{"id":5610,"date":"2012-02-21T11:43:36","date_gmt":"2012-02-21T10:43:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=5610"},"modified":"2012-02-21T11:52:21","modified_gmt":"2012-02-21T10:52:21","slug":"rotraut-hackermuller-das-leben-das-mich-stort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=5610","title":{"rendered":"Rotraut Hackerm\u00fcller: Das Leben, das mich st\u00f6rt"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201e&#8230; ich winde mich auf meinem Liegestuhl fast in Kr\u00e4mpfen, &#8230; in den Schl\u00e4fen bohrt sich jedes Wort ein, die Folge dieser Nervenzerr\u00fcttung ist, da\u00df ich auch in der Nacht nicht schlafe\u201c,<\/em> klagt er, <em>\u201e&#8230; fast scheint es mir manchmal, da\u00df es das Leben ist, das mich st\u00f6rt; wie k\u00f6nnte mich denn sonst alles st\u00f6ren?\u201c<\/em><\/p>\n<p>(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Kafka\" target=\"_blank\"><strong>Franz Kafka<\/strong><\/a>, <a href=\"http:\/\/homepage.univie.ac.at\/werner.haas\/1921\/bk21-004.htm\" target=\"_blank\">Brief an Max Brod vom 24.01.1921<\/a>, Lungenheilsanatorium Matliary, Villa Tatra, siehe Briefe 1902-1924, S. 288)<\/p>\n<p>Eigentlich bin ich kein Voyeur, der sich in das Privatleben eines Schriftstellers zu schleichen w\u00fcnscht. Manchmal finde ich es schon erschreckend, wie sehr gerade das Privatleben Kafkas, wenn auch (fast) immer sehr dezent, in unz\u00e4hligen B\u00fcchern \u00fcber ihn vor dem Leser ausgebreitet wird. Aber Kafka ist ein Ph\u00e4nomen, sowohl als Schriftsteller als eben auch als Mensch. Und wer sich etwas mit dem Menschen Kafka besch\u00e4ftigt hat, versteht vielleicht eher die Erz\u00e4hlungen und Romane des Prager Dichters, die heute eindeutig zum unbestrittenen Kanon der Weltliteratur geh\u00f6ren. Vielleicht ist daher Kafka gewisserma\u00dfen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gemeinfreiheit\" target=\"_blank\">gemeinfrei<\/a>.<\/p>\n<p>Neben <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5541\" target=\"_blank\">Jir\u00ed Gru\u0161a: Franz Kafka aus Prag<\/a> habe ich jetzt Rotraut Hackerm\u00fcller: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3854460945\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=3854460945\" target=\"_blank\"><strong>Das Leben, das mich st\u00f6rt.<\/strong> Eine Dokumentation zu Kafkas letzten Jahren 1917 &#8211; 1924<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=3854460945\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/> &#8211; Medusa Verlag \u2013 Wien-Berlin, 1984 &#8211; ISBN 3-85446-094-5 durchgebl\u00e4ttert. In Gru\u0161as Fotoband lernen wir das Prag Kafkas kennen, jene Stadt, die Kafka nicht los lie\u00df: <em>\u201eDieses M\u00fctterchen hat Krallen.\u201c<\/em> In der Dokumentation zu Kafkas letzten Lebensjahren gelingt es ihm nun, den Krallen zu entkommen. Endlich, aber um welchen Preis:<\/p>\n<p><em>\u201eSein Gehirn habe \u201adie ihm auferlegten Sorgen und Schmerzen\u2019 nicht mehr allein tragen k\u00f6nnen, schreibt Franz Kafka an <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milena_Jesensk%C3%A1\" target=\"_blank\">Milena Jesensk\u00e1<\/a>; es habe sich daher an die Lunge gewandt, mit der Bitte, einen Teil der Last zu \u00fcbernehmen &#8230; \u201aund so wird es noch ein Weilchen gehen.\u2019 Von den sieben Jahren, die die Lunge half, die Last zu tragen, berichtet dieses Buch.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcber dem, was Kafka an der Welt und am Leben zu leiden hatte, tritt das Physische in den Hintergrund; Kafka als \u201aPatient\u2019, als \u201aklinische Fall\u2019 ist eine Reduktion, die sinnvoll sein mag, wenn es gilt, die Biographie um einige Facetten zu bereichern. Der Dichter hat, wie er sagt, die Tuberkulose selbst \u201aherbeigerufen\u2019; zun\u00e4chst schien sie ihm kaum Bedrohung, sondern im Gegenteil Befreiung von Verpflichtungen \u2013 gegen\u00fcber Beruf, Eltern, der Braut Felice Bauer (die Krankheit war Vorwand f\u00fcr die zweite Entlobung). So f\u00fchlt es sich denn auch nach dem ersten heftigeren Blutsturz im August 1917 \u201abesser als sonst\u2019 und lehnt \u00e4rztliche \u00dcberwachung und einen Kuraufenthalt ab. Die Krankheit aber begn\u00fcgt sich nicht damit, alles Leiden in einem Punkt zu konzentrieren; sie schreitet fort und wird selbst zur Verpflichtung, vor der nicht mehr auszuweichen ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Die n\u00e4chsten drei Jahre nimmt Kafka mehrere Krankenurlaube, verbringt sie auf dem Land, in Z\u00fcrau, Schelesen, Turnau, im Fr\u00fchjahr 1920 drei Monate in Meran. Ende 1920 sieht er sich gezwungen, f\u00fcr neun Monate das Sanatorium Matliary in der Hohen Tatra [Bild siehe unten] aufzusuchen; am Ende stehen Todesahnung und die Worte: \u201a&#8230; es ist kein Platz mehr f\u00fcr einen neuen Versuch &#8230; kein Versuch mehr bedeutet Ende.\u2019<\/em><\/p>\n<p><em>1922 wird er fr\u00fchpensioniert; von einem letzten Ausbruchsversuch nach Berlin kehrt er im M\u00e4rz 1924 todkrank nach Prag zur\u00fcck, geht von dort jeweils f\u00fcr kurze Zeit ins Sanatorium Wienerwald, an die Hals-Nasen-Ohrenklinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien (Klinik Hajek), schlie\u00dflich in die Lungenheilst\u00e4tte Kierling bei Klosterneuburg, wo er am 3. Juni 1924 an Kehlkopftuberkulose stirbt.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Orte, die er aufgesucht, die Menschen, die Kafka w\u00e4hrend der letzten Jahre seines Lebens umgeben haben, sind auf nahezu 300 Bildern zu betrachten. Zum Gro\u00dfteil noch nicht ver\u00f6ffentlicht und in m\u00fchsamer Recherchierarbeit zusammengetragen, illustrieren sie den \u00e4u\u00dferen Ablauf der Krankheit, vor allem das bisher noch wenig dokumentierte Ambiente der Sanatorien (Matliary, Wienerwald, Kierling) mit Mitpatienten und \u00c4rzten. Der Autorin ist es nicht nur gelungen, ein Portr\u00e4t Robert Klopstocks zu finden, des Freundes der letzten Zeit, der Kafkas Sterben sah, sie hat auch im Allgemeinen Krankenhaus in Wien die verloren geglaubte Krankengeschichte des Dichters entdeckt, die hier erstmals publiziert wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Rotraut Hackerm\u00fcller, geb. 1943 in Wien, Lehrerin, Autorin von zwei Lyrikb\u00e4nden und Erz\u00e4hlungen, Essays usw., die in zahlreichen in- und ausl\u00e4ndischen Zeitschriften und Zeitungen ver\u00f6ffentlicht wurden. Verschiedene Auszeichnungen.\u201c<\/em><br \/>\n(aus dem Klappentext zum <a href=\"http:\/\/wissen.spiegel.de\/wissen\/image\/show.html?did=13510169&#038;aref=image036\/2006\/06\/13\/cq-sp198401702010203.pdf&#038;thumb=false\" target=\"_blank\">Bilderband<\/a>)<\/p>\n<table border=\"0\" cellpadding=\"4\" cellspacing=\"0\" width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/kafka_hackermueller.jpg\" width=\"229\" height=\"300\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Rotraut Hackerm\u00fcller: Das Leben, das mich st\u00f6rt &#8211; Kafkas letzte Jahre 1917-1924 &#8211; Umschlagfoto: Warteraum der Klinik Hajek, Wien<br \/>\n<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/kafka_matliary_sanatorium.jpg\" width=\"545\" height=\"334\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Matliary in der Hohen Tatra (rechts Villa Tatra) \u2013 Sanatorium &#8211; Aufenthalt von Franz Kafka von Dez. 1920 &#8211; Aug. 1921<\/font><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><img loading=\"lazy\" border=\"0\" src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/kafka_dora_diamant.jpg\" width=\"540\" height=\"350\"><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"100%\">\n<p align=\"center\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Franz Kafka (etwa 1923\/24) &#8211; Dora Diamant (1928)<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p>Dieser Bildband ist nat\u00fcrlich etwas mehr als ein Krankenbericht, d\u00fcrfte aber in erster Linie den Leser interessieren, der sich noch etwas mehr mit Kafka besch\u00e4ftigt. Allerdings sind allein auch die Fotografien von einem besonderen Reiz. Leider ist dieses Buch nicht wieder neu aufgelegt worden und so nur im Antiquariat erh\u00e4ltlich. Zur Kranken- und Leidensgeschichte habe ich so die wichtigsten Stationen von Kafkas letzten Jahren in einer \u00dcbersicht zusammengefasst:<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"280\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?q=berlin-steglitz+Grunewaldstra%C3%9Fe+13&amp;layer=c&amp;sll=52.459310,13.314930&amp;cbp=13,36.51,,1,-0.04&amp;cbll=52.459096,13.314784&amp;hl=de&amp;gl=de&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Grunewaldstra%C3%9Fe+13,+Steglitz+12165+Berlin&amp;t=h&amp;panoid=f7ub5WQfZPScvYbrj7KKcg&amp;source=embed&amp;ll=52.454885,13.314743&amp;spn=0.014645,0.046349&amp;z=14&amp;output=svembed\"><\/iframe><br \/>\nWohnung von Franz Kafka mit Dora Diamant vom 15.11.1923 \u2013 01.02.1924 in Berlin-Steglitz, Grunewaldstra\u00dfe 13 (mit Gedanktafel)<\/p>\n<table border=\"0\" cellpadding=\"4\" cellspacing=\"0\" width=\"100%\">\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Sept. 1917 &#8211; April 1918<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Z\u00fcrau bei der Schwester Ottla<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Sept. 1918<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Turnau (Nordb\u00f6hmen) f\u00fcr einige Tage<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Nov. 1918 &#8211; M\u00e4rz 1919<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Schelesen bei Liboch<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Apr. &#8211; Juni 1920<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Meran<br \/>\nMeran-Untermais (Pension Ottoburg)<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Schlo\u00df Friedland in B\u00f6hmen<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Ende Juni\/Anfang Juli 1920<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Wien &#8211; Treffen mit Milena<br \/>\nCafe Central (Arkadenhof)<br \/>\nCafe Herrenhof (Herrengasse 10)<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Aug. 1920<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Gem\u00fcnd (Grenze \u00d6sterreich\/Tschechien) Treffen mit Milena<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Dez. 1920 &#8211; Aug. 1921<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Matliary\/Hohe Tatra (in Lamnitz\/Tatranske Komnica von der Bahn abgeholt)<br \/>\nVilla Tatra<br \/>\nTschirmer See<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">dann wieder<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">in Prag<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Juni-Sept. 1922<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Plan\u00e1 an der Luschnitz<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Mai 1923<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Dob&#345;ichovice f\u00fcr einige Tage<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Juni-Sept. 1923<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Ostseebad M\u00fcritz mit Schwester Elli<br \/>\nKennenlernen von Dora Diamant (Dymant)<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Zwischenhalt<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">in Berlin<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">wieder<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">in Prag<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">einige Tage<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">in Schelesen<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">ab 24.09.1923<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Berlin-Steglitz, Miquelstra\u00dfe 8<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">15.11.1923 &#8211; 01.02.1924<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Berlin-Steglitz, Grunewaldstra\u00dfe 13<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">ab 01.02.1924<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Berlin-Zehlendorf, Heidestra\u00dfe 25-26<br \/>\nbei der Witwe von Dr. Carl Busse<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">17.03.1924<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">zur\u00fcck nach Prag (mit Max Brod)<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">05.04. &#8211; 10.04.1924<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">\u00fcber Bahnstation Pernitz (Nieder\u00f6sterreich) ins <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sanatorium_Wienerwald\" target=\"_blank\">Sanatorium Wienerwald<\/a> im Feichtenbachtal<br \/>\n(75 km s\u00fcdl. von Wien)<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">anschl.<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Klinik Hajek, Wien IX, Lazarettgasse 14<br \/>\nLaryngologische Klinik<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">ab 19.04.1924<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\"><a href=\"http:\/\/diepresse.com\/home\/kultur\/literatur\/663432\/Aufregung-um-Schliessung-von-KafkaGedenkraum-\" target=\"_blank\">Kierling<\/a> (Hauptstra\u00dfe 187) bei Klosterneuberg<br \/>\n(15 km von Wien)<br \/>\nPrivatsanatorium Dr. Hoffmann<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">03.06.1924<\/font><\/td>\n<td width=\"50%\"><font face=\"Lucida Grande, Lucida Sans Unicode, Verdana, sans-serif\" size=\"2\">Tod Franz Kafkas in der Mittagszeit<\/font><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"280\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?hl=de&amp;client=firefox-a&amp;q=klosterneuburg+kierling+hauptstra%C3%9Fe+187&amp;ie=UTF8&amp;hq=&amp;hnear=Hauptstra%C3%9Fe+187,+3400,+Wien-Umgebung,+Nieder%C3%B6sterreich,+%C3%96sterreich&amp;gl=de&amp;t=h&amp;ll=48.308289,16.269593&amp;spn=0.007992,0.023131&amp;z=15&amp;iwloc=A&amp;output=embed\"><\/iframe><br \/>\nSterbeort Kranz Kafkas (3. Juni 1924): Kierling (Hauptstra\u00dfe 187) bei Klosterneuberg &#8211; Privatsanatorium Dr. Hoffmann<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines Aufenthaltes im Ostseebad M\u00fcritz (heute <a href=\"http:\/\/www.graal-mueritz.de\/\">Graal-M\u00fcritz<\/a>) mit seiner Schwester Elli lernte Franz Kafka im Sommer 1923 Dora Diamant kennen, die ihn dann bis zu seinem Ende zu Seite stand und pflegte. <a href=\"http:\/\/www.franzkafka.de\/franzkafka\/die_frauen\/dora_diamant\/457356\" target=\"_blank\">Dora Diamant<\/a> (jiddisch: Dymant) <em>wurde am 4. M\u00e4rz 1898 in Pabianice nahe L\u00f3dz (Polen) geboren. Ihr Vater war Hersch Aron Dymant (geb. 1874), ein gelehrter Anh\u00e4nger des Chassidismus; ihre Mutter Friedel (geb. 1873) starb bereits, als Dora etwa acht Jahre alt war.<\/em> Es ist eine ganz besondere Liebesgeschichte, die in diesem Bilderband endlich die Erw\u00e4hnung findet, die sie verdient:<\/p>\n<p><em>\u201eNun scheint ihm Dora endlich das Gef\u00fchl zu geben, dem Anspruch an das Gl\u00fcck zu gen\u00fcgen, denn dort, wo er nun zwangsweise versagen mu\u00df, entschuldigt ihn die Krankheit, so da\u00df er ohne Angst erleben kann, wonach er sich sehnt. Doras aufopfernde Pflege, ihre m\u00fctterliche W\u00e4rme, Selbstlosigkeit und ihre bedingungslose Bereitschaft, ihr Leben mit dem Schwerkranken zu teilen, sind Ausdruck einer Seelengr\u00f6\u00dfe, die alles Leid \u00fcberstrahlt. Max [Brod] ist \u00fcberzeugt davon, da\u00df diese beiden Menschen \u201aganz wundervoll\u2019 zusammenpassen. Ger\u00fchrt beobachtet er ihr verspieltes \u201aFamilienbad\u2019, das gleichsam zur symbolischen Handlung wird, wenn sie gemeinsam ihre H\u00e4nde in dasselbe Waschbecken tauchen.\u201c<\/em> (S. 142)<\/p>\n<p>Noch kurz vor dem Tode Franz Kafkas ver\u00f6ffentlichte der Kurt Wolff Verlag im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prager_Tagblatt\" target=\"_blank\">Prager Tagblatt<\/a> vom 20.4.1924 folgende Anzeige:<\/p>\n<p><em>\u201eDrei Prager Dichter &#8230; Max Brod &#8230; Franz Werfel &#8230; Franz Kafka &#8230; \u201e<\/em><\/p>\n<p><em>\u201eDas Prager Tagblatt schrieb \u00fcber Kafka: Da\u00df der Publikumerfolg ausblieb, ist ein Beweis gegen das Publikum. Denn diese Aufzeichnungen traumhafter Begebenheiten sind der selten gegl\u00fcckte Versuch deutscher Literatur, abstrakteste Geschehen konkretest zu sagen. \u2013 Stilproben, in denen kein Wort entfallen, keines hinzugesetzt werden d\u00fcrfte, wenn nicht der Bau zusammenst\u00fcrzen soll, von allen Ismen freigebliebene peinlich saubere deutsche Prosa: das \u00e4u\u00dfere Gewand. Geb\u00e4ndigte Phantasie, dahinter tausendfache Bedeutung, die man nur ahnen darf.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Am 3, Juni 1924 zur Mittagszeit starb Franz Kafka: <em>Als sich Klopstock [ein Freund] vom Bett entfernt, um die Spritze zu reinigen, bittet er: \u201eGehen Sie nicht fort.\u201c Der Freund beruhigt ihn. \u201eIch gehe ja nicht fort.\u201c \u201eAber ich gehe fort\u201c, erwidert Kafka und schlie\u00dft die Augen.<\/em> (lt. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Max_Brod\" target=\"_blank\">Max Brod<\/a>)<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Anton_Kuh\" target=\"_blank\">Anton Kuh<\/a> schrieb in einem Nachruf, den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Stunde\" target=\"_blank\">\u201eDie Stunde\u201c<\/a> sieben Tage nach Kafkas Tod ver\u00f6ffentlichte:<\/p>\n<p><em>\u201e&#8230; Sp\u00e4ter werden sie sein Leben &#8230; dem Pascals vergleichen; sie werden Zusammenh\u00e4nge zwischen seinen Dichtung gewordenen Traumberichten und der Psychoanalyse aufdecken; der Name Kleist wird die Vergleiche kr\u00f6nen.<\/em><br \/>\n<em>Heute wissen sie sich nicht einmal der Ehre w\u00fcrdig zu erweisen, die dieser aus Prag Stammende Wien antat, in dem er, einen Kilometer von unserer Stadt entfernt, seine letzten Tage verbrachte und starb.<\/em><br \/>\n<em>Kierling bei Klosterneuburg ist durch ihn in die Literaturgeschichte gekommen.\u201c<\/em> (in Kuh, Anton: Luftlinien, hrsg. Von Ruth Greuner, Wien, 1981 \u2013 S. 471)<\/p>\n<p>Kafkas Grab, in dem auch seine Mutter Julie und sein Vater Hermann bestattet sind, befindet sich im Neuen j\u00fcdischen Friedhof im fr\u00fcheren Prag-Straschnitz. Das Begr\u00e4bnis fand am 11. Juni 1924 statt, acht Tage nach Kafkas Tod in Kierling bei Wien. Die hebr\u00e4ische <a href=\"http:\/\/www.franzkafka.de\/franzkafka\/fundstueck_archiv\/fundstueck\/457436\" target=\"_blank\">Grabinschrift<\/a> lautet in deutscher \u00dcbersetzung:<\/p>\n<p><em>Dienstag, Beginn des Monats Siwan 5684, starb<\/em> [w\u00f6rtlich: ging in seine Welt] <em>der obengenannte, prachtvolle, unverm\u00e4hlte Mann, unser Lehrer und Meister Anschel, seligen Angedenkens, der Sohn des hochverehrten R. Henoch Kafka, sein Licht m\u00f6ge leuchten. Der Name seiner Mutter ist Jettl. Seine Seele m\u00f6ge eingebunden sein im Bund des ewigen Lebens.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201e&#8230; ich winde mich auf meinem Liegestuhl fast in Kr\u00e4mpfen, &#8230; in den Schl\u00e4fen bohrt sich jedes Wort ein, die Folge dieser Nervenzerr\u00fcttung ist, da\u00df ich auch in der Nacht nicht schlafe\u201c, klagt er, \u201e&#8230; fast scheint es mir manchmal, da\u00df es das Leben ist, das mich st\u00f6rt; wie k\u00f6nnte mich denn sonst alles st\u00f6ren?\u201c &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=5610\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Rotraut Hackerm\u00fcller: Das Leben, das mich st\u00f6rt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[3,10],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5610"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5610\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}