{"id":5655,"date":"2012-03-02T09:20:31","date_gmt":"2012-03-02T08:20:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=5655"},"modified":"2012-03-07T10:26:59","modified_gmt":"2012-03-07T09:26:59","slug":"zlata-praha-2-hinfahrt-nach-prag-1982","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=5655","title":{"rendered":"Zlat\u00e1 Praha (2): Hinfahrt nach Prag 1982"},"content":{"rendered":"<p>In der Vorosterzeit 1982, also vor genau 30 Jahren, fuhr ich mit einem Freund \u00fcber <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrzburg\" target=\"_blank\">W\u00fcrzburg<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/N%C3%BCrnberg\" target=\"_blank\">N\u00fcrnberg<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karlsbad\" target=\"_blank\">Karlsbad<\/a> (Karlovy Vary) und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pilsen\" target=\"_blank\">Pilsen<\/a> (Plze&#328;) nach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Prag\" target=\"_blank\">Prag<\/a>. Auf der R\u00fcckreise machten wir in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Marktredwitz\" target=\"_blank\">Marktredwitz<\/a> Halt. Das war eine ganz sch\u00f6n \u201aharte\u2019 Tour, aber auch sehr interessant und heute so nicht mehr m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die Reise k\u00f6nnte man als eine Tour auf den Spuren trinkbarer Erzeugnisse <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pilsner_Bier\" target=\"_blank\">Pilsener Brauart<\/a> bezeichnen. Auch wandelten wir in Prag <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5637\" target=\"_blank\">auf Kafkas Spuren<\/a>. Von Bremen kommend, am Freitag, den 2. April 1982 ging es mit dem Zug um 16 Uhr 08 los, machten wir zun\u00e4chst Halt in W\u00fcrzburg, um in der dortigen Bahnhofsgastst\u00e4tte im <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/W%C3%BCrzburg_Hauptbahnhof\" target=\"_blank\">Hauptbahnhof<\/a> (es muss sich wohl um das Restaurant \u201eB\u00fcrgerstuben\u201c gehandelt haben, das es heute nicht mehr gibt) ein <a href=\"http:\/\/www.wuerzburger-hofbraeu.de\/\" target=\"_blank\">\u201eW\u00fcrzburger Hofbr\u00e4u\u201c<\/a> zu genie\u00dfen. Da wir in W\u00fcrzburg erst kurz vor 21 Uhr ankamen, entschlossen wir uns, in der Stadt eine Unterkunft zu suchen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag (Samstag, den 3. April 1982) ging er dann kurz vor Mittag weiter nach N\u00fcrnberg, wo wir etwas au\u00dferhalb der Stadtmitte ein Zimmer suchten und in der Pillenreuther Stra\u00dfe (Gasthof Cramer-Klett) preiswert findig wurden. Heute gibt es den Gasthof auch schon nicht mehr, daf\u00fcr hat sich ein Cafe mit Billard in der Gaststube breit gemacht. Den sp\u00e4ten Nachmittag verbrachten wir im Biergarten des <a href=\"http:\/\/www.restaurant-burgwaechter.de\/\" target=\"_blank\">Restaurant Burgw\u00e4chter<\/a> gleich bei der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/N%C3%BCrnberger_Burg\" target=\"_blank\">N\u00fcrnberger Burg<\/a>. Dort kamen wir auch gleich ins Gespr\u00e4ch mit \u201aEinheimischen\u2019 (u.a. an Tina und Hubert kann ich mich erinnern), die uns dann zum Essen und sp\u00e4ter sogar zu sich nach Hause in die Meuschelstra\u00dfe einluden. Das Ganze wurde dann doch etwas sehr feucht-fr\u00f6hlich, sodass wir uns am n\u00e4chsten Tag entschieden, noch eine Nacht in N\u00fcrnberg zu bleiben.<\/p>\n<p>Leider hatte man in dem Gasthof wegen einer gro\u00dfen Familienfeier kein Zimmer f\u00fcr die kommende Nacht frei. So suchten wir in der N\u00e4he eine andere Unterkunft in der gleichen Stra\u00dfe in der <a href=\"http:\/\/www.hotel-gerhard.de\/Gerhard.html\" target=\"_blank\">Pension Gerhard<\/a> (heute Gasthof und Hotel). Den Tag \u00fcber (Sonntag, den 4. April 1982) ern\u00e4hrten wir uns von J\u00e4gerbraten, Zwiebelsuppen, N\u00fcrnberger Bratw\u00fcrsten und Bajuvator, dem dunklen Doppelbockbier der N\u00fcrnberger <a href=\"http:\/\/www.tucher.de\/home.html\" target=\"_blank\">Tucher Brauerei<\/a>. Ja, es war ja Starkbierzeit (nur zur Info: Die Starkbierzeit 2012 ist, wenn ich das richtig sehe, vom 25.02. bis 31.03. 2012 \u2013 geht also immer bis eine Woche vor Ostern \u2013 und ich so g\u00f6nne mir in diesen Tagen ab und wann ein besonders kr\u00e4ftig-malziges <a href=\"http:\/\/paulaner-brauerei.de\/53.0.html\" target=\"_blank\">Paulaner Salvator<\/a>). Trotz der Nase im Bierglas ging das Weltgeschehen nicht ganz an uns vorbei: Inzwischen wurde vermeldet, dass argentinische Truppen auf den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falklandkrieg#Landung_argentinischer_Truppen_bei_Port_Stanley\" target=\"_blank\">Falkland-Inseln<\/a> gelandet w\u00e4ren. Damit begann der Falkland-Krieg.<\/p>\n<p>Endlich am Montag, den 5. April 1982 ging es \u00fcber die deutsch-tschechoslowakische Grenze. In N\u00fcrnberg fuhren wir um 11 Uhr 12 los. In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Cheb\" target=\"_blank\">Cheb<\/a> (deutsch: Eger) kamen wir zum ersten Mal auf den Boden der &#268;SSR; bis zum Ende 1992 waren Tschechien und die Slowakei ja noch ein Staat (und bis 1990 auch sozialistische Republik). An der Grenze mussten wir pro 30 DM in Kronen tauschen; da wir sechs Tage bleiben wollten, bekamen wir f\u00fcr 180 DM pro Person 778 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tschechoslowakische_Krone\" target=\"_blank\">tschechoslowakische Kronen<\/a> (Kcs.). Zwangsumtausch nannte man das damals.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"480\" height=\"220\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" marginheight=\"0\" marginwidth=\"0\" src=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?f=d&amp;source=s_d&amp;saddr=N%C3%BCrnberg&amp;daddr=Marktredwitz+to:Karlovy+Vary,+%C4%8Cesk%C3%A1+republika+to:Plze%C5%88,+Tschechien+to:Praha,+%C4%8Cesk%C3%A1+republika&amp;geocode=FUB58gIdPi6pACnTHLa1rlefRzG3IYypha9d3Q%3BFVz--gIdfnq4ACmHXEbsSlSgRzHwaRouGHq-Bg%3BFY17_gIdbGbEAClDTaldQJmgRzHQMdRDiq9LKA%3BFR0W9wIdRCDMACm3ET0T5fEKRzGDC8E_bkC5MQ%3BFYNH_AId7AncACmLeXAJnJMLRzGQQBZmD68ABA&amp;aq=0&amp;oq=praha&amp;sll=49.837982,12.755127&amp;sspn=1.93789,4.235229&amp;vpsrc=6&amp;hl=de&amp;mra=ltm&amp;ie=UTF8&amp;t=m&amp;ll=49.837982,12.755127&amp;spn=1.558861,5.273437&amp;z=7&amp;output=embed\"><\/iframe><br \/><small><a href=\"https:\/\/maps.google.de\/maps?f=d&amp;source=embed&amp;saddr=N%C3%BCrnberg&amp;daddr=Marktredwitz+to:Karlovy+Vary,+%C4%8Cesk%C3%A1+republika+to:Plze%C5%88,+Tschechien+to:Praha,+%C4%8Cesk%C3%A1+republika&amp;geocode=FUB58gIdPi6pACnTHLa1rlefRzG3IYypha9d3Q%3BFVz--gIdfnq4ACmHXEbsSlSgRzHwaRouGHq-Bg%3BFY17_gIdbGbEAClDTaldQJmgRzHQMdRDiq9LKA%3BFR0W9wIdRCDMACm3ET0T5fEKRzGDC8E_bkC5MQ%3BFYNH_AId7AncACmLeXAJnJMLRzGQQBZmD68ABA&amp;aq=0&amp;oq=praha&amp;sll=49.837982,12.755127&amp;sspn=1.93789,4.235229&amp;vpsrc=6&amp;hl=de&amp;mra=ltm&amp;ie=UTF8&amp;t=m&amp;ll=49.837982,12.755127&amp;spn=1.558861,5.273437&amp;z=7\" style=\"color:#0000FF;text-align:left\">Gr\u00f6\u00dfere Kartenansicht<\/a><\/small><br \/>\nN\u00fcrnberg (A) \u2013 Prag (E) \u00fcber Marktredwitz (B), Karlsbad (C) und Pilsen (D)<\/p>\n<p>Bevor wir nach Prag fuhren, wollten wir auf jeden Fall einen Halt in <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pilsen\" target=\"_blank\">Pilsen<\/a>, der Mutter aller Pilsner Biere resp. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pilsner_Bier\" target=\"_blank\">Biere Pilsener Brauart<\/a>, machen. Die Stadt ist zun\u00e4chst eine Industriestadt. Denn hier wird nicht nur das ber\u00fchmte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pilsner_Urquell\" target=\"_blank\">Pilsner Urquell<\/a> gebraut, sondern es befinden sich hier auch u.a. die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%C5%A0koda_%28Maschinenbau%29\" target=\"_blank\">\u0160koda-Werke<\/a>. In der Ferne sah man schon sich die Schornsteine gen Himmel recken. Gegen 16 Uhr 30 kamen wir an. Die Innenstadt entpuppte sich als nicht allzu attraktiv.<\/p>\n<p>Irgendwie erinnere ich mich an Lautsprecher an Stra\u00dfen und Pl\u00e4tzen, die sozialistische Propaganda unters Volk brachten. Wir f\u00fchlten uns leicht befremdlich \u2013 wie in einem falschen Film. Die Suche nach einer preiswerten Unterkunft gestaltete sich schwierig. Aber um es gleich zu sagen: Nirgendwo sonst habe ich so viele hilfsbereite Menschen erlebt, die uns f\u00f6rmlich an Pilsen binden wollten und sich um eine Unterkunft f\u00fcr uns bem\u00fchten. Wir sprachen Polizisten an, zu denen sich schnell eine Verk\u00e4uferin gesellte, Angestellte der Bahn kamen hinzu; man ging zum nahegelegenen Postamt und telefonierte. Aber f\u00fcr die zwei jungen Typen mit Rucks\u00e4cken wollte sich keine g\u00fcnstige Schlafgelegenheit auftun. Dann wurden wir mit einem Auto zu einer Unterkunft der Bahn gebracht; im Foyer h\u00e4tten wir auf Sesseln die Nacht kostenlos verbringen k\u00f6nnen, aber das wollten wir weder den Leuten hier, noch uns antun. Am Ende empfahl man uns das <a href=\"http:\/\/foto.mapy.cz\/40554-Plzen-hotel-Skoda\" target=\"_blank\">Hotel \u0160koda<\/a>, ein Zimmer war f\u00fcr uns vorgemerkt \u2013 wir mussten nur noch mit der Stra\u00dfenbahn der Linie 1 ein kurzes St\u00fcck fahren, um es am n\u00e1m&#283;st\u00ed &#268;esk\u00fdch brat&#345;\u00ed (\u201ePlatz der tschechischen Br\u00fcder\u201c oder so &#8211; ist zumindest der heutige Name des Platzes) zu finden. Ein Hochhaus, nicht ganz billig, aber okay. So machten wir uns zun\u00e4chst frisch und dann auf den Weg nach einem trinkbaren Pilsner. Wir fanden bald eine halbwegs gem\u00fctliche Kneipe, in der der halbe Liter umgerechnet 50 Pfennige kostete (was auch vor 30 Jahren schon spottbillig war), trinkbares Bier, wenn\u2019s auch kein Pilsner Urquell war. Und der Hammer: Der Wirt wollte uns mit zwei M\u00e4dels verkuppeln. Das war uns f\u00fcrs erste dann doch zu viel der \u201aGastfreundschaft\u2019. Wir waren ja hier nicht als Sextouristen angereist, sondern wegen des Bieres (und auch, um auf Kafkas Spuren zu wandeln). Im Hotel spielte dann noch eine Tanzkapelle, nur tanzte keiner, daf\u00fcr wir &#8230; n\u00e4mlich bald ab ins Bett, nachdem wir aber noch unser Pilsner Urquell bekommen hatten (das Bier f\u00fcr nicht mehr ganz so preiswerte 5 Kcs.).<\/p>\n<p>Am Dienstag, den 6. April 1982 war es dann endlich soweit. Nach einem guten Fr\u00fchst\u00fcck liefen wir zu Fu\u00df zum Hauptbahnhof von Pilsen (Plze&#328; hlavn\u00ed n\u00e1dra\u017e\u00ed) zur\u00fcck. Mit unseren Rucks\u00e4cken auf den Buckeln waren wir gewisserma\u00dfen die gro\u00dfe Sensation in Pilsen an diesem Tag. Dann ging es mit einem Bummelzug endlich Richtung Prag, wo wir gegen 14 Uhr am <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Praha_hlavn%C3%AD_n%C3%A1dra%C5%BE%C3%AD\" target=\"_blank\">Prager Hauptbahnhof<\/a> ankamen. Die Gegend unterwegs gefiel uns schon einmal ganz gut, besonders <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl%C5%A1tejn\" target=\"_blank\">Karl\u0161tejn<\/a> mit seiner <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Burg_Karl%C5%A1tejn\" target=\"_blank\">Burg<\/a>.<\/p>\n<p>Fortsetzung folgt: <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5676\" target=\"_blank\"><em>Zlat\u00e1 Praha (3): Prag 1982 \u2013 Bier und Kafka<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Vorosterzeit 1982, also vor genau 30 Jahren, fuhr ich mit einem Freund \u00fcber W\u00fcrzburg, N\u00fcrnberg, Karlsbad (Karlovy Vary) und Pilsen (Plze&#328;) nach Prag. Auf der R\u00fcckreise machten wir in Marktredwitz Halt. Das war eine ganz sch\u00f6n \u201aharte\u2019 Tour, aber auch sehr interessant und heute so nicht mehr m\u00f6glich. 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