{"id":5682,"date":"2012-03-08T09:20:03","date_gmt":"2012-03-08T08:20:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=5682"},"modified":"2012-03-07T11:53:30","modified_gmt":"2012-03-07T10:53:30","slug":"letzte-worte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=5682","title":{"rendered":"Letzte Worte"},"content":{"rendered":"<p>In dem Buch <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5610\" target=\"_blank\">Das Leben, das mich st\u00f6rt<\/a> von <em>Rotraut Hackerm\u00fcller<\/em>, in dem wir von der Erkrankung und dem Sterben <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Kafka\" target=\"_blank\">Franz Kafkas<\/a> erfahren, von seinen letzten Lebensjahren, lesen wir auch von Kafkas letzten Worten, die von seinem Freund und F\u00f6rderer <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Max_Brod\" target=\"_blank\">Max Brod<\/a> belegt wurden:<\/p>\n<p>Am 3, Juni 1924 zur Mittagszeit starb Franz Kafka: <em>Als sich Klopstock [ein Freund] vom Bett entfernt, um die Spritze zu reinigen, bittet er: \u201eGehen Sie nicht fort.\u201c Der Freund beruhigt ihn. \u201eIch gehe ja nicht fort.\u201c <strong>\u201eAber ich gehe fort\u201c<\/strong>, erwidert Kafka und schlie\u00dft die Augen.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Letzte_Worte\" target=\"_blank\">Letzte Worte<\/a>, wenn dem Sterbenden sein letztes St\u00fcndlein schl\u00e4ft, haben sicherlich nur einen bedingten Stellenwert in der Literatur. Ein letzter Satz wird selten die Quintessenz dessen sein, was das Lebenswerk eines Menschen ausmachte. Ein L\u00e4sterer wie Mark Twain kommt so zu folgendem Entschluss: <em>\u201eEin Mann, der etwas auf sich h\u00e4lt, sollte seine letzten Worte beizeiten auf einen Zettel schreiben und dazu die Meinung seiner Freunde einholen. Er sollte sich damit keinesfalls erst in seiner letzten Stunde befassen und darauf vertrauen, dass eine geistvolle Eingebung ihn just dann in die Lage versetzt, etwas Brillantes von sich zu geben und mit Gr\u00f6\u00dfe in die Ewigkeit einzugehen.&#8220;<\/em> &#8211; <a href=\"http:\/\/de.wikiquote.org\/wiki\/Mark_Twain\" target=\"_blank\">Mark Twain<\/a>, The Last Words Of Great Men, in: The Curious Republic of Gondour and Other Whimsical Sketches, 1869<\/p>\n<p><em>Mit Gr\u00f6\u00dfe in die Ewigkeit eingehen<\/em>, das bezieht sich nat\u00fcrlich nicht nur auf letzte Worte, sondern auf das ganze Verhalten im Sterbemoment. Aufrecht soll es sein (wenn vielleicht auch liegend), ohne Klagen und ebenso ohne Anklagen. Vielleicht w\u00e4re Schweigen das Beste.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich werden nicht alle letzten Worte festgehalten, manch eine(r) stirbt unverhofft. Manchmal liegen zwischen einem letzten Wort, das alles sein sollte, nur kein letztes Wort, und der Sterbesekunde Stunden. Und manches letzte Wort bleibt ungeh\u00f6rt oder unverstanden.<\/p>\n<ul><img src=\"https:\/\/www.willizblog.de\/blogpicts\/letzte_worte_jesus.jpg\" alt=\"Jesu letzte Worte\" title=\"Jesu letzte Worte\" \/><\/ul>\n<p>von <a href=\"http:\/\/www.scholemandfriends.com\/P\/Scholem-Impressum.htm\" target=\"_blank\">Babsi &#038; Scholem Alejchem<\/a><\/p>\n<p>Wenn es um letzte Worte geht, wird immer gern Johann Wolfgang von <a href=\"http:\/\/de.wikiquote.org\/wiki\/Letzte_Worte#G\" target=\"_blank\">Goethe zitiert<\/a>, der am 22. M\u00e4rz 1832 starb: <strong>\u201eMehr Licht!\u201c<\/strong> soll er gesagt haben, was real, aber auch metaphorisch gedeutet werden kann. Gerade dieses \u201eMehr Licht!\u201c ist umstritten, denn Goethe stammte aus Frankfurt\/Main, <em>\u201ewar n\u00e4mlich, wie er in \u201aDichtung und Wahrheit\u2018 schreibt, \u201ain dem oberdeutschen Dialekt geboren und erzogen\u2019, er sprach Frankfurterisch.\u201c<\/em> (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.noth.net\/adh\/h01_abwertung.htm\" target=\"_blank\">noth.net<\/a>) So erz\u00e4hlt man sich in seiner Heimatstadt Frankfurt, dass Goethe eigentlich \u201eMer lischt [hier so schlescht].\u201c sagen wollte, also auf Hochdeutsch: &#8222;Man liegt [hier so schlecht].&#8220;<\/p>\n<p>Nun nicht nur gro\u00dfe Frauen und gro\u00dfe M\u00e4nner \u00e4u\u00dfern am Schluss letzte Worte. Jeder Mensch, der einmal gesprochen hat (oder geschrieben), wird ein letztes Gesprochenes (oder Geschriebenes) von sich gaben. F\u00fcr manchen Hinterbliebenen werden sich diese letzte Worte sicherlich einbrennen. In den meisten F\u00e4llen wird man sie schnell vergessen, selbst wenn es sich nicht nur um Belanglosigkeiten (wie schlechtes Liegen) handeln sollte, da nicht nur den letzten Worten, sondern auch den Urhebern jegliche literarische Relevanz abzusprechen ist.<\/p>\n<p>Ich will es nicht unbedingt Mark Twain gleichtun, um beizeiten meine letzten Worte zu bedenken. Aber es h\u00e4tte schon etwas, sein ganzes Leben gewisserma\u00dfen auf den Punkt zu bringen. \u201eWie gut, es war nicht alles Kacke!\u201c, klingt vielleicht unangemessen angesichts des Todes, aber sicherlich treffend (Vielleicht sollte ich mir das weltweite Copyright \u00a9 an diesem Spruch sichern). Eine treffliche Auswahl letzter Worte finden wir bei <a href=\"http:\/\/de.wikiquote.org\/wiki\/Letzte_Worte\" target=\"_blank\">de.wikiquote.org<\/a> \u2013 siehe auch <a href=\"http:\/\/www.letzte-worte.de\/\" target=\"_blank\">letzte-worte.de<\/a> (f\u00fcr jeden ist bestimmt etwas dabei).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In dem Buch Das Leben, das mich st\u00f6rt von Rotraut Hackerm\u00fcller, in dem wir von der Erkrankung und dem Sterben Franz Kafkas erfahren, von seinen letzten Lebensjahren, lesen wir auch von Kafkas letzten Worten, die von seinem Freund und F\u00f6rderer Max Brod belegt wurden: Am 3, Juni 1924 zur Mittagszeit starb Franz Kafka: Als sich &hellip; <a href=\"https:\/\/willizblog.de\/?p=5682\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Letzte Worte<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5682"}],"collection":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=5682"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/5682\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=5682"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=5682"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/willizblog.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=5682"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}