{"id":566,"date":"2006-08-07T15:42:59","date_gmt":"2006-08-07T13:42:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinz.de\/blog\/?p=566"},"modified":"2006-08-07T15:42:59","modified_gmt":"2006-08-07T13:42:59","slug":"freudsche-fehlleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=566","title":{"rendered":"Freud&#8217;sche Fehlleistungen"},"content":{"rendered":"<p>Das Jahr 2006 ist nicht allein ein Mozart-Jahr. Neben Salzburg, der Mozart-Stadt,  ist es Wien, die Stadt, die aus dem Feiern nicht herauskommt. Und neben Mozart ist es <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sigmund_Freud\" target=\"_blank\">Sigmund Freud<\/a>, dessen <a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/wissen\/mensch\/freud_150\" target=\"_blank\">150. Geburtstag<\/a> man zu feiern hat &#8211; eben auch in Wien, wo er 47 Jahre lang lebte und wirkte.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.freud-museum.at\/\" target=\"_blank\">Freud<\/a> &#8211; bis heute umstritten, da sich seine Theorien und Lehren nun einmal mit einem &#8218;Gegenstand&#8216; befassen, der alles andere als gegenst\u00e4ndlich ist: die menschliche Seele oder &#8211; in Abgrenzung zum religi\u00f6sen Begriff &#8211; die Psyche. Immerhin l\u00e4sst sich von Freud sagen, dass er die alte Psychologie durch die Einbeziehung des Unbewussten und den daraus folgenden neuen Einsichten in die Triebdynamik erweitert hat. Als Haupttrieb menschlichen Verhaltens nahm Freud den Geschlechtstrieb (Libido) an: Da gerade die Entfaltung der geschlechtlichen Triebhaftigkeit durch gesellschaftliche Regeln und Tabus unterdr\u00fcckt w\u00fcrden, erg\u00e4ben sich hieraus die Fehlentwicklungen, die zu Neurosen f\u00fchrten, denen auszuweichen lediglich durch Sublimierung, also die Umsetzung in kulturelle Leistungen, m\u00f6glich sei.<\/p>\n<p><img src=\"https:\/\/www.albinz.net\/images\/sigmund_freud.jpg\" alt=\"Sigmund Freud\" \/><\/p>\n<p>Wenn man es sich genau \u00fcberlegt, so ist Freud aus unserem Alltagsleben kaum wegzudenken. Ein Begriff ist dabei &#8218;Fehlleistung&#8216;, der uns besonders als <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Freudscher_Versprecher\" target=\"_blank\">Freud&#8217;scher Versprecher<\/a> t\u00e4glich \u00fcber den Weg kommt. Es handelt sich nach Freud um eine sprachliche Fehlleistung, bei der die eigentliche Meinung oder Absicht des Sprechers unfreiwillig zutage tritt. Hierbei wird anstatt des angedachten Wortes oder der Phrase etwas \u00e4hnlich Klingendes gesagt, das dem Gedachten dabei eigentlich besser entspricht.<\/p>\n<p>Da mag z.B. etwas zum &#8218;Vorschwein&#8216;, also zum Vorschein kommen, das mit Schweinereien zu tun hat. Und wenn Herr Kohl vor vielen Jahren noch als Bundeskanzler anl\u00e4sslich einer Krise der Koalition u.a. sagte: \u201e\u2026 wenn wir pfleglich miteinander untergehen &#8230;\u201c, dann hat er seinen Empfindungen weniger Abbruch getan, als h\u00e4tte er nur &#8218;umgehen&#8216; gemeint.<\/p>\n<p>Nun, neuere psychologische Studien gehen davon aus, dass es sich bei diesen Versprechern um &#8218;Beaufsichtigungsfehler&#8216; handelt. Je besser wir etwas beherrschen, um so &#8218;unbewusster&#8216; k\u00f6nnen wir etwas ablaufen lassen. Gerade bei zur Routine gewordenen, stark automatisierten Handlungen, die fast &#8218;geistesabwesend&#8216; ablaufen, treten Fehlleistungen auf. Dabei setzt sich ein l\u00e4ngerer automatisierter Handlungsablauf aus Unterprogrammen zusammen. Ihre Verbindungsstellen bilden kritische Punkte, die einer bewussten Aufsicht bed\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Wer ist nicht schon einmal z.B. in den Keller gegangen und wusste dort pl\u00f6tzlich nicht mehr, was er dort eigentlich wollte. Was oft hilft ist, wenn man den Weg zur\u00fcckgeht, also vorher gehende Unterprogramme bewusst erneut aufruft. Dann wird eventuell der n\u00e4chste Schritt des Handlungsablaufes deutlich. Ich habe auf jeden Fall noch nicht geh\u00f6rt, dass einer im Keller gewisserma\u00dfen verschollen ging. Und wenn, dann w\u00e4re sicherlich Sigmund Freud nicht daran Schuld.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Jahr 2006 ist nicht allein ein Mozart-Jahr. Neben Salzburg, der Mozart-Stadt, ist es Wien, die Stadt, die aus dem Feiern nicht herauskommt. Und neben Mozart ist es Sigmund Freud, dessen 150. 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