{"id":5567,"date":"2012-02-12T10:10:05","date_gmt":"2012-02-12T09:10:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=5567"},"modified":"2012-11-11T16:27:21","modified_gmt":"2012-11-11T14:27:21","slug":"karl-may-durch-die-wuste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=5567","title":{"rendered":"Karl May: Durch die W\u00fcste"},"content":{"rendered":"<p>2012 ist ein <a href=\"http:\/\/www.karl-may-2012.de\/\" target=\"_blank\">Karl May-Jahr<\/a>, denn es j\u00e4hrt sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_May\" target=\"_blank\">Karl Mays<\/a> Geburtstag zum 170. Male und sein Todestag zum 100. Mal. Es ist schon erstaunlich, was sich so alles im Internet zu dem Erfinder von Winnetou, Old Shatterhand oder auch Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar findet.<\/p>\n<p>Bevor ich mich auf die \u201agro\u00dfe Literatur\u2019 st\u00fcrzte, also in jungen Jahren, da war Karl May das f\u00fcr mich, was heute Harry Potter f\u00fcr Kinder und Jugendliche ist. Dabei muss ich gestehen, dass mir die Orient-Abenteuer mehr gefallen haben als der Wilde Westen. Der Orient-Zyklus mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kara_Ben_Nemsi\" target=\"_blank\">Kara Ben Nemsi<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hadschi_Halef_Omar\" target=\"_blank\">Hadschi Halef Omar<\/a>, \u00fcbrigens Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud al Gossarah mit vollem Namen (<em>\u00bbSo bist Du also der Sohn Abul Abbas&#8216;, des Sohnes Dawud al Gossarah?\u00ab<\/em>), beginnt mit dem Buch <a href=\"http:\/\/karl-may-wiki.de\/index.php\/Durch_die_W%C3%BCste_%28GR1%29\" target=\"_blank\">\u201eDurch die W\u00fcste\u201c<\/a>.<\/p>\n<p>Als ich also mit jungen Jahren dieses Buch zum ersten Mal las, hatte ich nicht geahnt, dass ich viel sp\u00e4ter einmal, zudem mit den eigenen S\u00f6hnen, auf den Spuren der beiden Orient-Helden wandeln werde. So verbrachte ich mit meiner Familie zum Jahrtausendwechsel von 1999 auf 2000 zwei sehr interessante Wochen <a href=\"https:\/\/www.albinz.net\/tunesia.html\" target=\"_blank\">im S\u00fcden Tunesiens<\/a> und durchquerte zum einen den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Chott_el_Djerid\" target=\"_blank\">Schott el Djerid<\/a>, einem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sedimentbecken\" target=\"_blank\">Sedimentbecken<\/a> mit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Salzsee\" target=\"_blank\">Salzsee<\/a>, sowie einen n\u00f6rdlichen Teil der Sahara, den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Erg_%28Sahara%29\" target=\"_blank\">\u00d6stlichen Gro\u00dfer Erg<\/a> (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Grand_Erg_Oriental\" target=\"_blank\">Grand Erg Oriental<\/a>), eine <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=1336\" target=\"_blank\"><strong>Sandw\u00fcste<\/strong><\/a>. Ausgangspunkt war f\u00fcr uns die Oasenstadt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tozeur\" target=\"_blank\">Tozeur<\/a>, die bei Karl May <em>Toser<\/em> genannt wird.<\/p>\n<table border=\"0\" cellpadding=\"4\" cellspacing=\"0\" width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.albinz.net\/images\/tun05x.jpg\" width=\"270\" height=\"189\" alt=\"Sonnenaufgang \u00fcber dem Schott el Djerid\" title=\"Sonnenaufgang \u00fcber dem Schott el Djerid\"><\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.albinz.net\/images\/tun11.jpg\" width=\"270\" height=\"189\" alt=\"Die Karawane zieht weiter\" title=\"Die Karawane zieht weiter\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Sonnenaufgang \u00fcber dem Schott el Djerid<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Die Karawane zieht weiter<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.albinz.net\/images\/tun22.jpg\" width=\"270\" height=\"189\" alt=\"Kinder im Boot auf dem Schott el Djerid\" title=\"Kinder im Boot auf dem Schott el Djerid\"><\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.albinz.net\/images\/tun24x.jpg\" width=\"270\" height=\"189\" alt=\"Schott el Djerid - Salzsee\" title=\"Schott el Djerid - Salzsee\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Kinder im Boot auf dem Schott el Djerid<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Schott el Djerid &#8211; Salzsee<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><strong>Durch die W\u00fcste<\/strong> reiten Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar, sein treuer Gef\u00e4hrte. Der Fund einer Leiche bei den Salzseen Nordafrikas l\u00f6st ein faszinierendes Abenteuer aus, dessen Folgen den Leser sechs B\u00e4nde lang in Atem halten. Schon zu Beginn erschlie\u00dft sich die ganze Buntheit der orientalischen Welt. Im ersten Band des Orient-Zyklus von Karl May beschreibt dieser sehr ausf\u00fchrlich den Schott el Djerid &#8211; wie folgt wiedergegeben:<\/p>\n<p><em>\u201eZu unserer Linken gl\u00e4nzte die Fl\u00e4che des Schott Dscherid zu uns herauf, ein Anblick, den ich vollst\u00e4ndig auszukosten suchte.<\/em> [&#8230;]<\/p>\n<p><em>Die Einsenkung des Schottgebietes ist heutzutage zum gro\u00dfen Theile mit Sandmassen angef\u00fcllt, und nur in der Mitte der einzelnen Bassins hat sich eine ziemlich betr\u00e4chtliche Wassermasse erhalten, welche durch ihr Aussehen den arabischen Schriftstellern und Reisenden Veranlassung gab, sie bald mit einem Kampherteppich oder einer Kristalldecke, bald mit einer Silberplatte oder der Oberfl\u00e4che geschmolzenen Metalls zu vergleichen. Dieses Aussehen erhalten die Schotts durch die Salzkruste, mit der sie bedeckt sind und deren Dicke sehr verschieden ist, so da\u00df sie zwischen zehn und h\u00f6chstens zwanzig Centimeter variirt. Nur an einzelnen Stellen ist es m\u00f6glich, sich ohne die eminenteste Lebensgefahr auf sie zu wagen. Wehe dem, der auch nur eine Hand breit von dem schmalen Pfade abweicht! Die Kruste gibt nach, und der Abgrund verschlingt augenblicklich sein Opfer. Unmittelbar \u00fcber dem Kopfe des Versinkenden schlie\u00dft sich alsbald die Decke wieder. Die schmalen Furten, welche \u00fcber die Salzdecke der Schotts f\u00fchren, werden besonders in der Regenzeit h\u00f6chst gef\u00e4hrlich, indem der Regen die vom Flugsande \u00fcberdeckte Kruste blo\u00dflegt und ausw\u00e4scht.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Wasser dieser Schotts ist gr\u00fcn und dickfl\u00fcssig und bei weitem salziger als das des Meeres. Ein Versuch, die Tiefe des Abgrundes unter sich zu messen, w\u00fcrde des Terrain halber zu keinem Resultate f\u00fchren, doch darf wohl angenommen werden, da\u00df keiner der Salzmor\u00e4ste tiefer als f\u00fcnfzig Meter ist. Die eigentliche Gefahr bei dem Einbrechen durch die Salzdecke ist bedingt durch die Massen eines fl\u00fcssigen, beweglichen Sandes, welcher unter der f\u00fcnfzig bis achtzig Centimeter tiefen, hellgr\u00fcnen Wasserschicht schwimmt und ein Produkt der Jahrtausende langen Arbeit des Samums ist, der den Sand aus der W\u00fcste in das Wasser trieb.<\/em><\/p>\n<p><em>Schon die \u00e4ltesten arabischen Geographen, wie Ebn Dschobeir, Ebn Batuta, Obeidah el Bekri, El Istakhri und Omar Ebn el Wardi, stimmen in der Gef\u00e4hrlichkeit dieser Schotts f\u00fcr die Reisenden \u00fcberein. Der Dscherid verschlang schon Tausende von Kameelen und Menschen, welche in seiner Tiefe spurlos verschwanden. Im Jahre 1826 mu\u00dfte eine Karawane, welche aus mehr als tausend Lastkameelen bestand, den Schott \u00fcberschreiten. Ein ungl\u00fccklicher Zufall brachte das Leitkameel, welches an der Spitze des Zuges schritt, vom schmalen Wege ab. Es verschwand im Abgrunde des Schott, und ihm folgten alle anderen Thiere, welche rettungslos in der z\u00e4hen, seifigen Masse verschwanden. Kaum war die Karawane verschwunden, so nahm die Salzdecke wieder ihre fr\u00fchere Gestalt an, und nicht die kleinste Ver\u00e4nderung, das mindeste Anzeichen verrieth den gr\u00e4\u00dflichen Ungl\u00fccksfall. Ein solches Vorkommni\u00df k\u00f6nnte unm\u00f6glich erscheinen, aber um es zu glauben, mu\u00df man sich nur vergegenw\u00e4rtigen, da\u00df jedes Kameel gewohnt ist, dem voranschreitenden, mit dem es ja meist auch durch Stricke verbunden ist, blind und unbedingt zu folgen, und da\u00df der Pfad \u00fcber die Schotts oft so schmal ist, da\u00df es einem Thiere oder gar einer Karawane ganz unm\u00f6glich wird, wieder umzukehren.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Anblick dieser t\u00fcckischen Fl\u00e4chen, unter denen der Tod lauert, erinnert an einzelnen Stellen an den bl\u00e4ulich schillernden Spiegel geschmolzenen Bleies. Die Kruste ist zuweilen hart und durchsichtig wie Flaschenglas und klingt bei jedem Schritte wie der Boden der Solfatara in Neapel; meist aber bildet sie eine weiche, breiige Masse, welche vollst\u00e4ndig sicher zu sein scheint, aber doch nur so viel Festigkeit besitzt, um einen leichten Anflug von Sand zu tragen, bei jeder anderen Last aber unter derselben zu weichen, um sich \u00fcber ihr wieder zu schlie\u00dfen.<\/em><\/p>\n<p><em>Den F\u00fchrern dienen kleine, auseinander liegende Steine als Wegzeichen. Fr\u00fcher gab es auf dem Schott El Kebir auch eingesteckte Palmen\u00e4ste. Der Ast der Dattelb\u00e4ume hei\u00dft Dscherid, und diesem Umstande hat der Schott seinen zweiten Namen zu verdanken. Diese Steinh\u00e4ufchen hei\u00dfen \u00bbGma\u00efr\u00ab, und auch sie fehlen an solchen Punkten, wo auf mehrere Meter L\u00e4nge der Boden von einer den Pferden bis an die Brust reichenden Wasserfl\u00e4che bedeckt wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Kruste der Schotts bildet \u00fcbrigens nicht etwa eine einheitliche, flache Ebene, sondern sie zeigt im Gegentheile Wellen, welche selbst drei\u00dfig Meter H\u00f6he erreichen. Die K\u00e4mme dieser Bodenwellen bilden eben die Furten, welche von den Karawanen ben\u00fctzt werden, und zwischen ihnen, in den tiefer liegenden Stellen, lauert das Verderben. Doch ger\u00e4th schon bei einem m\u00e4\u00dfigen Winde die Salzdecke in eine schwingende Bewegung und l\u00e4\u00dft das Wasser aus einzelnen \u00d6ffnungen und L\u00f6chern mit der Macht einer Quelle hervorbrechen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>aus <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/autor\/403\" target=\"_blank\"><strong>Karl May<\/strong><\/a>: <a href=\"http:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/2329\/1\" target=\"_blank\">Durch die W\u00fcste<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der franz\u00f6sischen Kolonialzeit wurde eine dammartige Piste aufgesch\u00fcttet, die Tozeur mit Kebili verbindet. Diese war zwischenzeitlich unpassierbar geworden, 1979 wurde jedoch eine ganzj\u00e4hrig passierbare asphaltierte Dammstra\u00dfe angelegt (siehe Foto oben: Sonnenaufgang \u00fcber dem Schott el Djerid). Neben der Stra\u00dfe sieht man heute noch die urspr\u00fcnglich in die Salzkruste gesteckten Palmwedel, an denen sich jahrhundertelang Wanderer, Kameltreiber und seit dem 20. Jahrhundert auch die Autofahrer orientierten.<\/p>\n<p>Weitere Werke von Karl May finden sich unter <a href=\"http:\/\/www.zeno.org\/Literatur\/M\/May,+Karl\" target=\"_blank\">zeno.org<\/a><\/p>\n<p>Weitere Links:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.karl-may-spiele.de\/frontend\/index.php\" target=\"_blank\">Karl-May-Spiele Bad Segeberg<\/a><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.karl-may-wiki.de\/\" target=\"_blank\"><strong>Karl May Wiki<\/strong><\/a> mit vielen Informationen zu Karl May und seinen Werken<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2012 ist ein Karl May-Jahr, denn es j\u00e4hrt sich Karl Mays Geburtstag zum 170. Male und sein Todestag zum 100. Mal. Es ist schon erstaunlich, was sich so alles im Internet zu dem Erfinder von Winnetou, Old Shatterhand oder auch Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar findet. 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