{"id":5864,"date":"2012-04-27T08:29:10","date_gmt":"2012-04-27T07:29:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.willizblog.de\/?p=5864"},"modified":"2012-04-26T10:44:04","modified_gmt":"2012-04-26T09:44:04","slug":"tom-waits-bad-as-me","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/willizblog.de\/?p=5864","title":{"rendered":"Tom Waits: Bad As Me"},"content":{"rendered":"<p>Nach langer Zeit \u2013 immerhin nach sieben Jahre &#8211; gibt es wieder ein Studioalbum von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tom_Waits\" target=\"_blank\">Tom Waits<\/a>, den ich <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/index.php?s=tom+waits\" target=\"_blank\">hier bereits \u00f6fter erw\u00e4hnt<\/a> habe: <a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/search?ie=UTF8&#038;keywords=tom%20waits%20bad%20as%20me&#038;tag=familiealbin-21&#038;index=music&#038;linkCode=ur2&#038;camp=1638&#038;creative=6742\"><strong>Bad As Me<\/strong><\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=ur2&#038;o=3\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>. Okay, das Album ist bereits Ende des letzten Jahres erschienen und ich habe es fast verschlafen, aber eben doch nur fast &#8230;.<\/p>\n<p>Anfangs dr\u00e4ngte sich f\u00fcr mich ein Vergleich auf, eben der mit dem <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5796\" target=\"_blank\">neuen Album von Ian Anderson<\/a> (Jethro Tull), denn dieser wie jener sind inzwischen einige J\u00e4hrchen \u00fcber ihr 60. Lebensjahr hinaus und bei beiden haperst ziemlich mit der Stimme. Aber damit endet auch schon der Vergleich. W\u00e4hrend Anderson sichtlich bem\u00fcht daher kommt und in all seiner Perfektion eher Sterilit\u00e4t erzeugt hat, \u201alebt\u2019 <a href=\"http:\/\/www.tomwaits.com\/\" target=\"_blank\">Tom Waits<\/a> wieder f\u00f6rmlich auf. Auch muss Waits nicht sparen, sondern g\u00f6nnt sich nicht nur einmal satte Bl\u00e4sers\u00e4tze und bedient sich der Dienste namhafter Gr\u00f6\u00dfen, allen voran <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keith_Richards\" target=\"_blank\">Keith Richards<\/a>; ja, der lebt auch noch &#8230;<\/p>\n<p>Apropos Stimme: <em>\u201eEr singt [&#8230;] viel zu perfekt, als dass die Stimme wirklich kaputt sein k\u00f6nnte. Das Reibeisen wechselt mit klaren T\u00f6nen, wenn es in die h\u00f6heren Lagen geht, etwa in \u201aTalking at the Same Time\u2019, wo er gar mit Falsett aufwartet, w\u00e4hrend die Bl\u00e4ser einen sch\u00f6nen Offbeat schieben und das Klavier auf den h\u00f6chsten T\u00f6nen herumpingelt\u201c<\/em>, schreibt <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/pop\/cd-der-woche\/cd-der-woche-tom-waits-bad-as-me-ich-bin-hier-seit-eisenhower-11525068.html\" target=\"_blank\">Wolfgang Schneider in der FAZ<\/a>. Der scheint es zu wissen.<\/p>\n<p>Und apropos Keith Richards: Wen\u2019s juckt, der kratzt sich. Und so kratzt sich Waits und legt mit Richards eine Art Gegenentwurf zu dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/The_Rolling_Stones\" target=\"_blank\">Stones<\/a>-Titel <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/%28I_Can%E2%80%99t_Get_No%29_Satisfaction\" target=\"_blank\">(I Can&#8217;t Get No) Satisfaction<\/a> hin: <em>\u201eI will have satisfaction\/I will be satisfied\/now Mr. Jagger and Mr. Richards\/I will scratch where I\u2019ve been itching\u201c<\/em>. Das schreit Waits wie ein Raubtier mit seiner Reibeisenstimme, \u201eum am Ende noch ein paar Sekunden die Kopfstimme von Mr. Jagger zu parodieren.\u201c (Quelle: <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/pop\/cd-der-woche\/cd-der-woche-tom-waits-bad-as-me-ich-bin-hier-seit-eisenhower-11525068.html\" target=\"_blank\">faz.de<\/a>).<\/p>\n<p>Wenn man dann die beiden in die Jahre gekommen Herren gemeinsam \u201eLast Leaf\u201c singen h\u00f6rt, stellt man sich vor, wie diese sich trunken in den Armen liegen, w\u00fcsste man nicht, dass zumindest Waits seit vielen Jahren \u201atrocken\u2019 ist. Da h\u00e4ngen sie nun, die <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=5142\" target=\"_blank\"><em>\u201aletzten Bl\u00e4tter\u2019<\/em> am Baum<\/a>, trotzen der Witterung und sind nur zu besiegen, wenn der ganze Baum gef\u00e4llt wird.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/dlRZ9eT7lxk\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nTom Waits \u2013 Last Leaf (Bad As Me 2011)<\/p>\n<p>In dem Antikriegssong \u201eHell Broke Luce\u201c h\u00e4mmern, ja marschieren die Gitarren. Richards feuert in \u201aminimalistischer\u2019 Manier seine kurzen Gitarrenriffs ab. \u201eAls Abrechnung mit der US-Politik der letzten Jahre kann man das deuten, \u201aWhat is next?\u2019, stellt er ans Ende, es ist eine hypothetische Frage, denn es \u00e4ndert sich nie etwas, in den Staaten unter Bush oder Obama oder irgendwo sonst auf der Welt.\u201c (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B005IQ2LW6\/ref=as_li_tf_tl?ie=UTF8&#038;tag=familiealbin-21&#038;linkCode=as2&#038;camp=1638&#038;creative=6742&#038;creativeASIN=B005IQ2LW6\" target=\"_blank\"> amazon.de<\/a><img loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=familiealbin-21&#038;l=as2&#038;o=3&#038;a=B005IQ2LW6\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" alt=\"\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" \/>)<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/QAjtkyGVDxc\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nTom Waits \u2013 Chicago (Bad As Me 2011)<\/p>\n<p>Das Album beginnt mit dem Lied \u201aChicago\u2019, bl\u00e4sergetr\u00e4nkt, fiebrig, alptraumhaft, hektisch und besteht wohl nur aus einem Akkord. Ich gestehe, dass mich das zun\u00e4chst aufgeschreckt hat. Da wird man angeschrieen, man f\u00fcrchtet um den Zahnersatz des Herrn Waits, als k\u00f6nne der sich selbst\u00e4ndig machen. Waits knurrt, kl\u00e4fft und spuckt. \u00c4hnlich geht es mit dem Titelst\u00fcck: \u201eBad As Me\u201c, einem grimmig vorgetragenen Neuzeit-Blues. Der Text erinnert mich an diese s\u00fc\u00dfliche Schokoladenwerbung \u201aMerci, dass es dich gibt\u2019 \u2013 nur anders herum:<\/p>\n<p><em>You\u2019re the head on the spear<br \/>\nYou\u2019re the nail on the cross<br \/>\nYou\u2019re the fly in my beer<br \/>\nYou\u2019re the key that got lost<br \/>\nYou\u2019re the letter from Jesus on the bathroom wall<br \/>\nYou\u2019re mother superior in only a bra<br \/>\nYou\u2019re the same kind of <strong>bad as me<\/strong>.<\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/B6Ta3H-ck6s\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nTom Waits \u2013 Bad As Me (2011)<\/p>\n<p>Aber Tom Waits kann eben auch anders. Neben der Ballade \u201eFace to the Highway\u201c mit schwirrenden Gongs und lieblich gezupften Flageolett-T\u00f6nen auf der Gitarre, mit eher wehm\u00fctig klingenden Akkordeon-Akkorden bei \u201aPay Me\u2019. Mir gef\u00e4llt nat\u00fcrlich \u201aNew Year&#8217;s Eve\u2019, mit dem das regul\u00e4re Album endet, das mit Ankl\u00e4ngen bei <a href=\"https:\/\/www.willizblog.de\/?p=167\" target=\"_blank\">Auld Lang Syne<\/a> aufwartet.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"540\" height=\"304\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/yt9iZgRNv_A\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nTom Waits \u2013 New Year&#8217;s Eve (Bad As Me 2011)<\/p>\n<p>\u00dcbrigens &#8211; das Album ist so nebenbei auch noch ein Familienunternehmen: Waits Gattin <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kathleen_Brennan\" target=\"_blank\">Kathleen Brennan<\/a> hat dieses Album komplett mitverfasst, dazu erstmals auch produziert. Und Sohn Casey Waits sorgt sich um die Drums (weiteres zu den mitwirkenden Musikern siehe auch: <a href=\"http:\/\/www.laut.de\/Tom-Waits\/Bad-As-Me-%28Album%29\" target=\"_blank\">laut.de<\/a>).<\/p>\n<p>Die sicherlich ebenso <a href=\"http:\/\/www.tomwaits.com\/albums\/#\/albums\/album\/34\/Bad_As_Me\/\" target=\"_blank\">interessanten Lyrics<\/a> finden sich auf der Waits-Website.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7OOK1kxoX2I\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\nTom Waits \u2013 Bad As Me (das <em>GANZE<\/em> Album) 2011<\/p>\n<p>Noch einmal zum Vergleich mit Ian Anderson: Dieser l\u00e4sst sich wahrlich schlecht herstellen. Anderson hat nie Drogen genommen, trank daf\u00fcr Milch. Und Alkohol immer nur in Ma\u00dfen. Wenn Herr Anderson bereits in der Heia lag und tr\u00e4umte, lie\u00df sich Tom Waits noch einen Drink bringen. Und wenn der eine morgens eine Runde joggte, erhob sich der andere schwankend, um endlich zu Bett zu gehen. Heute sind beide grundsolide. Nur pflegt Tom Waits weiterhin die schwarze Romantik des Kaputten. Das klingt nicht nur authentischer, es ist es auch &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach langer Zeit \u2013 immerhin nach sieben Jahre &#8211; gibt es wieder ein Studioalbum von Tom Waits, den ich hier bereits \u00f6fter erw\u00e4hnt habe: Bad As Me. Okay, das Album ist bereits Ende des letzten Jahres erschienen und ich habe es fast verschlafen, aber eben doch nur fast &#8230;. 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