n, wenn &#8217;s denn so w\u00e4re. Denn erst einmal muss er sein geistiges Eigentum entsprechend &#8218;vermarkten&#8216;. Und mangels Geld wird er das so ohne Weiteres nicht k\u00f6nnen. Also sucht er sich jemanden mit Geld. Und der gibt seine Kohle nicht heraus, ohne selbst an der &#8218;Idee&#8216; zu profitieren. Manchmal wird dann auch die Idee gleich ganz aufgekauft, weil es z.B. eine &#8217;st\u00f6rende&#8216; Idee ist, die lieber nicht auf den Markt kommt.<\/p>\n<p>Wie auch immer: \u00dcber geistiges Eigentum verf\u00fcgt (fast) jeder. Der entscheidene Punkt ist seine Chance auf dem Markt. Nur was verspricht, Geld zu bringen, ist wirklich interessant. Und so geht das ganze Krakeele um Urheberrechte im Wesentlichen nur um die Ideen und geistigen wie k\u00fcnstlerischen Produkte, die viel Geld einbringen. Und es sind dann auch meist nicht die Ideengeber und K\u00fcnstler selbst, die schreien, sondern die Firmen, die das geistige Eigentum an sich gerissen haben, um es zu vermarkten.<\/p>\n<p>Gro\u00dfe Ideen und k\u00fcnstlerische Leistungen pr\u00e4gen die Kultur eines Landes. Deutschland w\u00e4re nicht das Land der Dichter und Denker, wenn es nicht Menschen in Deutschland gegeben h\u00e4tte, die entsprechend Gro\u00dfartiges geleistet h\u00e4tten. Deren Werke werden nun bedenkenlos dem Kulturerbe aller Deutschen zugerechnet. So er\u00f6ffnet man u.a. Museen, um der Allgemeinheit Zugang zu diesen Werken zu verschaffen.<\/p>\n<p>Man bedenke nun, die Werke von Goethe oder Schiller w\u00e4ren nun im Eigentum eines Konzerns wie z.B. Sony. Von jedem, der es wagte, Verse eines dieser beiden zu zitieren, k\u00f6nnte nun dieser Konzern Geb\u00fchren oder dergleichen kassieren. Mit den einzelnen Werken und dem Eigentum daran fiele so schnell eine ganze Kultur sehr schnell in die H\u00e4nde geldgieriger Firmen.<\/p>\n<p>Mir ist klar, dass das so einfach nicht ist. Und auch das: Vieles von dem, was entsprechenden Firmen Geld bringt, ist nicht unbedingt geeignet, unser aller Kultur auf Dauer zu bereichern. Aber es ist schon ziemlich absurd, dass Menschen, die in welcher Form auch immer gegen Urheberrechte versto\u00dfen, derma\u00dfen kriminalisiert werden (abgesehen davon, dass ich es zum Kotzen finde, wenn im Kino, f\u00fcr das ich schlie\u00dflich gezahlt habe, neben endloser Werbung auch immer wieder diese Anti-Piraterie-Werbespots gezeigt werden, die mich als potenziellen T\u00e4ter darstellen). Die Fronten sind verh\u00e4rtet.<\/p>\n<p>Ich pers\u00f6nlich w\u00fcrde einer so genannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kulturflatrate\" target=\"_blank\">Kulturflatrate<\/a> den Vorzug geben. Jeder mit Breitband-Anschluss ans Internet zahlt zus\u00e4tzlich einen Betrag, der dann in einen Fond einflie\u00dft, aus dem Kulturschaffende bezahlt werden (und zwar nicht die, die sowieso schon das gro\u00dfe Geld scheffeln). So k\u00f6nnte man vorallem Nachwuchsk\u00fcnstler f\u00f6rdern. Und im Gegenzug legalisiert man das Herunterladen von Musik- und \u00e4hnlichen Daten. \u00c4hnlich verf\u00e4hrt man ja bereits beim Verkauf von CD-Rohlingen und dergleichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ren\u00e9 schreibt bei spreeblick.com am 12.06.2006: Geistiges Eigentum, das hatten wir schon dann und wann, macht, wenn es zu sehr verregelt wird, eine Kultur niemals reicher, sondern \u00e4rmer. Geistiges Eigentum muss nat\u00fcrlich gesch\u00fctzt werden, obwohl die Frage \u201eWarum?\u201c berechtigt ist, ist doch geistiges Eigentum nur dann Eigentum, wenn es im Kopf bleibt. 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